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Borderline und Sexualität

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Es ist irgendwie komisch: Ich habe das Gefühl, dass nicht alle Antworten veröffentlicht werden, die ich schreibe. Liegt das immer noch daran, dass ich neu auf der Plattform bin? Eigentlich sollte das "Durch den Moderator überprüfen" nach 24 Stunden und drei Beiträgen wegfallen. Komisch.

vielleicht wäre es eine option dann jetzt erst mal nicht aktiv zu suchen dafür dich mehr um deine entwicklung zu kümmern?

Dann müsste ich einen Weg finden, mit der drückenden Leere und Einsamkeit klar zu kommen. Es ist wirklich, wirklich schwierig zu beschreiben aber mir fehlt echte Körperlichkeit soooo sehr. Das macht mich verrückt und ist aktuell der Hauptgrund für meine innere Anspannung! Sobald ich Pärchen sehe, die sich nahe sind. Mir Pornografie ansehe, in denen das Pärchen Spaß hat. Oder einfach nur an mein letztes (und erstes) Mal denke, dann bekomme ich sofort das Bedürfnis, mir die Haare auszureißen oder gegen die Wand zu schlagen. Auf der Anspannungsskala ist das von der einen Sekunde zur nächsten eine 90 oder 100. Dann Dissoziiere ich sogar. Das macht mir echt zu schaffen.

Einfach weil mir das so sehr fehlt, auch wenn ich es nur einmal richtig erlebt habe. Deswegen wollte ich ja eigentlich schon verzweifelt Abhilfe schaffen: Mit Prostituierten und/oder in Swingerclubs - aber dafür fehlt mir das Geld. Und eigentlich geht es mir ja gar nicht um plumpen Sex, sondern um Liebe und Akzeptanz, um das Gefühl, gewollt zu werden, und die Freude daran, einer anderen Person Schutz zu geben. Irgendwie eine Heimat und Familie haben.

Von all den Dingen, die ich in den Griff bekommen muss, fällt mir das am Schwersten: Die Einsamkeit nach über 8 Jahren weiter zu ertragen. Vor Allem jetzt, wo ich für ein paar Abende erfahren durfte, wie schön emotionale und körperliche Intimität sein kann. Ich bräuchte da irgendeinen Ansatz, irgend einen Weg um das weiterhin zu ertragen.

die chancen auf heilung bei einem borderliner stehen gut. ich weiß, es steht im internet anders. es gibt allerdings auch ganz viele verschiedene typen von borderline, weil es immer eine erkrankung ist, die folgeerkrankungen im gepäck hat und je nach kombination ist dann das verhalten und die heilungschancen. wenn narzismus dazu kommt, wird es schwierig. das ist meine erfahrung. ansonsten kenne ich viele leute, die haben die erkrankung gut im griff.

Die einzige Folgeerkrankung, die es bei mir noch gibt, ist eine rezidivierende-depressive Störung. Mit meinen SSRI habe ich das aber eigentlich ganz gut im Griff. Abgesehen von den letzten Wochen, da ist einfach zu viel passiert und meine Therapeutin ist noch bis übernächste Woche im Urlaub.

darf ich fragen, wer sie gestellt hat. ein psychiater oder deine jetzige therapeutin? und sind weitere störungen diagnostiziert worden

Meine Therapeutin hat die Diagnose gestellt und ist sich ganz sicher, dass sie auch stimmt. Meine Psychiaterin hat sich die Situation auch noch mal angesehen aber eigentlich wollte sie nur wissen, was meine Therapeutin gesagt hat, damit sie das in ihr System aufnehmen kann.

Ich fand die Diagnose aus dem Nichts auch krass. Vor Allem, weil der Folgetermin dann auch erst in 4 Monaten war und ich mit allen Ängsten, Sorgen und eben auch Vorurteilen alleine gelassen wurde. So hat sich dieser Gedanke "Borderliner sind Monster" ja erst in meinen Kopf eingebrannt .. weil ich mit meinen Depressionen zu kämpfen hatte, plötzlich diese Diagnose bekam und 4 Wochen lang nach "Borderline" gegoogelt habe. Und irgendwann enden die fachlichen Beiträge und man kommt zu Erfahrungsberichten von Betroffenen und Angehörigen. Und da ist - zumindest im englischsprachigen Raum - der Konsens ganz klar: "Borderline? Run for the Hills!" sprich: Lauf um dein Leben, wenn du einen Borderliner kennenlernst.

Mittlerweile erkenne ich mich aber schon sehr in den Merkmalen von Borderline wieder. Nach der Therapie habe ich mir auch zwei Bücher zum Thema DBT durchgelesen und war der Meinung, dass das das Richtige für mich wäre. Nur macht mir meine Therapeutin schon seit Tag 1 Kopfschmerzen und jedes Mal wenn ich das anspreche, läuft der Dialog darauf hinaus, dass meine Bedenken ja doch irgendwie nur an meiner Einstellung lägen, das typisch Borderline sei und ich mir doch bis zur nächsten Stunde überlegen soll, ob "aktuell der richtige Zeitpunkt für Therapie ist."

Wenn ich da mal ganz subjektiv meine Meinung dazu geben könnte: Für mich fühlt sich das immer wie ein Todschlagargument an und verhindert jeden Diskurs. Aber vielleicht ist ja auch der Gedankengang "typisch Borderline"..

magst du das mal näher beschreiben, wie es bei dir aussieht, wenn du "abstraktes" versuchst umzusetzen. vielleicht finden wir gemeinsam eine mögliche Änderung.

Das ist relativ einfach: Wenn ich z.B. "Verschließe dich nicht vor Anderen, sondern gib deinen Mitmenschen die Chance dein 'wahres Ich' zu sehen und zu akzeptieren" umsetzen will, dann gerate ich sehr schnell in Gefühle der Überforderung und der Scham. Weil das einfach eine ganz, ganz großes Aufgabe ist, wenn man sein ganzes Leben nie mit jemanden über seine ehrlichen Emotionen geredet hat und Menschen im Allgemeinen nie getraut hat. Dann fühle ich mich einfach Überfordert und weiß gar nicht, wo ich anfangen soll und hundert Fragen entstehen gleichzeitig in meinem Kopf: Wer ist die richtige Person dafür? Wann ist der richtige Zeitpunkt? Wie viel soll ich überhaupt über mich preisgeben? Wie mache ich das am Besten? etc. etc.

Und weil ich mich so überfordert fühle, mache ich gar nichts. Und weil ich gar nichts mache, Schäme ich mich, dass ich Hilfe nicht annehme und flüchte mich in Suizidgedanken, weil ich ja sowieso zu dumm bin was zu ändern.

Deswegen sind so große, abstrakte Ziele vielleicht gut um eine ungefähre Richtung einzuschlagen. Aber was mir fehlt, sind die kleinen Schritte, ein ungefährer Weg und die Akzeptanz, dass ich auch mal scheitern darf.

Frauen, die in Pornos mitspielen, spielen wirklich. Es ist eine Rolle.
Es ist eine Rolle..., für die sie mitunter zur "perfekten" Frau gestylt werden. Im wahren Leben (und komplett ungeschminkt) glotzt die auch kein Mann an; es sei denn, sie sind fast nackt oder haben gigantische, aufgemotzte Brüste.

Du bist (wie so viele) in einer Scheinwelt verfangen. Echte Frauen sind tatsächlich anders. Zumindest die meisten. 😉

Ich weiß das und ich bin unglaublich dankbar, dass echte Frauen anders sind als die in Pornos. Ich habe das ja letztes Jahr bei meinem erstem Mal erlebt. Ich habe mir Sex ganz anders vorgestellt und war überrascht als ich feststellen musste, dass es so viel besser ist als ich es bisher gesehen habe.

Ich konnte noch nicht mal meine Erektion halten - weil ich zu aufgeregt war und mir meine leichte Phimose den größten Teil der Empfindung nimmt - und hatte keinen Orgasmus. Dabei dachte ich immer, das es genau darum geht. Aber die reine Körperlichkeit, die Zärtlichkeit, die Emotionen - das war sooo viel mehr.

Pornografie und Masturbation ist für mich mittlerweile einfach etwas, was gemacht werden muss. Wie der Abwasch. Und wenn härtere und ekligere Sachen dazu führen, dass ich die Arbeit schneller hinter mich gebracht habe, dann bin ich gerne diese Route gegangen. Vollen Wissens, dass ich mich später dafür Schäme und mir damit nur schade.

Gegen jedwede Art von Sucht hilft Abstinenz und Durchhaltekraft. Du weisst, dass es dir schadet - also versuche damit aufzuhören.

Das stimmt! Ich glaube es ist wirklich wichtig, dass ich Pornografie ab sofort meide und versuche, aus Masturbation wieder etwas schönes zu machen, statt weiterhin Opfer meiner eigenen Triebe zu sein.

Nur gibt mir vor Allem die Masturbation ein Ventil, um Druck auf eine non-destruktive Weise (im Gegensatz von z.B. Selbstverletzung mit einer Klinge) abzubauen. Ich sollte das sicherlich in meiner Therapie thematisieren und mein Verhalten / meine Zwänge in der Diary Card überprüfen. Ich Schäme mich nur so sehr dafür und einer Person von Angesicht-zu-Angesicht davon erzählen.. Puh..
 
Denkt ihr es wäre okay, wenn ich all meine Gedanken und neuen Erkenntnisse schriftlich in einer klar strukturieren und durchdachten E-Mail sammle und meiner Therapeutin schicke? Bis dahin ist noch etwas über eine Woche und ich habe Angst, Dinge entweder zu vergessen (wie z.B. lieber in kleinen Schritte zu Arbeiten, als gleich große Konzepte zu fordern) oder einfach zu verschweigen (wie z.B. mein Zwang nach Pornografie und Masturbation als Problemverhalten).

Ich glaube es würde mir leichter fallen ihr das so mitzuteilen und sie zu bitten, mit mir in der nächsten Stunde an der Patienten - Therapeuten Beziehung zu arbeiten (das mich ihr Vergleich verletzt hat, muss ich unbedingt ansprechen) und neue Problemverhalten, neue "Neue Wege" und Therapieziele zu definieren.

Sonst verfliegt sich das alles irgendwie bis zur nächsten Stunde und ich Laufe bis Anfang Dezember weiterhin gegen eine Wand.
 
Grundsätzlich halte ich Borderliner nicht für Monster. Sei froh, dass du weder Narzisst noch Psychopath bist. 😉

Hier in diesem Forum sind viele Borderliner und noch niemals ist mir ein Borderliner so negativ aufgefallen, dass ich dachte, um den müsste ich unbedingt einen riesigen Bogen machen.

So schlimm, wie Du denkst, bist du wahrscheinlich gar nicht. Wirklich schlimm finde ich, dass Deine Therapeutin Deinen Eindruck noch zu verstärken (verschlimmern) scheint.
 
Hier in diesem Forum sind viele Borderliner und noch niemals ist mir ein Borderliner so negativ aufgefallen, dass ich dachte, um den müsste ich unbedingt einen riesigen Bogen machen.

Das freut mich wirklich zu hören. Ehrlich!!

Die Angst, wegen meiner Diagnose ein Monster zu sein, macht mir echt zu schaffen. Und es tut gut zu hören, dass ich vielleicht wirklich nur von all den Negativbeispielen aus aller Welt gehört habe. Oder vielleicht ja sogar ganz wo anders auf dem "Borderline" Spektrum bin als die, die anderen Menschen bewusst/unbewusst schaden zufügen.


So schlimm, wie Du denkst, bist du wahrscheinlich gar nicht.

Danke! Ich hoffe es. 🙂

Wirklich schlimm finde ich, dass Deine Therapeutin Deinen Eindruck noch zu verstärken (verschlimmern) scheint.

Ich glaube ich sollte meine Therapeutin nicht so hart dafür verurteilen. Vielleicht habe ich das wirklich nur falsch aufgenommen. Ich werde sie in der nächsten Stunde darauf ansprechen und das klären, dann kann ich euch berichten wie sie sich verhält. Vielleicht war das wirklich nur ein versehen oder sie hat das anders gemeint als ich es aufgefasst habe. Ich halte euch auf dem Laufenden!

natürlich ist das okay, dass du es aufschreibst.

hast du mit ihr besprochen, dass du ihr mails schicken kannst? sonst würde ich zuerst anfragen, ob das für sie okay ist. mit dem neuen datenschutzgesetz haben manche therapeuten probleme damit.

wenn sie das nicht möchte, kannst du ihr einen ausdruck per post schicken oder es in der nächsten stunde mitnehmen.

Normalerweise ist das kein Problem. Sie sagt auch nach jeder Stunde, dass ich sie jederzeit anrufen oder per E-Mail kontaktieren darf. Ich bin mir nur nicht sicher, ob sie das nur sagt weil der telefonische Notfallkontakt auch Teil der DBT ist, oder ob sie wirklich auch Zeit hat, längere Texte zu lesen.

Ich habe ihr es jetzt einfach mal alles übersichtlich aufgeschrieben und geschickt. Sie meinte ja, ich könne ihr immer E-Mails schicken und das ist auch wirklich eine einmalige Sache! Und wenn ihr das zu viel ist, dann wird sie mir das in der nächsten Sitzung schon sagen. Und dann weiß ich ab sofort bescheid!

ich habe einige patienten erlebt. was den leuten fehlt, die nicht voran kommen, ist genau diese reflektiertheit, auch der mut dann solche dinge anzusprechen. du bringst sehr gute ressourcen mit. ist so mein eindruck.

Danke! Es tut wirklich, wirklich gut sowas zu hören. Das nimmt mir gerade ein wenig meine Hoffnungslosigkeit.

Es tut sehr gut, mit euch zu schreiben und in mir hat sich im Laufe des Tages schon sehr vieles verbessert. Und auch endlich mal mit einer anderen Person zu schreiben, die an Borderline erkrankt ist, das tut mir unglaublich gut.

Danke euch! Ehrlich! 🙂
 
hast du meditation schon mal versucht? wenn die anspannung so hoch geht, welche skills hast du? auf chili beißen, gummiband ums handgelenk schnalzen lassen oder so.

Ich habe lange Zeit regelmäßig meditiert. Das hat anfangs echt gut geholfen, doch irgendwann wurde es ein großes Problem. Denn als plötzlich das Grundrauschen der eigenen Gedanken weg war, dann war da die Einsamkeit. Und das hat dazu geführt, dass ich wieder einen starken Drang nach Selbstverletzung hatte und mir das Leben nehmen wollte. Weil mich meine Gedanken wenigstens von den unangenehmen Gefühlen abgelenkt hatten und plötzlich war da nichts mehr, das mich abgelenkt hat. Plötzlich war da nichts mehr.

Ich habe drei Monate am Stück jeden Tag 2x für 10 Minuten meditiert. Nach dem Aufstehen, vor dem Schlafen gehen. Plötzlich wurde dann die Einsamkeit und Leere zu viel. Das war auch in der Zeit, als ich 4 Wochen lang keine Therapie hatte weil der Antrag auf Langzeittherapie erst von der Krankenkasse bestätigt werden musste. Das war so unerträglich, dass ich damit aufgehört habe.

Scharfe Soßen, Eissprays, Ausdauersport, Atemübungen .. solche Sachen helfen mir aus der Spannung. Auch radikale Akzeptanz und Emotionssurfing haben wir schon durchgenommen. Das hilft mir auch sehr! Eigentlich ist meine Grundanspannung auch schon stark zurückgegangen - von Anfangs durchschnittlich 70 zu einem Durchschnitt von 30/40. In den letzten Wochen wurde es dann wieder unerträglich. Wenn ich mir mein Protokoll ansehe, dann liegt der Durchschnitt wieder bei 70/80 (von 100).

das sind dinge, die muss man erst mal in sich selbst schaffen, bevor man sie bei anderen finden kann. die gute nachricht ist, das sind keine 10 oder 20 jahre. wenn man mutig ist, an sich arbeitet, man kann durchaus in kurzer zeit gute grundlagen schaffen.

Weißt du, was daran so schwer ist? Nach 22 Jahren des Zynismus ist das irgendwie auch meine Persönlichkeit geworden. Da gibt es ganz tief in mir die Angst, dass ich nichts mehr bin, wenn ich glücklich bin. Hört sich das verrückt an?

So dumm es klingt: Ich bin gerne etwas provokativ, gerne sarkastisch, gerne auch ein wenig zynisch. Das bin einfach ich, das ist mein Charakter, meine Persönlichkeit. Manchmal habe ich Angst, dass das komplett weg ist. Das ich durch die Therapie zu irgend einem 0815-Happy-Hippie Menschen werde. Das hört sich bestimmt blöd an: Aber ich habe Angst, mich zu verlieren, sobald es mir besser geht. Das ich zu einem Menschen werde, der ich nicht sein will.

Sarkasmus hat auch was Lustiges. Melancholie etwas Schönes. Zynismus etwas Realistisches. Provokation etwas Wichtiges. Und da gibt es noch mehr eigentlich negative Eigenschaften, die Ich sind und auch ihre schönen Seiten haben.

Vielleicht macht es Sinn, wenn ich mal definiere, was für ein Mensch ich werden will. Mein ganzes Leben war Maskulinität etwas Leitendes in meinem Leben. Ich bin ohne Vater aufgewachsen, wurde von meinem Stiefvater misshandelt und vernachlässigt. Ich habe nur negative Vorbilder was Männlichkeit angeht und die #metoo Debatte (so wichtig sie auch ist) schafft immer mehr Negativbeispiele.

