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Coachingausbildung?

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Gast

Gast
Hallo, ich hatte mal eine Infoveranstaltung zum Thema Coachingausbildung. Ich habe in der Zwischenzeit verschiedene Sachen probiert und merke, dass ich andere gerne beraten und fördern möchte. Außerdem gefällt mir der Gedanke, allein arbeiten zu können.

Problem:
Ich bin eher zurückhaltend im freien Kontakt (also Plauderein ußerhalb einer Beratung oder Kennen lernen und so Zeit verbringen)
Die Leute sagen schnell, dass ich ruhig bin und das frustriert mich dermaßen, sodass ich dann wirklich still und vorsichtig werde
Der beste Sprecher bin ich nicht so (Artikulation und Sinn)
Ich befürchte, ein Helfersyndrom zu haben, möchte nämlich unbedingt das Leben anderer verändern können
Eventuell bin ich auch gar nicht so durchsetzungsfähig wie ich dachte, nehme Rücksicht auf andere und fühle mich eher in sie hinein, statt Kommandos zu geben
Ich habe Angst vor der Jobakquise, heutzutage wird jeder Coach und eine Ausbildung ist zeit- und kostenintensiv


Ich bin also nicht unbedingt der sozialste bzw. kommunikativste Mensch. Bisher kam mir noch die Idee, vielleicht in die Beratung zu gehen. Mich reizt das psychosoziale, aber vielleicht geht es sicherer mit sozialrechtlichen Dingen. Ich hatte mal Psychologie studiert, aber so richtig klar ist mir nicht, was ich damit machen möchte. Ursprünglich wollte ich eher im Hintergrund für Menschen Praktisches organisieren und Qualitätskontrollen machen. Allerdings vermisse ich tatsächlich den Kontakt zu Menschen und brauche Gespräche schon ab und zu.

Erfahrungen mit Menschen habe ich. Ich merke, dass mir das Beraten Spaß macht und gerne etwas für andere arrangiere. Hat jemand vielleicht alternative Ideen?
 
Hallo Gast,
da ich selbst auch als Coach arbeite und
auch Coaches ausbilde, kann ich dir viel-
leicht ein paar nützliche Informationen
geben.

Was dir die meisten Coachingausbildungs-
anbieter verschweigen werden ist, dass
der Markt für Coaching lange nicht so groß
ist wie allgemein angenommen, d.h. die
Nachfrage ist gering und der Markt quasi
aufgeteilt. Nur der Markt der Ausbildung
floriert (noch) 🙂

Eine gewisse Chance, mit so einer Tätigkeit
dein Einkommen zu bestreiten hast du dann,
wenn du einen Doktortitel (besser mit Prof.
davor) hast, um die 60 bist (oder eine sehr
attraktive Frau, um die männlichen Entschei-
der in den Unternehmen zu bezirzen), idealer-
weise einen wertig klingenden Namen hast -
irgendwas mit von oder zu oder adlig - und
dann extrem kommunikativ und aggressiv
auftreten kannst, viel Geld in dein Marketing
steckst, mehrere Sprachen sprichst, einige
Bestseller auf dem Markt hast und bereit bist,
um die halbe Welt zu fliegen, um mit ausge-
brannten, unglücklichen Menschen in "hohen
Positionen" (sprich: sinnlosen, aber hoch be-
zahlten Tätigkeiten) Gespräche darüber zu
führen, wie sie entweder noch "erfolgreicher"
werden oder wie sie die Probleme in ihrem
kleinen bisschen Privatleben, das ihnen noch
geblieben ist, lösen bzw. vertuschen können.

Ich denke, mit deiner Motivation wäre ein
Studium der sozialen Arbeit zielführender - da
kannst du dann in einer Beratungsstelle oder
auf einem Amt arbeiten und mit normalen
Menschen sprechen, die deine Unterstützung
auch brauchen und schätzen 🙂

Oder du machst es (wie ich) "nebenher", aber
nicht zwangsläufig als Hauptberuf. Auch eine
Ausbildung kannst du "nebenher" machen und
für wenig Geld. Das meiste, was man als Coach
können muss, lernt man im Leben, im Beruf,
aus guten Büchern, in den Coachinggesprächen
selbst - und ein bisschen was von erfahrenen
Coaches, die wissen, welche Werkzeuge man
für diese Tätigkeit braucht und sie einem zeigen
können.

Gruß, Werner
 
"...Ich befürchte, ein Helfersyndrom zu haben, möchte nämlich unbedingt das Leben anderer verändern können"

Zitat Ende.


Das klingt sehr naiv und sollte keineswegs ausschlaggebend für deine Berufswahl sein.

In welche Richtung willst du denn beraten?

Und auf Grundlage welcher Qualifikation?
 
Hallo Gast,
nur weil du unbedingt das Leben anderer Menschen verändern möchtest, leidest du nicht unbedingt am Helfersyndrom. Es wird dann krankhaft, wenn du keine Grenze ziehen kannst, du kein Nein mehr kennst und dein Leben darunter leidet. Solange es so ist, dass du Freude daran hast und du dich selbst nicht zu sehr forderst, ist es o.K.! Zumal dann, wenn es ein Job ist und du dafür bezahlt wirst. Es sei denn du fängst dann an, deinen Klienten deine private Nummer zu geben und rund um die Uhr für sie da zu sein. Natürlich kann es wirklich schön sein, anderen zu helfen.
Ich finde es auch nicht naiv, das Leben anderer verändern zu wollen. Das ist möglich, man muss sich halt nur bewusst sein, dass man nicht für jeden was ändern können wird, dass derjenige das auch wollen muss, dass es sehr schwer ist und die Erfolge meist nur langsam kommen oder erstmal kleiner sind als erhofft. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.
Solche Coachingausbildungen allerdings-hört sich erstmal nach Geldmacherei an. Vermutlich ist es irre teuer und ob das alles qualitativ so gut ist? Ich hab' schon so viele Seminare mitgemacht, die für die Katz waren. Ich glaub' wenn du das szialrechtliche oder was ähnliches machst und dann Erfahrung mit den Menschen sammelst und dir noch etwas anliest, Lebenserfahrung allgemein sammelst usw., dann kannst du schon mehr als du vermutlich bei der Coachingausbildung lernst. Glaub' das würde dich im Moment auch viel zu sehr unter Druck setzen, wenn das die einzige abgeschlossene Ausbildung ist. Viel zu schwierig für den Anfang. Du musst ja auch noch lernen, lockerer im Umgang mit Menschen zu werden. Lass dir Zeit und mach' erstmal was leichteres, sichereres.
Angela
 
Braucht man dafür ne richtige Ausbildung?
Das ist doch eher freiberuflich oder!?

Das schließt sich ja nicht aus. Auch ein Architekt ist
ein Freiberufler und hat eine fachliche Ausbildung
bzw. ein Studium. Das Problem ist schlicht, dass es
keine staatlich anerkannte Ausbildung für Coaches
gibt, ebensowenig wie für Heilpraktiker oder Psycho-
logische Berater - nur können da die Coaches, Heil-
praktiker oder Berater nichts dafür.
 

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