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Brauche Traumatherapie u.a. wegen Sekte

Lieber Nordrheiner,

danke für Deine Sicht.

Ich hatte das Verbot sich kein Bildnis zu machen als praktisches Verbot des sich kein Bild bastelns und dies anbeten interpretiert. Ich meine (kann mich auch irren) da stand auch noch was von "und betet es nicht an" dabei.
Allerdings sehe ich es auch als gut, sich kein inneres Bild zu machen. Aus ebenfalls den Gründen die Du genannt hast.

Ich frage mich, wie ich mir eine Person vorstellen soll, die der Zeit nicht unterliegt, Schöpfer ist, das Weltgeschehen lenkt, aus Schlechtem bei jeden Menschen etwas Gutes macht oder machen kann, sich in Materie manifestieren kann und doch immateriell überall ist? Entweder ich male hilfsweise einen alten Mann mit weißem Bart oder lasse es ganz sein. Ich habe mich zum Zweiten entschlossen. Ich denke, wenn wir uns in unserer Vorstellung Gott annähern wollen, ist es am Besten, wenn wir schauen, wie Jesus dachte bzw. handelte.

Wenn wir einen Sohn kennenlernen und ein paar Jahre später seinen Vater, dann kann es durchaus passieren, dass wir überrascht sagen werden: "Der Vater ist ja völlig anders..." oder "Vater und Sohn sind ja sooooo verschieden".
Ich denke, dieses menschliche Erlebnis wird auf Gott-Vater-Sohn nicht zutreffen.


Es hat mir allerdings sehr große Sorge bereitet, dass mich der allgemächtige Gott wenn er in mir ist zu etwas zwingt was ich nicht tun will.

Das würde sich mit der Liebe nicht vereinbaren. Siehe oben. Auf die Art und Weise, wie Jesus wirkte. Jesus zwang niemanden. Er ging durch das Land, predigte und heilte Menschen.
 
Das alte Testament hat mir viel Angst gemacht. Ich laß es zuerst und allein.
Nie hätte ich vermutet, dass ein Buch was über Gott berichtet so ist. Gerade der Kindermord und der Mord allgemein hat mein kindliches Bild zerrüttet. Ich konnte nicht mehr annehmen, dass man mich als Mensch böse nennt, wenn ich doch auf keinen Fall töten will. Hatte dann Angst, dass weil ich das nicht tun werde, wenn er mir das befielt, er mich aus Ungehorsam bestraft. So war immerwährende Sorge vor Strafe geboren. Die Sekte hat mich weiter und weiter verwirrt.

Zum Punkt "immerwährende Strafe"

Auch hier empfehle ich wieder auf Jesus und sein Leben zu schauen. Und da sehe ich immer nur eine Person, die den Menschen nachging, die niemals forderte: " Erst mal wirst Du ein anständiger Mensch, bevor ich mit Dir rede"
Ich bin davon überzeugt, dass wir wachsen sollen, an Erkenntnis ... und Vertrauen. Ein Kind sollte keine Angst haben vor seinen Eltern. Und vor liebevollen Eltern braucht kein Kind Angst haben.
Der Feind ist der, der zwischen liebevollen Eltern und ihren Kindern einen Keil treiben möchte.

Zum Punkt AT - Kriege, Morde, .....

Ich denke, dass das AT kein historisches Buch ist, in dem alles aufgezeichnet ist, was wir wissen müssen, um die damalige Zeit zu verstehen. Von daher nehme ich mir auch historische Berichte (z.B. Archäologen) außerhalb der Bibel, wenn ich mehr verstehen möchte. Evt. kann ich Dir mal eine spezielle Frage beantworten. Dazu sollten wir aber dann eine konkrete Bibelstelle gemeinsam lesen.

Böse Menschen, Sünde....

Hier gibt es oft die Formulierung: "Böse ist, wer Böses tut" oder sowas wie "Stehlen ist Sünde".
Diese Formulierungen sind nicht ganz falsch. Lediglich im Kern halte ich sie für ungenau.
Ich denke, dass Sünde den Zustand beschreibt "Gottesferne". Und die Folgen der Gottesferne sind die schlechten Dinge, die Menschen machen.