Vielleicht ist das ein schönes Ziel, das ich mir setzen kann. Etwas, was mir Sinn im Leben gibt. Zu definieren, was Maskulinität FÜR MICH bedeutet. Was ein Mann ist. Was einen Mann ausmacht. Wie ich zum Mann werde. Vielleicht kann ich mir so die Angst nehmen mich zu verlieren und zu einem Always-Happy-Menschen zu werden, der ich gar nicht sein will, weil ich lieber ein paar Ecken und Kanten habe. Das könnte wirklich ein großes Ziel in meinem Leben werden: Endlich zum Mann werden.

Hört sich das dumm an?


hast du mal überlegt, dass du dich auch mit der einsamkeit anfreunden kannst? sie gibt dir zeit und raum um dich um ich zu kümmern.

das ist eben auch radikale akzeptanz. es ist schmerzhaft, die einsamkeit macht einen wahnsinnig. das weiß ich. sie wird sich allerdings nicht einfach ändern. und was wir nicht ändern können, das sollte man akzeptieren. gedanken wie "was wäre wenn...." unterbricht man sofort mit einem kräftigen STOPP. die sind am anfang hartnäckig. kommen immer wieder. und manchmal muss man alle drei minuten sagen: STOPP. gute ablenkung finden.

ist hund oder katze eine option für dich? meine kleine katze vertreibt mir oft die einsamkeit.

Ich kenne das Prinzip der radikalen Akzeptanz aber ich schaffe es noch nicht ganz, das mit meinem Gefühl der Einsamkeit in Einklang zu bringen. Vielleicht interpretiere ich das Falsch aber wenn du davon redest, meine Einsamkeit radikal zu akzeptieren .. dann fühlt sich das an, als würde du sagen: Gib auf!

Wie gesagt, ich glaube ich schaffe es noch nicht radikale Akzeptanz in den verschiedenen Aspekten meines Lebens anzuwenden. Aber ich will meine Einsamkeit nicht akzeptieren, weil ich irgendwann eine liebevolle Partnerschaft führen will. Ich kann nicht einfach akzeptieren, für immer einsam zu sein und Genügsamkeit in dieser Leere finden. Denn dann wüsste ich nicht, wofür es sich noch zu leben lohnt.

Der Gedanke daran, irgendwann mit einer geliebten Person in meinen Aufzuwachen, begleitet mich jeden Morgen. Ich stelle mir das jeden Morgen vor, tue so als ob diese Person hier wäre .. das hat manchmal etwas schönes, tut aber auch unheimlich weh. Das gleiche Spiel dann auch jeden Abend.

Und dann gibt es da natürlich auch noch die Hormone: Ich bin ein 22 jähriger Mann. So wie ich das im Internet lese, werde ich mein ganzes Leben nie mehr Testosteron durch meinen Körper fließen haben. Und natürlich will ich meine Sexualität endlich ausleben und entdecken können. Ich habe Angst, dass ich das nicht rechtzeitig schaffe. Was hab ich davon, zu warten bis ich irgendwann - mit 35 - mal mein nächstes Mal habe? Ich habe einfach dieses Bedürfnis nach Körperlichkeit und Intimität und ich will das nicht einfach aussitzen.

Ich kann die Einsamkeit nicht einfach akzeptieren, weil es in meinem Leben gerade nichts gibt, was ich mir mehr wünsche als eine intime, liebevolle Partnerschaft mit einer jungen Frau, mit der ich mein Leben teile. Wie kann ich da akzeptieren, für immer einsam zu sein? Genügsamkeit in der Verlassenheit zu finden?

Ich will das nicht .. aber vielleicht interpretiere ich "Radikale Akzeptanz" ja einfach noch falsch? Das kann es ja nicht sein, oder?



magst du erzählen welche?

Ein wirklich Glas klares: Symptom A, B, C sprechen für Borderline habe ich nie bekommen. Eher ein: Ich sehe da A, B, C in ihnen. Aber folgendes sehe ich selbst in mir:


1. Verzweifeltes Bemühen, reales oder imaginäres Alleinsein zu verhindern.
2. Ein Muster von instabilen und intensiven zwischenmenschlichen Beziehungen.
3. Wiederkehrende Suizidgedanken oder selbstschädigendes Verhalten.
4. Affektive Instabilität, die durch eine ausgeprägte Orientierung an der aktuellen Stimmung gekennzeichnet ist
5. Chronisches Gefühl der Leere
6. Unangemessen starke Wut oder Schwierigkeiten, Wut oder Ärger zu kontrollieren (wobei sich meine Mut AUSSCHLIEßLICH NACH INNEN richtet - also auf mich selbst)

mein eindruck ist, du fühlst dich von ihr bewertet, oder?

Richtig.

Ich habe das Gefühl - oder eher die Angst - das sie in mir einen potentiellen Mörder oder V*** sieht. Und das macht mir sehr viel Angst, weil ich das doch nicht bin .. oder doch? .. nein! .. oder?

Diese Wechselgedanken löst das dann aus, weil ich mir seit meiner Borderline Diagnose doch sowieso so unsicher bin, wie "Sicher" ich für andere bin. Weil ich doch schon so viel gelesen habe. Und sowas dann aus dem Mund meiner Therapeutin zu hören, das war krass.

Seitdem kann ich mich auch nichtmehr wirklich öffnen. Ich habe einfach irgendwie Angst und vertraue ihr nicht mehr.

ich finde es sehr gut, dass du deine probleme in der therapie ansprechen möchtest. das ist mutig. und denke daran, wir lernen auch dann, wenn der therapeut es verkackt. was uns nicht umbringt, macht uns stark.

Danke, das habe ich gebraucht! 🙂

also hundert fragen lassen sich gut sortieren, wenn man sie aufschreibt. wäre das eine option?

