Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Der Sinn?

  • Starter*in Starter*in Gast
  • Datum Start Datum Start
G

Gast

Gast
Hallo Leute,

ich bin nun 17 Jahre alt und habe somit noch ein Jahr Abitur vor mir. Die Frage ist nur was soll ich danach machen. Ich will studieren, nur was? Meine Gedanken gehen in Richtung Medizin, weil ich selber körperlich krank bin und meinen Körper und seine Krankheit besser kennenlernen möchte und um anderen Menschen meinem selbsterfahrenen Rat als Arzt anbieten können möchte. Auch gedenke ich in Richtung Lehramt oder Jura zu gehen.
Doch ich sehe in dem allem keinen Sinn.

Ich weiß nicht wie ich es ausdrücken soll, aber meine eigentlich Frage ist:

Studiert man nicht um in einem seriösen guten Beruf tätig sein zu können? Um seine Berufung zu finden?
Alle in meinem Umfeld tun so als ob sie ihr ganzes Leben nur wegen dem Studieren ändern müssten und tun es auch. Doch ist Arbeit eigentlich nicht nur eine Geldquelle aus der ich mein monatliches Gehalt beziehe? Ich will nicht sagen, dass Geld alleine glücklich macht, aber den Fernseher und die Konsole, die ich mir davon kaufen kann doch schon oder? Und die schönen Abende, die ich mir mit meiner Familie und meinen Freunden mit diesen zwei Elektrogeräten machen kann doch auch oder?

Ist es dann also nicht egal als was man arbeitet, solange man genug Geld verdient?

Ich meine Schule macht mir auch nicht gerade Spaß und ich besuche sie trotzdem so regelmäßig wie es sein muss mit guten Leistungen.

Soll ich beim Studieren und späteren Arbeiten genauso denken? Der Beruf ist nur das Mittel zum Zweck?
Eine Unannehmlichkeit um mein Leben zu verschönern?

Ich bin im Zwispalt...Helft mir bitte.
 

Hallo Gast,

schau mal hier: Der Sinn?. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Hallo!

Ich denke:

Wer langfristig so denkt, wie du es gerade skizziert hast, wird sich das Leben schwer machen, denn die Arbeit, der man nachgeht, nimmt einfach zu viel Zeit und Energie in Anspruch, als dass man sie als "Mittel zum Zweck" abtun könnte - vor allem in den von dir erwähnten beruflichen Richtungen (Lehrer, Arzt, Jurist --> verlangen allesamt soviel Kraft und Hingabe, dass man sie als "Berufung", nicht lediglich als "Job" betrachten sollte).

Glaube mir einfach, mit 30 wirst du nicht mehr allein dadurch "glücklich" sein, dass du abends lange unbehelligt Playstation spielen kannst; um dich später im Leben glücklich zu fühlen, willst du zu spüren bekommen, dass die Arbeit, die du tust, als gut und wertvoll anerkannt wird. (Das kann nach meinem Dafürhalten auch "Familienarbeit", also das Großziehen von Kindern, bedeuten.) Voraussetzung dafür, seine Arbeit gut zu machen, ist es, an dieser Arbeit eine grundlegende Freude (die nicht unbedingt zu jedem Zeitpunkt mit "Spaß" gleichzusetzen ist) zu empfinden.

Um im Leben glücklich zu werden ist es wichtig, eine Arbeit zu finden, in der man einen Sinn sieht und der man lange Zeit mit Freude nachgehen kann.

Deswegen antworte ich mit einem entschiedenen NEIN auf deine Fragen: "Soll ich beim Studieren und späteren Arbeiten genauso denken? Der Beruf ist nur das Mittel zum Zweck?
Eine Unannehmlichkeit um mein Leben zu verschönern?"

Grüße,
T.
 
Hallo Gast,
schön, dass du dir mit 17 schon solche Gedanken machst 🙂

Du schreibst, dass drei Berufe, die du dir vorstellen kannst,
für dich keinen Sinn machen. Weiter oben aber sprichst du
davon, dass es reizvoll für dich wäre, deine eigenen Erfah-
rungen mit Krankheit und Gesundheit mit anderen zu teilen.
Also scheint ja doch irgend etwas in der Richtung für dich
Sinn zu machen, falls ich dich richtig verstanden habe.

Ich denke, man sollte drei Aspekte im Beruf (nicht unbedingt
gleichmäßig) vertreten haben:
- Herausforderung, Anspruch, Entwicklungschance
- ökonomischer Aspekt (Geld gegen Zeit eintauschen)
- Spaß, Sinnhaftigkeit, Identität (Berufung?)

