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Borderline - Therapie in einer Klinik

Calendria

Mitglied
Hallo.
Ich bin im Moment ziemlich durcheinander und weiß garnicht so recht wo ich anfangen soll.
Es geht um eine Person, die mir sehr sehr wichtig ist. Ich habe ihn Ende April über eine Community Seite kennengelernt und wir haben uns von Anfang an super verstanden. Im Mai war unser 1. Treffen, vor über einer Woche das 2.
Schon bevor wir uns getroffen haben, mochte ich ihn sehr. Ich hatte immer das Gefühl, er versteht mich und mag mich, so wie ich bin. Nach unserem 1. Treffen ging das dann zuerst etwas auseinander. Er verhielt sich komisch, und das zwischen uns war nicht mehr so wie am Anfang. Nach einiger Zeit wurde es dann aber wieder besser... Wir haben uns (immernoch) super verstanden und mochten uns sehr. Irgendwann habe ich ihm auch gesagt, dass ich ihn mehr als nur mag... Er konnte diese Gefühle aber nicht erwiedern. Der Grund: Er hat im Moment andere Probleme. Wo wir auch beim Thema wären.... Ihm geht es schon seit einiger Zeit nicht gut. Auch schon Anfangs, als wir uns kennengelernt haben. Damals ist er dann zum Arzt, hat sich untersuchen lassen und wurde zu einem Neurologen überwiesen - was ich erst etwas später erfahren hab. Er bekam dann irgendwann Antidepressiva.... Dann kam die Zeit, in der es ihm total schlecht ging. Also war er wieder beim Arzt, und hat nochmal etwas anderes verschrieben bekommen. Seit der ganzen Zeit ist er auch krankgeschrieben und muss alle 2-3 Tage zum Arzt- also schon seit Ende April/Anfang Mai. Ich hab Anfangs nicht mitbekommen, dass es so schlimm ist... Das hab ich erst nach und nach erfahren/bemerkt. Vor einer Woche ca. hab ich dann noch erfahren, dass er sich jeden Tag selber verletzt. Das war schon ein Schock für mich... Ich hab zwar bei unserem 1. Treffen gesehen, dass er einige Narben am Arm hat - aber dass er es immer noch jeden Tag macht..... Das ist einfach hart sowas zu hören/zu wissen.

Nach unserem letzten Treffen, hab ich oft mit ihm über meine/seine Gefühle gesprochen. Er weiß, dass ich ihn sehr mag, und das ich mir durchaus mehr mit ihm vorstellen könnte. Aber er sagte mir, ich hätte etwas besseres verdient, ich sei zu gut für ihn und er würde mich nicht unglücklich machen wollen und schon recht nich verlieren. Soviel zu den Gefühlen zueinander.
Aber worum es eigentlich geht: Er sagte mir heute, dass er ab Montag eine Therapie in einer Klinik macht, in der Hoffnung, dass es ihm hilft mit seinem Borderline und den Depressionen umzugehen. Als er mir das sagte, war ich erstmal einfach nur sprachlos und schockiert.... Ich wusste ja, dass es ihm sehr schlecht geht - aber das es so schlimm ist, das er nun in eine Klinik muss...... Das ist einfach schrecklich 🙁
Er weiß noch nicht genau, wielang diese Therapie geht, und ob wir in der Zeit überhaupt Kontakt haben können/dürfen. Und irgendwie kann er es selber noch garnicht fassen 🙁
Seine Freunde wissen alle nichts von seinen Problemen... Er will sich irgendne Lüge ausdenken und ihnen nicht sagen, wohin er wirklich geht. Ich bin die einzige Person die es weiß.

Nun geht mir einfach so viel durch den Kopf. Ich frag mich die ganze Zeit, wielang so eine Therapie geht und ob man in dieser Zeit Kontakt haben kann? Und wie kann ich ihm nur helfen?! Mir bereitet das gerade Bauchschmerzen :/ Und ich kanns nicht glauben....

