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Chef sabotiert mein Home Office.

Sieh es mal aus seiner Warte: Warum muß Dein Chef Mehrarbeit machen, nur weil Du im homeoffice statt im Büro bist?
Post einscannen und per mail an Dich weiterleiten, Telefon umstellen etc.

Wenn Du Akzeptanz für die Home-office-Regelung erreichen möchtest, muß der Chef keinen Unterschied zur Anwesenheit im Büro spüren und möglichst noch Vorteile sehen.

Aktuell hat er die Mehrbelastung durch nervige Orga- und Bürotätigkeiten. Das wird ihm nicht gefallen. Und er hat ja auch seine eigene Arbeit, da kann es durchaus vorkommen, daß er nicht daran denkt, Unterlagen an seine Mitarbeiterin weiterzuleiten oder das Telefon umzustellen.

Ich meine, Du müßtest für all solche Arbeiten eine Lösung finden, die nicht den Chef belastet. Entweder Du läßt die Post zusammenkommen und scannst die selbst ein an den Tagen an denen Du da bist oder Du findest jemand anderen für die Aufgabe. Vielleicht die Auszubildende? Und kannst Du Dein Telefon nicht ständig aufs Diensthandy umleiten? Ich mache das so. Für homeoffice sowieso, aber auch wenn ich im Büro bin, ist umgestellt und ich telefoniere mit dem Diensthandy. Ist praktisch, wenn man gerade mal eben außerhalb des Büros ist und doch erreichbar. Dann würde die Umstellerei ganz entfallen.

Als Chef hätte ich jedenfalls auch keine Lust, mich um solchen nervigen Kleinkram zu kümmern.

Naja das stimmt nur teilweise. Wenn z.B. wichtige Unterlagen reinkommen, machte er es bisher immer so, dass er mir handschriftlich einen halben Roman dazu hinlegt, dessen Inhalt ich aufgrund seiner katastrophalen Schrift ohnehin nur erahnen kann.

Das könnte man auch massiv abkürzen, indem man die Unterlagen einfach einscannt oder abfotografiert (gibt ja mittlerweile sogar Handy-Apps, die wandeln Fotos in pdf um) und mir eine E-Mail mit diesen Unterlagen schickt. Das Tippen der Mail mit den nötigen Infos geht doch 100x schneller und verbraucht auch weniger Papier, als wenn man da noch irgendwelche Schmierzettel dranheftet.

Das Telefon umstellen ist eine Sache von 10 Sekunden und sollte auch für einen so vielbeschäftigten (Ironie) Mann kein Ding der Unmöglichkeit sein. Davon abgesehen sind das ja tatsächlich alles Aufgaben, die wunderbar ein Azubi übernehmen könnte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Soweit ich weiß herrscht laut der aktuellen Pandemieverordnung sogar eine Pflicht für HO wo möglich. Leider gibt es immer noch viele uneinsichtige Arbeitgeber, die eine 5-min Tätigkeit vorschieben um ihre Leute ganztags ins Büro zu beordern. Da bräuchte es in meinen Augen deutlich härtere Strafen (bzw. überhaupt Strafen).

Was uns viel gebracht hatte war, dass wir immer wieder betonten, wie wichtig wir es halten, dass er uns gut durch Corona führt. Also nicht "eigentlich brauchen wir dich gar nicht" (die große Sorge von Chefs) sondern den Fokus mehr auf "gerade jetzt brauchen wir dich besonders dringend, dass alle gut durch diese Zeit kommen".
Allerdings war mein Chef nie ein Coronaleugner. D.h. man konnte immer vernünftig mit ihm reden, auch wenn es nicht immer was gebracht hat.

Denn auch bei uns hat HO eher Vorteile. Ich bin ausgeschlafener. Der Krach der Kollegen ist weg, weshalb ich mich besser konzentrieren und somit mehr in kürzerer Zeit schaffe. Auch die Kollegen, welche noch ins Büro mussten (weil sie manche Arbeiten nur dort machen können) profitierten von dem gesunkenen Lärmpegel. USowie davon, nicht ständig von Leuten angesteckt zu werden (gibt nicht nur Corona), die genauso gut von daheim aus hätten arbeiten können.

Notizen kann man gut über Chatprogramme wie Teams austauschen. Klappt bei uns hervorragend. Alles, was man sich sonst auf dem Flur gesagt hätte, tauschen wir nun darüber aus. Der Kunde wird direkt aufs Geschäftshandy geleitet.
 
Ich denke wir sind uns aber schon alle einig, dass eine Führungskraft lieber arbeiten sollte anstatt rumzuzicken, oder? Und so wird es nunmal beschrieben.

Es wurde aber auch nicht gesagt, dass er seine Arbeit nicht macht. Bzw. nur weil gesagt wurde, dass er bockig ist und rumzickt, heißt das nicht, dass er nicht auch seine Arbeit erledigen kann.

Davon abgesehen sind das ja tatsächlich alles Aufgaben, die wunderbar ein Azubi übernehmen könnte.
Dann kläre es doch mit einem Azubi ab.
 