Das müssen jetzt nicht genau die Worte sein, die du ver-
wendest, aber ich wollte dir damit ein bisschen die Bedeu-
tungen auffächern, die sich im Laufe des Lebens mit dem
Beruf verbinden. Eher ein Trispalt also als ein Zwiespalt 🙂

Wobei ich dir auch den Ausspruch des Philosophen Henry
David Thoreau nicht vorenthalten möchte: "Wer einen Beruf
ergreift, ist verloren." Will heißen: wer in seinem Beruf und
der Arbeit allein den Sinn seines Lebens sucht, lässt wesent-
liche Teile seiner Möglichkeiten aus und verarmt als Mensch.
Das sind dann diejenigen, die sich umbringen, wenn eine
Maschine erfunden wird, die ihren Arbeitsplatz weg rationa-
lisiert ...

Stell dir mal vor, du müsstest gar nicht für dein Geld arbeiten,
z.B. weil du von einer Erbschaft leben könntest - was wür-
dest du trotzdem studieren, womit dich beschäftigen? Ich
habe über "Naturvölker" (also die noch normal lebenden Men-
schen) gelesen, dass die im Schnitt nicht mehr als vier Stun-
den am Tag für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen. Den
Rest der Zeit verbringen sie mit "Umhergehen", "Herumsitzen"
oder damit, ihren Kindern Geschichten zu erzählen, irgend-
welche Kunsthandwerke anzufertigen, sich zu freuen, zu
lachen, zu spielen, manchmal auch zu streiten und zu lieben
usw. - hast du aus dieser Sicht einmal darüber nachgedacht,
was dir für die 20 Stunden am Tag wichtig ist, an denen du
womöglich eines Tages nicht arbeiten wirst?

Soviel mal als Anregung.

Gruß, Werner

P.S. Eins noch: wenn man viele Möglichkeiten vor sich sieht,
ist es manchmal hilfreich, zunächst diejenigen auszusortieren,
die eher nicht oder weniger in Frage kommen. Oder sich ein
klares Bild davon zu machen, woran man merken wird, dass
man die richtige Entscheidung getroffen und den richtigen Weg
gefunden hat.
 
Hallo,
ich denke eine Studium, oder auch generell ein Beruf sollte wenn möglich nicht nur Mittel zum Zweck (Geldverdienen) sein. Das es in der Realität eben doch auch manchmal ganz banal darum geht, weil eine Familie zu ernähren ist oder weil die Erwartungen der Eltern/des Umfelds erfüllt werden müssen/sollen sehe ich allerdings auch. Ich glaube das Du Dir gut überlegen solltest warum du was studieren möchtest, denn ein Studium ist (wie Du weißt) nicht mal eben so erledigt, sondern verlang Dir einiges ab (ich hätte zum Beispiel nie etwas technisches machen wollen). Wenn Du nicht zumindest ein Grundinteresse für das aufbringst was Du studieren möchtest besteht die Gefahr, dass Du nicht durchhältst. Natürlich kann das auch bei einem Studiengang passieren der Dich interessiert.
Wünschenswert ist in jedem Fall das, wenn Du schon das „Privileg“ hast Dich frei für einen Beruf/eine Studium entscheiden zu können Du etwas findest bei dem Du dann nicht schon am Freitag mit Graus an den Montag denkst…
Natürlich lebt man nicht nur um zu arbeiten (oder zu wirken) aber zumindest ist es sehr angenehm wenn man das was man tut gerne macht. Insbesondere wenn Du so viel Zeit (und Geld) in Deine Ausbildung investierst.
Du könntest Dich mal bei der Agentur für Arbeit bei der dortigen Beratung für Studieninteressierte informieren lassen. Vielleicht bringt Dich das ein wenig weiter. Oder Du sprichst mit bekannten/Verwandten die in den Berufen arbeiten die Du gerne Studieren würdest.
Nach dem Abi wäre sicher auch ein Studienvorbereitendes Praktikum in einem der Berufe die Du für Dich als relevant erachtest möglich.
Setzt Dich nicht zu sehr unter Druck etwas erfüllen zu müssen/zu wollen. Nimm Dir etwas Zeit für diese Entscheidung. Ich finde es im Übrigen sehr gut, dass Du Dich mit diesen Fragen so differenziert auseinander setzt. Ich bin oft an der FH und wünsche mir bei manchen, dass sie das (wie Du) auch im Vorfeld getan hatten.
Liebe Grüße und Kopf hoch…
 

Anzeige (6)

Thema gelesen (Total: 0) Details

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben