Komischerweise sieht man heutzutage auch kaum noch einen Bundeswehrangehörigen mit Uniform auf der Strasse. Warum wohl? Offensichtlich sind sie sich selber peinlich. Warum stehen sie denn sonst nicht dazu?
Es mag vielleicht Soldaten geben, die sich selbst peinlich sind. Die Mehrzahl der Bundeswehrangehörigen dürften allerdings eher der Weisung der Führung (seit mindestens 2013) folge leisten, sich in der Öffentlichkeit "besser" nicht als BW-Angehörige zu offenbaren. Das tragen der Uniform außerhalb der Kasernen ist zwar nicht verboten, aber es geschieht "auf eigene Gefahr". Soldaten sind verpflichtet ihre Gesundheit zu erhalten. Soldaten sind verpflichtet sich in der Öffentlichkeit so zu verhalten, dass sie den Ruf und das Ansehen der Bundeswehr nicht schädigen. Wie ist das nun, wenn ein Soldat angegriffen wird, nur weil er durch das Tragen der Uniform als Soldat identifiziert wurde und eben als Soldat angegriffen wird? Abgesehen von solchen unangenehmen Diskriminierungen: Will man als Soldat wirklich nach Feierabend, in seiner Freizeit, auf dem Weg nach Hause, irgendwas riskieren (Anschiss, Geldstrafe, Verwarnung) nur weil man seine Uniform nicht korrekt trägt oder irgend etwas anderes tut, was ein Feldjäger ahnden darf/muss?. Ist nämlich die Frage wie sehr man sich mit seinem Job identifiziert, auch und gerade als Soldat.
Ich sehe oft genug Soldaten. Meist in einfachem Flecktarn. Soweit ich das beurteilen kann, ist denen weder was peinlich noch benehmen die sich so, dass man sich als Zivilist für die schämen müsste.
Ich habe aber darüber hinaus auch gute Ohren, die schon sehr oft, vor allem bei der Nutzung des ÖPNV`s, vernehmen mussten, wie wenig man in unserem Land (BRD) von Soldaten hält.
Wäre ich Soldat, würde ich meine Uniformen auch im Spint lassen. Ich würde auch nicht riskieren wollen angepöbelt zu werden, nur weil ich einen für die meisten nicht nachvollziehbaren Berufswunsch gehegt und in die Tat umgesetzt habe. Ich hätte auch keine Lust jedem x-beliebigen gegenüber rechtfertigen zu müssen, wieso ich in dem "Mist-Laden", "Verein" bin. Das sind nämlich alles Dinge mit denen sich Uniformierte herumplagen müssen, wenn sie den ÖPNV benutzen (müssen).
Durch die Abschaffung der Wehrpflicht und die damit einhergehende Umstrukturierung der Bundeswehr ist es für die meisten Soldaten nicht mehr rentabel den ÖPNV zu benutzen. Vielmehr wird das eigene Fahrzeug genutzt. Auch das könnte erklären wieso man weniger Soldaten mit Uniform "auf der Straße" sieht.
Und das man bei der Bundeswehr besser nicht mitdenkt, sondern nur roboterartig mitmachen darf was gefordert ist, wird da auch nichts berichtet.
Der Dienst in einer Armee ist keine basisdemokratische Veranstaltung und wird es auch niemals werden! Dem Soldaten in der Bundeswehr bleiben jedoch die demokratischen Rechte erhalten. Auch in der Bundeswehr gibt es hinreichende Möglichkeit der Selbst- und Mitbestimmung. Nämlich immer da, wo es einfach nur um die Arbeit geht und nicht um das Militärische.
P.S. Ich schreibe nicht nur so, ich kenn den Laden als Ehemalige Angehörige.
Ich lese hier Frust. Sicher berechtigt durch deine persönlichen Erfahrungen dort. Ich will auch gar nicht lang spekulieren, aber ich würde gerne zu bedenken geben:
Kann es nicht sein, dass du (ähnlich wie der TE oder auch andere sehr unzufriedene Soldaten) dir einfach den falschen Job gesucht hast? Einen, der nicht zu dir und zu deinen Neigungen gepasst hat? Dass also nicht der Arbeitgeber Bundeswehr schlecht ist, sondern man selbst einfach falsch für sich entschieden hat?