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Depressionen-und das Leid der Angehörigen

  • Starter*in Starter*in Minnolad
  • Datum Start Datum Start
Hallo,

die beiden vorstehenden Beiträge zeigen sehr schön, worauf sich Kranke und
Angehörige einstellen müssen. Da gibt es jede Menge Konfliktpotenzial. Ich habe
eine hohe Meinung von Menschen, die sich der Probleme annehmen und oft
jahrelang helfen. Der Erfolg stellt sich nicht sofort ein. Es braucht sehr viel
Geduld und Einfühlungsvermögen. Es ist vor allen Dingen wichtig, die Erkrankung
zu akzeptieren; das gilt für beide Seiten.

Formulierungen wie:
- Ich habe Dir doch gesagt...
- Stell' Dich nicht so an...
- Jetz hör' mir mal zu...
- Du musst jetzt ...
- Wenn das nicht besser wird, dann...
sind zu vermeiden, da sie nur geeignet sind, den Kranken unter Druck zu setzen.
 
Ich bin gerade froh dieses Forum gefunden zu haben. Denn mir gehts eben so schlecht, dass ich nicht mehr weiter weiß.

Punkt 1 Kranke Eltern, Vater Demenz und psychische Störungen, Pflegestufe 1. Mutter ist psychisch krank und nicht mehr in der Lage Vater zu pflegen (was Sie aber nicht einsieht).
Mein Vater ist 83 und für 14 Tage in eine Pflegeeinrichtung gekommen, um meine Mutter zu entlasten. Meiner Mutter hilft das nicht, sie ruft fast jeden Tag bei mir an, sagt ich solle sie ins KH bringen, sie will zum Arzt. Sie leidet unter akuten Magenbeschwerden, unerträgliches Mundbrennen. Laut Ärzten kommt das von Ihren Nerven.
Mir gehts selber immer schlechter. Bin nur für die beiden unterwegs und kämpfe gegen Windmühlen. Pflegeheim für den Vater zu teuer (Das Haus meiner Mutter müsste verkauft werden, hab mich schon informiert bei Sozialamt. Das lässt sie nicht zu)
Die Lage ist von jeder Seite betrachtet hoffnungslos, da uns das Geld fehlt.
Meine 2 Wochen Urlaub habe ich jetzt damit verbracht alle 1-2 Tage irgendwas für meine Eltern zu machen (Arzt Termine, einkaufen, Ämter-Erledigungen)
Die wenige freie Zeit verbringe ich damit zu heulen und gegen meine Schlafstörungen anzukämpfen.
Lösungen wie Psychologe hab ich gesucht - hab Termin in 4 Monaten!
Ich weiß nicht wie ich nächste Woche wieder arbeiten gehen soll, aber ich muss es irgendwie hinbekommen.
Bin total am Ende.
 
Hallo Gast,

wer in diesen Situationen helfen will, muss stark sein.

Warst Du schon beim Neurologen?

Hast Du andere Psychotherpeuten angerufen?

Sorry, bin gerade in Eile, schreibe heute Abend weiter...

LG

John


...Fortsetzung

Einige Psychotherpeuten bieten eine sogenannte freie Sprechstunde an; meist morgens
zwischen 0800 und 0900 Uhr. Da kann man notfalls unangemeldet erscheinen und be-
kommt schon einmal eine erste Hilfe.

www.jameda.de/arztsuche/ ist eine Seite, bei der Patienten über ihre Erfahrungen berichen.
Aber auch einige Krankenkassen bieten online eine Arztsuche an; z. B. die Technikerkasse:
https://weisse-liste.arzt.tk.de/

Dann kann es sich lohnen, mit der Krankenkasse über eine Haushaltshilfe zu verhandeln.
Die Notwendigkeit muss allerdings vom Med. Dienst bestätigt werden. Diese Möglichkeit
besteht, wenn Dein Vater - bedingt durch die Demenz - Tag und Nacht unter Beobachtung
stehen muss.

Alternativ besteht die Möglichkeit eine Pflegeperson im Haushalt mit aufzunehmen. Das ist
zwar auch nicht preiswert, aber günstiger, als eine Heimunterbringung.

Wichtig ist, dass Du erheblich entlastest wird. Was Du jetzt leistest, geht weit über Deine
Belastungsgrenze hinaus. Das bleibt auf Dauer auch für Dich nicht ohne Folgen. Abgesehen
davon riskierst Du Deinen Job, wenn Du langfristig nicht die geschuldete Arbeitsleistung er-
bringen kannst! Wem ist damit geholfen? Wenn Du nicht arbeiten kannst, dann gehe zum
Hausarzt und lasse Dich krank schreiben.

LG

John
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

die beiden vorstehenden Beiträge zeigen sehr schön, worauf sich Kranke und
Angehörige einstellen müssen. Da gibt es jede Menge Konfliktpotenzial. Ich habe
eine hohe Meinung von Menschen, die sich der Probleme annehmen und oft
jahrelang helfen. Der Erfolg stellt sich nicht sofort ein. Es braucht sehr viel
Geduld und Einfühlungsvermögen. Es ist vor allen Dingen wichtig, die Erkrankung
zu akzeptieren; das gilt für beide Seiten.

