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Das Leben hasst mich, ich hasse das Leben

vomlebengej

Neues Mitglied
Hallo,
ich bin gerade einmal 18 Jahre alt und habe schon, mehr oder weniger, genug vom Leben.
Angefangen bei meiner Kindheit: aufgewachsen mit einem alkoholkranken Vater, nonstop streitenden Eltern, null familiärer Harmonie, ohne gute Freunde, dafür umso miserabler schulischer Leistung, Verlust jegliches Selbstbewusstseins und jeglicher Selbstliebe, ständige psychosomatische Schmerzen und dadurch verpasste Schulwochen und etliche Probleme, ständige Ängste ("was passiert, wenn [jedes erdenkliche Szenario]"), Selbstverletzung, generelle Motivationslosigkeit (ging so weit, dass ich es nicht einmal schaffte, mir die Zähne zu putzen, mein Zimmer aufzuräumen (->teils verschimmeltes Essen im Zimmer, überall Kram auf dem Boden,...), wurde von jedem als "Faulheit" abgetan) usw.
Habe bis heute nie therapeutische (oder anderweitige) Hilfe bekommen.

Ging dann weiter mit immer mehr Ängsten: hatte ständig panische Angst davor, mich zu übergeben, negativ aufzufallen, immer mehr Angst mit Fremden zu reden, am Telefon zu sprechen, im Supermarkt an der Kasse zu stehen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren,... Ständig diese Ängste, die meinen Alltag bestimmt haben. Niemand da, der meine Lage verstanden und mir geholfen hat.
Meine Mutter hat sich scheiden lassen, nachdem mein Vater mehrmals gewalttätig geworden ist. Darauf folgten ständige Geldsorgen und immer mehr Probleme.
Ich habe selbst bei meiner eigenen Familie Ängste entwickelt: ich spreche seit Jahren nicht mehr mit meinem eigenen Bruder, weil ich Angst davor habe (ähnlich wie wenn ich mit Fremden spreche) und den Kontakt zu meinem Vater habe ich vollständig abgebrochen, weil ich ihn einfach nicht mehr sehen kann und Angst davor habe, ihm wieder zu begegnen.
Ich habe Angst, Oma/Opa anzurufen, weil ich Angst davor habe zu telefonieren und mit Tante/Onkel und Cousine habe ich auch nichts mehr zutun, weil ich auch dort den Kontakt abgebrochen habe.
Mit meiner ehemaligen Freundesgruppe lief es genauso.

Ich kann kaum neue Kontakte knüpfen, weil mich niemand sympathisch finden kann, weil ich nicht den Mund aufbekomme und in sozialen Situationen so unsicher und unangenehm bin und mich selbst nach Monaten nicht vernünftig entspannen und öffnen kann. Dadurch bin ich einfach langweilig, unsichtbar, komisch.
Dadurch steigt mein Selbsthass. Ich mag mich selbst nicht, kann mir keine Bilder von mir selbst anschauen, weil ich mich so scheußlich finde und könnte an manchen Tagen heulen, wenn ich mich selbst betrachte.
Dazu bin ich so unsicher, tollpatschig, stelle mich viel zu oft viel zu dumm an, bin vergesslich und oft eine schlechte Freundin und vieles mehr.

Ich bin so unglaublich sensibel, dass kleinste Ereignisse reichen, um mich eine ganze Nacht lang wachzuhalten und zum weinen zu bringen. Manchmal wird mir alles viel zu viel und wenn alle Stricke reißen baue ich meinen Frust und meine Anspannung durch Selbstverletzung ab.

Ich habe an vielen Tagen einfach keine Kraft mehr für alles. Ich bin eine einzige Baustelle, mein Leben lang schon und ich habe es einfach satt, mich durch zu quälen... Ich kann das Leben einfach nicht genießen.
Ich habe das Gefühl, dass es nie leichter wird und ich nie zufrieden und angstfrei sein werde... Aber so kann es auch nicht weitergehen. 🙁
 
Tja du. Du bist in einer Spirale, die dich immer weiter runterzieht. Wenn du dich deinen Ängsten nicht stellst. Aber bitte mit kleinen Schritten, die dich nicht überfordern. Telefoniere doch mal wieder mit Oma/Opa, oder überleg dir einen anderen ersten kleinen Schritt. Wenn du das gemacht hast, wirst du sehen, das schon ein Teil deiner Last von dir abfällt. Und dann kannst du dir den nächsten kleinen Schritt überlegen.
Aber wenn du stehen bleibst und auf ein Wunder hoffst - das wird es nicht geben, sondern alles wird sich noch steigern, bis es dir unerträglich wird. Tu was, bitte - sei dir das wert.

Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass ich in deinem Alter extrem menschenscheu war, zum Beispiel Angst davor hatte, ein ausgeliehenes Buch wieder zurückzubringen. Jahrzehnte später hab ich Aussendienst gemacht, war täglich bei bis zu 10 neuen Familien/Personen, UND es hat mir Spass gemacht! Wenn mir das wer damals erzählt hätte, hätte ich es nicht nur nicht geglaubt, sondern den für verrückt erklärt.
Noch mal meine Bitte: Tue was, kleine Schritte mit dem, was dich ängstigt. Das befreit, glaub es mir 🙂.
 
Auch wenn du mit keinen redest, kannst du dich trotzdem gut ausdrücken.
Gab es einen bestimmten Punkt wo du sagen würdest das da dein Problem angefangen hat?

Hast du mehr Angst das du etwas falsches sagst oder Angst, Worte und Sätze nicht richtig auszusprechen, sprich dich zu verhaspeln. Oder hast du Angst eine negative Reaktion zu bekommen, nicht verstanden zu werden oder sogar bestraft zu werden?
 
Du leidest offenbar unter massiven Minderwertigkeitsgefühlen und solltest dir professionelle Hilfe suchen. Eine Selbsthilfegruppe für ängstlich-vermeidende Menschen wäre auch nicht verkehrt.
Wenn du etwas stabiler wirst, kannst du dich einem Verein anschließen. Gemeinsames Handeln hilft.
Gehst du noch zur Schule?
(Das Leben hasst dich nicht. Aber es möchte verändert werden.)
 
Das Leben zeigt dir, was du ändern musst. Durch deine schlimmen familären Verhältnisse bist du in was reingerutscht, wass dir jegliche Lebensfreude genommen hat. Aber das musst nicht so bleiben.
Such dir Hilfe, Therapeut, Klink. Aber das musst du selber in die Wege leiten. Mit den Therapeuten telefonieren, um einen Termin zu bekommen. Die Krankenkasse bezahlt das.
Ich habe gegoogelt, guck da mal rein:
 
Auch wenn du mit keinen redest, kannst du dich trotzdem gut ausdrücken.
Gab es einen bestimmten Punkt wo du sagen würdest das da dein Problem angefangen hat?

Hast du mehr Angst das du etwas falsches sagst oder Angst, Worte und Sätze nicht richtig auszusprechen, sprich dich zu verhaspeln. Oder hast du Angst eine negative Reaktion zu bekommen, nicht verstanden zu werden oder sogar bestraft zu werden?

Ich denke, dass es angefangen hat, als ich ca. 8 Jahre alt war. Ich hatte eine miserable Freundin, die mir beinahe täglich das Gefühl vermittelte, ich sei zu unfähig für alles, nicht gut genug usw. Da wurde ich immer unsicherer, hatte immer Angst etwas falsches zu machen und negativ aufzufallen. Parallel dazu spitzte sich die Lage Zuhause immer mehr zu und ich landete in einem tiefen Loch, habe wochenlang vor mich hin vegetiert, wollte/konnte nicht zur Schule usw.
Ab da wurde das alles mit den Ängsten deutlich schlimmer.

Ich kann gar nicht konkret in Worte fassen, was genau mir Angst macht. Ich denke einfach durchgehend daran, was andere Leute von mir denken könnten, wenn ich bestimmte Sachen sage oder mache, wenn ich versage, wenn ich Fehler mache,... Oder analysiere bestimmte Szenarien tagelang in meinem Kopf durch, bevor es überhaupt dazu kommt, um darauf vorbereitet zu sein.
Am Telefon habe ich Angst, mich zu versprechen oder zu vergessen, was ich überhaupt sagen wollte.
In der Schule melde ich mich nie, weil ich mich einfach nicht gut ausdrücken kann, wenn ich unter Stress stehe und dann kommen nur zusammenhangslose Wörter raus oder irgendwas anderes dummes, das ich gar nicht so sagen wollte. Wenn ich mit jemandem reden soll oder muss, ist mein Kopf einfach leergefegt und ich kriege nichts raus, quasi wie ein Blackout. Das ist mir unendlich peinlich und ich denke noch Wochen später über solche Situationen nach und hasse mich selbst dafür, dass ich so unfähig bin.
 
Das Leben zeigt dir, was du ändern musst. Durch deine schlimmen familären Verhältnisse bist du in was reingerutscht, wass dir jegliche Lebensfreude genommen hat. Aber das musst nicht so bleiben.
Such dir Hilfe, Therapeut, Klink. Aber das musst du selber in die Wege leiten. Mit den Therapeuten telefonieren, um einen Termin zu bekommen. Die Krankenkasse bezahlt das.
Ich habe gegoogelt, guck da mal rein:

Vielen Dank!
 
Du solltest auf jeden Fall zu einem Therapeuten der dir hilf deine Angststörung in den Griff zu bekommen.

Gibt es Personen bei denen du kein Problem hast mit ihnen zu reden?
Glaubst du das es dir etwas bringt wenn du die Möglichkeit hast mit jemanden zu üben, wenn du der Person nicht gegenüberstehen musst?
 

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