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Das ausmaß meines problems/ angst vor meinen eltern

delete

Mitglied
liebe leser,
ich habe schlimme depressionen und möchte vielleicht eine therapie machen. Meine eltern haben mich als kind emotional mißbraucht. Ich bin im moment finanziell von ihnen abhängig (bin studentin) und das ist eine ganz verzwickte situation.
Es ist so, dass ich auch noch über meine eltern privat versichert bin, dh sie würden davon erfahren, dass ich eine therapie mache und das möchte ich nicht unbedingt.


Allerdings ist es vor allem die situation, die mich belastet. Es ist nämlich so, dass ich angst vor meinen eltern habe. Das äußert sich darin, dass ich ihnen noch nie klargemacht habe, dass sie mich falsch behandelt haben und dass sie kein recht dazu hatten mich klein zu machen. Ihr verhalten mir gegenüber hat auch noch dazu geführt, dass ich ängste entwickelt habe in praktisch jedem beruf zu versagen.
Das heißt, dass ich erstens gar nicht zielgerichtet studiere, aus angst nicht gut genug zu sein. außerdem belastet mich die finanzielle abhängigkeit zu meinen eltern, die bei einem studium fast zwangsläufig vorhanden ist.


Die größte angst, die ich habe, ist natürlich, dass meine eltern, wenn ich ihnen mal klarmachen würde, dass sie sich mir gegenüber nicht in Ordnung verhalten (haben), mich (von heute auf morgen) nicht mehr finanziell versorgen würden.


Im moment versorgen sie mich sehr gut mit geld. Obwohl ich bis zum alter von 27 jahren eigentlich noch nie geld verdient habe bekomme ich jeden monat reichlich geld.


Ich weiß jetzt nicht wie ich aus der situation rauskommen soll. Muss ich meinen eltern mal die meinung sagen um meine angst zu überwinden? Und muss dann gegebenenfalls mein studium abbrechen und eine ausbildung anfangen.
Oder soll ich einfach so das studium abbrechen und eine ausbildung anfangen.


Ich habe so extreme selbstzweifel und ängste, dass ich es nicht schaffen könnte mein eigenes geld zu verdienen.


Ich habe auch massive angst vor nähe.


Meine gefühle meinen eltern gegenüber sind so, dass ich mir vorkomme als ob ich ihr eigentum wäre. Mittlerweile ist die beziehung zwar sehr distanziert und es wird nur selten telefoniert, aber irgendwie wirken da anscheinend noch die ganzen verletzungen aus der vergangenheit nach. Ich habe auch das gefühl, dass ich keine gesunden beziehungen zu anderen menschen aufnehmen kann so lange ich mich von meinen eltern so gefangen fühle.


Ich habe gar keine so genauen erinnerungen daran was meine eltern mit mir gemacht haben. Körperliche gewalt hat sich eher auf ein mindestmaß reduziert. Es gab wohl sehr viele demütigungen und vor allem viel mich anbrüllen. Mir war bloß nie bewusst, dass man davon so schwer traumatisiert werden kann.


Wirkt das glaubwürdig was ich schreibe?



Vielen dank für jede antwort!!!
 
Oder möchte ich nur einfach nicht studieren und muss ein anderes berufsziel finden?
verdammt, wieso weiß ich seit jahren nicht was eigentlich mit mir los ist?
 
Hallo,

Das ist für Außenstehende nur schwer einschätzbar - aber das ist Dir sicher klar.

Du bist von deinen Eltern finanziell abhängig. Daher fehlt Dir der Mut, dich von ihnen zu lösen. Also wäre es doch sinnvoll zu schauen, wie Du diese Abhängigkeit auflösen kannst. Mit 27 könnte ja eigentlich der Studienabschluss in greifbarer Nähe sein...falls ja, würde ich Dir empfehlen, schon jetzt Kontakte zu knüpfen, um danach einen vernünftigen Berufseinstieg zu haben. Auch wenn Du nicht "zielgerichtet" studierst, steht ja am Ende in aller Regel doch irgendein Abschluss, mit dem man sich bewerben kann.

Hast Du irgendwelche beruflichen Erfahrungen (Praktika ect.)?

Was mich noch etwas irritiert: mit 27 ist man doch eigentlich nicht mehr familienversichert? Oder täusch ich mich?
Du gehst auf die 30 zu und solltest ohne Rücksicht auf deine Eltern entscheiden können, ob Du eine Theraphie machst.