Das wäre auf jeden Fall eine Option! Als ich davon geschrieben habe, kam mir das auch. Wenn ich all diese hundert Fragen aufschreibe. Dann habe ich bestimmt schon mal 80+ ganz kleine Schritte, die ich gehen kann!

das erinnert mich gerade. das haben wir im skillstraining oft gehabt. da geht es darum genau solche dinge zu lernen, wie geht man so ein problem an. und dann hatten wir hausaufgaben. und da war die entscheidung dafür das problem anzugehen schon immer bereits ein teil der lösung. wenn also jemand die nächste stunde gesagt hat: mir geht es ganz schlecht, ich habe versagt, ich wollte ja auf andere menschen zugehen und ich habe das versucht und es hat nicht geklappt, dann kam von therapeutenseite immer erst mal: STOPP. sie haben sich entschlossen. sie haben auch daran gearbeitet. sie haben also für diese woche einen erfolg zu verbuchen.

Wenn ich das so höre, dann will ich unbedingt auch an einer Skillsgruppe teilnehmen! Leider bin ich da schon seit Ewigkeiten auf der Warteliste und als ich dann meinen Platz bekommen hätte, hat mein Hausarzt und die Krankenkasse ein wenig gezickt.

Ich hoffe, ich bekomme nächste oder übernächste Woche eine gute Nachricht und die Krankenkasse übernimmt die Kosten. Die Skillsgruppe fehlt mir noch und ich glaube wirklich, dass mich das sehr, sehr weit bringen kann. Alleine schon der Kontakt zu anderen Borderlinern und die Hausaufgaben!

findest du ein realistisches ziel? kleine schritte.

Ich weiß nicht. Pornografie und (vor Allem) Masturbation nehmen seit ich 7 bin einen so großen Teil in meinem Leben ein. Ich muss da echt mal recherchieren. Vielleicht wende ich mich auch mal an eine Beratungsstelle wie ProFamilia. Ich kann ja nicht der einzige Mann sein, der damit kämpft.

Das muss ich auf jeden Fall auch mit meiner Therapeutin mal genauer durchkauen .. Gott, das wird peinlich. Ich schäme mich jetzt schon so sehr. Vor Allem wenn ich vom "Wie" erzählen muss, weil das Mittlerweile schon sehr degradierend und eklig ist .. Gott 🙁
 
Und da merke ich gerade, dass meine letzte Antwort .. mit so vielen Einsichten und Fragen .. an der ich über 1 Stunde saß .. einfach irgendwie wieder nicht gepostet wurde.

Ich hätte das Alles wirklich im Textprogramm schreiben sollen aber da ist das mit der Formatierung so ein graus..

Ach Gott, das ist echt Schade. 🙁
 
ich kann deine bedenken und ängste verstehen. nur bis du 35 bist, vergeht noch sehr viel zeit. und es gibt keinen grund, warum du erst dann jemand findest. immer da wo man probleme erkennt, kann man sie ansprechen und gemeinsam daran arbeiten. es gibt übrigens häufig auch gruppen für angehörige von borderlinern. also da gibt es auch hilfestellung. es ist nicht so schwarz wie du es siehst.

Doch auch wenn all die vielen Worte jetzt verloren gegangen sind, würde ich dir trotzdem noch die Fragen stellen, die mir am Wichtigsten erschienen und mich am Meisten beschäftigen.

Ich habe in mir die ständige Angst, dass ich wegen meiner Borderline Erkrankung nie von einer Partnerin akzeptiert werde. Weil ich das Gefühl habe, dass sie sich zum Thema einlesen wird (was ja gut ist) aber früher oder später auf die gleichen Negativartikel stoßen wird, wie ich das bin.

Wie sind deine Erfahrungen mit dem Stigma von außen? Wie ist dein Partner damals damit umgegangen? Ist Borderline wirklich so verhasst, wie ich das denke, und muss das wirklich ein großer Teil einer Beziehung sein?

Und ich denke, dass das typische "Ich hasse dich, verlass mich nicht" das größte Problem in einer potentiellen Beziehung werden könnte. Ich bin seeehr eifersüchtig und weiß, dass ich schon bei den kleinsten Anzeichen Gedanken wie "Sie liebt mich doch eh nicht" oder "Sie geht mir doch eh fremd" entwickeln werde. Das war bisher immer so .. egal ob in Freundschaften oder wenn ich gerade ein paar Dates mit einer Frau hatte. Ich weiß, dass ich dazu neige mich dann schnell von einer Person zu isolieren, nicht über meine Sorgen zu sprechen und sie - ohne, das wirklich etwas passiert ist - von mir stoßen werde.

Beziehungsweiße, dass ich das jetzt, in diesem Moment, noch machen würde. Mein Hirn ist ja noch wandelbar und deswegen meine Frage: Wie gehst du mit diesen Gedanken um (falls du sie hast)? Aber das scheint ja ein sehr typisches Problem für Borderliner zu sein. Immerhin ist das ja auch Teil der Diagnose.

Est tut mir echt super, super Leid, dass meine lange Nachricht verloren gegangen ist und ich mich jetzt so kurz halten muss - weil ich morgen früh raus muss. Deswegen kann ich nicht noch mal eine Stunde in eine Antwort investieren. Ich will dir aber sagen, dass ich beim Schreiben so viele neue Erkenntnisse getroffen habe und mir gleich wieder ein paar neue Wege und alternative Skills/Strategien aufgeschrieben habe, die sich beim niederschreiben so ergeben haben.

Ich bin dir unendlich dankbar, dass du dir die Zeit nimmst mit mir zu schreiben. Du kannst dir wirklich nicht vorstellen, wie sehr mir das gerade durch diese schwere Zeit hilft. Der Dialog mit dir ist für meine Entwicklung wirklich wichtig und hat mich aus meinem schwarzen Loch gezogen!! Dafür bin ich dir wirklich dankbar. Dank dir habe ich wieder Hoffnung für die Zukunft und freue mich auch schon auf die ganzen Aufgaben die ich noch vor mir habe. Aber dank dir weiß ich jetzt, dass es in mir ganz viel Potential gibt und ich schon auf einem richtigen Weg bin. Und dank dir hat sich mein Stigma auch schon erheblich gelegt. Du bist - neben mir - die einzige anderen an Borderline erkrankte Person, die ich je kennengelernt habe und so wie ich das sehe, bist du ein wirklich guter, starker und toller Mensch! Alleine das hilft mir sehr viel weiter.

