Den folgenden Brief hab ich meinem Ex geschrieben. Er hat ihn gelesen, ich war dabei. Danach ist er einfach gegangen. Er ist geflohen, wie immer. Er rennt immer davon. Und lässt mich zurück mit Fragen über Fragen.
Ich weiß nicht, wie ich anfangen soll. Du weißt ja, dass ich meine Gefühle schon immer besser aufschreiben konnte, als sie direkt auszusprechen. Deswegen schreibe ich dir diesen Brief. Ich hoffe sehr, dass du ihn dir durchlesen wirst. Und ihn nicht ignorierst, wie du es mit mir seit drei Monaten machst. Oh Gott, es ist so schwer für mich. Ich weis, du kannst dir das nicht vorstellen. Du hast keine Ahnung von dem, was in mir vorgeht. Weil ich dir jedes Mal gesagt habe, es geht mir gut. Und du hast mir so schnell geglaubt. Hast du nicht gemerkt, dass das alles nur gespielt war? Nein, hast du nicht, weil du mich schon vergessen hattest. Glaub mir, nichts tut mehr weh, als vergessen und ersetzt zu werden. Ersetzt. Wie konntest du mich nur so sehr belügen?? Ich weis, ich habe Fehler gemacht, aber ich habe dich nie belogen. Und du … du hast mich belogen und ausgenutzt.
Hast mir damals, als ich in der einen Donnerstagnacht bei dir war, geschworen, dass du mich liebst, hast mir gesagt, dass du mich vermisst und dass du dir wünschst, dass alles wieder so wäre, wie früher. Hast du das alles wirklich nur gesagt, um mit mir zu schlafen? Und ich war so dumm, dir zu glauben. Ich war so dumm, mir wieder Hoffnungen zu machen. Und dann kommst du am nächsten Tag und gibst mir diesen Brief, den du schon geschrieben hattest, bevor ich zu dir gekommen bin. Und dann steht da dieser schrecklich makabere Satz „ Deshalb möchte ich dir hiermit mitteilen, dass unsere Beziehung beendet ist.“ Das hört sich so an, als ob du mir eine Absage auf eine Bewerbung geben würdest. Kannst du dir vorstellen, wie unglaublich weh das getan hat? Vier Jahre Beziehung und dann kommst du mit so einem Satz?? Aber das war ja nicht mal das schlimmste. Du hast zu mir gesagt, wenn ich Probleme hab, kann ich immer zu dir kommen, du wirst immer da sein. Aber weist du was? Ich falle und du bist nicht da. Ich weine und du bist nicht da. Du hast zu mir gesagt, du brauchst eine Auszeit, willst mal nur was mit deinen Freunden machen, brauchst Zeit für dich und wirst so schnell keine neue Freundin haben. Und dann… hast du am nächsten Tag eine Neue. Sag mal, Junge, willst du mich verarschen??? Warum?? Warum.
Wie konntest du mich so schnell vergessen? Warum hast du mich nie auch nur eine Sekunde vermisst? Oh Gott, du kannst dir gar nicht vorstellen, wie sehr ich dich manchmal schlagen möchte. Nur damit du nur einmal den Bruchteil an Schmerzen fühlst, den ich immer noch jeden Tag fühle. Ich hasse es. Ich hasse es, jede Minute damit zu verbringen, dich zu vermissen, wenn du nicht einmal an mich denkst. Ich hasse es, dass egal wie oft du mir wehtust, ich dich immer noch will, mehr als alles andere. Ich hasse es, dass ich dir nichts bedeute und ich jederzeit alles stehen und liegen lassen würde um zu dir zu rennen, wenn du mich jemals brauchen würdest. Ich hasse es, wie du mich dazu bringst, mich klein und unsicher zu fühlen, wo doch das einzige, was ich will, ist, geliebt zu werden. Ich hasse es, dass ich immer noch darauf warte, dass mein Handy klingelt, wo ich doch weis, dass du nicht mehr anrufen wirst. Ich hasse es, dass du soviel Kontrolle über mein Herz hast. Ich hasse es wirklich, dich zu lieben. Und doch kann ich nicht anders. Es tut mir Leid.
Ich liebe dich.
