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Dem Täter begegnen?

G

Gast-Mädchen

Gast
Hallo, ihr Lieben!

Ich würde euch gerne mal nach eurer Meinung fragen.

Ich bin 25 Jahre alt und es ist bereits über 10 Jahre her, als diese Sache passierte. Meine Eltern und ich sind in eine neue Stadt gezogen. Dort gab es einen Typen, vier Jahre älter als ich, der mich fast zwei Jahre lang mit dutzenden Jugendlichen verfolgte, weil er mit mir zusammen sein wollte.
Ich hatte diesen Psychopathen fast zwei Jahre lang am Hals, er hat mich psychisch und körperlich fix und fertig gemacht.

Ich versuch mich mal kurz zu fassen... Er und seine Freunde haben mich so dermaßen eingeschüchtert, dass ich mich ein halbes Jahr lang immer wieder mit ihm getroffen habe. Aus Angst, denn wenn ich mich nicht mit ihm traf und ihm sagte, er soll mich endlich in Ruhe lassen, terrorisiereten sie mich, sie verfolgten mich zur Schule und auch zurück, sie machten alle meine Verwandten ausfindig, sie drohten mir, ich wurde zusammen geschlagen, sie demolierten das Auto meiner Eltern, sie standen gröhlend und klingelnd vor meinem Haus, wenn sie wussten, dass ich alleine war... etc.
SIE WAREN JEDEN TAG AUFS NEUE HINTER MIR HER; ES GAB KEINEN TAG AN DEM NICHT IRGEND ETWAS PASSIERTE...
Er erfand die unmöglichsten Lügen über mich, nur damit mich niemand mochte und ich ihm ganz alleine gehören würde.

Also traf ich mich wieder mit ihm, damit ich ohne Angst vor seinen Leuten auf die Straße gehen konnte. Aber das war auch nicht viel besser. Denn er hat alles gegeben, mich psychisch fertig zu machen, einzuschüchtern und klein zu halten. Frauen sind in seinen Augen nur Arbeits- und Sexsklaven, ansonsten nichts wert.

Jedenfalls drängte er mich auch zu sexuellen Handlungen, letztendlich kam es auch zum GV und das einige male. Das war übrigens mein erstes mal.. leider.
Wenn ich nicht machte, was er wollte, flippte er aus, er war immer fürchterlich aggressiv und ich hatte Angst vor ihm. Ich hab mich, wie ich das nenne, irgendwann einfach "ergeben". Ich hatte keine Kraft mehr gegen ihn oder seine Leute anzukämpfen.

Irgendwann, nach viel Leid, habe ich es doch noch geschafft ihn los zu werden.

Diese Sache hat bei mir ein Trauma ausgelöst, das bis heute nicht richtig weg gegangen ist. Ich hatte schon einige Therapien, war schon in der Klappse. Aber helfen musste ich mir am Ende immer irgendwie selbst.

Diese ganze Sache hat, wie das bei einem Trauma so oft ist, in meinem Kopf alles so übermächtig erscheinen lassen - er schien mir die letzten Zehn Jahre so groß und mächtig, ich verstand überhaupt nicht, wie ich da rein geraten konnte.

Mittlerweile habe ich es geschafft zu begreifen, dass er kein übermächtiger Mensch ist, der alle Dinge unter Kontrolle hat und machen kann, was er will. Er ist ein armes kleines Würstchen, das mit seinem Leben nicht zurecht kommt, und der keine Frau halten kann.

Aber dennoch... oft erscheint mir vor meinem inneren Auge sein Gesicht - oft auch, wenn es um etwas Sexuelles geht. Das kann doch nicht so weiter gehen!!!!

Was haltet ihr von dem Gedanken, dass ich versuche - trotz Ekel und Abscheu - ihn irgendwo mir anzusehen, um richtig zu begreifen, dass er nur ein Mensch ist - und zwar ein ganz ganz kleiner.

So etwas hat bei mir schon in anderen Situationen geholfen. Es sind an gewissen Orten gewisse Dinge passiert, die sehr schlimm für mich waren. Ich zermarterte mir den Kopf, wie ich jemals an diese Orte gehen könnte ohne auf der Stelle tot umzufallen. Aber letztendlich bin ich zu diesen Orten gegangen (weil ichs musste...) und habe festgestellt: ich habs überlebt!
Und diese Sache, die in meinem Kopf ganz, ganz groß geworden ist, ist plötzlich gar nicht mehr so angsteinflößend...

