Das alte Testament hat mir viel Angst gemacht. Ich laß es zuerst und allein.
Nie hätte ich vermutet, dass ein Buch was über Gott berichtet so ist. Gerade der Kindermord und der Mord allgemein hat mein kindliches Bild zerrüttet. Ich konnte nicht mehr annehmen, dass man mich als Mensch böse nennt, wenn ich doch auf keinen Fall töten will. Hatte dann Angst, dass weil ich das nicht tun werde, wenn er mir das befielt, er mich aus Ungehorsam bestraft. So war immerwährende Sorge vor Strafe geboren. Die Sekte hat mich weiter und weiter verwirrt.
Zum Punkt "immerwährende Strafe"
Auch hier empfehle ich wieder auf Jesus und sein Leben zu schauen. Und da sehe ich immer nur eine Person, die den Menschen nachging, die niemals forderte: " Erst mal wirst Du ein anständiger Mensch, bevor ich mit Dir rede"
Ich bin davon überzeugt, dass wir wachsen sollen, an Erkenntnis ... und Vertrauen. Ein Kind sollte keine Angst haben vor seinen Eltern. Und vor liebevollen Eltern braucht kein Kind Angst haben.
Der Feind ist der, der zwischen liebevollen Eltern und ihren Kindern einen Keil treiben möchte.
Zum Punkt AT - Kriege, Morde, .....
Ich denke, dass das AT kein historisches Buch ist, in dem alles aufgezeichnet ist, was wir wissen müssen, um die damalige Zeit zu verstehen. Von daher nehme ich mir auch historische Berichte (z.B. Archäologen) außerhalb der Bibel, wenn ich mehr verstehen möchte. Evt. kann ich Dir mal eine spezielle Frage beantworten. Dazu sollten wir aber dann eine konkrete Bibelstelle gemeinsam lesen.
Böse Menschen, Sünde....
Hier gibt es oft die Formulierung: "Böse ist, wer Böses tut" oder sowas wie "Stehlen ist Sünde".
Diese Formulierungen sind nicht ganz falsch. Lediglich im Kern halte ich sie für ungenau.
Ich denke, dass Sünde den Zustand beschreibt "Gottesferne". Und die Folgen der Gottesferne sind die schlechten Dinge, die Menschen machen.
Hm, das die Persönlichkeit von Christen zunimmt konnte ich nicht beobachten. Kann ich wohl auch weniger beurteilen, da ich es nicht erlebt habe, wie sich einer den ich vorher kannte bekehrt hat.
Aber ich konnte bei den meisten mit denen ich in Kontakt kam erkennen, dass sie alle recht oberflächlich waren.
Wie genau hast Du das eigentlich gemeint? Bin mir jetzt unsicher es richtig verstanden zu haben.
Allerdings habe ich erlebt, das Christen einen wenn man Probleme hat oft links liegen lassen und Ungläubige einem helfen wollen und es auch tun. Genau umgekehrt. Alle guten Früchte die in der Bibel beschrieben wurden, hatten die Ungläubigen. Sonst gäbe es mich nicht mehr.
LG, lichtkaetzchen
Ich kannte mal einen philippinischen Taxifahrer. Er nannte sein Kleinunternehmer "Zugzwang". Ich fragte ihn, wie er zu diesem Namen gekommen sei und warum er ihn für sein Unternehmen verwendet. Ich fand das lustig und stellte mir vor, dass Fahrgäste einsteigen müssen, wenn es regnet und keine Alternative vorhanden ist. Der Begriff stammt übrigens aus dem Schach. Während ich mir also Gedanken machte, was hinter diesem ungewöhnlichen Namen stecken könnte, antwortete der Philippine: "Ich weiß nicht, was das Wort bedeutet. Aber vom Klang her fand ich den Namen schön."
Deine Erfahrungen sind für mich durchaus nachvollziehbar. Es gibt viele Menschen, die sich als Christ bezeichnen, weil sie annehmen, dass es Gott gibt und weil sie Mitglied irgendeiner Kirche sind. Aber wenn man sie fragt, ob sie Jesus nachfolgen, dann bleiben sie stumm bzw. wissen nichts damit anzufangen. Der Begriff Christ ist eben nicht geschützt. Jeder der lustig ist, kann sich so bezeichnen.
Wenn ich gefragt werde, zu welcher Religion ich gehöre, sage ich auch Christ oder "ich gehöre zum Christentum". Je nach Situation ist das ok. Aber manchmal verbinden Menschen mit diesen Begriffen Kriege, Verfolgung anderer Menschen, Morde und Verbrechen. Das ist besonders dann der Fall, wenn Christsein und Kirche das Gleiche sein sollen. In solchen Fällen möchte ich mit Kirche und "solchen Menschen" nicht in einen Topf geworfen werden. Dann sage ich situativ lieber: Ich bin nicht religiös, gehöre nicht zur Kirche und bin Jesus-Nachfolger.
Und ja. Die Bezeichnung "ungläubig" oder "gläubig" sagt nichts über das moralische oder ethische Niveau aus. Christen sind nicht automatisch perfekte Menschen und Ungläubige sind nicht generell moralisch schlechte Menschen. Auf Menschen bezogen sind alle Pauschalierungen immer fehlerhaft, denke ich.