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Bundeswehr--ich hasse meine Arbeit

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Gast

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Hallo,

ich bin in höherer Position bei der Bundeswehr, schon seit 7 Jahren mittlerweile. Am anfang war noch alles gut und schön, aber mir hätten die chaotischen Zustände dort schon zu denken geben müssen. Ich machte einfach weiter und dachte, das ändert sich mit dem Wechsel der Dienststelle. Nun habe ich wegen Lehrgängen schon mehrere Einheiten wechseln müssen und-mir hats niemals ehrlichen Spass gemacht. Habe alles geschafft und weiss auch, das ich noch mehrere Jahre sorgenfrei (toi toi toi) mein Gehalt bekomme, aber das ist auch nicht alles...sehe meine Freundin seit 5 Jahren nur am WE. Ich hab kein Bock mehr auf die Pendelei! Hier an meinem Standort hat sie aber keine berufliche Perspektive und das will ich ihr auch nicht zumuten, wie die anderen Soldatenfrauen nur rum zu dümpeln.
Meine Tätigkeit ist für das Geld wirklich nicht herausfordernd, und die Zeit absehbar, aber das sind trotzdem noch viele Jahre die ich ableisten muss! Ich kann mich mit dem Laden nicht mehr identifizieren! Nur dumme Sprüche, jeder weiss mehr als der andere, Schlaumeier wohin man guckt, und dort ist es genau so - wer schleimt, denkt er kommt weiter. Vitamin B, Mobbing, genau das selbe wie in zivilen Firmen auch.
Wenn ich an Auslandseinsätze denke, dreht sich mir der Magen um. Weil ich darin keinen Sinn mehr sehe möchte ich auch nicht dran teilnehmen und würde dem Arzt sogar alles offen sagen! Habe letzte Woche Schlafstörungen gehabt, Kopfweh, man macht sich Stress wo keiner sein müsste weil eben dort niemand sein Gehirn einschaltet und alles auf die anderen schiebt!
Ich kann auch langsam nicht mehr höflich bleiben und lasse die anderen meine Gleichgültigkeit und Kälte auch spüren. Wie man in den Wald reinschreit so schallt es hinaus, aber ich möchte so eigentlich nicht jeden morgen zur Arbeit gehen! Ich habe keine Lust mehr auf diesen sinnlosen Sch***** 🙁 habe das Gefühl es gehen meine besten Jahre dafür drauf 🙁
 
Sicher fördert die Bundeswehr so manche Karrierelaufbahn und man hat eine sichere Arbeitsstelle und ein gutes Gehalt aber ich denke, dort herrscht sicher ein militanter Ton?!
Hierarchisches Denken ist wohl auch an der Tagesordnung und Disziplin.
Alles hat seine Vor- und Nachteile.
Du bist ja nun auch schon lange dort. Nun hast Du eine Freundin und musst wg. der räumlichen Entfernung schon lange pendeln. Das ist sicher stressig!
Wenn es nicht nur die Freundin ist, dann würde ich vlt. einfach mal einen Schwung Bewerbungen rausschicken oder ist die Stelle zeitl. verpflichtend?
Ich hab eine Freundin, die einen guten Job wg. ihrem Freund aufgegeben hat. Sie ist hier in die Nähe gezogen. Kurz darauf ging die Beziehung in die Brüche und sie hat es bereut.
Falls Dich aber wirklich die Arbeit an sich nicht erfüllt und Du Dich dort unwohl fühlst, dann würde ich über Alternativen nachdenken! Allerdings gibt es sicher keinen Arbeitsplatz, an dem es Mal stressig wird oder die Rahmenbedingungen alle optimal sind. Du müsstest halt noch mal mit Risiko neu beginnen. Garantien gibt es keine!
Die Frage ist nur, ob Du weiterhin so gefrustet bleiben willst oder etwas neues mit Risiko ausprobieren möchtest. Ich denke, die Schwierigkeit beginnt schon bei der Freistellung für Bewerbungsgespräche im Hinblick auf die langen Anfahrten bei räumlicher Entfernung.
Es gibt immer Möglichkeiten einen anderen Weg zu finden! Du musst erstmal wissen, was Du möchtest und falls Du Dich entscheidest wie Du es geschickt angehen kannst, ohne Deine alte Arbeitsstelle zu gefährden! Es bringt ja nichts, wenn man durch belastende Arbeitssituationen langfristig krank wird!
 
Hallo Gast,

wenn man den Sinn einer Arbeit nicht einsieht, sollte man versuchen sich zu verändern.
Warum suchst du nicht den Ausstieg?
Informiere dich über den Zeitpunkt deines möglichen Ausscheidens, such dir zu dem Zeitpunkt einen Job und gut ist es.

Lasse es nicht eskalieren.
Du weißt, dass du jederzeit den Dienst mit der Waffe verweigern kannst!
Nicht untätig bleiben, handeln, bevor du krank wirst!

Alles Gute!
 
Hallo,

danke für eure Antworten!

Natürlich herrscht dort auch ein strenger Ton, aber ich kenne das nicht anders und werde mit Sicherheit auch das beste aus der Tätigkeit für später mitnehmen, also keinen Kasernenton, sondern eben diese militärische Planung, die Entscheidungsfindung usw., ich weiss das sog.skills für Firmen auch von Bedeutung sind., grad was Menschenführung usw. angeht. Die Hierarchie ist nicht mein Problem, wer Gehorsam erwartet muss auch fähig sein seinen übergeordneten Vorgesetzten zu gehorchen.

Mein Problem ist, das ich, als ich da hin kam, Ordnung erwartet und Chaos gefunden habe. Der Ton ist da, aber nichts klappt. Das fängt bei den simpelsten Sachen an. Kommunikation fehlt, niemand weiss was der andere macht, jeder hat 1000 Meinungen zu einem Thema, wirklich klar ist da was nie. Das stresst ungemein! Mittlerweile würde ich, sobald mir jemand den Berufssoldaten anbietet (es sind 13 Jahre Verpflichtungszeit für Soldaten auf Zeit/Offiziere/Unteroffiziere) ich schallend lachen und ablehnen würde. Obwohl es dann Geld gäbe bis ich ca 55 wäre und dann ne nette Pension. Nein danke! Mein ganzes Leben in diesem Verein...NEEEIIINNNN...

Hatte 2008 schon mal nen Burnout und war 3 Monate krankgeschrieben. Mir bleiben jetzt noch 5 aktive Jahre und dann Vollzeit-Berufsförderung. Ich mache im Moment nach der Arbeit ein Fernstudium, um später in Vollzeit den Master zu machen. Also eine berufliche Perspektive später habe ich schon! Sogar mehrere Alternativen!

Nur die Krux ist, das ich jetzt noch 5 Jahre diese Arbeit machen muss 🙁

Habe schon ans verkürzen gedacht, aber nach heutiger Rechtslage würde mir dann mein Berufsförderungsanspruch reduziert, und zwar so, das ich zu keinem vernünftigen Ergebnis käme. (Bachelor beenden könnte ich dann vergessen und die Förderung danach wäre auch kürzer).

Ändert sich dann die Rechtslage irgendwann mal (ist in Arbeit), könnte ich verkürzen bei bleibenden Berufsförderungsansprüchen, nur dann wären es immer noch 3 aktive Jahre... ich weiss nicht... hoffe ich werde hier nicht mißverstanden und ihr denkt, das ist jammern auf hohem Niveau.

Meine Freundin duldet schon sehr viel, und beklagt sich häufiger, das ich nie da bin.Ich drehe den Spieß ja immer so um, das ich das positiv zu sehen versuche, ich bin ja schließlich von Fr-bis So da, und unter der Woche hat jeder Zeit für sich und fürs lernen usw., hat alles Vor-und Nachteile. Klar habe ich Angst, sie zu verlieren, aber da sie selber Soldatin war, hat sie schon ein gewisses Grundverständnis für mich. Aber wir möchten auch mal heiraten und Kinder haben und ein "normales" Leben, ich weiss, es pendeln viele, aber ich möchte das eben nicht mehr. Sie ist einer, aber nicht der ausschlaggebende Grund für meine Arbeits-Stimmungs-Flaute. Was würdet ihr an meiner Stelle tun oder raten (mir ist klar, das man hier keine Fernentscheidung fällen kann und wir uns alle nicht persönlich kennen, ich möchte einfach nur objektiv eure Meinung dazu hören, oder wie es sich überhaupt für nen Aussenstehenden anhört) ?
Aushalten und Zähne zusammenbeissen?

Aufhören und ggf.riskieren auf der Straße zu landen? (Überspitzt gesagt)

Grüße
 
Hallo Gast,

wenn man den Sinn einer Arbeit nicht einsieht, sollte man versuchen sich zu verändern.
Warum suchst du nicht den Ausstieg?
Informiere dich über den Zeitpunkt deines möglichen Ausscheidens, such dir zu dem Zeitpunkt einen Job und gut ist es.

Lasse es nicht eskalieren.
Du weißt, dass du jederzeit den Dienst mit der Waffe verweigern kannst!
Nicht untätig bleiben, handeln, bevor du krank wirst!

Alles Gute!

Danke für die Antworten.

Ich mache ein Fernstudium und nach dem Ausscheiden direkt meinen Master, wenns so nahtlos klappt, das passt also, ich kriege 2 Jahre lang als ausgeschiedener Offizier Berufsförderung und 3 weitere Jahre Übergangsgebührnisse, insofern wenn ich keinen Job bis dato habe. Aber an berufl.Perspektiven danach mangelt es mir nicht, deswegen bin ich ja aktiv und mache das Fernstudium neben der Arbeit.

Mein Problem ist die Zeit, die ich bis dahin noch "absitzen" muss. In einem Beruf der absolut nicht meins ist, wenn ich mir die anderen so angucke, entweder das totale Gegenteil, Berufssoldat und voll dahinter, was auch total ok ist-nur eben nicht für mich, oder so welche wie ich, die aber aufhören und einfach gehen, das Risiko dabei ist:

Ginge ich sofort, würden sich meine berufl.Ansprüche reduzieren und ich käme nicht zum gewünschten Ergebnis, ich hätte mit Ende 20 NICHTS in der Tasche.

Ginge ich in 3 Jahren (also mit Verkürzung) würde ich den Bachelor nicht rechtzeitig schaffen, um nahtlos in ein Master-Studium zu wechseln.

Ginge ich regulär (also noch 5 aktive Jahre ) würde alles passen, aber da wären eben noch diese 5 Jahre. Sicher, andere würden sich um das Gehalt reissen, aber ich sage, ich will lieber weniger Kohle und dafür Spaß am Beruf! Und das Geld, was ich spare wenn ich kein Pendler mehr bin, darüber rede ich hier besser garnicht.

Meine Freundin ist nicht in erster Priorität an meinem Denken beteiligt, obgleich sie eine wichtige Rolle spielt. Ich würde auch so denken wenn ich Single wäre, denn ich bin einfach nur unzufrieden mit meinem Job.

Also, wenn ich mehr Grips gezeigt und früher das Studium angefangen hätte, würde ich nicht erst mit Mitte 30 nen neuen Job suchen müssen sondern schon eher. Für meine Verkürzung der Dienstzeit spricht ja auch finde ich das Alter ne Rolle, es ist doch ein Unterschied ob jmd sich mit 33 oder mit 35 wo bewirbt oder? Zwar viell.keinen großen aber ich hab echt auch Angst, im zivilen Leben aufgrund meines Alters keinen Job mehr zu kriegen, wenn ich vorher nur bei der Bundeswehr war. Deswegen hoffe ich, das mein späterer Arbeitgeber das zu schätzen weiss, das ich nach der Arbeit noch das Fernstudium gemacht habe um später ne qualifiziertere Arbeitskraft anbieten zu können.

Wenn ich an die verbleibenden Jahre denke, hab ich sowas von keine Lust mehr, geniesse jeden Tag an dem ich nicht dort sein muss...hatte 2008 schon mal nen Burnout und war 3 Monate krank geschrieben. So weit lasse ich es aber nie wieder kommen, dazu bin ich mir zu schade!

Möchte nur so mal horchen, was andere über die Situation denken, so als Aussenstehende!
 
Hast du schon daran gedacht dich versetzen zu lassen.
Das scheint mit nicht sehr Typisch zu sein, was du beschreibst.
 
