G
Gelöscht 77808
Gast
Alle Jahre wieder steht es auf dem Programm:
Ein Weihnachtsbaum will gefunden werden.
Als ich damals frisch verheiratet war, bin ich mit meiner Holden zu Bauer Friesen gefahren.
Eine Nordmann Tanne sollte es ein, so wie sie es von zu hause kennt.
Die Wahl fiel auf ein stattliches Exemplar, das weit höher als unser Wohnzimmer war.
Ich geriet in ernste Erklärungsnot, als ich ihr verständlich machen wollte, dass es keinen Sinn macht, von einem großen Baum ein Stück abzusägen anstatt gleich einen kleineren Baum zu kaufen, was in ihren Augen nun mal lange nicht dasselbe war!
Schließlich gelang der Kompromiss, in dem wir einen Baum fanden, der vermutlich ehemals genau so groß gewesen ist - aber halt höher abgesägt worden war.
So geschah es denn zu Weihnachten in gütiger Einigung im ersten Jahr. Amen.
Im zweiten Jahr galt es, zuhause einiges vorzubereiten, aber parallel einen Baum zu besorgen. Wiederum fuhr ich zu Bauer Friesen, diesmal aber in Begleitung von Wilke Wilkens aus Oldenburg, seines Zeichens Pferdezüchter, also landwirtschaftliche Fachkraft.
Es wurde eine stink normale Tanne, die augenscheinlich auch der verfügbaren Raumhöhe angepasst schien und eben nicht durcheinen Laien auserwählt war.
Der Laie (also ich) hatte im Gegenzug zugestanden, dass von ihr ein besserer , weil(!) neuer Weihnachtsbaumständer angeschafft wurde. In der Größe eines Übertopfes, 4cm Spannvermögen, wenn überhaupt.
Fleißig wurde daher versucht, mit einem Brotmesser der Stamm anzupassen.
Der Stamm schrumpfte soviel wie die Finger quollen und als dies - und der erste Ausrichtversuch dann gelang, schnappte sie sich den Staubsauger für die abgefallenen Nadeln - und saugte erbarmungslos den heiligen Bau danieder.
Zweiter Versuch....Baum an die Wand gedübelt...Dritter Versuch....
So geschah es denn zu Weihnachten in gütiger Einigung im zweiten Jahr. Amen.
Im dritten Jahr waren die Umstände wie zuvor, jedoch hatte meine Holde nunmehr Vertrauen in meine Lernfähigkeit .
Wiederum fuhr ich also zu Bauer Friesen.
Ich fragte Cordula, die Bäuerin, ob ich einen Tannenbaum bekommen kann.
Klar, es standen ja genug zur Verfügung.
Ob es denn einen günstigeren Tannenbaum auch gäbe?
Ja, ich könne den Reklamebaum vorn an der Strasse günstiger haben. Der stünde aber schon 2 Wochen da rum.
Erneut fragte ich nach, ob es denn auch einen ganz ganz günstigen Tannenbaum gibt.
"Du gehst mir auf den Sack. Kletter mal da drüben auf den Kipper, da liegt einer drauf, der ist aber durchgebrochen"
Gesagt, getan.
Ich also da hoch und die zwei Teile runter geholt. Keine Ahnung, wie ein Tannenbaum auf dem Transport durchbrechen kann; es war aber so.
Also bin ich in die Werkstatt gegangen, hab eine Gewindestange an einen Bohrer geschweißt und in die Bruchflächen tiefe Löcher gebohrt: danach die Gewindestange abgeflext, in die Löcher geklopft und den Baum zusammengesteckt.
Damit man die Bruchstelle nicht sah, habe ich schnell ein rotes Schleifchen drum gebunden.
Diesmal habe ich den selbstgemachten Ständer wieder raus geholt, und der Gleichberechtigung halber in ihren Ständer einen Zweig eingespannt.
Susanne war begeistert: "Soooo schöön".
So geschah es denn zu Weihnachten in gütiger Einigung im dritten Jahr. Amen.
Nach Weihnachten kam der Tag der Wahrheit, an dem der Tannenbaum aus der Wohnung sollte.
Er nadelte schon etwas.... huch...
Ich schlug nun auch vor, ihn über den Balkon auf die Wiese zu werfen, um diesmal das Putzen von 3 Stockwerken des Treppenhauses zu sparen.
In emanzipierten Haushalten - wie unserem, war putzen ja Männersache.
Leider hatte ich die Rechnung ohne meine Frau gemacht, die zur Furie mutierte, als ich den Tannenbaum vor ihren Augen in zwei Stücke zupfte.
Denn erst jetzt offenbarte sich ihr mein wahrer Charakter - und die verheimlichte Ursache:
ich hatte sie und die Kinder vorsätzlich um den ganzen Advent sowie um die kompletten Festlichkeiten betrogen !!
Mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa.
Amen.
Ein Weihnachtsbaum will gefunden werden.
Als ich damals frisch verheiratet war, bin ich mit meiner Holden zu Bauer Friesen gefahren.
Eine Nordmann Tanne sollte es ein, so wie sie es von zu hause kennt.
Die Wahl fiel auf ein stattliches Exemplar, das weit höher als unser Wohnzimmer war.
Ich geriet in ernste Erklärungsnot, als ich ihr verständlich machen wollte, dass es keinen Sinn macht, von einem großen Baum ein Stück abzusägen anstatt gleich einen kleineren Baum zu kaufen, was in ihren Augen nun mal lange nicht dasselbe war!
Schließlich gelang der Kompromiss, in dem wir einen Baum fanden, der vermutlich ehemals genau so groß gewesen ist - aber halt höher abgesägt worden war.
So geschah es denn zu Weihnachten in gütiger Einigung im ersten Jahr. Amen.
Im zweiten Jahr galt es, zuhause einiges vorzubereiten, aber parallel einen Baum zu besorgen. Wiederum fuhr ich zu Bauer Friesen, diesmal aber in Begleitung von Wilke Wilkens aus Oldenburg, seines Zeichens Pferdezüchter, also landwirtschaftliche Fachkraft.
Es wurde eine stink normale Tanne, die augenscheinlich auch der verfügbaren Raumhöhe angepasst schien und eben nicht durcheinen Laien auserwählt war.
Der Laie (also ich) hatte im Gegenzug zugestanden, dass von ihr ein besserer , weil(!) neuer Weihnachtsbaumständer angeschafft wurde. In der Größe eines Übertopfes, 4cm Spannvermögen, wenn überhaupt.
Fleißig wurde daher versucht, mit einem Brotmesser der Stamm anzupassen.
Der Stamm schrumpfte soviel wie die Finger quollen und als dies - und der erste Ausrichtversuch dann gelang, schnappte sie sich den Staubsauger für die abgefallenen Nadeln - und saugte erbarmungslos den heiligen Bau danieder.
Zweiter Versuch....Baum an die Wand gedübelt...Dritter Versuch....
So geschah es denn zu Weihnachten in gütiger Einigung im zweiten Jahr. Amen.
Im dritten Jahr waren die Umstände wie zuvor, jedoch hatte meine Holde nunmehr Vertrauen in meine Lernfähigkeit .
Wiederum fuhr ich also zu Bauer Friesen.
Ich fragte Cordula, die Bäuerin, ob ich einen Tannenbaum bekommen kann.
Klar, es standen ja genug zur Verfügung.
Ob es denn einen günstigeren Tannenbaum auch gäbe?
Ja, ich könne den Reklamebaum vorn an der Strasse günstiger haben. Der stünde aber schon 2 Wochen da rum.
Erneut fragte ich nach, ob es denn auch einen ganz ganz günstigen Tannenbaum gibt.
"Du gehst mir auf den Sack. Kletter mal da drüben auf den Kipper, da liegt einer drauf, der ist aber durchgebrochen"
Gesagt, getan.
Ich also da hoch und die zwei Teile runter geholt. Keine Ahnung, wie ein Tannenbaum auf dem Transport durchbrechen kann; es war aber so.
Also bin ich in die Werkstatt gegangen, hab eine Gewindestange an einen Bohrer geschweißt und in die Bruchflächen tiefe Löcher gebohrt: danach die Gewindestange abgeflext, in die Löcher geklopft und den Baum zusammengesteckt.
Damit man die Bruchstelle nicht sah, habe ich schnell ein rotes Schleifchen drum gebunden.
Diesmal habe ich den selbstgemachten Ständer wieder raus geholt, und der Gleichberechtigung halber in ihren Ständer einen Zweig eingespannt.
Susanne war begeistert: "Soooo schöön".
So geschah es denn zu Weihnachten in gütiger Einigung im dritten Jahr. Amen.
Nach Weihnachten kam der Tag der Wahrheit, an dem der Tannenbaum aus der Wohnung sollte.
Er nadelte schon etwas.... huch...
Ich schlug nun auch vor, ihn über den Balkon auf die Wiese zu werfen, um diesmal das Putzen von 3 Stockwerken des Treppenhauses zu sparen.
In emanzipierten Haushalten - wie unserem, war putzen ja Männersache.
Leider hatte ich die Rechnung ohne meine Frau gemacht, die zur Furie mutierte, als ich den Tannenbaum vor ihren Augen in zwei Stücke zupfte.
Denn erst jetzt offenbarte sich ihr mein wahrer Charakter - und die verheimlichte Ursache:
ich hatte sie und die Kinder vorsätzlich um den ganzen Advent sowie um die kompletten Festlichkeiten betrogen !!
Mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa.
Amen.
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