Ich geb zu, ich dachte zuerst, du bist so 19 oder 20 und grad dabei, dich von der Kindheit/dem Elternhaus zu lösen. Ich hab den Eindruck, du lebst nicht so richtig ein eigenständiges, erwachsenes Leben. Da sollte man mit 27 aber so langsam hinkommen. Was würdest Du denn gern machen bzw. wo wärst Du gern in 5 oder 10 Jahren? Mit einer Perspektive lassen sich manche Dinge leichter angehen.

Mehr fällt mir grad auch nicht ein.
 
Du hast Angst vor deinen Eltern, weil du die Abhängigkeit von ihnen genießt (Geld) und verfluchst (emotionaler Streß).
Mach dich finanziell unabhängig von ihnen. Mit 27 wird es auch Zeit.
 
ich genieße die finanzielle abhängigkeit von meinen eltern nicht. ich brauche sie, weil meine eltern mich so lange fertig und klein gemacht haben, dass es mir schon seit meiner kindheit nicht gut ging und ich nie selbstvertrauen entwickeln konnte.

nein, in greifbarer nähe ist der studienabschluss nicht wirklich.

doch, die versicherung geht noch ein jahr über meine eltern.
 
Hallo delete,

ich hoffe, dir geht es in diesem Moment nicht allzu schlecht. :blume:

Wenn ich deine Schilderung lese, muss ich beinahe schmunzeln, da ich nicht gedacht hätte, dass ich hier meine Lebensgeschichte fast eins zu eins lesen würde. Ich habe erst gestern einen ähnlichen Bericht gelesen und mich deshalb hier angemeldet, um Erfahrungen mit Gleichgesinnten auszutauschen. 🙂

Ich bin gerade gerade in der gleichen Situation wie du. Nein, wenn ich ehrlich zu mir bin (was nicht immer einfach ist), dann bin ich schon mein ganzes Leben in dieser scheinbar auswegslosen Situation. Durch aktuelle Vorfälle in meiner Familie geht es mir die letzten 2 Monate sehr schlecht, und ich kämpfe jeden Tag mit meinen Gedanken und spiele hunderte von Lösungsmöglichkeiten in meinem Kopf durch, nur um letztendlich zur Erkenntnis zu gelangen, dass nichts zu einer Lösung führen wird. Um was geht es mir? Was beschäftigt mich? Die Antwort ist einfach: Ich möchte so akzeptiert werden, wie ich bin. Ich möchte meinen Eltern gegenübertreten und nicht so behandelt werden, als wäre ich nicht ganz klar bei Verstand. Ich möchte, dass sie einsehen, wie sehr mich ihre Worte verletzt haben. Ich möchte Gerechtigkeit. Dafür kämpfe ich, doch dieser innere Kampf nagt an sämtlichen Kraftreserven, die ich mir mühevoll seit dem "Auszug" von zuhause aufgebaut habe.

Ich bin übrigens ebenso 27 und studiere ebenfalls noch. Ich laufe durch das Leben mit einer quasi gespaltenen Persönlichkeit. Auf der einen Seite das "Selbstbewusstsein aufbauende Ich", auf der anderen Seite die verunsicherte Gestalt, die sich nicht dem Kampf stellen möchte, in jedem Menschen seine Eltern sieht und dementsprechend skeptisch gegenüber anderen durch das Leben wandelt. Womöglich weißt du, wovon ich rede.

Vielleicht findest du etwas trost in der Tatsache, dass du mit diesem Problem nicht alleine auf der Welt bist. Ich kenne deine Belastung nur zu gut. Wenn du darüber sprechen willst, dann können wir vielleicht Erfahrungen und Gedanken austauschen. Ich weiß, dass ich eine Entscheidung fällen muss. Früher oder später muss ich mich auf das Schlachtfeld begeben. Du auch!

Grüße!

_feel_

PS: Ein seltsames Gefühl, das ganze nochmal in der Vorschau zu lesen. *trotzdem auf Antworten klick*
 
Kenne alles selbst bis auf die private KV-Situation. Empfehle daher die Therapie, kannst ja sagen, dass körperliche Beschwerden (mal Hausarzt fragen, ich kannte jd der war angeblich wegen Tinnitus in einer Klinik) Erfinde etwas Unverfängliches! Und mach bloß Dein Studium fertig, schließlich ist es Dein Leben.
Ich hab mich damals nicht getraut, gegen meine Eltern zu klagen. Laut Gesetz sind sie aber verpflichtet, Dir die erste Ausbildung- auch wenn es ein Studium ist- zu bezahlen.

