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Das Leben purzelt so dahin- Trennung, Veränderungen, Torschlusspanik, Selbstzweifel

Silent Heaven

Mitglied
Hallo, ich schon wieder 🙁
(Eigentlich denke ich immer, ich sollte nicht ständig schreiben. Aber erstens lese ich, dass manche auch hier so oft schreiben... und dennoch immer noch Antwort erhalten... und dann werde ich den Wust meiner Themen bald löschen lassen, damit vielleicht mal nicht mehr mein ganzes Leben hier ausgebreitet ist)

Die Vorgeschichte ist ja auch schon hier niedergeschrieben...
Ich bin nun bald 32 Jahre alt, weiblich. Habe eine schwierige Kindheit hinter mir, leide an Depressionen, Selbstzweifeln, habe mich nun aus meiner dritten Beziehung gelöst. Die davor war sehr schrecklich und toxisch und hat mich fast zerstört. Der Ex war ausgerastet und hatte meine Wohnung zerstört, ein lieber Freund hat mich aufgefangen, es kam, wie es kommen musste: Wir verliebten uns ineinander und ich ging diese dritte Beziehung ein. Er war ein Fels für mich, liebevoll, treu, ich konnte dumme Fragen stellen, er ließ mich nie dumm fühlen. Er gab mir einen Halt und eine Sicherheit, die ich gebraucht hatte. Viel zu schnell landeten wir aufgrund der besonderen Umstände in einer gemeinsamen Wohnung, das ganze dauerte nur ein Jahr... schon nach wenigen Monaten wurde ich immer trauriger, da er trotz aller liebevollen Art nie so wirklich Interesse an intensiven Gesprächen mit mir hatte... in mir ging immer so viel vor (nicht nur negatives!), das ich teilen wollte, aber er konnte damit nichts anfangen, auch, wenn er sich Mühe gab.

Erst jetzt reflektiere ich, was ich von einer Beziehung will.

Ich habe mich nun getrennt und bin noch auf Wohnungssuche. Mein Leben verlief nie sehr geradlinig. Ich schlingerte bisher eigentlich so umher, oft orientierungslos.

So langsam erahne ich, was ich von einer Partnerschaft und vom Leben überhaupt will.

Eine Familie wäre schön, Kinder eines Tages. So viel Zeit habe ich nicht mehr!

Ich bin introvertiert und suche noch Gleichgesinnte, mit denen ich philosophieren, Gedankenspinnereien aushecken kann. Ich liebe die Natur und würde gern Zelten oder längere Wanderungen unternehmen, gern eines Tages mal mit einem passenden Menschen in einem anderen Land. Ich will Dinge ausprobieren und meine Unsicherheiten und Selbstzweifel überwinden. Ich bin sehr ungeschickt und kann nicht so viel, aber ich möchte wachsen und mit mir selbst ins Reine kommen.
So langsam interessiere ich mich für Spiritualität und hatte schon einige Momente, in denen ich deutlich sah, was das Geheimnis von allem ist (wertfrei und reinen Herzens im Hier und Jetzt zu sein). Dank einer lieben Person hier habe ich noch Buchtipps erhalten und ich glaube, ich bin auf einem sehr guten Weg, mich weiterzuentwickeln. Ich weiß natürlich, dass unsere Lebenssituation oft schwierig ist und wir uns alleine von dieser nicht runterziehen lassen sollten. Das Leben selbst steckt voller Wunder und ist wertvoll. Und ich lerne das gerade - langsam, aber es wird. Umso mehr vermutlich, sobald ich wieder eine eigene Wohnung habe und mich von meinem Expartner lösen und Abstand halten kann.
Auch wenn nicht wirklich Talent vorhanden ist, so will ich mich vielleicht auch wieder mehr kreativ ausleben. Und einfach ein schönes, genussvolles Leben haben: Natur, gutes Essen, guter Wein, schöne Orte, gute Gespräche und Zusammenhalt mit Menschen, die einem wichtig sind.

Ich werde nach der Trennung jetzt im Ort bleiben, da ich hier einen guten Job habe.