Wie denkt ihr darüber?

Es wäre schön, von euch zu hören, tut mir leid, dass der Text doch n bisschen lang geworden ist....

Lieben Gruß,

Anne
 
Ich würde dir gerne deeeenn richtigen Rat geben, doch kann ich dir ja nur sagen was ich denke.
Also, wenn es dir in der Vergangenheit bereits geholfen hat und dein Bauch dir sagt es ist der richtige Weg, dann solltest du diesen Weg auch gehen.
Einen kleinen Rat nur, gehe diesen Weg nicht allein. Ich hoffe es gibt einen Menschen in deinem Leben dem du vertraust und der dich recht gut auffangen kann. Zum anderen, solltest du diesem "Menschen" so über den Weg laufen, das er dich erkennt, ist es in jedem Falle besser wenn du nicht allein bist.
Jeder Mensch findet auf seine Weise einen Weg des Loslassens oder des Abschieds. Wenn du mich fragst (was du ja nicht getan hast😉 ) denke ich es ist sehr mutig diesen Weg zu gehen, ich würde mich es nicht trauen. Nicht weil ich mich nicht verabschieden oder lösen könnte, nur gehe ich da andere Wege.
Doch was gut für mich ist, muss dir ja noch lange nicht helfen....richtig😉 .

Also geh deinen Weg, du wirst es schon machen und es gibt sicher Menschen die dir das durchaus zutrauen. Geh nur nicht alleine....Bitte!!!
 
Danke für deine Antwort und den Tipp, dass ich nicht alleine gehen sollte.

So weit habe ich noch gar nicht gedacht... aber... diese Situation könnte für mich so erschreckend sein, dass ich sie alleine vielleicht nicht durchstehen könnte. Auch habe ich sehr große Probleme mit Zwängen wegen diesem "Menschen" und hier könnte ich auch die Unterstützung von jemandem gebrauchen, der mir die Angst nimmt...

*seufz* Jetzt im Moment bin ich noch nicht bereit dazu... aber ich glaube, der Tag wird bald kommen und dann werde ich sehen.....

Desweiteren versuche ich gerade an einen Therapieplatz zu kommen, bei einer Therapeutin/einem Therapeuten, die/der sich mit Traumatherapie auskennt... Hoffentlich klappts!

Lieben Gruß,
Gast-Mädchen
 
Hallo,

ich würde dir raten erstmal Therapie zu machen...damit du dich wirklich abgrenzen lernst, meist ergibt sich dann das Thema Konfrontation...besser wäre ggf. ne nachträgliche Anzeige...aber an sich sollte sich das im Laufe einer Therapie entscheiden, was das Beste für dich ist.

In meinen Augen wäre es verfrüht dich zum jetzigen oder naheliegenden Zeitpunkt mit einem Psychopathen wie du ihn nennst zu treffen ..ob allein oder mit jemand anderem..erwartbar ist auf jeden Fall Leugnung..in dem Fall in dem du allein hingehst würde er dein Auftauchen als Interesse an ihm mißdeuten nach dem Motto: du willst es ja nicht anders und ich geb dir was du willst..nämlich dass was er will...und das ist das was er früher wollte..In dem Fall das jemand mitgeht wird er nur blöd gucken, alles leugnen und euch rausschmeissen. Ich würde es lieber lassen ihn vorschnell zu konfrontieren, da ein Machtkämpfchen auszufechten, bei dem du ggf. wieder unterliegen würdest...Vorrang sollte haben, dass du dein Trauma gut verarbeitest und das geht oft nur mit guten Therapien. Solange das Trauma noch zu stark bist, bist du noch dem Opferhabitus zu sehr verhaftet und weiterhin gefährdet erneut Opfer zu sein.
Du solltest deine Instinktreaktionen und Unterbewusstsein nicht unterschätzen..bei Konfrontation und Wiederbegegung, wenn du seinen Anblick vor dir hast, seinen Geruch wieder in der Nase, werden automatisch Reaktionen auf beiden Seiten ausgelöst die du so ohne Weiteres nicht kontrollieren kannst...nicht wenn du dich nicht zuvor sehr sehr intensiv in einer Therapie damit auseinandergesetzt hast und dadurch bereits genügend Abgrenzung erfolgt ist.

