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Das Gefühl den Kränkungen des Chef hilflos ausgeliefert zu sein..

Serafina

Aktives Mitglied
Ich fühle mich im Job hilflos und alleingelassen. Ich habe soviel zu erfüllen, dass ich es aufgegeben habe. Mein Kopf hat schon die Handbremse angezogen beim Arbeiten. Ich brauche schon doppelt so lang wie ich normalerweise brauchen würde. Ich bin ständig auf mich allein gestellt. Ich bin Anwaltsassistentin. Dann soll ich die Filter der Klimaanlage putzen, den Drucker reparieren, Computer auseinander um- und wieder zusammenbauen, die ganze Servertechnik beherrschen etc. und jeden Tag kommt was neues mit dem ich nicht umgehen kann. Nicht mal annähernd weiss was ich überhaupt machen soll. Ohne Input werde ich hingestellt und dann heisst es: Ja mach es doch einfach. Ich weiss aber genau, dass er mir die Information wie es gemacht wird vorenthält. Er bräuchte 5 Minuten es zu erledigen. Ich quäle mich manchesmal ein bis zwei Jahre bis ich die Information mal zufällig bekomme. Ich kann kaum meine tägliche Arbeit ausführen, weil nichts richtig funktioniert. Der Computer zeigt zig Fehlermeldungen an, wenn er allein schon mal die Programme starten soll. Das Adobe und das Word stürzen ständig ab. Das heisst man fängt manchesmal einen Brief fünf Mal an bis man es schafft ihn überhaupt zu speichern. Rechnungen kann ich nicht in meinem Profil erstellen, weil irgendwas mit den Makros ist und ich nicht weiss wie das Problem beheben. Und den Briefkopf bzw. Fusszeile muss ich immer irgendwo rauskopieren, weil er nicht fähig ist 5 Minuten zu investieren um es mir im Rechtsanwaltsprogramm einzurichten. Hab es sogar schon selbst versucht. Und wenn irgendwas nicht geht, dann bin auch noch ich schuld. Obwohl der PC nur eingeschränkte Recht hat und ich gar nichts anstellen könnte selbst wenn ich wollte. Dann krieg ich auch noch Vorwürfe zu hören.

Ich bewerbe mich seit drei Jahren praktisch ununterbrochen. Ich bekomme nur Absagen. Endlich hatte ich mal ein Vorstellungsgespräch und auch die haben mir abgesagt. Kündigen kann ich auch nicht, weil mir dann erst mal das Arbeitslosengeld gestrichen würde am Anfang und dann bekäme ich natürlich viel weniger. Ich brauche aber das regelmässige Gehalt um meine Schulden abzuzahlen.

Ich weiss nicht mehr weiter. Ich komm nicht weg und ich kann langsam körperlich auch nicht mehr. Ich habe sehr schwache Nerven und heule fast jeden Tag wenn ich hier rauskomme.
 
Hallo,

hast Du mit Deinem Chef schonmal direkt darüber gesprochen?

Verlang doch mal ein Zwischenzeugnis. Das hilft beim Bewerben viel.

Und wenn es alles nichts hilft, dann lass ihn doch auch mal hängen.

Melde Dich krank und geh ein paar Wochen nicht mehr dahin.

Du kannst die Situation ja Deinem Arzt schildern und ihm erklären, dass Du es psychisch nicht mehr aushälst.

Dann sieht Dein Chef mal , dass er ohne Dich ganz schön dumm dastehet.

LG. Chris
 
Das ist leider nicht so einfach hier. Ein paar Wochen nicht mehr hingehen geht in der Schweiz nicht so einfach. Dann macht man die ersten drei Tage, und sonst 20 % vom Lohn Einbusse (Krankentagegeldversicherung), hier zahlt das nicht die Krankenkasse..

Das ist mehr Abzug als ich verkraften kann. Chefs kann man nicht ändern. Wenn ich was sage will er es nicht hören. Ich hab es versucht, deshalb will ich ja ganz weg. Ich bin so verunsichert, weil ich nur Absagen bekomme. Wenn ich erst Mal wirklich arbeitslos bin, was mach in den denn dann erste? Nach einem Jahr Arbeitslosigkeit wird die Arbeitsbewilligung nicht weiter verlängert.. Das ist leider alles nicht so einfach.. Ich muss Angst darum haben, dass ich den Job verlieren, weil ich dann (als Deutsche/hier Ausländerin) gar nicht mehr reinkomme..
 