Hm, das die Persönlichkeit von Christen zunimmt konnte ich nicht beobachten. Kann ich wohl auch weniger beurteilen, da ich es nicht erlebt habe, wie sich einer den ich vorher kannte bekehrt hat.
Aber ich konnte bei den meisten mit denen ich in Kontakt kam erkennen, dass sie alle recht oberflächlich waren.
Wie genau hast Du das eigentlich gemeint? Bin mir jetzt unsicher es richtig verstanden zu haben.
Allerdings habe ich erlebt, das Christen einen wenn man Probleme hat oft links liegen lassen und Ungläubige einem helfen wollen und es auch tun. Genau umgekehrt. Alle guten Früchte die in der Bibel beschrieben wurden, hatten die Ungläubigen. Sonst gäbe es mich nicht mehr.

LG, lichtkaetzchen

Ich kannte mal einen philippinischen Taxifahrer. Er nannte sein Kleinunternehmer "Zugzwang". Ich fragte ihn, wie er zu diesem Namen gekommen sei und warum er ihn für sein Unternehmen verwendet. Ich fand das lustig und stellte mir vor, dass Fahrgäste einsteigen müssen, wenn es regnet und keine Alternative vorhanden ist. Der Begriff stammt übrigens aus dem Schach. Während ich mir also Gedanken machte, was hinter diesem ungewöhnlichen Namen stecken könnte, antwortete der Philippine: "Ich weiß nicht, was das Wort bedeutet. Aber vom Klang her fand ich den Namen schön."

Deine Erfahrungen sind für mich durchaus nachvollziehbar. Es gibt viele Menschen, die sich als Christ bezeichnen, weil sie annehmen, dass es Gott gibt und weil sie Mitglied irgendeiner Kirche sind. Aber wenn man sie fragt, ob sie Jesus nachfolgen, dann bleiben sie stumm bzw. wissen nichts damit anzufangen. Der Begriff Christ ist eben nicht geschützt. Jeder der lustig ist, kann sich so bezeichnen.

Wenn ich gefragt werde, zu welcher Religion ich gehöre, sage ich auch Christ oder "ich gehöre zum Christentum". Je nach Situation ist das ok. Aber manchmal verbinden Menschen mit diesen Begriffen Kriege, Verfolgung anderer Menschen, Morde und Verbrechen. Das ist besonders dann der Fall, wenn Christsein und Kirche das Gleiche sein sollen. In solchen Fällen möchte ich mit Kirche und "solchen Menschen" nicht in einen Topf geworfen werden. Dann sage ich situativ lieber: Ich bin nicht religiös, gehöre nicht zur Kirche und bin Jesus-Nachfolger.

Und ja. Die Bezeichnung "ungläubig" oder "gläubig" sagt nichts über das moralische oder ethische Niveau aus. Christen sind nicht automatisch perfekte Menschen und Ungläubige sind nicht generell moralisch schlechte Menschen. Auf Menschen bezogen sind alle Pauschalierungen immer fehlerhaft, denke ich.
 
Lichtkätzchen,

dass Menschen durch die Begegnung mit einer Sekte oder religiösen Gruppierung traumatisiert werden, geschieht leider immer wieder. Nicht selten werden sie dadurch für ihr Leben geschädigt.
Eine solche Geschichte sollte deshalb professionell aufgearbeitet werden. Dazu gehört für mich auch, dass diejenigen, die Dir dabei helfen, nicht erneut eigene Intentionen in Hinsicht auf Glauben und religiöse Überzeugungen verfolgen.

Deshalb rate ich Dir, Dich an eine neutrale Instanz zu wenden und Dir eine unabhängige, von religiösen Intentionen freie Beratung zu suchen, um damit der Gefahr zu entgehen, vom Regen in die Traufe zu geraten.

Eine Möglichkeit bietet da die Adresse Weiterleitung von Sekteninfo.de zu. Dort wird man Dir sicher uneigennützig und frei von eigenen Interessen helfen.

Burbacher
 
Lichtkätzchen,

dass Menschen durch die Begegnung mit einer Sekte oder religiösen Gruppierung traumatisiert werden, geschieht leider immer wieder. Nicht selten werden sie dadurch für ihr Leben geschädigt.
Eine solche Geschichte sollte deshalb professionell aufgearbeitet werden. Dazu gehört für mich auch, dass diejenigen, die Dir dabei helfen, nicht erneut eigene Intentionen in Hinsicht auf Glauben und religiöse Überzeugungen verfolgen.

Deshalb rate ich Dir, Dich an eine neutrale Instanz zu wenden und Dir eine unabhängige, von religiösen Intentionen freie Beratung zu suchen, um damit der Gefahr zu entgehen, vom Regen in die Traufe zu geraten.

Eine Möglichkeit bietet da die Adresse Weiterleitung von Sekteninfo.de zu. Dort wird man Dir sicher uneigennützig und frei von eigenen Interessen helfen.

