ich habe diesen thread gerade erst gelesen.
als erstes mein Beileid, es ist hart, einen geliebten menschen gehen lassen zu müssen, noch härter, wenn er sehr jung ist.
mir fällt dann immer der kleine Prinz ein und der sprich:" schau hinauf zu den Sternen und lächle, denn du allein wirst Sterne haben, die lachen, weil ich auf einem von ihnen sitze."
ich bin der festen Überzeugung, das nichts ohne Grund geschieht und das wir alle hier eine Aufgabe zu erfüllen haben.
es klingt evlt herzlos, das ist es aber nicht.
deine Schwester hatte ihre Aufgabe erfüllt und ist zurück zu den Sternen gegangen.
am fuße der regenbogenbrücke, wo die zeit völlig anders läuft, wird sie auf euch warten und von dort über euch und über ihre Nichte wachen.
ich möchte dir auch sagen, was du für ein starkes Mädchen bist.
du hast die Schwangerschaft alleine geschafft, du hast dich vorbildlich verhalten, ganz ehrlich, obwohl du noch so jung bist.
nun hast du angst, eine schlechte mama zu sein, weil du dafür sorgen willst, das Valentina und dir in einigen Jahren besser geht.
das ist völlig normal.
ich bin weit über 30, mein kleiner Sohn ist gerade eben 4 Jahre alt und wenn ich arbeite, passt der Papa auf die Kinder auf.
trotzdem denke selbst ich oft, was ich wohl für eine mama bin, weil ich meinen Kindern das frühstück nicht machen kann oder sie nicht ins Bett bringen kann, die nachmittags nicht mit ihnen verbringen kann etc.
was du fühlst, ist völlig normal und es zeigt, das du deine Tochter liebst.
mach deine schule fertig, mache eine Ausbildung, oder, wenn es geht, ein Studium.
nichts ist schlimmer, als wenn du in 10 Jahren ohne etwas dastehst.
dann wärst du zwar erst 25, aber selbst in den jungen Jahren bekommt man schon fast keine Lehrstelle mehr und ein Studium dann zu beginnen ist auch nicht leichter.
deine Familie hält zu dir, das ist ein Riesen großes Geschenk, behüte und bewahre das, es ist nicht selbstverständlich.
nochmal zu deiner Schwester marie.
erzähle Valentina von ihrer Tante.
zeige ihr Fotos, erzähle ihr, wie sie sie war, nehme sie mit zum Friedhof ( sofern ihr ein grab habt).
so wird marie nicht vergessen werden und Valentina bekommt einen Bezug zu ihrer Tante, die sie nicht mehr kennen lernen konnte.
mein Vater - meine absolute Bezugsperson- starb, als ich kaum 10 Jahre alt war.
trotzdem habe ich den Bezug nie wirklich verloren und zeit meines Lebens begleitet mich ein Foto von ihm.
als mein erster Sohn geboren und alt genug war - mit ca 18 Monaten - schauten wir Fotos an und er tippte auf das Foto meines Vaters und fragte:" mama, wer????"
da fing ich ihm zu erzählen an, das das sein Opa ist, aber das der schon beim lieben Gott ist, weil keiner so gute Brötchen backen konnte, wie sein Opa und das der liebe Gott und die vielen Engel den Opa im Himmel ganz dringend brauchen etc.
wir sind dann auch oft gemeinsam zum Friedhof gegangen und heute, 8 Jahre später ist es normal für meinen großen - für den kleinen sowieso, der hat es ja nie anders kennen gelernt - das wir zum Friedhof gehen.
mein großer "redet" dann auch mit seinem Opa und oft muß ich dann auch ein paar schritte weg gehen.
was ich dir sagen will ist, marie ist nicht fort, sie ist noch da, nur ist sie in einen raum gegangen, wohin ihr ihr noch nicht folgen könnt.
sie wird immer bei euch sein und in Valentina kann und wird marie weiter leben.
und noch etwas.
laß dir niemals von niemandem einreden, das du eine schlechte mama wärst.
du gibst dein bestes, mehr kann keiner verlangen und was du hinter dir hast, müssen andere dir erstmal nachmachen.
hut ab, ganz ehrlich.