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Lena7
Gast
Schuster Martin
Es war einmal ein Schuster der Martin hieß und in einem Keller wohnte. Durch das kleine
Kellerfenster konnte er die Menschen sehen die draußen auf der Straße vorübergingen.
Zwar sah er nur ihre Füße aber er erkannte jeden an seinen Schuhen. Fast alle diese
Schuhe und Stiefel hatte er schon ein paar mal geflickt und ausgebessert.
Er lebte ganz allein in dem Keller der zugleich Wohnung und Werkstatt war. Seine Frau und
alle seine Kinder waren gestorben.
"Warum hat Gott mir das angetan" sagte er eines Tages zu einem alten Bauern. "Ich habe
keine Freunde mehr am Leben." "Gott hat es dir gegeben" antwortete der Bauer. "Wenn du für
ihn lebst wirst du nicht mehr traurig sein."
"Wie kann ich für Gott leben?" fragte Martin.
"Lies die Bibel dann weißt du es."
Von diesem Tag an las Martin jeden Abend die Bibel. Tagsüber arbeitete er fleißig er
nagelte neue Sohlen auf die Schuhe und flickte die geplatzten Nähte. Sobald es jedoch
dämmerig wurde zündete er die Lampe an und holte die Bibel. Je öfter er darin las desto
leichter wurde ihm zumute. Eines Abends war er so müde daß er über der Bibel einschlief.
Am nächsten Morgen schaute er immer wieder aus dem Fenster. Bald sah er ein Paar
geflickte Filzstiefel und er wußte daß es Stepan war der alte Soldat der draußen Schnee
schaufelte.
Martin schlug eifrig Nägel in die Schuhsohle. Weil es ihm aber doch keine Ruhe ließ schaute
er erneut zum Fenster hinaus. Er sah wie müde der alte Soldat war und wie sehr ihn das
Schneeschaufeln anstrengte.
"Komm herein Stepan und wärme dich in meinem Keller!"
Der alte Mann schüttelte den Schnee von den Stiefel und kam herein.
"Setz dich zu mir" sagte Martin und trink ein Glas Tee. Das wird dir gut tun. Nachdem der
Alte den heißen Tee getrunken hatte und fortgegangen war arbeitete Martin weiter.
Nach einer Weile sah er auf der Straße eine junge Frau mit einem Kind auf dem Arm. Die
Frau fror in einem viel zu dünnen ärmlichen Kleid und suchte vergeblich ihr Kind vor dem
kalten Wind zu schützen.
"Komm herein!" rief ihr Martin zu. "Setz dich an den Ofen daß dir warm wird." Er schnitt ein
Stück Brot ab nahm die Suppe vom Herd und füllte einen Teller. Während die Frau aß nahm
Martin das Kind auf den Schoß und spielte mit ihm. Bevor die Frau fortging holte er seine
alte Jacke
"Da! Nimm sie! Ich habe nichts Besseres aber du kannst zumindest dein Kind darin
einwickeln."
Nicht lange danach hörte Martin lautes Geschrei vor seinem Fenster. Eine Marktfrau schlug
auf einen kleinen Jungen ein der einen Apfel aus ihrem Korb gestohlen hatte.
"Warte du Dieb!" schrie sie zornig. "Ich bringe dich zur Polizei."
Martin rannte auf die Straße hinaus. "Lass ihn doch laufen!" sagte er zu der Frau. "Er wird es
bestimmt nicht wieder tun. Den Apfel werde ich dir bezahlen."
Er gab der Frau ein paar Münzen dann nahm er den Apfel uns schenkte ihn dem Jungen.
"Du musst dich aber entschuldigen" sagte er.
Der Junge fing zu weinen an. "Ist schon gut!" sagte die Frau.
Als sie weiterging lief der Junge nach und half ihr den schweren Korb tragen.
Martin kehrte in den Keller zurück und setzte sich an die Arbeit. Als es dunkel wurde zündete
er die Lampe an und schlug die Bibel auf.
Martin sah im Licht der Lampe den alten Stepan stehen. Die Frau mit dem Kind war da der
Junge mit dem Apfel und die Marktfrau. Alle lächelten Martin an und verschwanden dann.
Martin war glücklich. Er nahm die Bibel und er las auf der Seite die er aufgeschlagen hatte:
"Ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben. Was immer ihr den geringsten meiner
Brüder getan habt das habt ihr mir getan."
