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Danke

Hallo Gelöscht 135760,

schau mal hier: Danke. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Hallo willkommen,

Gibt es einen Auslöser warum es gerade jetzt bei dir „ausbricht“?

Du schreibst über Trauma, wurdest du davor auch schon traumatisiert oder hat das Erlebte mit dem F + dich traumatisiert?

Rückblickend war ich psychisch im reinen Überlebensmodus, konnte keine Grenzen setzen und habe Dinge über mich ergehen lassen, die ich eigentlich gar nicht wollte, nur um irgendwie Bestätigung zu bekommen.

Ich finde das wäre ein gutes Thema für eine Therapie. Ein Muster zu erkennen das dekonstruktiv für einen selbst ist, ist schon mal gut.
Es aufzulösen wäre nun der nächste Schritt, damit du für die Zukunft solche Situationen meiden kannst bzw. Handlungsfähiger wirst. Deinem Nein wenn es notwendiger ist auch Nachdruck verleihst und klare Grenzen ziehst.

Bezüglich ADHS - bist du da in irgendeiner Form der Behandlung?

Wie seht ihr das von außen? Ist das wirklich so verwerflich und „widerwärtig“, wie mein Kopf es mir einredet, oder bin ich einfach viel zu unbarmherzig mit mir selbst?

Nein es ist nicht verwerflich widerwärtig. Du wolltest nur mit dem Mann (sorry aber Freund ist das nunmal keiner) gar nicht schlafen. Hast aber in dem Moment es nicht geschafft von dem „erstarren“(freeze) rauszukommen und in die Handlung zu kommen… wegzugehen- lauter Nein zu sagen. Das kann man aber glücklicherweise lernen.

Stehst du mit dem F+ noch in Kontakt?
 
Du nimmst dir viel Lebensqualität, wenn du dich wegen des Vergangenen so zerfleischst. Möglicherweise machst du dir damit sogar etwas kaputt, was es doch zu bewahren gilt - nämlich die schöne Beziehung zum jetzigen Freund. Auf Dauer zermürben solche Diskussionen von Geschehnissen, die nun einmal passiert und nicht mehr rückgängig zu machen sind. Und zwar nicht nur dich, sondern auch deinen Freund, der dir ja achon gesagt hat, dass es für ihn keine Rolle spielt, ob du in der Anfangszeit noch etwas getan hast, was im Widerspruch zu deinen Gefühlen stand.

Versuch nach vorne zu schauen auf das Schöne und Schützenswerte und freu dich, dass du deinem Herzensmenschen begegnet bist. Das Hadern und Festhalten an der Vergangenheit nützt niemandem etwas.

Grundsätzlich könntest du trotzdem mal versuchen, deine Vergangenheit mit einem Therapeuten aufzuarbeiten, schon allein, um in der Zukunft Sachverhalte angemessen verarbeiten zu können. Tatsächlich würde ich sagen, dass du überdramatisierst in der Bewertung dessen, was da passiert ist. Man muss sich für so etwas nicht geißeln, auch wenn es sich falsch angefühlt hat. Wir Menschen sind fehlbar; mach es in der Zukunft einfach besser.
 
Das war die Kennenlernphase. Es war also kein Fremdgehen. Dein Freund weiß Bescheid und findet das nicht tragisch. Jetzt geht es darum zu lernen, dir selbst solche Dinge zu verzeihen und in Zukunft nicht mehr in solche Situationen zu kommen. Vielleicht hat dich das alles ja auch extrem mitgenommen und du versuchst Kontrolle zu erlangen, indem du dir die Schuld gibst.
 
Ich lese, wie akribisch du die gesamte Timeline rekonstruierst, wann welches Treffen war, wann welche Gefühle entstanden, wann du den anderen Mann zuletzt gesehen hast, wann du deinen heutigen Freund deine Gefühle gestanden hast, wann der erste Kuss war und wann ihr offiziell zusammenkamt.
Das wirkt fast so, wie jemand, der versucht, vor einem inneren Gericht seine eigene Schuld oder Unschuld zu beweisen.
Du sucht nach einem Urteil, das dich entlastet.
Das Problem ist nur, solange du selbst Richterin, Staatsanwältin und Angeklagte zugleich bist, wirst du immer wieder neue Anklagepunkte finden.
Denn die Fakten scheinen eigentlich geklärt, du warst damals Single, du hast nicht betrogen,
dein Freund kennt deine Geschichte und er ist cool.
Niemand außer du selbst scheint darin ein moralisches Vergehen zu sehen.
Trotzdem hältst du Daten fest, weil du hoffst, irgendwo den entscheidenden Moment zu finden, an dem du dich selbst schuldig sprechen kannst oder dich eben doch freisprechen darfst.
Dabei liegt die eigentliche Frage vermutlich gar nicht in der Chronologie, sondern in deinem Selbstbild und es fehlt dir schwer, Frieden mit dir selbst zu schließen und die Akte zu zumachen.
Niemand fordert mehr eine Strafe von dir.
Manchmal besteht der letzte Schritt der Verarbeitung nicht darin, etwas besser zu verstehen, sondern aufzuhören, dich dafür immer wieder vor Gericht zu stellen.
Das klingt einfach, ist aber für Menschen mit starker Scham oder Grübelneigung oft der schwierigste Teil.
Du musst lernen, dass du das Kapitel nicht erst dann abschließen darfst, wenn es makellos war.
Du solltest es abschließen, weil es vorbei ist.
 

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