Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Das ausmaß meines problems/ angst vor meinen eltern

herzlichen dank für eure unterstützung!

im moment geht es mir zwar immer noch schlecht, aber ich habe den kontakt zu meinen eltern abgebrochen, mir hilfe geholt und mir bewusst gemacht, dass ich gar nicht abhängig bin, notfalls muss ich zum sozialamt. studieren kann ich momentan nicht und ich weiß auch nicht wie meine berufliche zukunft aussieht. muss erstmal gesund werden.

es kommen so einige dinge ans tageslicht. es war nicht nur emotionaler mißbrauch (der ohnehin wahnsinnig schlimm ist, weil er sich tief in die seele eingräbt), nein, sogar sexuelle gewalt war dabei. außerdem habe ich traumatische erlebnisse als säugling erleben müssen.

"Was füchtest du? Es kann dir nichts begegnen als was dir gemäß und dienlich ist. Ich seh den Tag, da du das Leid wirst segnen, das dich gelehrt zu werden, der du bist."
 
Hallo delete,
eben bin ich zufällig auf Deine Beiträge gestoßen - und finde es sehr gut, dass Du erste Schritte geschafft hast! Deine Probleme, von denen Du berichtet hast, kann ich sehr gut nachvollziehen, da ich ähnliche Dinge durch meine Eltern erlebt habe. Neben körperlicher Gewalt durch meinen Vater gabe es auch die 'sanftere' und noch nachhaltiger wirkende seelische Gewalt durch meine Mutter in Form des emotionalen (narzisstischen) Missbrauchs. Als ich Deine Formulierung, Dich gleichsam als 'Eigentum' Deiner Eltern zu fühlen, gelesen habe, hat es mir sofort einen Stich gegeben. Dieses Gefühl kenne ich sehr gut, ich selber habe mich als eine Art 'Leibeigener' meiner Eltern empfunden, über den sie nach Belieben 'herrschen' konnten. Oft habe ich mir die Frage gestellt, warum es so schwer ist, diesem 'Herrschaftssystem' zu entkommen. Aber zum einen gab es sehr viel körperliche Gewalt durch meine Eltern, vor der ich schon als Kind und Jugendlicher Angst hatte (und diese Angst kann ich noch immer spüren, obwohl ich seit über 25 (!) Jahren nur noch einen sehr eingeschränkten Kontakt zu meinen Eltern habe). Und zum anderen ist den Mechanismen des emotionalen Missbrauchs gar nicht so leicht zu entkommen: Du wirst 'klein' gemacht und gelangst gleichzeitig in ein Abhängigkeitsverhältnis, aus dem Du Dich gerade wegen des 'Kleingehaltenwerdens' nicht so leicht hinauswagst.
Ich selber bin damals zu Beginn meines Studium in eine schwere Krise geschlittert (vielleicht ähnlich wie Du jetzt). Mir ging's immer schlechter und irgendwann war der Leidensdruck so groß, dass ich eine Therapie begonnen habe (die sich letztendlich über viele Jahre erstreckt hat). Gemacht hebe ich diese Therapie übrigens bei einer psychologisch-psychotherapeutischen Beratungsstelle des Studentenwerks. Die ersten Stunden waren damals kostenfrei und danach musste ich je Stunde 10 DM zahlen, die mir bei finanzieller Knappheit erlassen worden wären (vielleicht gibt es eine solche Beratungsstelle auch bei Dir). Eine tolle Sache und für mich der Beginn eines 'neuen Lebens' - weshalb ich Dir wünsche, Deinen zuletzt eingeschlagenen Weg weiterzugehen, auch wenn er bisweilen etwas steinig oder gar dornenreich erscheinen mag.
Noch ein Punkt, der mir wichtig erscheint: Es könnte gut sein, dass Du immer wieder auf Menschen triffst, die mangels eigener Erfahrung Deine Probleme, Dein Gefangensein und Dein Leiden unter diesem Gefangensein nicht oder nur bedingt nachvollziehen können (Deine Eltern gehören vermutlich dazu, aber nicht nur sie). Und manchmal könnte dadurch der Eindruck in Dir entstehen, dass Du Dir Deine Probleme nur einbildest - mit der Folge, dass Du womöglich versucht sein könntest, den stattgefundenen emotionalen Missbrauch oder seine Folgen zu verharmlosen. Für solchen Situationen wünsche ich Dir, dass Du trotzdem Deinen eigenen Empfindungen oder Gefühlen vertrauen kannst und die Dinge, die Dir angetan wurden, nicht verleugnest oder in ihrerer schädigenden Wirkung abschwächst (oder abschwächen lässt). Ich könnte mir vorstellen, dass Dir damit schon viel geholfen wäre.
Falls Du zum Thema etwas lesen möchtest, dann würde ich Dir die Bücher von Alice Miller empfehlen, etwa "Du sollst nicht merken" (womöglich kein neuer Tip).
Zum Thema narzisstischer Missbrauch gibt es einen ganz guten Artikel unter Umgangsboykott - (vielelicht erkennst Du Dich darin wieder).
Unabhängig von alledem wünsche ich Dir alles Gute und drücke Dir die Daumen, dass Du weiterkommst in Deinem Leben - dass Du bereits einen ersten wichtigen Schritt geschafft hast, stimmt mich zuversichtlich.
Viel Glück
G.
 

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
D Hass und Rachegefühle auf die "Freundin" meines Kumpels. Ich 28
G Realistische Einschätzung meines Lebens Ich 27
G Teenie-Tochter meines Nachbarn Ich 43

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben