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Chef tickt ständig aus, bestraft mich unfair

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Fitnessgirl98

Gast
Hallo zusammen,

ich bin vom gestrigen Arbeitstag sehr genervt.

Ich habe am 01.06. im gleichen Unternehmen an einem anderen Standort angefangen. Ich habe eine neue Teamleiterin, aber den gleichen Ortschef wie bisher, er betreut mehrere Standorte. Ich Arbeite 50%. Ich bin als angelernte Aushilfskraft angestellt, mache aber quasi alle Arbeiten, die von gelernten Arbeitskräften gemacht werden.

Und eigentlich gefällt mir die Arbeit dort sehr gut. Ich denke auch, ich mache die Arbeit gut, ich bekomme viel Lob von Kunden. Aber im Gegensatz zum vorderen Ort bekomme ich kaum Lob, weder von der Teamleiterin, noch vom Chef. Und der Chef war zuvor einer, der gerne Mal gesagt hat, wie sehr er Mitarbeitende schätzt. Ich habe das Gefühl, Lob kommt gar keins, und es wird nur komplett übertrieben kritisiert.

Allein in den letzten 2-3 Wochen gab es mehrere Vorfälle, wo ich auf sehr aggressive Art kritisiert wurde.

- Kurz vor Feierabend, ich war alleine vor Ort, kam eine Frau mit einer Behinderung als Begleitung eines Kindes, die medizinische Schuhe tragen musste. Eigentlich müssen Kunden Hallenturnschuhe tragen. Ich war mir aber nicht sciher, was bei medizinischen Schuhen gilt. Darum habe ich der Frau, zumal sie nur als Begleitung des Kindes rein wollte, Plastiküberzieher gegeben und sie so reingelassen. Ich war mir unsicher, aber habe nach bestem Gewissen und im Sinne der Kulanz gehandelt. das habe ich dem Chef so in einer E-Mail geschrieben. Am nächsten Tag hat er mich vor Kunden regelrecht angeschrien, ich hätte mich *gefälligst* bei allen Kunden an die Vorgaben zu halten, ich hätte mir nicht *anzumassen* selber Regeln aufzustellen.

- Der nächste Vorfall war ähnlich. Eine gute Arbeitskollegin von meinem alten Standort kam als Kundin vorbei und wir kamen in Gespräch. Sie hat mich irgendwann gefragt, ob ich denke, dass es möglich wäre, dass sie auch an diesen Standort wechselt. ich habe ihr gesagt "ich weiss nicht, ich denke es ist durchaus möglich, meines wissens nach wird demnächst eine Stelle frei. Frag doch einfach mal an". Die Kollegin hat dann eine Mail geamcht und mich ins CC genommen, wo sie wirklich ganz unverbindlich gefragt hat, ob sie wechseln könnte, sie hätte von mir erfahren, dass vielleicht etwas frei würde. Ich wurde daraufhin wieder vom Chef regelrecht angeschrien, ich hätte keine Internen informationen an Fremde rauszugeben, ob und wann heir Jobs freiwerden, sei nicht mein Bier, und er brauche keine Mitarbeiter von anderen Standorten die eine Stelle *einfordern*. Das war mir mega unangenehm ich habe ja weder gesagt wer, warum und wann aufhört (das wüsste ich nicht mal), noch hat die Kollegin irgendwas *eingefordert*, die Mail war ganz unverbindlich und freundlich (wäre es vielleicht möglich...falls etwas frei würde...).

- Eine Gruppe von Kunden hat mich nach einem bestimmten Event gefragt. Ich habe gesagt, dass das nicht in Planung sei. Sie haben mich daraufhin gefragt, ob es in die Planung aufgenommenw erden könne. Ich habe geantwortet, dass ich da leider nichts mitreden kann, aber dass sie doch direkt auf die Eventverantwortlichen zugehen sollen und Interesse bekunden. Zwei tage später kommt die Teamleiterin im Auftrag des Chefes zu mir. Ich hätte den Leuten *versprochen*, dass das Event stattfindet, und ich hätte mir das nicht *anzumaassen*. Es hat tatsälich eine Person geschrieben, ich hätte gesagt, dass das Event stattfindet. Aber es ist nix neues im Kundenkontakt, dass Kunden machmal mit oder ohen böse Absichten behaupten, man hätte was versprochen, das passiert immer wieder. Die anderen Personen haben geschrieben, ich hätte ihnen gesagt, sie sollen ihr Interesse am Event bekunden.

- Wir dürfen Arbeitskleidung, die wärhend dem laufenden Arbeitstag verschwitzt/schmutzig wird vor ort in der Maschine waschen. Am Abend soll die letzte Garnitur nach haus egenommen werden und für den nächsten Tag zuhause gewaschen werden. Als ich angefangen habe, haben alle Kolginnen und Kollegen ihre Arbeitskleidung trotzdem am Abend gesammelt und die erste Person am nächsten Tag hat einfach dann die Maschien eingeschaltet. Mir wurde gesagt, das sei hier einfach so üblich. Nach einiger Zeit bekam ich eine SMS meines Chefs, er hätte festgestellt, dass ich alle meine Arbeitskleidung dort waschen würde. Ich ahbe geantwortet, dass das stimmt, da mir gesagt wurde, das habe sich erüblicht im team, dass man sich die gegenseitig vor Ort wäscht, aber dass ich aufhöre mcih zu beteiligen, wenn er das wünscht. Seine Antwort: Du kannst dir nicht *anmassen* eine *Extrawurscht*zu kreieren, für dich gilt das Reglement, lesen hilft.

- Gestern der Vorfall, der mich am wütesten gemacht hat. Ich war ca.eine Stunde zu früh bei der Arbeit. Ich habe mich für die Zeit in den Pausenraum gesetzt und etwas gelesen. Es war keine einzige andere Person da, ich habe also niemanden gestört. Der Chef war auch nicht da. Später am Tag kam eine aufgelöste Kollegin zu mir, und sagte mir, sie solle mir vom Chef ausrichten, ihm sei geneldet worden, dass ich mich in meiner Freizeit im Pausenraum aufgehalten habe, und dass das verboten sei, und wenn er das noch einmal erfahren, gäbe es eine Verwarnung. Ich habe daraufhin den einzigen kollegen, der mich dort gesehen hat, angesprochen. Er hat sogleich zugegeben, dass er gepetzt hat, aber auch nur, weil er selber eine Verwarnung bekommen hat, weil er an einem arbeitsfreien Tag im Pausenraum war. Ich habe daraufhin den Chef angerufen, und ihm erklärt, dass ichvor der Arbeit da eine Weile gelesen habe, aber niemanden gestört habe. Der Chef meinte sogleich, in der Hausordnung für Mitarbeitende steht, dass der Pausenraum nicht für private Zwecke genutzt werden dürfe, das gelte auch für mich, ich dürfe mir nicht *anmaassen* Ausnahmen zu machen. Lesen und denken helfe. Ich finde, wenn ich etwas zu früh zur Arbeit komme und dort warte, ist das keine private Nutzung. Er besteht aber darauf, dass das eine private Nutzung sei.

Ich finde die Reaktionen werden immer unangemessener bei gleichzeitig komplett wegfallendem Lob.

Am Donnerstag habe ich nun ein Mitarbeitergespräch, und ich möchte das gerne ansprechen. Aber ich weiss noch nicht wie und in welcher Form es strategisch am gescheitesten ist. Ich möchte die Stelle behalten, da ich wie gesagt den job gerne mache und von den Kunden direkt immer viel gutes Feedback erhalte für meine Kurse.
 
Hallo.

Puhh was für ein Ton von deinem Chef!

Ich kann gerade nicht verstehen, dass du dich nicht parallel woanders bewirbst.

Selbst wenn du Fehler machst, das sagt man als Chef in einem freundlichen Ton, wenn es das erste Mal passiert. Duzt er dich auch noch einseitig?

In dem Mitarbeitergespräch wirst du keine Chance haben, irgendetwas vorzubringen. Dein Chef hat keinerlei Respekt vor dir und einen unterirdischen Ton am Leib.

Dass Kunden einem gerne das Wort im Mund verdrehen kenne ich auch und hat mich auch schon geärgert.
Das wissen Chefs aber auch und da hätte er dir glauben sollen, wenn du ihm sagst, dass du das so nie gesagt hast.

Wenn dein Chef ein Choleriker ist, kommt sowieso kein Argument an.
Ist der Job so toll ansonsten, dass du diesen Chef in Kauf nimmst?
 
Ich finde die Reaktionen werden immer unangemessener bei gleichzeitig komplett wegfallendem Lob.

Am Donnerstag habe ich nun ein Mitarbeitergespräch, und ich möchte das gerne ansprechen. Aber ich weiss noch nicht wie und in welcher Form es strategisch am gescheitesten ist. Ich möchte die Stelle behalten, da ich wie gesagt den job gerne mache und von den Kunden direkt immer viel gutes Feedback erhalte für meine Kurse.


Ich lese bei dir nichts von Anmaßung. Sondern von Gedankenlosigkeit und Missverständnissen.

Das mit dem Pausenraum ist eine Versicherungssache. Bist du schon im Dienst, ist es o.k. bist du noch nicht im Dienst, dann nicht. Warum warst du eine Stunde zu früh da? Hast du was Dienstliches gemacht oder was Privates?

Das mit der Waschmaschine ist nachvollziehbar. Da zieht auch offensichtlich nicht das Argument "alle" machen das.

Das mit der Job-Anfrage war von deiner Freundin ungeschickt. Warum stehst du mit in der Mail? Das kann sich der Chef so drehen, obwohl es harmlos war.

Ob das mit der Kulanz so gut war, kann ich nicht beurteilen. Ich würde an deiner Stelle mich an die Regeln halten und die für alle anwenden.

Du solltest dich davon verabschieden, von Lob abhängig zu sein. Mach einfach deine Arbeit. Freu dich über das positive Feedback der Kunden, aber erwarte kein Lob von diesem Chef.

Ich würde an deiner Stelle bei dem Gespräch nicht ansprechen, dass dir Lob fehlt. Sprich über das gute Verhältnis und positive Feedback der Kunden.

Mach klar, dass du dich an die Regeln halten willst.

Was erwartest du dir von dem Gespräch?
 
Eigentlich ist mein Chef kein Choleriker, er war wie gesagt früher anders. Wir waren wegen Corona eine Weile geschlossen, und während der Schliessung habe ich den Standort gewechselt. Früher war er sehr herzlich und hat probleme ruhig und konstruktiv angesprochen.

Es geht mir auch gar nicht darum, ob das was ich gemacht habe richtig oder falsch war, sondern um die Art. (Ausser bei der Situation mit der Kollegin sowie bei den Kunden und dem Event, dort habe ich wirklich nichts falsch gemacht!) Vor allem wenn etwas das allererste Mal eintritt. Es ist menschlich, dass man mitzieht, wenn einem langjährige Mitarbeiter sagen, es sei hier üblich, alle Kleidung vor Ort zu waschen. Wir haben das Gebot, im Zweifelsfall immer kulant gegenüber Kunden zu sein. Es ist normal, dass (insbesondere Aushilfsarbeitskräfte) mal ohne böse Absichten Abweichungen produzieren. Zumal keiner der Vorkommnisse irgend einen Schaden produziert hat. Da sollte man mir, finde ich, als Chef beim ersten mal einfach normal sagen: medizinische Schuhe gelten nichts als Ausnahme, das nächste Mal muss die Frau entweder draussen warten oder Hallenschuhe bringen. Bitte wasch alle deine Kleidung zuhause, egal was die anderen tun oder sagen. Wenn du früher kommst, bleibe bitte draussen, aus Grund XYZ solltest du die Zeit nicht im Pausenraum verbringen.
 
Ja, das weißt du ja jetzt alles. Ausserdem bist du keine Aushilfe.

Erkläre doch mal bitte, was du von dem Gespräch erwartest. Und bitte: wo bestraft er dich denn? Er macht seinem Unmut Luft, aber Strafe sieht doch anders aus!
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin offiziell als "Hilfsarbeitskraft" eingestellt. Dass ich gewisse Kurse (Zumba Anfänger, Gruppe Indoor-Fahrrad) gebe, liegt an meiner langjährigen Anstellung und daran, dass das technisch keinen Anspruch hat, man muss nur selber die Bewegungen korrekt vorzeigen können und die Leute gut anfeuern können.

ich möchte mich für mich selber einsetzen, da ich das nicht okay finde. Ich denke, dem Chef ist es bewusst, es haben bereits zwei personen gekündigt, aber die hatten keinen Mut es anzusprechen. Ich habe das gefühl, dass er von noch weiter oben beauftragt bekommen hat so mit uns umzuspringen, aber das kann ich natürlich nicht sagen.
 
Über den Umgang würde ich in dem Gespräch gar nicht reden. Ich würde über deine Tätigkeiten sprechen und die Zukunftsaussichten in dem Betrieb.

Ich kann mir nicht ernsthaft vorstellen, dass so ein Umgangston erwünscht ist. Er möchte ja nicht, dass alle Mitarbeiter wegen ihm kündigen.

Es war dir das mit dem Pausenraum und der Waschmaschine bekannt, auch, dass das eigentlich nicht geht mit den Schuhen bei dem Kind. Aber so eine Reaktion des Chefs verschlechtert doch nur das Arbeitsklima. Lob kannst du bei dem vergessen, ist aber auch nicht nötig im Arbeitsalltag.
 
Dein Chef verhält sich unprofessionell.
Ich würde mir diesen Ton künftig verbitten, berechtigte Kritik kann ruhig und sachlich vorgebracht werden.

Jemandem, der auf medizinische Schuhe angewiesen ist, den Zutritt verweigern? Ist dies das, war er möchte? Das würde ich geklärt wissen wollen.

Sei gegenüber Kollegen mal nicht so naiv-vertrauensvoll. Was sie selbst praktizieren - Wäsche - muss einer ja in Deinem Fall dem Chef gesteckt haben, oder wie hat er das "gemerkt"?
Haben die anderen ihr Zeug aus der Maschine, Du hattest frei und Deins blieb drin, Chef kam vorbei? Nicht sehr kollegial.
Auch die Pausenraumgeschichte nicht.
Der Kollege hätte Dich ja darauf aufmerksam machen können.

Sicher, dass Du Dich nicht woanders bewerben möchtest?
 
Das ist kein normales Angestelltenverhältnis, das hier ist wie im alten Rom, ein Haufen voller Sadisten, Spinnern, Ja-Sagern und Wasserträgern, die jede Gelegenheit nutzen, einen an die Wand zu fahren.

Was gibts da noch zu besprechen?

Ich hatte sowas noch bekloppter erlebt. Klopapierrollen wurden gezählt, nach der dritten Rolle in einer Woche auf der Herrentoilette mußten mein Kollege und ich ins Personalbüro. Ich habe dann das System durcheinandergebracht, indem ich für den Kollegen und für mich eine XXL-Packung gekauft habe.

Mußte man pissen oder groß, gelbe oder rote Karte vorzeigen fürs große Geschäft.

Arbeitete man im Lager, mußte man sich beim Schichtleiter persönlich melden und abstempeln.

Für jeden Pups gabs ne Anweisung. Ganze Ordner voll davon, die keine Sau mehr geblickt hat.

Mußte man mit dem Chef persönlich sprechen, so ein Typ, 500 Millionen schwer, saß man vor seiner Sekretärin, man sprach mit der, die sprach mit ihm, er mit ihr und sie mit Dir. Völlig verrückt. In den Jahren, in denen ich da war, hat der mich nicht einmal angeguckt. Für den ist man als Mensch einfach nur ne MA-Nr. Der hatte ne Schwanger angebrüllt, daß die heulend zusammengebrochen ist vor meinen Augen. Die kam nie wieder zur Arbeit. Ein anderer kam aus der Pause nicht mehr zurück, ist einfach heimgefahren, hatte die Schnauze voll. Einmal weigerte ich mich einen Kunden zu bedienen, bei dem der Chef persönlich die ganze Sache verkackt hatte. Anschließend wurde ich freigestellt und durfte heimfahren, das wars.

