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Depressionen - Keine Hilfe von Angehörigen

Rosa_90

Neues Mitglied
Hallo Zusammen,

ich bin 30 Jahre alt und leide schon seit langem an Depressionen. Das denke ich zumindest, da viele Symptome dafür sprechen.
Ich schaffe es aus diesem Loch einfach alleine nicht raus. Ich schaffe es nicht mir ein Termin bei meinem Arzt zu machen und darüber zu reden. Ich habe schon einige Male mit meinem Freund und meiner Familie über diese Probleme gesprochen und sie förmlich um Hilfe angefleht und gesagt dass ich das alleine nicht schaffe.
Unterstützung bekomme ich diesbezüglich nicht wirklich, ganz im Gegenteil sind sie oft sauer auf mich, weil ich so bin wie ich bin.

Ich habe mich aber dazu entschlossen mich nun alleine darum zu kümmern, auch wenn ich noch nicht weiß wie.

Nun meine Frage, was würdet ihr machen, wenn eure Angehörigen euch nicht unterstützen? Ich weiß nicht, inwiefern ich diesen Menschen überhaupt noch vertrauen kann.....
 

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Binchy

Aktives Mitglied
Hallo Rosa,

willkommen hier. Ich denke auch, dass Du das mit einem Arzt abklären solltest, zumal Du ja schon lange drunter leidest. Sehr schade, dass Deine Familie und Dein Freund Dich nicht unterstützen. Vielleicht nehmen sie Dich nicht ernst oder können mit Depressionen (wenn es denn welche sind) nichts anfangen oder vielleicht meinen sie, dass Du es alleine schaffen solltest.

Wie auch immer: nicht nett von ihnen, aber dann musst Du es alleine schaffen. Erstmal einen Termin beim Hausarzt machen und ihm sagen, wie es Dir geht. Lass dich aber auch mal ganz untersuchen, ob vielleicht ein Hormonmangel - Mineralstoff/Vitaminmangel oder sonstige körperliche Gründe vorliegen könnten, die einen auch depressiv machen könnten.

Du schaffst das - Du hast dich hier angemeldet. Sieh es als Chance, Dich da alleine rauszukämpfen. Kann gut sein, dass wenn Du die Diagnose hast und es vielleicht dann wirklich Depressionen sind, dass Dich Dein freund oder Deine Familie dann unterstützen.
 
G

Gelöscht 86791

Gast
Hallo Rosa,
was Du getan hast - nämlich Dich Deiner Familie anzuvertrauen - tut fast niemand in Deiner Position, weil das sehr schwierig ist und ungeheuer viel Mut erfordert, Respekt dafür!
Für mich ist es aber leider auch ein weiterer Beleg dafür, dass nahestehende Personen oftmals völlig überfordert mit so einem Hilfegesuch sind und nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen.
Die Reaktionen können dann von geradezu erdrückender Fürsorge bis hin zu absoluter Distanz gehen; beides hilft der betroffenen Person nicht, im Gegenteil.
Was Deine Frage betrifft, kann ich sie leider nicht beantworten, da ich das immer so gut es geht für mich behalten habe. Aber ich denke auf jeden Fall, dass Du es schaffen wirst, mit einem Arzt darüber zu sprechen, denn das weitaus schwierigere hast Du ja schon geschafft!
 

Schroti

Sehr aktives Mitglied
Hallo Zusammen,

ich bin 30 Jahre alt und leide schon seit langem an Depressionen. Das denke ich zumindest, da viele Symptome dafür sprechen.
Ich schaffe es aus diesem Loch einfach alleine nicht raus. Ich schaffe es nicht mir ein Termin bei meinem Arzt zu machen und darüber zu reden. Ich habe schon einige Male mit meinem Freund und meiner Familie über diese Probleme gesprochen und sie förmlich um Hilfe angefleht und gesagt dass ich das alleine nicht schaffe.
Unterstützung bekomme ich diesbezüglich nicht wirklich, ganz im Gegenteil sind sie oft sauer auf mich, weil ich so bin wie ich bin.

Ich habe mich aber dazu entschlossen mich nun alleine darum zu kümmern, auch wenn ich noch nicht weiß wie.

Nun meine Frage, was würdet ihr machen, wenn eure Angehörigen euch nicht unterstützen? Ich weiß nicht, inwiefern ich diesen Menschen überhaupt noch vertrauen kann.....
Es wäre mir vollkommen schnurz, was meine Familie dazu sagt. Ich gehe mit einem kaputten Bein auch zum Arzt, ohne meine Familie um Zustimmung zu bitten.
Wenn du nicht per Überweisung vom Hausarzt zum Psychologen möchtest, kannst du auch einfach mit der Versichertenkarte zu einem Psychiater. Der ist ja auch Arzt. Meist arbeiten die mit Psychotherapeuten zusammen und helfen dir weiter.
Rede gar nicht mehr mit deiner Familie darüber - mach einfach!
Wenn du noch Fragen zum Vorgehen hast - einfach hier fragen! :)
 

Morningstar

Aktives Mitglied
Ich habe mich aber dazu entschlossen mich nun alleine darum zu kümmern, auch wenn ich noch nicht weiß wie.
(y)
Das solltest du unbedingt.

Das Problem ist, dass Außenstehende die Problematik nicht verstehen können, wenn sie es selber nicht haben.
Genau mit dem Druck und dem Unverständnis machen sie es für andere Betroffene noch schwerer. Ich weis ganz genau wie das ist.
Oft verstehen einen nicht mal die Ärzte, das ist sehr traurig.
Aber es geht ja um deine Gesundheit und dein Wohlbefinden, daher musst du einfach dran bleiben, bis du die richtige Hilfe bekomst.

Wenn du nicht gut reden kannst, dann schreibe es doch auf, mache dir Notizen wie es dir geht, welche Symptome du hast, schreibe auch auf, welche Hilfe du dir wünscht, was du dir erhoffst.
Deine Notizen kannst du zum Arzt, zum Psychologen mitnehmen.

Natürlich muss erstmal die richtige Diagnose gestellt werden, damit du Hilfe bekommen kannst.

Wende dich doch mal an den Sozialpsychiatrischen Dienst deiner Stadt. Ich habe mit denen gute Erfahrungen gemacht. Sie hören zu und versuchen zu helfen, sind halt auch geschult für psychische Probleme, so dass sie einen eher ernst nehmen und verstehen. Es ist anonym und kostenlos, also musst du dir keine Gedanken machen.
Manchmal sind sie auch bereit einen Termin für einen zu machen oder zu dem Termin zu begleiten, wenn es einem so schlecht geht wie dir und man es nicht alleine schafft.
Auch eine ambulante Betreuung können sie gegebenenfalls organisieren.

Googele mal nach Beratungsstellen in deiner Nähe, Diakonie, sozialpsychiatrischer Dienst, oder so ähnlich. Denen schreibst du dann eine Mail, erklärst dein Problem und bittest um einen Termin. Kannst auch fragen ob sie Hausbesuche machen (Bei mir haben sie das).
 

Morningstar

Aktives Mitglied
Du solltest tatsächlich erstmal körperliche Probleme ausschließen lassen, Blutuntersuchung etc.
Tatsächlich kann eine Schilddrüsenstörung z.B. auch Depressionen auslösen, das bekommt man aber in den Griff. Dazu musst du dich nur aufraffen und sehen, dass du einen Termin bekommst.
 

Bodenschatz

Aktives Mitglied
Hallo Rosa.
zum Thema Depressionen habe ich letztes Jahr meine Strategie nieder geschrieben, mit der ich Erfolg hatte.
Ich habe leider für mich festgestellt, dass es niemanden gibt, der mich so behandeln konnte, dass es "weg" ist, sondern dass die Hilfestellung nur so funktioniert, dass ich selber Ratschläge umsetze.

Du kannst es damit vergleichen, dass ein Schuldenberater zwar auflistet, wo man sparen kann; die Schulden bezahlt er Dir aber nicht.

Vielleicht kannst Du die eine oder andere Anregung mitnehmen.

 
G

Gelöscht 118178

Gast
Hallo Rosa,

Was genau hindert dich denn daran zu deinem Hausarzt zu gehen?
Fehlt dir der Antrieb? Hast du Angst vor Telefonen? Hast du Angst vor Ablehnung? Hast du Angst durch einen unorthodoxen Schlafrhytmus den Termin zu verpassen?

Depressionen haben viele Facetten, von daher ist es für mich schwer herauszulesen woran es bei dir hapert.