Fakt ist, der Chef ist genervt, weil homeoffice die für ihn gewohnten und eingeübten Abläufe verändert.
Ein genervter Chef ist nie gut. Also sollte man nicht mit dem Finger auf ihn zeigen mit der Haltung "Er könnte doch..." oder " Warum macht er nicht..." oder "Das wäre doch kein Aufwand für ihn".

Ehrlich? Ich schreib auch meinen Mitarbeitern lieber schnell einen Zettel oder einen Hinweis an den Rand der Eingangspost als eine Mail oder mich gar an den Scanner zu stellen. Vielleicht auch ein Generationenthema.
Und mich nervt es auch, wenn meine Mitarbeiter nicht im Büro nebenan sitzen und ich mal eben rüber gehen kann, um was zu besprechen. Und ich zum Telefonhörer greifen muß. Mich nervt es, daß ich nicht mal eben eine Info rüberrufen kann, sondern eine Mail schreiben muß.

Trotzdem liebe ich homeoffice für mich selbst.

Ich kenne halt beide Seiten, da ich selbst Vorgesetzte bin, aber auch Mitarbeiterin höherer Vorgesetzter.

Ich erwarte, daß meine Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz und ihre Arbeit so organisieren, daß ich möglichst nicht mit Kleinkram behelligt werde. Ich wäre sicher nicht angetan, mehrmals in der Woche daran denken zu müssen, das Telefon bzw bei mehreren Mitarbeitern im homeoffice die Telefone umzustellen. Da erwarte ich schon, daß meine Mitarbeiter sich selbst um sowas kümmern.

Liebe TE, mit Deiner Erwartungshaltung wirst Du Deinen Chef nur darin bestätigen, daß Homeoffice seiner Mitarbeiter für ihn nicht gut ist.
Aber ihn sicher nicht für diese Arbeitsform begeistern. Du willst die Veränderung, nicht er. Aktuell muß er sie aufgrund von Corona und der gesetzlichen Regelung ermöglichen, aber wenn er keinen Benefit dadurch hat, wird er das wieder zurückholen sobald er kann.
Also kann es doch nur in Deinem Interesse sein, Deine Homeofficetätigkeit zu organisieren, daß er überrascht und begeistert ist, weil es für ihn nichts oder wenig Negatives, dafür viel Positives bringt.
Liebe TE versuche eine positive gute Verbindung zum Chef aufzubauen. Das ist viel wert, wenn es um eigene Wünsche zur Gestaltung der Arbeit geht.

Und ansonsten bleibt ja immer noch klar zu formulieren, daß man ansonsten eine andere Arbeitsstelle annehmen wird. Wenn man eine gute bis sehr gute Mitarbeiterin ist und ein sehr gutes Vertrauensverhältnis zum Chef hat, wird er sich das zweimal überlegen. Ich habe auf die Art schon vor Jahren freie Arbeitszeiten, homeoffice und aktuell mein zweites Sabatjahr durchgesetzt. Aber dafür muß man jemand sein, der so eigenständig und qualitativ hochwertig seine Arbeit organisiert, daß man denjenigen auf keinen Fall im Unternehmen verlieren möchte und dazu auch als Chef zu Zugeständnissen bereit ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Bist du die einzige im Homeoffice? Wie richten sich die Kollegen ein? Ich bin kein Freund von Homeoffice, da ich sehe, wie es bei uns abläuft. Homeoffice = volles Geld + 50 % mehr Freizeit. Dein Chef hat dir zähneknirschend Homeoffice eingeräumt, weil er musste. Nun steht er da, stellt Telefone um, scannt und schickt dir die Scans. Auch nicht prickelnd. Könntet ihr die Büros entzerren und/oder Gleitzeitregelungen ausreizen ("Schichtsystem" einführen)? Regelmäßiges Lüften sollte nicht ausbleiben, weil ein Kollege friert. Er könnte so lange das Zimmer verlassen und sich eine Jacke überziehen. Bis es wieder so warm wie vorher ist, dauert es sicher nicht lange.
 
Hier geht es doch nicht darum, ob der Chef blöd ist oder nicht. Hier geht es doch darum, dass die TE gerne weiterhin im Homeoffice arbeiten möchte.
Und Stand jetzt hat der Chef es halt ausprobiert, dass seine Mitarbeitenden im Homepffice arbeiten und erkannt, dass es für ihn nicht klappt... unabhängig davon, wer Schuld ist und wer was versäumt hat - aber es klappt für ihn einfach nicht.

Natürlich kann man dem Chef die Schuld in die Schuhe schieben und ihn verantwortlich machen. Und man kann ihn natürlich auch auf seine Versäumnisse hinweisen. Aber wenn er das Gefühl hat, dass Homeoffice für ihn nicht klappt, wird er als Konsequenz die Mitarbeitenden wieder zurück ins Büro holen, sobald es möglich ist.

Aber die TE möchte doch in der Pandemiephase und evtl. darüber hinaus im Homeoffice arbeiten. Dann bringt es doch nichts zu sagen, was für ein Idiot der Chef ist. Sie muss sich die Abläufe so einplanen, dass es auch im Homeoffice klappt. Und wenn der Chef inkompetent ist oder da nicht mitmacht, dann muss sie schauen, dass sie es zum Beispiel mit den Kollegen bzw. Azubi klärt.
 
Ich vermute kaum, dass du es deinem Chef irgendwie recht machen kannst,

Das würde ich nicht komplett unterschreiben. Mein Chef war früher auch kein Freund von Homeoffice... nur in Ausnahmefällen (wenn was mit den Kindern ist, oder wenn man Handwerker erwartet) durften wir von zu Hause arbeiten.
Nun sitzen wir aber seit Mitte März 2020 im Homeoffice und meine Kollegen und ich haben da schon einen Sinneswandel beim Chef erlebt. Er ist dem Homeoffice mittlerweile viel aufgeschlossener und hat auch gesagt, dass es gut ist, wenn wir nach der Pandemie ca. 2 Tage die Woche von zu Hause aus arbeiten.

Ich kann mir vorstellen, dass auch dein Chef, liebe TE, dem Ganzen aufgeschlossener wird, wenn er merkt, dass Homeoffice klappt. Aber an dem Punkt ist er noch nicht. Er ist gerade an dem Punkt, dass er lästige Aufgaben, wie Scannen und Telefonweiterleitungen übernehmen muss. Daher mein Tipp: Schau zu, dass du das mit Kollegen so organisierst, dass der Chef einfach so wie bisher arbeiten kann wie er es gewohnt ist und es ihm dann egal ist, wo ihr gerade sitzt.
 
Ich sehe es so: es ist aktuell scheißegal, ob es mir passt, dass ich meine Betriebsprozesse abändern muss. Wir leben in einer Pandemie und die Vorschrift besagt, dass man die Mitarbeiter gefälligst ins HO zu schicken hat, so die Arbeit von dort aus getan werden kann.

Das muss man nicht toll finden und nach Corona kann man das auch wieder anders handhaben, aber aktuell ist das so. Mangelnde technische Ausstattung ist für mich kein Grund, die Leute in die Büros zu zitieren. Corona ist schon 1 Jahr und die Pflicht zum HO kam erst 3 Monate nach Beginn des Herbstlockdowns. Wer trotz steigender Zahlen immer noch untätig war und nicht für die nötige Ausstattung gesorgt hat, ist in der Tat nicht als Führungskraft geeignet und sollte die Konsequenzen (gestörte Abläufe) gefälligst tragen. Immerhin hatte man Monate Zeit um sich vorzubereiten.

Es kann nicht sein, dass die einen schon seit Monaten schließen müssen, während andere so gar nichts dazu beitragen, die Zahlen weiter zu senken, sondern sie im Gegenteil in die Höhe schießen zu lassen. Aktuell müssen aber alle ein Opfer bringen, da halte ich HO wo möglich ehrlich gesagt noch für ein kleines Opfer. Da der Chef laut der TE Coronaleugner ist, glaube ich auch nicht, dass es ihm wirklich um den Mehraufwand geht, sondern um das bei Leugnern zwanghafte Bedürfnis, allen ihre Meinung aufzuzwingen.

Wer nicht damit klarkommt, dass Abläufe sich ändern, sollte kein Unternehmen gründen, sondern am besten Sachbearbeiter beim Finanzamt werden. Denn der Markt zwingt einen ständig zu Änderungen, so auch jetzt.

Bei uns hatte man schon vor Corona Technik zum mobilen arbeiten besorgt. Die Kapazitäten mussten mit Corona natürlich stark aufgestockt werden. Es wurde einmal alles so vorbereitet, dass die Mitarbeiter munter zwischen Büro und HO wechseln können. Das machte der Chef schon aus Eigeninteresse, da zumindest wir zeitweise damit gerechnet hatten, dass uns als nicht systemrelevante Branche ein generelles Büroverbot treffen könnte.
Wenn der Chef seine Leute also nicht ständig ins Büro zitieren würde, müsste er die Anlagen und Prozesse auch nicht ständig umstellen. Einmal von Papier auf digital umgestellt, funktioniert das auch gut im Büro. Und kurze Nachrichten oder Anweisungen gehen problemlos per Chat, längere auch über die dortige Call-Funktion. Wir senden uns nur selten E-Mails...
 
Mangelnde technische Ausstattung ist für mich kein Grund, die Leute in die Büros zu zitieren.

Das ist schön, dass du das so siehst.
Sieht aber das Bundesministerium für Arbeit und Soziales aber anders.

Technische oder organisatorische Gründe, wie z.B. die Nichtverfügbarkeit benötigter IT-Ausstattung, notwendige Veränderung der Arbeitsorganisation oder unzureichende Qualifizierung der betroffenen Beschäftigten können i.d.R. nur vorübergehend bis zur Beseitigung des Verhinderungsgrunds angeführt werden.
 

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