Burbacher

Genau; man kann den Teufel nicht mit dem Beelzebub austreiben, wäre wie die Wahl zwischen Pest oder Cholera:
Freiheit gelangt der Mensch nicht nur durch einen Gott oder den Glauben daran.
Die Psyche und deren Teile die Seele, das Bewusstsein, der Geist, das eigentliche ( ich ) ist unabhängig davon:
Das wird nicht von einer Institution, der >Kirche dem Glauben verwaltet, oder da nach unserm Tod im einem Himmel aufbewahrt.
Oder man schmort Jahrhunderte lang in einer Hölle.
Für das Leben gibt es keine einfachen schnellen Lösungen die in einem Buch stehen.
Ist natürlich für Menschen mit Angst vor der Freiheit, der Selbstverantwortung , dem Leben, toll, danach zum handeln.
Es wird übersehen, dass die Gesellschaft auch die Leidtragende und nicht nur die Schuldtragende ist an der Inkompetenz dieser Entscheider.
Du sollst nicht zweifeln, fragen, du sollst glauben; was das mit der Menschheit bis heute gemacht hat,, Augen zu und durch:
Die Tatsache, dass das Ego zerstört worden ist, erfüllt den Weisen nicht mit Stolz.
Wir beten neue Götzen an, die sich als Retter der Welt, der eigenen gläubigen aufspielen.
Nicht nur in der Christlichen Welt.
Wir müssen wieder lernen zu teilen, zu vertrauen, warum parken wir unsre Hoffnung im Internet, in Smartphone, auf Festplatten der PC`s.
Heiligenschein? Hatte ich schon. Steht mir nicht.
 
Zum Punkt "immerwährende Strafe"

Und ja. Die Bezeichnung "ungläubig" oder "gläubig" sagt nichts über das moralische oder ethische Niveau aus. Christen sind nicht automatisch perfekte Menschen und Ungläubige sind nicht generell moralisch schlechte Menschen. Auf Menschen bezogen sind alle Pauschalierungen immer fehlerhaft, denke ich.

Jeder Mensch hat da seine eigene Wahrheit, zum glauben.
Es gibt einen Gott, den haben wir uns geschaffen, nach einem Vorbild.
Als eine Moralinstanz, denn der Mensch als Kreatur hat von Rücksicht keine Spur.
Denn alle guten Grundsätze sind in der Welt vorhanden, man braucht sie nur anzuwenden.
Also formulieren wir ihn als den Gott der Liebe:
Der Mensch versteht alles nur dual, alles hat 2 Seiten.
Das eine existiert ohne das andre nicht.
Liebe und Angst, die stärksten Gefühle die wir kennen, nutzen wir als Kinder Gottes auf Erden.
Als Gott am 6ten Tag den Menschen schuf, war er schon etwas müde, das erklärt einiges!
Wir sind nicht das Ebenbild Gottes , wir machen Fehler und dürfen das...da straft uns kein Gott für ab.
Man lebt ruhiger, wenn man nicht alles sagt, was man weiß, nicht alles glaubt, was man hört und über den Rest einfach nur lächelt.
 
Damit ich nicht falsch verstanden werde: Ich glaube selbst an Gott, verstehe ich mich also als gläubiger Mensch.
Gerade deshalb aber weiß ich um die Mechanismen und Strategien, wie Menschen von fundamentalistischer Seite, von sektenhaften Gruppierungen schnell in eine Lage gebracht werden, in der sie sich eben nicht mehr frei entscheiden können, sondern vereinnahmt werden.
Solche Gruppen gewähren einem Menschen dann auch und in der Regel nur solange Halt und das Gefühl der Zugehörigkeit, wie sich diese dem jeweiligen Gruppendruck beugen. Auf diese Weise entsteht eine Abhängigkeit, die den Betroffenen weder gut tut, noch sie zu einer freien Entscheidung befähigt.
Wenn dann ein Mensch, wie gerade hier, einem solchen System zu entkommen sucht, halte ich es für wenig hilfreich, ja sogar für gefährlich, einem so geschädigten Menschen einen ähnlichen Weg zu weisen, wie den, dem er gerade zu entkommen sucht.
Ich verstehe so viel von diesen Mechanismen, dass ich keinem Menschen raten möchte, sich von einem Zwang, von einer zwanghaften Bindung in die andere zu begeben.
Dazu muss ich erst einmal frei sein, um mich wirklich frei entscheiden zu können.

Burbacher
 

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