Ich finde es auch schade, dass dir deine Angehörigen nicht zu helfen wissen. Wohlmöglich können sie dich nicht verstehen, weil sie sowas selber noch nie durchgemacht haben.
Vielleicht hast du die Möglichkeit per E-Mail oder Telefon (wenn das nicht das Problem ist) deinen Hausarzt, einen Psychiater oder eine psychiatrische Ambulanz zu kontaktieren? Theoretisch kannst du dafür auch deine Krankenkasse um Hilfe bitten. Die reagieren idR schon recht fix auf E-Mails und können dir vielleicht den Weg weisen, wo du dir in deiner Umgebung Hilfe holen kannst oder dir ein Gespräch bei einem Therapeuten organisieren (das braucht dann aber ne Überweisung mit Dringlichkeit vom Hausarzt). Bei meiner Krankenkasse bewerben sie auch stark Online-Therapiestunden per Videocall. Vielleicht gibt es da eine "einfache" Option.

Auf alle Fälle wird es Mittel und Wege geben die dich erstmal auf den richtigen Weg aus der Depression führen. Ich wünsche dir alles Gute.
 

Knirsch

Aktives Mitglied
Angehörige sind bei solchen Dinge oft sehr schlecht, da kann man sagen was man will. Es gibt die, die sich total aufopfern, was aber nicht selten so endet, dass sie die Termine machen, die die Betroffenen dann verschlumpfen und sich zu sehr einmischen. Und dann noch welche, die einfach nichts darüber hören wollen. Sicher auch welche, die den richtigen Umgang finden, aber das ist eben nicht immer der Fall.

Oft gibt es auch Gründe für dieses Verhalten, das Wissen darüber bringt aber auch nicht immer was. Ich habe es schon erlebt, dass Eltern ihre Kinder regelrecht angeschrien haben, wenn diese zum Beispiel Selbstmordgedanken äußerten, nicht wissend, dass die Eltern bereits jemanden an Suizid verloren hatten. Andere geben sich selbst die Schuld und reagieren abweisend. Manche haben auch selbst Probleme und wollen, dass diese still ertragen werden. Darüber kann man nur spekulieren, aber es ist gut möglich, dass das einfach nichts mit dir zu tun hat.

Was kannst du nun tun? Du musst lernen dich um dich selbst zu kümmern. Das heißt nicht, dass du alles alleine machen musst. Aber du kannst andere Menschen um Hilfe bitten, zum Beispiel den Hausarzt, er möge dich an geeignete Stellen weiterschicken, vielleicht um einmal eine Diagnose zu bekommen, Therapie oder auch Medikamente. Auch gibt es die Telefonseelsorge und verschiedene Dienste, wo man anrufen kann, wenn man gerade akut völlig fertig ist, zum Beispiel wenn man sich eben von Angehörigen im Sich gelassen fühlt und schnell jemanden zum Reden braucht.

Manchmal hilft auch eine ganz klare Kommunikation bei den Angehörigen. Es ist leider selten möglich, dass diese einem so helfen, wie man es braucht, aber wenn man zum Beispiel sagt: Ich brauche einen Termin beim Hausarzt und traue mich einfach nicht anzurufen, könntest du für mich einen Termin machen?
Oder eben: Ich habe Angst, dass ich vor dem Gespräch mit dem Psychiater kalte Füße bekomme und nicht hingehe, könntest du mich am so und so vielten hinbringen und einfach zusehen, dass ich dort hineingehe, der Rest ist nicht dein Problem.
Das funktioniert nicht immer, aber manchmal kann man sie so ins Boot holen, wenn man weiß, wo man einen Tritt bräuchte, damit es klappt.
 

Weltkind

Aktives Mitglied
Ich bin selbst im Club, das mal vorweg.

Eine Depression befreit einen nicht von Eigenverantwortung.
Wie extrem schwer es sein kann zu handeln, keine Frage.
Doch Familienmitglieder sind da nicht zuständig, nicht verantwortlich, und meist überfordert.

Läuft es anders, ok. Erwarten kann man das nicht, die Verantwortung für sich selbst kann man nicht Familienmitgliedern aufbürden. Die haben meist alle genug mit ihrem eigenen Kram an der Backe. Die zusätzliche Belastung durch ein krankes Familienmitglied kann vielleicht aufgefangen werden durch Selbsthilfegruppen für Angehörige psych. Kranker. Da fände Deine Familie eventuell Unterstützung, die die braucht.

Unterstützung und Hilfestellung bei Terminvereinbarungen und anderem, wenn Du einfach reden willst, findest Du selbst z. B beim sozialpsych. Dienst, bei der Caritas. Und evtl. wäre zusätzlich eine Selbsthilfegruppe auch gut.
 

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