Über Antworten würde ich mich freuen - und über Erfahrungsberichte.

LG
 
Hallo, ich möchte dir nur schreiben, dass ich es super finde, dass
dein Freund in eine Klinik geht.
Ich finde, man sollte nicht sagen "Mensch, so schlimm geht es dir, dass du gleich in eine Klinik musst"
Er hat selbst beschlossen, dass er Hilfe benötigt und wenn die Klinik etwas spezialisiert auf Depri und Borderl. ist, dann wird er dort viel Hilfe bekommen.
Ein Aufenthalt kommt immer auf den Patienten an.
Kommt auch drauf an, ob er mit einer Hausarzt Überweisung in eine Klink geht, oder ob er in eine psychosomat. Klinik geht und wer die bezahlt?
Denn eine Hausarzt Überweisung ist eine Einweisung und meist eine Art Psychatrie, eine psychosom. Klinik ähnelt einer Reha Klinik und wird vom Rentenversich. Träger gezahlt und ist meist von 6 Wochen bis zu höchst. 12 Wochen. Das bed. meist bekommt man 6 Wochen gleich genehmigt und verlängert dann nach Bedarf.
Sollte dein Freund nicht genau wissen, wie lange er dort sein wird, auch kein ca Datum, dann geht er mit einer Einweisung.
Die kann unterschiedlich lang sein.
Auch bis zu 6 Monate.
Aber das sollte weniger deine Sorge sein, was du tun kannst?
Schwer zu sagen. Ich überlege mal und schreib dir dann.😉
Muss/möchte mich jetzt um mein Kind kümmern!
 
Danke für die Antworten.
Ich weiß nur, dass er heute bei seinem Neurologen einen Termin wieder hatte, und da wohl beschlossen wurde, dass er diese Therapie in dieser Klinik macht.

Und natürilch möchte ich mich darüber informieren.... Er ist mir extrem wichtig, deshalb möchte ich alles über diese Krankheit wissen und wenns geht ihn unterstützen.
 
Gibt es hier jemanden, der unter Borderline leidet oder gelitten hat? Oder sehr viel Erfahrung damit gemacht hat?
Würde mich gern mit jemanden darüber unterhalten.
 
Hab grad deinen Thread gelesen und melde mich mal zu Gehörgang 😉
In der Hoffnung, deinen Schock etwas mildern zu können und Realität in das Ganze zu bringen.
Wie momo schon sagt: BL ist nicht gleich BL - man verbindet, nachdem man diese KH bis vor kurzem kaum kannte, nun entsprechende Schreckensszenarien damit, doch man kann wirklich im Laufe einer guten Thera lernen, mit dieser Symptomatik umzugehen.
Wichtig dafür auch, dass man die Depressionen, fast immer massive Begleiterscheinung ders BLS, in den Griff bekommt, denn in einem solchen seelischen Tief ist eine verhaltenstherapeutische Arbeit - für BL - Patienten die sinnvollste Maßnahme - kaum möglich.
Doch da gibt es heute ja recht gute Medis, mit denen die Depressionen in Schach zu halten sind.
Ja, ich weiß, wovon ich rede - ich leide seit 50 Jahren, also seit meiner Kindheit, an BL und Depris (an letzteren seit 6 Jahren massiv, weil ich leider kaum Medikamente und somit auch keine ADs vertrage).
Und habe davor - vor den Depression majors - eine langjährige Verhaltenstherapie hinter mir, die mir etliches erklärte hinsichtlich meines eigenen Denkens und Verhaltens und auch bezüglich der (Re)Aktionen meiner Umwelt.
Und in der ein Einüben anderer Verhaltensmuster erfolgte.
Es gibt ein sehr gutes Buch über BL, das ich dir, um das Verstehen etwas zu erleichtern, nur empfehlen kann: Dr. Samuel Pfeiffer "Die zerrissene Seele".
Dieses Buch beleuchtet sowohl die Seite des Kranken und seine oft unverständlich erscheinenden Verhaltensweisen als auch die der Gesunden und ihren Problemen im Umgang mit BL.
Vielleicht hilft es dir und deinem Freund.
Liebe Grüße Christa
 
Danke für den Buchtipp. Werd nachher mal schauen ob ich es finde...