Danke, dass du dir die Zeit nimmst! Ich werde dir das nie vergessen! 🙂
 
das ist wirklich ärgerlich, wenn so was passiert. ich hatte schon vorgeschlagen, man sollte die möglichkeit einräumen, entwürfe zu speichern, was bei der software kein problem ist. leider hält man das für unnötig. ich kenne das auch, dass ganze texte verloren gehen. das ist wirklich ärgerlich.

So eine Funktion wäre natürlich wirklich cool aber ich wusste ja, dass sowas passieren kann, also will ich die "Schuld" gar nicht bei anderen Suchen. Es ist nur sehr ärgerlich, weil mir während dem Schreiben ein paar wichtige Einsichten und interessante Fragen kamen, die bei der Übertragung verloren gegangen sind. Normalerweise mache ich vor jedem Absenden noch sicherheitshalber cmd+c um den Text wenigstens noch im Cache zu haben aber gestern hab ich das dummerweise nicht gemacht.

Naja: Pech gehabt und die Welt geht dadurch auch nicht unter. 🙂

es gibt gute und hilfreiche literatur. und ich habe dich ja schon darauf hingewiesen, es gibt den borderline-trialog. ich denke es ist nicht so viel verlangt von jemandem, der dich sympathisch findet, der dich liebt, dass der sich von dir die richtigen quellen zeigen lässt, oder?

Was mir vor kurzem besonders Angst gemacht hat: Ich habe mich mit dem gleichen Thema auch an die Telefonseelsorge gewandt, bevor ich erst hier gepostet habe. Natürlich über die Mailberatung, weil ich einer fremden Person nicht so intim von mir erzählen könnte. Dort habe ich von meinen Suizidgedanken geschildert und mit einer sehr engagierten Beraterin viel darüber geschrieben.

Um mir meine eigenen Suizidgedanken ein bisschen vor Augen zu führen und mir vielleicht ein wenig Hoffnung zu geben hat sie mir empfohlen, mich mal ein wenig mit einem Mann namens Viktor Staudt auseinanderzusetzen. Denn er hat auch mit Borderline, Depressionen und früher auch mit Suizidgedanken zu kämpfen. Letzteren hat er nachgegeben, einen Versuch unternommen und diesen überlebt - dabei aber seine Beine verloren.

Ich will gar nicht so viel von ihm erzählen. Wenn dich das interessiert, dann findest du eine tolle Doku über ihn beim WDR. Er hat seinen Suizid überlebt und danach gelernt, sein Leben zu schätzen und glücklich zu sein. Wirklich eine schöne Entwicklung, die er durchgemacht hat, auch wenn die Hintergründe natürlich sehr traurig sind und ich muss ehrlich sagen, dass diese Doku viele meiner Suizidgedanken wieder verdrängt hat.

Nur eine negative Sache nehme ich aus dem ganzen Mit und das spielt wieder in meine Angst, nie eine liebevolle Partnerschaft führen zu können: Selbst er, der seinen Suizid überlebt und wieder Glück im Leben gefunden hat, antwortet mit der Frage nach einer Partnerin immer damit: "Ein Leben mit mir kann ich keiner anderen Person zumuten." Und das hat mir sehr, sehr hart getroffen und meine Angst erneut gefüttert. Denn wenn selbst er, ein so starker und inspirierender Mann, keine Hoffnung in seinem Liebes- und Sexleben sieht, wie soll ich das dann?

Außerdem gab es ja ziemlich zeitgleich mit meinem Post auch eine andere Person, die im Bereich Liebe das Thema "Partnerschaft mit Persönlichkeitsstörung (Borderline)" gepostet hat. Dort gab es auch wieder ein paar Nutzer - aber vor Allem einen mit dem Namen "Traumatisierter") - die klipp und klar gesagt haben: Emotionale Beziehungen und Partnerschaften mit Borderlinern sind nicht nur nicht möglich, sondern auch sehr gefährlich!

Auch das hat mich wieder sehr stark getroffen, weil auch das wieder gutes Futter für meine Ängste ist. Ich weiß nicht warum, aber auch wenn sich immer mehr Leute für psychische Krankheiten bzw. psychische Gesundheit einsetzen, so ist es immer noch legitim Borderliner (bzw. alle Persönlichkeitsgestörten) zu diskriminieren. Es wird zwar schon auch immer auf ein Beispiel - im Fall von Traumatisierte glaube ich seine Ex - bezogen aber die Schlussfolgerungen sind immer allgemeingültig: Nie eine Beziehung mit Borderlinern eingehen!

Und das macht mir ziemliche Angst! Weil einem damit die Menschlichkeit schon auch ganz deutlich abgesprochen wird. Jetzt nicht nur im Bezug auf "Kein Recht auf Liebe und Sexualität" sondern eher darauf bezogen, dass viele (ehemalige) Angehörige von Borderlinern fest davon überzeugt sind, dass sich Betroffene niemals ändern können. Das Borderliner nicht lernen und Borderliner immer gleich bleiben. Das nimmt einem natürlich die Hoffnung und den Ausblick auf einen positiven Krankheitsverlauf.

zu beginn meiner beziehung war es auch so, micha ist mit mir ein paar mal zu meinem therapeuten gegangen. damals allerdings nicht wegen borderline. da ging es um die traumatisierung und da muss er rücksicht nehmen. und er ist bereit ganz viel aufzugeben. wobei wir uns gegenseitig freiheiten geben können.

ich habe die diagnose erst seit vier jahren. und das haben wir uns dann sozusagen gemeinsam erarbeitet. wir waren beide froh, weil es vieles erklärt hat und ich durch die richtige therapie viel gelernt habe und wir probleme angehen konnten.