(Nacherzählt nach Leo N. Tolstoi)
http://www.hsbks.de/frameset.htm
Es war einmal ein Schuster der Martin hieß und in einem Keller wohnte. Durch das kleine
Kellerfenster konnte er die Menschen sehen die draußen auf der Straße vorübergingen.
Zwar sah er nur ihre Füße aber er erkannte jeden an seinen Schuhen. Fast alle diese
Schuhe und Stiefel hatte er schon ein paar mal geflickt und ausgebessert.
Er lebte ganz allein in dem Keller der zugleich Wohnung und Werkstatt war. Seine Frau und
alle seine Kinder waren gestorben.
"Warum hat Gott mir das angetan" sagte er eines Tages zu einem alten Bauern. "Ich habe
keine Freunde mehr am Leben." "Gott hat es dir gegeben" antwortete der Bauer. "Wenn du für
ihn lebst wirst du nicht mehr traurig sein."
"Wie kann ich für Gott leben?" fragte Martin.
"Lies die Bibel dann weißt du es."
Von diesem Tag an las Martin jeden Abend die Bibel. Tagsüber arbeitete er fleißig er
nagelte neue Sohlen auf die Schuhe und flickte die geplatzten Nähte. Sobald es jedoch
dämmerig wurde zündete er die Lampe an und holte die Bibel. Je öfter er darin las desto
leichter wurde ihm zumute. Eines Abends war er so müde daß er über der Bibel einschlief.
Am nächsten Morgen schaute er immer wieder aus dem Fenster. Bald sah er ein Paar
geflickte Filzstiefel und er wußte daß es Stepan war der alte Soldat der draußen Schnee
schaufelte.
Martin schlug eifrig Nägel in die Schuhsohle. Weil es ihm aber doch keine Ruhe ließ schaute
er erneut zum Fenster hinaus. Er sah wie müde der alte Soldat war und wie sehr ihn das
Schneeschaufeln anstrengte.
"Komm herein Stepan und wärme dich in meinem Keller!"
Der alte Mann schüttelte den Schnee von den Stiefel und kam herein.
"Setz dich zu mir" sagte Martin und trink ein Glas Tee. Das wird dir gut tun. Nachdem der
Alte den heißen Tee getrunken hatte und fortgegangen war arbeitete Martin weiter.
Nach einer Weile sah er auf der Straße eine junge Frau mit einem Kind auf dem Arm. Die
Frau fror in einem viel zu dünnen ärmlichen Kleid und suchte vergeblich ihr Kind vor dem
kalten Wind zu schützen.
"Komm herein!" rief ihr Martin zu. "Setz dich an den Ofen daß dir warm wird." Er schnitt ein
Stück Brot ab nahm die Suppe vom Herd und füllte einen Teller. Während die Frau aß nahm
Martin das Kind auf den Schoß und spielte mit ihm. Bevor die Frau fortging holte er seine
alte Jacke
"Da! Nimm sie! Ich habe nichts Besseres aber du kannst zumindest dein Kind darin
einwickeln."
Nicht lange danach hörte Martin lautes Geschrei vor seinem Fenster. Eine Marktfrau schlug
auf einen kleinen Jungen ein der einen Apfel aus ihrem Korb gestohlen hatte.
"Warte du Dieb!" schrie sie zornig. "Ich bringe dich zur Polizei."
Martin rannte auf die Straße hinaus. "Lass ihn doch laufen!" sagte er zu der Frau. "Er wird es
bestimmt nicht wieder tun. Den Apfel werde ich dir bezahlen."
Er gab der Frau ein paar Münzen dann nahm er den Apfel uns schenkte ihn dem Jungen.
"Du musst dich aber entschuldigen" sagte er.
Der Junge fing zu weinen an. "Ist schon gut!" sagte die Frau.
Als sie weiterging lief der Junge nach und half ihr den schweren Korb tragen.
Martin kehrte in den Keller zurück und setzte sich an die Arbeit. Als es dunkel wurde zündete
er die Lampe an und schlug die Bibel auf.
Martin sah im Licht der Lampe den alten Stepan stehen. Die Frau mit dem Kind war da der
Junge mit dem Apfel und die Marktfrau. Alle lächelten Martin an und verschwanden dann.
Martin war glücklich. Er nahm die Bibel und er las auf der Seite die er aufgeschlagen hatte:
"Ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben. Was immer ihr den geringsten meiner
Brüder getan habt das habt ihr mir getan."
(Nacherzählt nach Leo N. Tolstoi)
http://www.hsbks.de/frameset.htm