Doch nun habe ich zwei Expartner hier... dem frischen Ex werde ich sicher oft begegnen, der ist ständig unterwegs. Ich hab ihn auch noch sehr gern. Es tut weh, ihn zu verlassen. Erst war ich hoffnungsvoll und wusste, dass es das Richtige ist. Weiß ich eigentlich immer noch.
Nun bin ich aber gerade in dieser Phase, dass ich seine starken Arme, seinen liebevollen Schutz vermisse. Wie armselig. Er hat auch angedeutet, dass er schon wieder Kontakt zu einem Mädchen hat (zarte 19 und bestimmt total hübsch und sie nörgelt nicht so bös an ihm herum)... Das hat mich verletzt. Natürlich war die Beziehung nicht das richtige für mich und ich wollte es selbst so, aber die Trennung ist mir nicht leicht gefallen und es gab natürlich ganz wunderbare Seiten an unserer Beziehung. Im Moment vermisse ich ihn wahnsinnig und gerate in (Torschluss?)Panik. Und bin tottraurig, finde mich furchtbar alt mit Anfang 30 und habe Angst, dass meine Erwartungen an das Leben und eine Partnerschaft zu hoch sind.

Ich weiß, wenn man Glück hat, kann man die Große Liebe, also, ich meine, einen Menschen, mit dem man wirklich gut auf einer Wellenlänge ist, in jedem Alter finden. Bei mir tickt noch die Uhr, denn Kinder wären etwas tolles - das aber auch nur, wenn der passende Mann da ist.

Aber ich habe natürlich noch viel zu verarbeiten und muss erst mal allein bleiben. Und mit mir selbst wieder ins Reine kommen. Das versuche ich schon das letzte Jahr über, aber eine schwierige Beziehung scheint mich immer von der Beziehung zu mir selbst abzuhalten.

Was für mich zu tun ist? ich muss reflektieren, was mir so passiert ist und warum. Ich muss schauen, was ich daraus lernen kann.
Ich möchte mir einen neuen kleinen Kreis an Menschen in meiner Umgebung - oder auch gern weiter weg - aufbauen, die zu mir passen. Über diese Kontakte und über die Zeit mit mir allein (und dem Ausleben diverser kreativer Schübe... und Lesen, Musik hören etc) mich selbst wieder finden und mich selbst akteptieren lernen. Und dabei achtsam sein, lernen, was wirklich wichtig ist und darüber hinaus meine ganzen "Baustellen", die ich an mir sehe, nicht mehr so ernst zu nehmen.

Weiterhin hat sich seit mindestens 4 Jahren auch meine Libido verabschiedet, das macht mir auch Sorgen. Den exzessiven Cannabiskonsum, dem ich mal erlegen war, habe ich stark heruntergeschraubt bzw. mache jetzt eine längere Pause und werde das, wenn überhaupt, nur noch gelegentlich tun. (Ja, eine psychische Abhängigkeit hat sich eingeschlichen. Aber Dinge, die ich im Leben tue, sollen mir [oder anderen) etwas bringen: Genuss, Freude, was auch immer. Wenn es nichts Gutes bringt, muss ich etwas ändern!)
Ich nahm aber auch jahrelang die Pille. Und leide unter wiederkehrenden Depressionen. Hatte schwierige Beziehungen hinter mir. Der Libidoverlust wird sich durch ein Zusammenspiel von allem erklären. Die Pille habe ich nun seit einigen Tagen abgesetzt und werde mich nach einer verträglicheren Verhütungsmethode umschauen. Ich möchte in nächster Zeit wieder zur Ruhe kommen und hoffe, ich habe eine Chance, dass sie wiederkommt. Einen Termin bei meiner Frauenärztin habe ich auch. Ich will es auch gern schaffen, mich gesünder zu ernähren und mehr zu bewegen - ich mag es ja sowieso, spazieren zu gehen und könnte mich damit von den Ängsten und der Traurigkeit ablenken.
Gut, das sind jetzt doch wieder so einige "Baustellen" - aber ich tu das nicht für andere, sondern für mich. Ich möchte endlich glücklich werden.


Sicher rollen einige von euch schon mit den Augen. Ja, ich kreise immer wieder um die gleichen Themen 🙁 Das ist nicht schön.

Aber auch wenn es niciht so aussieht, ich habe das Gefühl, dass ich vorankomme. Auch, wenn ich manchmal ein paar Schritte zurückgehe oder einen Umweg nutze.