Auf jeden Fall innere Distanz aufbauen, wenig Kontakt halten. Vermutlich haben die so ein tolles Kind gar nicht verdient. Und je mehr Liebe man sich von ihnen wünscht und je netter man ist, desto fordernder werden sie.
Und sie haben durch ihr mieses Verhalten- welches sie vermutlich nie einsehen werden- evtl Muster bei Dir angelegt. Deswegen kann professionelle Hilfe und ein liebevolles Ersatzumfeld nicht schaden.
Bei Ausbildung bekämst Du ausserdem zu wenig Geld… mach Dich so unabhängig wie möglich, lasse Schuldgefühle los für den Erhalt des Geldes. Meine Tante sagte mal: das ist Dein Sklavenlohn…… Alles Gute und viel Kraft!!!
Ich habe mein Studium übrigens auch geschafft
 
Hi!
Ich wollte dir auch nochmal sagen, dass du mit dem Problem nicht alleine da stehst!
Kopf hoch, das wird schon!

Ich leide auch seit meiner Teenagerzeit an Depressionen und Ängsten, u.a. weil mein Vater mich häufig nieder gemacht hat. Ich bin dann, glücklicherweise, mit 21 ausgezogen, aber bis heute noch (ich bin gerade 28 geworden und studiere auch noch) finanziell abhängig von meinen Eltern.
Ich bin jetzt seit ca. knapp 2 Jahren in Therapie und kann dir nur empfehlen, auch professionelle Hilfe zu suchen. Ich habe dadurch gelernt mich besser abzugrenzen (auch wenn es mir noch manchmal schwer fällt) und hatte die Gelegenheit an meinem Selbstwertgefühl zu arbeiten! Genau wie du habe ich aber auch noch riesige Angst vor Nähe (wahrscheinlich weil wir nie sichere Bindungen kennengelernt haben?). Ich habe auch erst seit ca. 5 Monaten meine erste Beziehung, weil ich vorher nicht in der Lage war, es überhaupt richtig zulassen zu können...
Ich weiß, dass man anfangs immer Angst hat sich Hilfe zu suchen, aber wenn man langsam einen Schritt nach dem anderen geht, wird es von mal zu mal leichter 🙂

Ich wünsche dir alles Gute und drücke dir ganz fest die Daumen, dass es dir bald besser geht!
 
hallo,

ich finde das freischwimmen ganz wichtig ist.
wie lange will man denn im goldenen käfig bleiben?
klar wenn man gesagt bekommt du kannst nichts, dann traut man sich auch nicht so viel zu.
aber ich denke auch es liegt ein stück an dieser abhängigen position das man sich nichts zu traut.
wenn ihr ersteinmal angefangen habt für euch zu sorgen, wird es euch besser gehen- weil ihr es aus eigener kraft geschafft habt.
mal abgesehen von der verletzungen der kindheit, die wirklich viele erlebt haben, macht euch diese starre noch mehr kaputt und verschlimmert es.
warum grübelt ihr?
weil eure innere stimme euch sagt das es so nicht gut für euch ist.
also übernemmt verantwortung für euch-auf den kopf seid ihr ja nicht gefallen, sonst hättet ihr es nicht bis zum studium geschafft!!!
ich wünsch euch kraft für euren weg🙂
 
Als ich gerade "emotional missbraucht und nicht wirklich geschlagen aber niedergemacht und angeschrien" gelesen habe hätte ich heulen können... Ich hatte gehofft, dass das nicht auch noch Auswirkungen auf mein Leben hat...
Ich studiere auch hab eine Soziale Phobie, Depressionen Panikattacken und ich bin auch finanziell abhängig von meinem Vater... meine Mutter war allerdings diejenige die mich fertig gemacht hat... Hätte meine kleiner Schwester mich nicht angefleht sie mitzunehmen, wäre ich wahrscheinlich nie ausgezogen...
Das andere immer glauben man würde die fananzielle Abhängigkeit genießen🙁
Ich würde mir darum nicht allzuviele Gedanken machen.... mach dein Studium fertig, danach hast du immernoch genug Zeit auf eigenen Beinen zu stehen!
LG
Flashlight
 

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