Was vielleicht erklaert warum ich nicht weiß was ich schreiben soll. Warum sollte irgendjemanden interessieren wie es mir geht und wa. . .
Es interessiert deshalb, weil du nicht der Einzige bist, der solche Empfindungen kennt und erlebt - im Lesen und im Selbstreflektieren kann so eine Art Verbundenheit entstehen, die vielleicht flüchtig ist, aber nicht gleichgültig.
Mir scheinen deine Zeilen sehr vertraut. Stichwort: Umzüge, verlorene Kontakte, ein Partner zwar, aber keine tragfähigen Freundschaften in Reichweite. Schwer zu ertragen, man "verstummt" irgendwie, wenn man zu lange das Gefühl erlebt, daß das Gegenüber die eigenen Gedanken oder Gefühle erst langatmig erklärt bekommen müßte - um sie am Ende vielleicht doch nicht wirklich nachvollziehen zu können.
Mir fallen gerade ein paar Zeilen von Kafka ein:
Wenn Du vor mir stehst und mich ansiehst, was weißt Du von den Schmerzen, die in mir sind und was weiß ich von den Deinen. ...
So ähnlich habe ich das in den vergangenen 8 Jahren etwa empfunden - trotz glücklicher Ehe, aber in neuer, für mich fremdartiger Umgebung.
Schnelle Antworten gibt es hier nicht. Nur das Wissen, daß dieses Empfinden beendbar ist - und daß es hilft, sich mitzuteilen. Du wirst vielleicht nicht sofort Vertrautheit und neue Freundschaften finden, aber für mich habe ich gemerkt, daß es ein erster Schritt aus dieser Isolation heraus sein kann, wenn man sich frei schreibt und merkt, daß andere lesen und antworten.