Ach, ich bin zur Zeit nur so wahnsinnig entmutigt. Ich habe Angst. Ich wünsche mir einfach einen liebevollen, gleichgesinnten Partner. Nicht jetzt, nicht morgen, aber vielleicht noch vor der 35...
Ich will das Gefühl haben, mit mir im Reinen zu sein. Ich will reisen und wandern und zelten. Ach- und einfach das Leben entdecken.
Und ich freue mich schon erst mal darauf, wieder alleine zu wohnen. Ich wohne und bin sehr gerne alleine- aber unterm Strich eben doch ein Beziehungsmensch (wobei man wirklich nicht pausenlos aufeinanderhocken muss...)
Aber ich bin oft antriebslos und Sozialphobiker.

Dann sagte ich zu meinem Expartner noch: "Aber bekomme nicht gleich die Krise, wenn wir uns mal in der Stadt begegnen", da meinte er "Ach, du bist doch sowieso nie unterwegs". Das hat mich verletzt (habe ich ihm auch gesagt). Ich weiß, ich bin oft daheim und antrieblos, verkrümle mich auch gerne mal. Ich mag auch großen Trubel nicht. Auch wenn ich schon Märkte, Konzerte, andere Veranstaltungen besuche... so geschieht das selten gebündelt. Dann gehe ich lieber mal in Ruhe spazieren. Aber irgendwie, diese Worte, da fühlte ich mich gleich mit meinem Leben wieder weniger wert und langweilig und unfähig.

Ach, ich muss mir einfach Zeit geben.

Tut mir sehr leid für diesen wirren Text.

Ich hatte nur gehofft auf ein paar aufmunternde Worte, ich bin eben gerade in einem Tief und sehe alles schwarz. Aber das ist es ja vermutlich gar nicht.
Man muss natürlich auch durch die negativen Gefühle hindurch.

Liebe Grüße und danke euch, ich finde, das hier ist ein tolles Netzwerk.
 
Das, was Du in einer Partnerschaft fokusierst ist das, was man unter Freundschaft versteht.
Sicher sind Deine Vorstellungen Teil einer Partnerschaft, aber nur ein Teil, denn das Wesentliche fehlt - Liebe.
Du verwechselst Liebe mit Freundschaft und daraus resultieren auch Deine Beziehungsabbrüche.
Liebe ist der Moment wo man sich nicht mehr an seine Wünsche und Erwartungen erinnern kann, denn man fühlt sich so erfüllt, das jeder Raum im Ich völlig ausgefüllt ist. Man beginnt zusammen und gemeinsam Wünsche zu entwickeln, die immer auch den Freiraum für den Anderen beinhalten, in denen man seinen Hobbys allein oder gemeinsam nachgeht.
Die einzigste Erwartung dabei ist, das gegenseitige Verständnis für die Bedürfnisse des anderen und das geht nur, wenn man in gleicher Weise an den Interessen des Partners interessiert ist, wie an den Eigenen.
Man muss sie nicht zwingend teilen, aber respektieren - denn sie sind Teil einer Partnerschaft, wo die Vielseitigkeit eines Jeden die Gesamtbeziehung bereichert.

Von Spirtualität halte ich persönlich nichts, denn es findet dabei immer eine Verzerrung der Wahrnehmung statt, die zum Realitätsverlust führen kann.
 
Hm...weißt Du, was mir gerade spontan durch den Kopf geschossen ist?
Du wärst die ideale Wanderin auf dem Camino Francés, in jeder Hinsicht.
 
Hallo ihr Lieben. Danke für die Antworten.

Petra.
Das, was du geschrieben hast, habe ich mir ein wenig durch den Kopf gehen lassen.
Du meinst, ich erwarte die falschen Dinge/ setze falsche Prioritäten? Aber ich möchte doch einen Menschen an meiner Seite, der, ja, der eben auch mein bester Freund ist; ich brauche mehr als Sex und gemeinsame Unternehmungen und einen gemeinsamen Alltag... ist das wirklich zu viel erwartet? Nein, jeder ist ein Individuum und so sollte es auch bleiben. Daher dürfen ruhig Unterschiede vorhanden sein und jeder soll seinen Interessen nachgehen. Solange man sich nicht gegenseitig ausschließt, sondern immer wieder, eben auch kommunikativ zueinander findet, ist dies doch gut. Und eine Basis sollte eben auch da sein: Eine Basis an Werten, ANsichten, Interessen. Ich habe das alles aber nie wirklich reflektiert und mich dann letztlich in Männer verliebt, die eben nicht zu mir gepasst haben, da sie andere Vorstellungen hatten als ich.

