Hallo Jessica,
ich finde es ganz toll, wie du hier deine Hilfe von eigentlich Fremden suchst. Es ist sehr mutig und zeigt, das du etwas ändern möchtest. Weist ich bin selbst Vater zweier Kinder. Ich wäre stolz auf sie, wenn sie nicht mit mir oder anderen ihnen nahestehenden Personen reden könnten und sich sonstwoher Hilfe suchten. Ich find auch klasse, was dir hier alle auf irgendeine Weise mit Worten zur Seite stehen. Sie haben auch alle irgendwie recht.
Vielleicht mal von mir ein paar Worte. Ich bin schon mittlerweile seit 2006 mit Unterbrechungen hier. Was die Depressionen angeht, habe ich genau das gleiche Problem. Bei mir kommt nur einiges anders dazu. Auch wenn es dich und andere vielleicht schockt. Ich bin als 7-jähriger ins Waisenhaus gekommen. Dort hat man mich über 5 jahre seelisch, körperlich misshandelt. Und damals war Prügel in der Schule auch noch erlaubt. Nicht genug dann kam bei mir auch noch ein sexueller Missbrauch über drei Jahre dazu. Ich will dich durch mein Schreiben jetzt nicht Angst machen. Ich will damit nur sagen. Alles hat irgendwie eine Ursache. Die kann genetisch also vererbt sein oder dir ist etwas geschehen, womit du nicht ganz klar kommst. Ich merke auch, dass du einiges verdrängst und für dich noch nicht erkannt hast. Das dauert auch. Aber nochmal ich finde, du hast einen riesen Schritt gemacht. Wenn du Angst davor hast, daß deine Mutter über dein Problem vielleicht reden könnte, darfst du es wie bei deiner Freundin ersteinmal ncht übel nehmen. Sie sind noch hilfloser wie du. Auch wenn sie dir nahe stehen. Sie können nicht genau wissen, was in dir vorgeht. Erst recht dann nicht wenn du nicht redest. Was deine Mutter angeht, würde ich sie vielleicht ersteinmal frage, auch wenn du anfängst zu weinen, ob sie dir etwas anvertrauen könnte und absolutes stillschweigen bewahren könnte. So wie du deine Mutter schilderst, hat sie dich gern um nicht vielleicht lieb zu schreiben. Und der Weg zum Psychiater ist genau richtig. Und ich glaube, dass deine Mutter vielleicht nicht beim ersten Termin, aber dann doch zumndest beim Psychiater dabei ist. In der Regel ist es so, dass der Psychiater, wenn er nicht auf den Kopf gefallen ist, dich sehr gut anhört und dich dann auch sehr gut versteht. Ja, und dann kannst du es steuern, wie du damit umgehen kannst. Ich würde übrigens versuchen einen Psychiater aufzusuchen, der vielleicht gleichzeitig auch Psychotherapeut und Neurologe ist. Der hat eine noch bessere Ausbildung und Einfühlungsvermögen. So ich glaube, dass reicht ersteinmal. Nur soviel. In eine Psychiatrie könntest du dich selbst oder dein Arzt einweisen, wenn es lebensbedrohlich wäre. So wie ich hier merke, kannst du es noch steuern. Er würde wenn überhaupt mit dir eine ambulante Therapie, ein Akut-klinik (in der Regel 3-6 Monate wenn nicht mehr Wartezeit) oder eine Selbstilfegruppe empfehlen. Hab keine Angst. Wir essen alle vom Teller, oder?
VG und viel viel Mut und Glück"
jugejlou