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Death Cleaning !?!

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Hajooo

Urgestein
Hallo,

in letzter Zeit ist immer wieder von "Death Cleaning" die Rede.

"Death Cleaning"
steht im übertragenen Sinne um den angehörigen im Falle des Ablebens nicht zuviel Ballast/Aufgaben zu überlassen.

Wie wird das die Industrie sehen ?

Eigentlich ist das doch der Horror für das Wirtschaftswachstum
oder
wird die Industrie auf den Zug mit aufspringen und gewinnbringende Ideen an den Käufer bringen ?

Gruß Hajooo
 
Hallo,

das ist doch eigentlich eine feine Sache! Falls ich mal in die Gruft fahre, habe ich für meine Angehörigen einen Masterplan mit einigen Punkten, die einfach stur abgearbeitet werden müssen, hinterlegt. Das ist super, denn so müssen die nicht lange überlegen und in Zeiten der Trauer schwierige Entscheidungen fällen. Kann ich jedem nur empfehlen, das so zu machen!

Auch das Testament sollte gemeinsam mit einem Profi erstellt werden. Da gibt es einige Regeln zu beachten, ansonsten wird das selbstgeschriebene Testament schnell in Teilen oder komplett ungültig! So gibt es z.B. rechtlich gesehen einen himmelweiten Unterschied zwischen "vermachen" und "vererben"! Und den Toten kann man dann schlecht fragen, wie der ein oder andere Satz genau gemeint ist!

Ich denke jetzt auch nicht andauernd ans Verrecken. Die Dinge habe ich alle geregelt, so muss ich mich nicht weiter mit dem Thema auseinander setzen, bis ich denn eines Tages endgültig dran bin 😉

Liebe Grüße und alles Gute,
SFX
 
Es ist ganz normal, dass man seinen Kindern nicht nur keine große Lücke, sondern auch keinen Berg an "Abfall" hinterlassen will.
Wer bei Lebzeiten entrümpelt, eine Patientenverfügung hinterlegt und ein gescheites Testament aufsetzt , macht sich und den anderen den Abgang leichter.

Völlig egal, wie man das nun nennen mag.
 
Es ist ganz normal, dass man seinen Kindern nicht nur keine große Lücke, sondern auch keinen Berg an "Abfall" hinterlassen will.
Wer bei Lebzeiten entrümpelt, eine Patientenverfügung hinterlegt und ein gescheites Testament aufsetzt, macht sich und den anderen den Abgang leichter.

Völlig egal, wie man das nun nennen mag.

Naja, das ist immer davon abhängig, inwieweit man sich mit dem eigenen Tod auseinander setzt. Und wenn man schon so früh sehr schwer krank ist, dass man Entrümpeln nicht mehr erledigen kann, dann ist das sehr schwierig.

Aber ich erlebe das gerade in der Familie. Mein Schwager ist schwer krank, wie lange er noch lebt, kann man nicht sagen. Er selbst ist der Verdränger vorm Herrn und über irgendwas reden kann er auch kaum. Meine Schwester zwingt ihn im Moment geradezu, sich mit allem auseinander zu setzen. Weil sie es eben auch muss.

Dabei geht es nicht wirklich um Entrümpeln, wobei ein bisschen schon. Es geht auch darum, dass sie mit ihm darüber redet, was sie nach seinem Tode machen kann, es geht darum, dass sie ihn fragt, wie er sich seine Beerdigung wünscht. Es geht um Patientenverfügungen, jetzt endlich hat er mit ihrer Hilfe eine abgeschlossen.

Manchmal denke ich, oh Mann, da mutet sie ihm aber viel zu. Andererseits, als es ihm noch besser ging, hatte er keinerlei Anstalten gemacht, die Krankheit zu akzeptieren und damit umzugehen. Es wurde weiter geraucht bis zum geht nicht mehr (mein Schwager hat COPD im Endstadium mit Lungenemphysem), und irgendelche Hilfsmaßnahmen wie Atemtherapie, Physiotherapie usw hat er nicht gemacht. Genügend bewegt, als es noch ging, hat er sich auch nicht.