Ich kann Dir empfehlen besser Regale aufzufüllen als wie ich weiterzumachen, was dann auf der Rosacouch beim Psycho Dok endet. Die sind alle bekloppt bei Euch in der Firma. Da würde ich eher noch Trauben lesen gehen und Äpfel ernten als mir die Scheisse da noch anzutun. Die sind alle krank im Hirn. An Dir liegt es nicht. Da kann man nur arbeiten, wenn man sein Hirn an der Pforte abgibt, als Systemmensch funktioniert, weder lächelt noch sonstwas. Ich würde da gar keine Pausen mehr machen, sondern durcharbeiten, die Folge ist, dass Dich dann keiner mehr anpissen kann. Ich wurde mal angepisst, weil ich m Pausenraum den Lichtschalter betätigt habe, denn Strom kostet Geld. Die hatten sogar ne Domkamera im Pausenraum mit Mithörfunktion. Habe ich mal im Videoraum gesehen, daß auch noch reingehört wird, als ich mich in der Tür irrte und im Ü-Raum gelandet bin. Echt cool. Auf dem Klo gabs´n Sensor, hat man länger als 5 Min. dort vollbracht, ging das Licht aus und man saß im Dunkeln.

Ging der scheiss COmputer nicht, kam direkt einer gerannt, man würde hier keine ABM Maßnahmen machen und man wäre fehl am Platze.

Für ne Briefmarke mußte man ein Portobuch ausfüllen und durchs ganze Gebäude in die Buchhaltung laufen, man könnte sich sowas ja einstecken, wenn das offen rumliegen würde, ja klar.

Man mußte sogar für defekte Geräte haften und eine Haftungserklärung unterschreiben, sonst wird man in dem Saftladen nicht eingestellt. Und wehe, der Drucker geht wegen Dir kaputt.

Danach habe ich mir einen Fabrikjob gesucht, wo ich den ganzen Tag nur einen Handgriff machen mußte, das war für mich wie Therapie. Das erste Mal habe ich mich als Mensch gefühlt. Bürojobs sind teilweise wirklich wie im alten Rom, schlimmer geht immer.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nix wie weg da. Da bringt alles Reden und Tun nix. Ich war selbst mal eine zeitlang in der Seifenproduktion angestellt. Da gings zu wie im Arbeitslager. Die Chefin wurde von allen nur Hexe genannt, ich habe sehr bald gemerkt, was der Grund für diesen netten Kosenamen war.
Du musstest stur dein Geschäft erledigen, Stunde um Stunde. Nicht links schauen, nicht rechts schauen und schon gar nicht mit irgendwem reden, der zufällig bei dir am Fließband vorbeikommt. Das war die Todsünde.
Einmal hatte ich eine starke Erkältung und bat die Mitarbeiterin, die am Anfang vom Band stand und die Seifen einlegte, die ich verpacken musste, sie solle bitte kurz mit dem Einlegen warten, da ich mir die Nase putzen musste. In dem Moment kam die Chefin ums Eck, sah, dass das Band leerlief und begann rumzubrüllen und uns beiden mit Kündigung zu drohen.

Sitzgelegenheiten gab es nirgends, auch nicht für Arbeiten, die man locker hätte im Sitzen verrichten können. Einmal musste ich retournierte Seife "saubermachen" (mit dem Cuttermesser die dreckigen Stellen abschaben) und hatte derart Rückenschmerzen, dass ich mich so halb auf den rumstehenden Tisch, an dem ich gearbeitet habe, gesetzt habe. Ich bekam Blicke der Mitarbeiter zugeworfen, als hätte ich ihnen ins Gesicht gespuckt, da ich mich ja erdreistete, mich so halb hinzusetzen. Dann kam die Chefin vorbei und sagte mir, dass ich sofort aufzustehen hätte, rumsitzen könne ich zuhause.

Aufs Klo durfte man maximal alle 2 Stunden und da wurde dann auch die Zeit gestoppt. Blieb man länger als 5 min weg, bekam man das vom Lohn abgezogen. Echt wahr. Wenn man auf die Toilette musste, musste man sich jedesmal Ersatz suchen, der sich in dieser Zeit für dich ans Band gestellt hat. War kein Ersatzmann verfügbar, Pech gehabt. Dann musste man halt so lang ausharren, bis zufällig jemand vorbeikam, der sich mal eben gnädigerweise ans Band stellt.

Ich war heilfroh, als ich dort nach 3 Monaten gekündigt wurde und aus dem Laden rauskonnte. Sowas hält doch kein normal denkender Mensch psychisch durch auf Dauer.
 

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