Ich kann nur hoffen, auch einmal eine Partnerin zu finden die so gut damit umgeht, wie dein Freund! Leider habe ich eigentlich auch genau diese Person schon in der Affäre (mir fällt einfach kein passenderes Wort ein) gefunden, die mich letztes Jahr bei meinem ersten Mal ja so sehr verletzt hat. Wir hatten nämlich danach noch bis Anfang Februar Kontakt, weil wir uns wirklich gut getan haben - auch einfach Freundschaftlich. Ich hatte damals auch nicht die Kraft, mich von ihr fern zu halten und sie meinte es wäre für ihren Freund kein Problem, wenn wir uns weiterhin freundschaftlich treffen. Damals war sie die einzige Person mit der ich mich ehrlich über meine Innenwelt austauschen konnte und sie war auch die erste (und einzige) Person, die von meiner Borderline Diagnose erfahren hat.

Und statt das irgendwie gegen mich zu nutzen hat sie sich sooo viel Mühe gemacht, sich dazu einzulesen, mich zu unterstützen, ein offenes Ohr zu biete. Ich glaube das lag daran, dass sie selbst wegen starken Migränen und Depressionen schon Erfahrungen mit Therapie gemacht und somit ihre Vorurteile schon abgelegt hat. Letztlich habe ich aber gemerkt, dass ich sie auch weiterhin noch liebe und eine Partnerschaft mir ihr Eigehen, sie aber bei ihrem langjährigen Freund bleiben wollte .. auch wenn sie mir oft gesagt hat, dass sie sich auch Hals über Kopf in mich verliebt hat. Als ich sie dann gefragt habe, warum sie bei ihm bleibt meinte sie nur: "Naja, er zahlt meine Wohnung und finanziert mit 10.000 Euro meine Ausbildung." Und das war dann noch mal ein richtig tiefer Stich.

Solche Gedanken machen mich traurig weil ich z.B. auf Tinder Dates immer feststellen muss, dass psychische Krankheiten auch in meiner Altersgruppe noch extrem stigmatisiert werden. Selbst bei Frauen, die soziale Arbeit oder Psychologie studieren. Und dass die einzige Person, die mich trotz meiner Erkrankung bisher geliebt und unterstützt hat, die Frau ist, die ihren Freund mit mir betrogen und dann nur die Beziehung fortgeführt hat, weil er ihr Geld gibt .. das ist hart. Und eben weil das so ein großes Auf und Ab, so viel Verzeihen und dann doch wieder Hochkommen war, konnte ich bis jetzt auch noch nicht loslassen. Vor Allem weil ich weiß, dass sie auch wieder Kontakt will..

Ich bin echt voller Hoffnung, dass ich es in meinem Leben schon irgendwie zu was bringen werde .. egal was "was" am Ende bedeutet. Nur in Sachen Partnerschaft ist das Loch noch sehr, sehr tief und sehr, sehr schwarz. Dabei glaube ich nicht, dass ich auch nur ansatzweiße zu einer Person wie der Ex von "Traumatisierter" werden könnte. Vielleicht habe ich und seine Ex-Partnerin die gleiche Persönlichkeitsstörung .. aber irgendwo sind wir ja doch andere Menschen. Aber das wollen viele nicht akzeptieren.

ich lebe in einer offenen beziehung. micha kommt aus dem bdsm bereich und das will ich nicht für mich. also geht er woanders spielen. meine eifersucht ist also nicht so stark.

Da habe ich großen Respekt vor, da hast du deine Eifersucht ja wirklich sehr gut unter Kontrolle. Abgesehen davon, dass ich eine offene Fernbeziehung gar nicht wollen würde, könnte ich das nicht. Ich werde manchmal schon eifersüchtig, wenn ich von Frauen - an denen ich auch Interesse habe - höre, dass sie auf einem Date waren. Wenn die da auch noch von Sex erzählen, dann wird das da schon schlimm. 🙄

Aber gut, das Thema "Sex" triggert in mir sowieso immer hohe Anspannung, Angst und Hoffnungslosigkeit.

Versteckter Text, Trigger-Gefahr:
klar bin ich manchmal sauer auf meinen freund und er baut auch echt sehr gerne mal großen mist. dann nehme ich mir zeit. rede mit leuten, mit therapeuten. wir mussten oft umeinander kämpfen. und ich weiß, der hält zu mir. ich sowieso zu ihm (also mit sowieso meine ich jetzt, ich kann mir da vertrauen, ich bin nicht der typ, der einfach aufgibt). ganz am anfang unserer beziehung hat mein adoptiv-vater noch sehr mitgemischt. er hat mich gestalkt als ich von ihm weg bin und dann auch micha bedroht. in der zeit habe ich oft gedacht, warum bleibt dieser bescheuerte typ eigentlich bei mir? nur ich weiß heute eben auch, schlimmer kann es irgendwie nicht werden. wenn es mir mies geht, ist er da. in der beziehung ist er wirklich verlässlich.


Das ist doch wirklich schön, dass er sich so viel Mühe für die Beziehung gibt und da auch sehr verlässlich ist! 🙂

es ist ein prozess. man lernt dem anderen zu vertrauen. und weißt du was, je mehr man kämpfen muss umeinander, je mehr man zusammen durchsteht. irgendwann ist es ein ganz festes band. das entsteht dann, wenn du merkst, man wächst zusammen. verändert sich für den anderen. ich weiß, er holt das beste raus aus mir und er sagt oft, er ist ein besserer mensch durch mich.

borderline kann auch eine chance sein.

Das hat meine Therapeutin auch immer gesagt: "Ich glaube, Borderline kann auch eine große Chance für sie sein!" Genauer definiert hat sie das leider nie.

als ich micha kennen gelernt habe, war er so ganz typisch in der schwulen sm szene unterwegs, viele affären, one-night-stands. und irgendwie habe ich ihn so gefordert, der musste lernen sich zu verpflichten.