Angua.
Der Camino Francés ist ein Pilgerweg? Oh ja, von so etwas träume ich. Aber ich bin introvertierter Sozialphobiker und würde niemals allein irgendwo wandern gehen... und dann auch noch mich von Unterkunft zu Unterkunft schlagen... Kontakt aufnehmen mit den Menschen... das wäre eine große Herausforderung, aber auch sehr weit außerhalb meiner Komfortzone! Aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass so eine Reise eine unglaubliche Bereicherung darstellen muss.
Immerhin habe ich es bisher geschafft, einmal allein in den Urlaub zu fahren. Das hat funktioniert und mir sehr gut gefallen.
Ich würde gern so etwas in der Art einmal wieder tun. Wenn mir nicht viel passieren kann dabei.

Viele Grüße.
 
Meine Wohnung, die ich in Aussicht hatte, habe ich nicht bekommen.

Mein Ex war die ganze Nacht fort, natürlich bei der Neuen. Die soll nächstes Wochenende in die Wohnung mit kommen und ich soll weichen. Klar.

Ich bin total verzweifelt. Ich weiß nicht, wie ich es aushalten soll, wenn jetzt noch die Neue ständig da ist, ich hab ihm auch noch mal geschrieben, dass ich so schnell wie möglich versuche, wegzuziehen und er dann ja alle Freiheiten wieder hat, dass er mir aber bitte mit der Neuen nicht so einen emotionalen Stress machen soll. Ich finde es unfair, dass er sie in die Wohnung schleppt, ich weiß aber nicht, was da läuft... anfangs war da noch nichts außer eine beginnende Freundschaft, aber wenn er nun schon über Nacht weg war, na, da kann ich mir meinen Teil denken.

Ich weiß, es ist irrational, aber ich drehe gerade ein bisschen durch, habe Angst, keine Wohnung zu finden und halte diesen Stress nicht aus... dann kommt ne Fremde in unsere Wohnung... meine Wohnung ist immer mein Heiligtum... das weiß er... Fremde kann ich nicht gut haben dort... und dann auch noch die Neue... Ich gönne ihm das und es ist sein Recht, frei zu entscheiden, was er tut, aber ich will davon einfach nichts mitbekommen und hab doch auch ein Anrecht auf ein ruhiges Leben; ich bin immerhin noch Mieter dort...
Und was ist, wenn ich nicht schnell genug eine neue Wohnung bekomme.

Ich fühle mich schrecklich. Ich weiß ich übertreibe sicher. Ich lasse mich so tief von negativen Gefühlen in den Strudel ziehen. Ich kann das noch nicht gut ändern, noch nicht gegensteuern.
 
Angua.
Der Camino Francés ist ein Pilgerweg? Oh ja, von so etwas träume ich. Aber ich bin introvertierter Sozialphobiker und würde niemals allein irgendwo wandern gehen... und dann auch noch mich von Unterkunft zu Unterkunft schlagen... Kontakt aufnehmen mit den Menschen... das wäre eine große Herausforderung, aber auch sehr weit außerhalb meiner Komfortzone! Aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass so eine Reise eine unglaubliche Bereicherung darstellen muss.
Immerhin habe ich es bisher geschafft, einmal allein in den Urlaub zu fahren. Das hat funktioniert und mir sehr gut gefallen.
Ich würde gern so etwas in der Art einmal wieder tun. Wenn mir nicht viel passieren kann dabei.

Viele Grüße.
Der Camino Francés ist der spanische Teil des Jakobsweges. Startpunkt ist das französische Städtchen Saint-Jean-Pied-de-Port, aber auch Pamplona oder Roncesvalles sind möglich.
Was ich schon von vielen gehört habe, die diesen Weg gegangen sind: Man kann alleine sein, muß es aber nicht. Es steht heute zum Großteil eher der Wunsch nach Selbstfindung und/oder sportlicher Betätigung im Vordergrund denn religiöse Motive. Alleine das Gehen hat etwas Meditatives.
Schau Dir das mal genauer an. Du hättest jetzt den Winter über Zeit zur Vorbereitung, es gibt Foren und Facebook-Gruppen, wo Du alle Fragen stellen und Dich auch austauschen kannst mit Frischlingen und alten Hasen. Auch(!) über die Gründe, warum sie das erste Mal den Jakobsweg gegangen sind. Du wirst oft hören "Weil ich gerade in einer Lebenskrise steckte".
 

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