Immer noch. Und ich komme nicht davon weg. Es gibt viele Jungs und Männer, die mich von dir ablenken wollen. Ich treffe mich mit ihnen, täusche Spass vor und dann lieg ich danach in meinem Bett und denke doch wieder nur an dich. Keiner ist so wie du. Und ich tue jedem einzelnen von ihnen weh, weil mir selbst so weh getan wird. Ich vermisse dich so schrecklich. Ich vermisse, wie du riechst. Jedes mal, wenn ich unterwegs bin und ein Mann an mir vorbeiläuft, der dein Parfüm hat, bleibt mein Herz für einen Moment stehen. Ich vermisse dich so sehr. Jede Nacht geht meine Hand von selbst dahin, wo du sonst gelegen bist. Ich vermisse alles an dir. Dein Lachen, deine Wärme, deine Arme, die Art, wie du mich angeschaut hast. Deine Stimme, deine Anrufe, deine Küsse, dein Schnarchen. Deine Umarmungen. Dein Dasein. Es gibt nicht genügend Worte, nicht genügend Lieder, nicht genügend Bilder, nicht genügend Tränen, um auszudrücken, wie sehr du mir fehlst. Du hast mir versprochen, dass du da bist für mich. Und ich brauche dich. So oft stehe ich vor Problemen und denke mir, ich schaffe das nicht allein. Und meine Gedanken sehen dann so aus „ Heiko. Heiko. Heiko. Ich will zu meinem Heiko.“ Und dann fällt mir ein, dass du nicht mehr mein Heiko bist. Und das tut so unglaublich weh. Meine Oma hat Brustkrebs, das weist du ja. Ich war neulich bei ihr, da hat sie ihre Perücke abgenommen. Sie hat jetzt eine Glatze. Und ich hab so Angst, Heiko. Ich will sie nicht verlieren. Meine Mutter und sie streiten doch immer noch. Und ich mach mir solche Sorgen um meine Oma und kann nichts machen. Heiko, ich hab Angst. Weist du, in solchen Situationen, da fehlst du mir so sehr. Da brauch ich dich, deine Arme, deine Hände, die mich streicheln und mir sagen, dass alles gut wird. Es ist so schwer ohne dich. Es geht nicht mehr. Bitte halt mich fest bevor ich verschwinde. Ich weis, dass ich Fehler gemacht habe. Es tut mir so Leid. Ich werde mein ganzes Leben damit verbringen, diese Fehler zu bereuen. Und doch bin ich dir so egal. Ich bedeute dir nichts mehr. Und deshalb verletzt du mich. Erfindest Gerüchte, nur um mir weh zu tun. Kannst du dir vorstellen, wie ich innerlich gestorben bin, als ich erfahren habe, dass deine neue Freundin schwanger ist. Wo doch ich dir so gerne eine kleine Prinzessin geschenkt hätte. Und dann… alles nur erfunden, um mich kaputt zu machen. Ich kann nicht beschreiben, wie ich mich da gefühlt habe. Dafür fehlen mir einfach die Worte.
Doch das Schlimmste ist… ich liebe dich trotzdem immer noch. Wie soll ich auch aufhören? Wie soll ich dich jemals vergessen? Es gibt zu viele Erinnerungen. Alles erinnert mich an dich. Neulich habe ich so einen Manitou - Bagger gesehen und selbst da musste ich an dich denken. Und ständig steigen mir Tränen in die Augen, weil du nicht mehr bei mir bist. Du weist, dass ich Weihnachten liebe. Ich backe gerne Plätzchen, höre Weihnachtslieder, kaufe Geschenke, dekoriere die Wohnung… doch dieses Jahr habe ich so sehr Angst davor, es ohne dich verbringen zu müssen. Und dann Skifahren. Ich kann das nicht. Nach Lenggries gehen ohne dich. Das schaffe ich nicht. Ohne dich in diesem Bett legen. Es tut weh. Es tut jede Nacht weh, wenn ich alleine in meinem Bett liege. Und wenn ich daran denke, dass jetzt Sie an deiner Seite liegt. Auf der Matratze, die doch eigentlich für mich gedacht war. Ich kann nicht an diesem blöden Wasserbetten Reidelshöfer vorbeilaufen, ohne dass mir die Tränen in die Augen steigen. Es tut weh.
Als ich neulich in deinem Nachbardorf war und nur kurz meine DVDs holen wollte, hast du geschrieben, es geht heute leider nicht. Aber ich habe dein Auto gesehen, als ich hingefahren bin und dahinter stand ihres. Als ich dann nachts wieder heimgefahren bin, stand es immer noch da. Du hast dich nicht getraut, mir die DVDs zu geben, nur weil sie da war? Das hätte nicht mal eine Minute gedauert, sie mir nur kurz in die Hand zu drücken. Warum verleugnest du mich so sehr? Aber ich weis, ich hab dich nicht verdient. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt. Es tut weh. Es tut weh, dich zu lieben. Es tut weh, zu wissen, dass du unsere Zeit vergessen hast. Es tut weh, dass ich dir nichts mehr bedeute. Es tut weh, zu wissen, dass du deiner neuen Freundin diesen Brief zeigen wirst und ihr beide darüber lachen werdet. Es tut weh. Du kannst mich doch nicht einfach wegwerfen. Du bist mein Leben. Und ich bin dein Nichts.
Heiko, mein Liebling, mein Schatz. Ich weis, ich darf dich nicht mehr so nennen. Aber ich kann nicht aufhören. Es tut mir Leid.
Ich habe mein Studium aufgegeben, weil es mir zu lang gedauert hat, weil ich eine Familie mit dir gründen wollte, dich glücklich machen wollte, dir eine kleine Prinzessin und drei freche Prinzen schenken wollte, dir Schinken-Toast machen wollte, wenn du von der Arbeit kommst. Und dann hast du mich aufgegeben und jetzt stehe ich hier alleine und vermisse dich so sehr.
Manchmal frage ich mich, ob du mich überhaupt vermissen würdest, wenn ich nicht mehr da wäre? Würdest du jemals an mich denken? Ich wünsche mir so oft, einfach wegzugehen. Ich will wegrennen, alles hinter mir lassen, diesen ganzen Schmerz. Es gab eine Zeit, da dachte ich, ich bin über dich hinweg, aber das war alles nur Täuschung. Du hast mich wieder eingeholt. Ich zucke bei jedem dunkelblauen A4 zusammen, den ich sehe. Ich hasse das.
Ich habe allen erzählt, dass du mir jetzt egal bist. Du wirst mir niemals egal sein. Aber ich wünschte, du wärst es.
Ich bete zu Gott, dass du zu mir zurückkommst. Ich warte jeden Tag. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Du weist gar nicht, was für ein wunderbarer Mensch du sein kannst. Ich liebe dich und ich komme einfach nicht damit klar, dass du nicht mehr in meinem Leben bist.
Du warst vier Jahre lang da und dann… von einen Tag auf den anderen, warst du weg. Gott, du fehlst mir so sehr. Du warst das Beste, was mir jemals passiert ist.
Es tut mir so Leid.
Ich liebe Dich.