Gut, ich bekomme wirklich oft mit das dass in der Schwulenszene - vor allem wenn es an SM oder andere Fetishe geht - ganz typisch ist. Nur wenn ich eine Frau kennenlernen würde, bei der ich weiß dass sie viel unterwegs ist, viele Affären, One-Night-Stands hatte, dann würde das in mir auch wieder diese: "Ja gut, dann geht sie mir doch zu 100% fremd" Gedanken triggern. Natürlich ist das in unseren Situationen anders - ihr lebt in einer offenen Beziehung, für mich kommt nur fest und monogam zusammen - aber ich würde mir wirklich wünschen, so viel Vertrauen in meine zukünftige Partnerin zu haben wie du!

Aber die Grundvoraussetzungen sind da natürlich ganz unterschiedlich. Vielleicht gibt es in offenen Beziehungen weniger Eifersucht? Ich weiß es nicht, ich hatte sowas nie.

ich hoffe, du kannst das für dich noch mal rekapitulieren. finde ich auf jeden fall klasse, dass du so gut arbeiten kannst.

Ich habe mir das direkt danach sofort noch mal alles in Stichpunkten aufgeschrieben. Da war vieles Gutes dabei und das will ich wirklich nicht vergessen! 🙂

das mache ich wirklich gerne. es hilft mir nämlich auch eine ganze menge.

Das freut mich sehr zu hören! 🙂

:daumen:

ich finde es erstaunlich, wie viel du in diesen paar tagen voran gekommen bist.

als ich in dieses forum gekommen bin, war ich auch in einem ganz tiefen schwarzen loch und viele hier haben mir geholfen, da raus zu kommen. es freut mich immer wenn ich ein stück davon zurückgeben kann.

ich freue mich auch für dich, dass du so früh daran arbeiten kannst in deinem leben. und eigentlich alles noch vor dir liegt und du das von einer stabilen basis aus machen kannst, weil du die ganz sicher für dich erarbeiten kannst

Ich weiß nicht, ob dich das gleich schon wieder zum Lachen bringt aber ganz ehrlich: Ich hab mit meinen 22 Jahren schon das Gefühl, dass ich den größten Teil meines Lebens hinter mir hätte. Direkt an meinem Geburtstag im Januar dachte ich mir nur: "Fu**, jetzt bin ich alt!" 😛

danke. das hat mir gestern abend wirklich gut getan das zu lesen. ist auch gerade keine so einfache zeit für mich. ich kämpfe ebenfalls immer noch an vielen punkten. auch wenn ich schon eine ganze menge erreicht habe.

Welche Punkte sind denn für dich gerade am Schlimmsten? Vielleicht hilft es dir ja auch, wenn du das einfach mal alles als Antwort aufschreibst und mir zum Lesen rüberschickst. Ich merke, dass zumindest mir sehr viel in den Kopf geschossen kommt, während ich schreibe. Vielleicht hilft dir das ja auch? 🙂
 
ich finde borderline überhaupt wirklich zu erkennen ist schwierig.
meine therapeutin konnte es bei mir auch nicht 100% ermitteln.
das problem ist, dass viele es als ausrede sehen sich gegenüber den partner oder freunde scheiße zu verhalten.
und ich habe auch eine freundin, die das wirklich ausgenutzt hat. ihre ausraster oder betrüge damit zu entschudigen.
vlt. hast du auch nur ein paar züge von der krankheit. wie das mangelnde vertrauen aufbauen und den drang der sexualität nachzugehen.
wie du dich sonst beschreibst ist nämlich nicht so typisch.
ich würde dir raten, nichts käuflich zu erwerben, weil du dich da nur damit kaputt machen wirst.
versuchs über die app, aber nicht so platt. finde so was, wo es quasi abgesprochen wird sehr reizlos und langweilig. diese menschen kannst du dir auch im bett sparen. hab dates, wenn es passt kommt es schon dazu.
 
Hey Simon,

Ich finde es sehr mutig dass du dein Problem hier so detailliert offen legst, auch wenn es anonym ist, fällt sowas doch nie ganz leicht.
Zu deiner Therapeutin muss ich sagen, sowas ist unter aller Sau. Also wenn du nicht tatsächlich davon gesprochen hast dass du jemanden vergewaltigen willst, dann hat sie doch kein Recht sowas zu sagen. Das ist demütigend und beleidigend.
Ich frage mich allerdings um ehrlich zu sein, was genau du dir wünschst. Möchtest du dich nun verlieben oder geht es allein um Sex? Und das ist jetzt etwas direkt aber was für sexpraktiken würden dich denn befriedigen wenn du sagst Masturbation allein reicht nicht mehr und du verletzt dich selbst im Intimbereich. Da macht man sich natürlich Gedanken.
Dein Selbstbild könnte auf jeden Fall besser sein. Ich kenne das selbst, wenn man sich vor seinem Körper ekelt obwohl einem eigentlich bewusst ist, dass man ja nicht hässlich ist. Ich denke ganz wichtig ist dass du lernst dich selbst anzunehmen und zu lieben. Das ist ein langer Weg aber das wünsche ich dir. Borderline ist echt kein Spaß und dass einen diese innere Anspannung zerreißen kann, weiß ich zu gut. Bitte versuche diese Anspannung anders los zu werden als durch Selbstverletzung. Schrei in ein Kissen oder mach was kaputt, aber dein Körper kann nichts dafür. Es ist okay so zu empfinden. Du darfst wütend sein und frustriert und verzweifelt aber bitte auch dir ein gesundes Ventil.
Ich bin noch nicht so lange im Forum und weiß nicht wie man privat Nachrichten schreibt, aber ich würde gern mit dir darüber reden und für dich da sein. Kein Mensch sollte mit sowas ganz allein da stehen. Ich denke an manchen Ecken kann ich dich gut verstehen und ich würde gern mit dir nach einer Lösung suchen

Ella
 
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