Ich wohne hier mit meinem Freund zusammen, der ja auch hier arbeitet. Ich habe hier einen Kredit der noch 3 Jahre läuft, einfach ausreisen geht nicht und macht auch kaum Sinn. Ausserdem bin ich ja aus Deutschland in die Schweiz, weil es da noch schlechter mit der Arbeit aussieht als hier. Vom Lohn den man in Deutschland verdient ganz zu schweigen. Ich verdiene hier netto das dreifache.. In Deutschland undenkbar.

Mein Chef weiss um die für mich schwierige Situation und nutzt es auch aus.

Ich hoffe über längere Zeit doch noch was hier zu finden, aber wie halte ich das währenddessen hier bloss aus... Meine Nerven liegen blank. Ich fange mittags schon an so ein Biermischgetränk mit 3.1 % zu trinken, damit ich bisschen cooler werde. Obwohl ich normalerweise nicht mal annähernd im Traum daran denke überhaupt Alkohol zu trinken. Nicht mal zum Spass.
 
Hallo in die Schweiz,

eine Situation, ein Problem ist nur aus einem Grund in unserem Leben, das wir an unseren Entscheidungen wachsen und uns weiterentwickeln. Sonst hätte es ja keinen Sinn -oder?

Ein Situation begegnen, nur Wie?

1. von dem Ort weggehen -kündigen -aber was dann?

2. mich selbst ändern -aber wie oder wohin?

3. die Situation aushalten und die Betrachtungsweise für 3 Jahre ändern?


ein paar ideen:

sag Deinem chef ein paar Gedanken, ...Du würdest dich gerne verbessern, dich weiterbilden? Ob er eine Idee hätte, damit die Weiterbildung ihm auch einen Nutzen bringen könnte? Sonst sagst Du einfach, was du gerne machen möchtest.

Schreibe mal 14 Tage Deine Wartezeiten auf, am PC, die du nicht verschuldet hast, sondern die aufgrund der schlechten Software oder aufgrund von Informationsmangel eintreten. Das ist bares Geld, was die Kanzlei sparen könnte.

Das Dein Chef ist wie er ist, hat nichts mit Dir zu tun, das ist sein Problem, nicht Deines. Er kommt micht selbst nicht klar und sucht außerhalb die schuldigen. Das macht er aber nicht bewusst.

Wenn Du die nächsten Jahre überstehen willst, schreibe Abends 3 -5 postive Eigenschaften von Deinem Chef oder Kollegen auf ,... du findest welche - bestimmt und wenn er Dir das Gehalt zahlt, ist auch etwas positives. Sonst, wenn du wirklich nicht finden solltest, schreibe Dir 3-5 wohlwollende Gedanken über Deinen Chef auf. jeden abend, 21 Tage, spricht mit niemanden darüber, es hilft - es ändert und entschärft unsere eingeschränkte Wahrnehmung. Schau Deinen Chef genau an, was für eine Mitarbeiterin braucht er wirklich, was fehlt ihm, wo kannst Du ihn wirklich unterstützen.

Besuche in der Freizeit, Seminare, Weiterbildungen für Deine Persönlichkeitentwicklung. NLP, Mediation, Kommunikation aber auch Entspannungsübungen etc.

Du bekommst Abstand zur Arbeit, lernst evtl. auf einem Seminar Deinen zukünftigen Arbeitgeber kennen oder Empfehlungen usw.

Stecke Dir ein klares Ziel in Deiner Zukunft. Warum bist hier auf der Welt? Was sind Deine Fähigkeiten oder Wünsche? Womit kannst Du anderen Menschen einen Nutzen bringen? Wenn Du ein Ziel für Dich gefunden hast, dann beginnen Dich erst zu bewerben, vorher nicht. Denn, es wird Dich niemand einstellen, weil Du wo anders weg willst ,... sondern nur wenn Du zu ihm (neue Firma)willst. Unser Worte in den Bewerbungen und im Gespräch haben damit nichts zu tun.

So, ich hoffe ich konnte Dir einige Anregungen geben.

Wir sind nicht auf dieser Welt um aus- oder durchzuhalten -
sondern uns zu E R L E B E N - wünsche Dir viel Freude und Dir eine schöne Zukunft. Jens
 

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