Jetzt kann er nur noch palliativ behandelt werden, also seit einem Jahr 24 Stunden Sauerstoff, ansonsten mehrere Stunden an der Atemmaske, ansonsten Morphin und andere Medikamente.

Er wirkt depressiv, was man ja verstehen kann, aber ich habe das Gefühl, eigentlich war er das schon immer.

Sie setzt sich inzwischen damit auseinander, wie er wahrscheinlich sterben wird. Was er selbst denkt oder will, weiß ich eigentlich nicht. Er konnte noch nie wirklich reden.

Naja, nur so meine Gedanken dazu.
 
Nja, und sie möchte gerne ihre Stereoanlage, welche jetzt in dem Zimmer steht, in dem er schläft, weil das einfach pflegerisch besser zu händeln ist, und auch freundlicher und heller ist. Die Stereoanlage benutzt er nie. Er hört weder Musik noch Radio. Das war vorher ihr Zimmer, jetzt schläft sie in dem Zimmer, was vorher sein Zimmer war. Sie möchte das gerne freundlicher für sich selbst machen. Sie würde gerne die alten großen Boxen, die sowieso nicht funktionieren, rausschmeissen, da hat er ein großes Problem mit. Er hasst sowieso jegliche Veränderung in der Wohnung.

Sowas ist wirklich schwer, glaube ich. Natürlich kann man verstehen, dass er sich wünscht, dass alles bleibt, wie es war. Und dass er die Hoffnung hat, dass die großen Boxen, doch noch irgendwie zum Laufen gekriegt werden. Aber wer soll sich darum kümmern?

Schwieriges Thema finde ich.
 
Nja, und sie möchte gerne ihre Stereoanlage, welche jetzt in dem Zimmer steht, in dem er schläft, weil das einfach pflegerisch besser zu händeln ist, und auch freundlicher und heller ist. Die Stereoanlage benutzt er nie. Er hört weder Musik noch Radio. Das war vorher ihr Zimmer, jetzt schläft sie in dem Zimmer, was vorher sein Zimmer war. Sie möchte das gerne freundlicher für sich selbst machen. Sie würde gerne die alten großen Boxen, die sowieso nicht funktionieren, rausschmeissen, da hat er ein großes Problem mit. Er hasst sowieso jegliche Veränderung in der Wohnung.

Sowas ist wirklich schwer, glaube ich. Natürlich kann man verstehen, dass er sich wünscht, dass alles bleibt, wie es war. Und dass er die Hoffnung hat, dass die großen Boxen, doch noch irgendwie zum Laufen gekriegt werden. Aber wer soll sich darum kümmern?

Schwieriges Thema finde ich.

Hallo,

lass ihm doch die Boxen und die Stereoanlage. Wenn er mal nicht mehr da ist, fliegt das Gerümpel halt in den Container. Was soll man da machen? Ich habe auch noch zwei alte Motorräder, die hoffentlich eines Tages wieder laufen! Die können meinetwegen auch auf den Schrott, aber bitte erst, wenn ich irgendwann nicht mehr da bin! So lange stehen sie da, wenn ich Lust und Zeit habe, mache ich was dran. Aber wenn man sie kurz vor meinem Tod rausschmeißen würde, wäre das extrem seltsam für mich. Ganz nach dem Motto: "Die kriegst du in den paar Wochen eh nicht mehr ans Laufen, du bist am Sterben, finde dich damit ab du alter Sack!" Zum Glück zeigen sich noch keine Anzeichen für ein baldiges Ableben meinerseits!

Liebe Grüße,
SFX
 
Hallo,

lass ihm doch die Boxen und die Stereoanlage. Wenn er mal nicht mehr da ist, fliegt das Gerümpel halt in den Container. Was soll man da machen? Ich habe auch noch zwei alte Motorräder, die hoffentlich eines Tages wieder laufen! Die können meinetwegen auch auf den Schrott, aber bitte erst, wenn ich irgendwann nicht mehr da bin! So lange stehen sie da, wenn ich Lust und Zeit habe, mache ich was dran. Aber wenn man sie kurz vor meinem Tod rausschmeißen würde, wäre das extrem seltsam für mich. Ganz nach dem Motto: "Die kriegst du in den paar Wochen eh nicht mehr ans Laufen, du bist am Sterben, finde dich damit ab du alter Sack!" Zum Glück zeigen sich noch keine Anzeichen für ein baldiges Ableben meinerseits!