"Mein" Freund ist nun seit heute Vormittag in dieser Klinik. Er hat mir am Mittag auch schon per SMS mitgeteilt, das er wohl jeder Zeit nach Hause darf und auf was für einer Station er ist. Glücklich klang er aber ganz und garnicht.
 
Nun muss ich mich mal wieder zu Wort melden.

Er ist ja nun in der Klinik aber irgendwie passierte da noch nicht viel 🙁 Am Montag Vormittag hatte er ein Gespräch, am Dienstag Vormittag nochmal und sonst war noch garnix. Er saß den ganzen Tag in seinem Zimmer dort und hat gelesen oder Musik gehört. Erst heute gabs eine Stationbesprechnung und jetzt am Nachmittag eine Depressionsgruppe. Er schreibt mir ständig, das er nicht schlafen könne und total fertig ist. Nun möchte er ne ambulante Therapie machen und raus aus dieser Klinik.
Ist das normal, dass da (anfangs) nichts weiter passiert? Und das er erstmal 2 Tage lang nur im Zimmer saß, bevor es mal zu sowas wie ne Depressionsgruppe kam?
Ich dachte, da wird man Rund um die Uhr betreut...

Wär schön, wenn mich jemand zu diesem Thema "aufklären" könnte.
Danke schonmal
 
Hallo,
das ist tats. bei vielen Kliniken so.
Die wollen, dass man erst "ankommt" und zur Ruhe kommt und
meist in der 2.Woche geht es dann erst los.
Erst ein paar Untersuchungen und Gespräche.
Ich war auch mal in einer psychosom. Klinik und da wurden die erste Woche nichts getan.
Ein Vortrag, eine Hausführung und ein Gespräch mit einer Psycholog. und eines mit dem Arzt, also nix mit Therapie etc...
Ich würde mich da nicht verrückt machen lassen und dein Freund hat wohl wenig Geduld?
Aber das braucht er, wenn er sich mit seiner Erkrankung auseinander
setzt etc.
Alles Gute für euch.
 
Schließe mich Vermisst an. Eigentlich ist da schon einiges angelaufen - aber dein Freund kann auch selbst Einfluss darauf nehmen, wenn er das Gefühl hat, es passiere zu wenig.
Ansonsten gehts erst in der 2. Woche oft wirklich los - und um beurteilen zu können, ob eine klinische Thera generell ihm hilft und die Klinik im speziellen, sollte er schon noch ein paar Takte durchhalten.
Für einen Borderliner mit "Fluchtendenzen" nicht ganz einfach, aber notwendig.
Klinische Thera ist als Vorbereitung zur ambulanten eigentlich schon sehr sinnvoll - aber eines noch dazu: Vielleicht ist es nicht so allzu gut, wenn er sich bei dir (daher auch in manchen Kliniken die Kontaktsperre in den ersten 2 Wochen...) ständig über die Klinik "auskotzt" und so nicht wirklich dort ankommt.....
Textet lieber allgemein über euch oder eure Interessen, doch klammert das Thema am Anfang besser aus. Damit hilfst du ihm, sich auf die Thera besser einzulassen.
LG quasi
 
Ich hab ihm schon gesagt er soll es noch abwarten und soll nicht sofort wieder aus der Klinik gehen. Ich hoff auch, er bleibt da ne Weile und rennt nicht einfach vor seinen Problemen weg.
Natürlich versuch ich auch, ihn auf andere Gedanken zu bringen und erzähl ihm von meinem Tag oder irgednwas anderem. Wenn er mir schreibt, wie schlimm die anderen Leute da sind, oder die Klinik allgemein, antworte ich nur wenig darauf. Ich glaub, er weiß selber noch garnicht, wie wichtig es für ihn ist so ne Therapie zu machen...
 

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