Hast du schon daran gedacht dich versetzen zu lassen.
Das scheint mit nicht sehr Typisch zu sein, was du beschreibst.

Es läuft gerade ein Antrag auf eine heimatnahe Versetzung, das gibt mir noch Hoffnung, allerdings weiss ich das mein Chef für mich im Gegenzug nen Ersatz möchte, also ist das auch wieder so ein möglicher Haken.

Und glaube mir, heimatnah wäre das einzige womit ich mich dauerhaft arrangieren könnte, ich war wegen Lehrgängen in gezählten 22 Dienststellen. Die Bundeswehr ist überall gleich.
Das es nicht sehr typisch ist, weiss ich nicht, ich fühle mich aber eben wie einer, der einfach den falschen Beruf hat.
 
Hallo,
Schon was älter der Beitrag aber ich geb auch mal meinen Senf dazu.
Ich bin in haargenau deiner Lage. Bin zwar noch etwas jünger und in einer tieferen Laufbahn aber ich habe auch noch 5 aktive Jahre vor mir und absolut keine Lust mehr. Am Freitag war ich 11,5 Stunden unterwegs ehe ich zu Hause war. Ich halte das hier auch nur noch aus weil ich absolut keine Alternative sehe. Ich habe eine ZAW Maßnahme hinter mir und dort einen Kameraden gehabt, der ebenfalls raus will. Dieser hat sich von einem renommierten Anwalt beraten lassen, mit dem Ergebnis, dass man in jedem Fall die Ausbildung bezahlen muss. Egal ob man verkürzt, einen KDV-Antrag stellt oder sich vom Pfarrer raushauen lässt. Egal wie, man zahlt. Die Kosten würden sich auf ca 25.000 - 30.000€ belaufen. Und welcher Anfang 20 Jährige kann sich sowas leisten oder will mit einem riesen Schuldenberg ins neue Berufsleben starten.
Während meiner ZAW glaube ich Depressionen bekommen zu haben. Ich bin seitdem total verschwiegen, antriebslos, lustlos, habe keine Lust mehr was mit Leuten zu unternehmen. Am liebsten würde ich nach Dienst auf meiner Bude rumhängen und aufs Wochenende warten. Dort war es teilweise sogar so schlimm, dass ich nach Dienst auf meine Stube kam und anfangen musste zu heulen. Hört sich etwas lächerlich an und ich habs auch noch niemandem erzählt aber es entspricht der Wahrheit. Ich war damals nicht beim Arzt weil ich meinen Abschluss nicht gefährden wollte, sprich erstmal die ZAW zu ende bringen.
Jedenfalls habe ich in den letzten Tagen gemerkt, dass es wieder schlimmer wird mit meiner Stimmung. Ich lache wirklich kaum noch und alles bis auf ein paar Kleinigkeiten nervt mich total. Ich habe auch irgendwie das Gefühl dass ich hier mit niemandem darüber reden kann. Und zu Hause höre ich auch nur so Sachen wie "Ja dann musst du dich mal zusammen reißen" oder "sind doch NUR noch 5 Jahre"

Einen Antrag auf Heimatnahe Versetzung inkl. TSK-Wechsel habe ich auch schon gestellt und wurde abgelehnt. In meiner TSK wäre nie nächstgelegene Kaserne 400km weit von zu Hause entfernt...

Tut mir Leid wenn ich dir keinen Ratschlag geben kann, aber du bist nicht alleine 🙂

Viele Grüße und halt die Ohren steif
 
Mein Mann war auch dabei und hat es seit kurzem geschafft. Er würde es nie wieder tun.
Auch ich als Ehefrau war gefrustet, ständige Versetzungen, bzw. ständige Ankündigungen von Neustrukturierungen der Bundeswehr. Immer die Angst versetzt zu werden, man lebt immer nur auf dem Sprung, kann sich nirgendwo zu Hause fühlen.
Dadurch hatten die Kinder ständig Schulwechsel und ich konnte auch keine vernünftige Arbeit in meinem Beruf ausüben. Es war nur ärgerlich. Eine Wochenendehe wollten wir aber auch nicht führen.
Die Familien interessieren die BW überhaupt nicht, nicht im geringsten.
Ich kann auch nur von diesem Verein abraten.
 

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