Kampfsport ist auch sehr gut um das Abgrenzungsvermögen und Selbstbewusstsein zu fördern....erst wer weiss dass er sich notfalls effektiv seiner Haut wehren kann, der kann sich auch in die Höhle des Löwen wagen (allerdings fragt sich wozu?)alles andere wäre selbstgefährdend.
Selbstschutz sollte immer an erster Stelle stehen und den muss man erstmal bewusst aufbauen.

Gruß
Tyra
 
Zuletzt bearbeitet:
Ist für mich schwer einzuschätzen, wo du im Moment gerade stehst. Wenn ich dann so lese, das du von Zwängen auch noch "beherrscht" wirst, würde ich auch empfehlen erst einmal zu einem Therapeuten zu gehen. Tyra findet da meiner Meinung nach die richtigen Worte.
Ist eine sehr gute Anregung und ich würde an deiner Stelle diesen Tip annehmen.
Wichtig ist doch vor allem erst einmal, das du dich schützt, bzw. schützen lernst. Kein Mensch hat etwas davon wenn dir etwas zustößt, du am aller wenigsten.😱
 
Hallo Gast-Mädchen

Das was sie mit dir und deine Familie gemacht haben,ist Strafbar,wurde mal eine Anzeige gehen sie gemacht,weil sonst könnte die Gefahr bestehen,das sie das immer wieder tun,wenn jetzt nicht mehr mit dir,dann mit einem anderen Mädchen.

Dem Täter begegnen:Alleine würde ich dir das nicht empfehlen,nur mit begleitung,das Du Dich selbst sicher fühlst.
In viele Fälle ist es sogar gut,sich mit dem Täter auseinander zusetzen,weil man ihm mitteilen kann,was man all die Zeit eingefressen hat,das es soweit kommt,das man Angstgefühle und weitere Syntome ausgelöst wurde,
das wichtige ist,aber seine Wut auf die Person los zu werden,schuldgefühle los zu werden u.s.w.
Aber das alles nur mit begleitung,am besten mit einem Therapeuten.
Wünsch dir alles gute
Selwermount
 
Hallo,

ein Psychopath..oder zumindest ein Kerl wie von Gast-Mädchen beschrieben würde sich nur schlapplachen wenn man bei dem auftaucht und dem einen vorheult, was der einem angetan hat. An sich verstehen die nur die knallharte Sprache des Gesetzes..wenn man die anzeigen würde und ordentlich auf Schmerzensgeld verklagt und die dann unterliegen..dann schnallen die es erst, dass die Mist gebaut haben...wäre wichtig, dass sie das vermittelt bekommen...ansonsten machen die mit der Gewalttradition munter weiter...Opfer finden sich leider immer wieder...
Von solchen Typen würde ich grundsätzlich so weit wie möglich Abstand halten..und erst wenn ich den dritten oder vierten Dhan in einer Kampfsportart hätte da vorbeilatschen...die sind nämlich oft so Macho drauf, dass die ohne Weiteres mehrere Leute, auch Therapeuten vermöbeln wenn die ihnen was sagen, was denen nicht passt.

Also keine dummen Sachen machen..sondern erstmal Therapie und Selbstbewusstseinstraining per Kampfsport etc. absolvieren...dann kann man ggf. in Erwägung ziehen den Täter zu konfrontieren...das richtige Mittel ist aber wie bereits gesagt eher kein Plauderstündchen, sondern Strafanzeige.

Gruß
Tyra
 
Hallo,
kann nur erzählen wie es mir erging, als ich dem Täter begegnet bin (vor Gericht).
Er saß zuerst hinter mir im Gerichtssaal, aber das war nicht zu ertragen, ich habe unbeschreibliche Angst gehabt; meine Anwältin hat das bemerkt und hat gebeten, dass er umgesetzt wird. Er saß dann am Rand, doch ich hatte Panik. Das war an allen Verhandlungstagen so. Er begegnete mir noch einmal beim Familiengericht (Scheidung), da saß er mir gegenüber (!!!!). Er grinste mich an- nie wieder will ich ihm begegnen. Gerne wäre ich diesen Begegnungen aus dem Weg gegangen.
Für jeden Menschen ist ein Begegnung mit dem Täter jedoch anders; alleine würde ich so eine Zusammenkunft nicht raten.
Lieben Gruß
Beate
 

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