Formulierungen wie:
- Ich habe Dir doch gesagt...
- Stell' Dich nicht so an...
- Jetz hör' mir mal zu...
- Du musst jetzt ...
- Wenn das nicht besser wird, dann...
sind zu vermeiden, da sie nur geeignet sind, den Kranken unter Druck zu setzen.

lb. John,
ich bin dir dankbar, dass du dieses Problem von beiden Seiten betrachtest.Welche Schwierigkeiten ein depressiver Mensch hat, erlebe ich täglich hautnah :Selbstzweifel, Ängste, sich wertlos fühlen, ohne Antriebskraft, Gefühlskälte,usw .usw.Wenn man diesen Menschen liebt, versucht man immer zu helfen und muss sich irgendwann eingestehn, dass man an seine Grenzen stösst und ein Stück loslassen muss, um sich wieder um sich selbst zu kümmern.
Genau das ist meine Lebenssituation. Alles ist im Grunde zu einem Rinnsal zusammen gelaufen:Ich sehe bei ihm keinen Fortschritt und mir gehts immer schlechter.Ich beginne an mir zu zweifeln und ziehe mich immer mehr in mich selbst zurück, weil ich das Gefühl habe alles falsch zu machen. Manchmal möchte ich nur noch wegrennen, raus, nichts mehr hören und fühlen, aber ich bin kein Mensch der andere im Stich lässt.Also werde ich weiterkämpfen, hoffen und auch weiter leiden!
 
Ich bin gerade froh dieses Forum gefunden zu haben. Denn mir gehts eben so schlecht, dass ich nicht mehr weiter weiß.

Punkt 1 Kranke Eltern, Vater Demenz und psychische Störungen, Pflegestufe 1. Mutter ist psychisch krank und nicht mehr in der Lage Vater zu pflegen (was Sie aber nicht einsieht).
Mein Vater ist 83 und für 14 Tage in eine Pflegeeinrichtung gekommen, um meine Mutter zu entlasten. Meiner Mutter hilft das nicht, sie ruft fast jeden Tag bei mir an, sagt ich solle sie ins KH bringen, sie will zum Arzt. Sie leidet unter akuten Magenbeschwerden, unerträgliches Mundbrennen. Laut Ärzten kommt das von Ihren Nerven.
Mir gehts selber immer schlechter. Bin nur für die beiden unterwegs und kämpfe gegen Windmühlen. Pflegeheim für den Vater zu teuer (Das Haus meiner Mutter müsste verkauft werden, hab mich schon informiert bei Sozialamt. Das lässt sie nicht zu)
Die Lage ist von jeder Seite betrachtet hoffnungslos, da uns das Geld fehlt.
Meine 2 Wochen Urlaub habe ich jetzt damit verbracht alle 1-2 Tage irgendwas für meine Eltern zu machen (Arzt Termine, einkaufen, Ämter-Erledigungen)
Die wenige freie Zeit verbringe ich damit zu heulen und gegen meine Schlafstörungen anzukämpfen.
Lösungen wie Psychologe hab ich gesucht - hab Termin in 4 Monaten!
Ich weiß nicht wie ich nächste Woche wieder arbeiten gehen soll, aber ich muss es irgendwie hinbekommen.
Bin total am Ende.

hallo gast und auch hallo John
ich kann Dich sehr gut verstehen.Meine Situation unterscheidet sich zwar von Deiner, aber ich kenne das Gefühl ausgelaugt zu sein, nicht mehr zur Ruhe zu kommen und einfach ohne Kraft jeden Tag neu beginnen.Ich hab immer die Hoffnung, es wird noch mal besser, jeden Tag sage ich das zu mir, aber wenn ich ehrlich bin, so wirklich glaube ich nicht mehr daran.Man informiert sich, bemüht sich und stösst doch auf Granit.Lieber Gast, uns hält etwas, das man Liebe nennt. Man müsste eigentlich ne Weile raus aus der Situation, wegfahren, neue Eindrücke aufsaugen sich wieder richtig freuen lernen.Aber was uns zurükhält ist unser Verantwortungsgefühl gegenüber Menschen, die auf eine gewisse Weise hilflos sind. Deine Eltern mit Sicherheit auf eine andre Art als mein Freund,aber jemand allein lassen, den man liebt?das tut man doch nicht.Da meldet sich unser Gewissen und , mir geht es so, ich will ihn auch nicht verlassen, denn im Grunde ist er ein feiner Mensch, nur diese teuflische Krankheit verändert ihn so.
Dennoch, lieber Gast, versuch ein paar Tage rauszukommen, lass einen Pflegedienst kommen , berate dich mit der Krankenkasse, aber mach etwas für Dich.Du hilfst damit nicht nur Dir, sondern auch Deinen Eltern, wenn Du Kräfte sammeln kannst für die schwere Zeit .
Ich finde es immer wieder schade, dass man belächelt wird, wenn man bereit ist zurückstecken um einem geliebten Menschen zu helfen.Leider sind dazu nicht sehr viele bereit.Sobald Probleme auftauchen, sind sie weg.Wir alle können erkranken und sind dankbar, wenn dann jemand zu uns steht und sich kümmert,
Ich wünsche Dir alles Gute Lisje
 

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