ich denke nur dass leute die "nicht depressiv" sind sich schwer damit tun diese krankheit zuverstehen!
eine depression leider schon...!
nee, das gehört in die hände eines arztes!
Richtig, eine Depression gehört in die Hände eines darauf spezialisierten Arztes.
Trotzdem finde ich, wenn man enger Familienangehöriger eines depressiven Menschen ist oder sich als dessen "Freund" bezeichnet, hat man die moralische Pflicht, sich über dessen Krankheit genauer zu informieren, um sie besser zu verstehen und im Umgang mit diesem Menschen keine Fehler aus purer Unwissenheit zu begehen. Auch als Vorgesetzter oder Arbeitskollege, der tagtäglich mit diesem Menschen zusammenarbeitet, darf man nicht einfach die Augen davor verschließen.
Damit meine ich aber nicht, dass man sich dadurch in die Rolle eines Therapeuten begibt bzw. begeben darf! Dazu sind Profis da.
Aber unterstützen kann und sollte man einen depressiven Menschen, an dem einem etwas liegt, schon. Wenn einem ein nahestehender Mensch es nicht mal wert ist, dass man sich über seine psychische Krankheit näher informiert, und man lieber in Kauf nimmt, im Umgang mit ihm aus Unwissenheit grobe Fehler zu begehen, die fatale Folgen für ihn haben können, dann hat man meiner Meinung nach charakterliche Defizite. Im Übrigen lernt man ja gerade durch sachliche Information über dieses Thema, wie man als Angehöriger, Freund, Vorgesetzter, Kollege des betroffenen Menschen auf "gesunde" Weise Mitgefühl (
nicht Mit
leid!) zeigen und Unterstützung geben kann, ohne dabei sein eigenes Leben zu vernachlässigen. Das ist wichtig, damit man selbst psychisch stabil bleibt.
Daher sollte man sich auch als Angehöriger eines depressiven Menschen professionell (am besten vom behandelnden Arzt des Erkrankten) beraten lassen. Außerdem git es heute gute Sachbuchliteratur für Angehörige psychisch Kranker, egal, ob es sich um Depressionen, Psychosen oder Suchterkrankungen handelt. Spezielle Gesprächskreise und Selbsthilfegruppen für Angehörige gibt es auch, Familienberatungsstellen und was nicht alles. Und in jeder größeren Firma, jeder Behörde müssten regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen und Vorträge über diese Erkrankungen angeboten werden, nicht nur für die Führungskräfte.
Wir müssen dahin kommen, dass psychische Erkrankungen gesellschaftlich ebenso betrachtet werden wie etwa ein Beinbruch, Diabetes oder dergleichen. Wäre das schon so, hätte ein Robert Enke es wagen können, sich wegen seiner Depression zu outen, nicht nur im engsten Familienkreis. Dann könnte er heute noch am Leben sein. Immerhin gibt es nach meiner Wahrnehmung heute schon mehr Menschen, die sich eingehend informieren und psychisch Kranke nicht stigmatisieren, als noch vor 20 Jahren.
Was ich geschrieben habe, gilt meines Erachtens für Krankheiten jeglicher Art, egal ob physisch oder psychisch.