Liebe Grüße,
SFX

Um mich geht es hier auch nicht. Die Boxen und noch vieles andere stehen im Zimmer meiner Schwester. Sie möchte gerne Musik hören, das kann sie aber nicht mit der alten Anlage ihres Partners. Sie möchte gerne ihre eigene Anlage haben und ein Zimmer, in dem sie sich auch wohl fühlt. Es gibt leider keinen Platz, um die Boxen und noch einige andere Sachen irgendwie unterstellen zu können.

Mein Schwager hängt an Boxen, die er jahrzehntelang nicht benutzt hat. Ist meine Schwester denn weniger wert oder muss sie aus Rücksicht auf den "Sterbenden" jetzt auf eigene Bedürfnisse verzichten?
 
Wobei ich noch sagen will, dass das Sterben meines Schwagers zeitlich überhaupt nicht vorraus zu sehen ist. Es kann in ein paar Monaten sein, in einem Jahr oder vielleicht auch in zwei drei Jahren.
 
Um mich geht es hier auch nicht. Die Boxen und noch vieles andere stehen im Zimmer meiner Schwester. Sie möchte gerne Musik hören, das kann sie aber nicht mit der alten Anlage ihres Partners. Sie möchte gerne ihre eigene Anlage haben und ein Zimmer, in dem sie sich auch wohl fühlt. Es gibt leider keinen Platz, um die Boxen und noch einige andere Sachen irgendwie unterstellen zu können.

Mein Schwager hängt an Boxen, die er jahrzehntelang nicht benutzt hat. Ist meine Schwester denn weniger wert oder muss sie aus Rücksicht auf den "Sterbenden" jetzt auf eigene Bedürfnisse verzichten?

Hallo,

lasst einen Elektriker kommen und das Ding instandsetzen. Das könnte sich lohnen, je nach dem was für Boxen das sind! Vorausgesetzt, sie will die großen Boxen ebenfalls benutzen, sofern funktionstüchtig.

Sonst soll sie sich halt eine kleinere, eigene Anlage holen. Gibt es schon preiswert.

Die eigenen Bedürfnisse sind natürlich wichtig, aber dem Sterbenden zuliebe würde ich hier einfach mal fünfe gerade sein lassen und nicht alles ganz so ernst nehmen.

Liebe Grüße,
SFX
 
Hallo,

lasst einen Elektriker kommen und das Ding instandsetzen. Das könnte sich lohnen, je nach dem was für Boxen das sind! Vorausgesetzt, sie will die großen Boxen ebenfalls benutzen, sofern funktionstüchtig.

Sonst soll sie sich halt eine kleinere, eigene Anlage holen. Gibt es schon preiswert.

Die eigenen Bedürfnisse sind natürlich wichtig, aber dem Sterbenden zuliebe würde ich hier einfach mal fünfe gerade sein lassen und nicht alles ganz so ernst nehmen.

Liebe Grüße,
SFX

Nochmal, sie hat eine eigene Anlage, die jetzt im Zimmer meines Schwagers steht. Die benutzt er nicht. Die will sie gerne in ihrem jetzigen eigenen Zimmer haben. Sie will aber eben auch nicht die alten Boxen in ihren Zimmer stehen haben.

Am besten wäre es wahrscheinlich, wenn sie seine Anlage und dann die Boxen einfach irgenwie in sein jetziges Zimmer stellt. Auch, wenn sie mitten im Weg stehen und nicht zu gebrauchen sind.

Die Situation meines Schwagers und meiner Schwester ist sehr schwer. Allerdings merke ich, dass meine Schwester kaum noch Kraft hat. Um für ihn da zu sein bis zum Ende, muss sie auch für sich selbst sorgen. Sonst geht sie selbst den Bach runter.
 
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