hallo Greta,
danke, dass Du Dir Gedanken machst und dass Du die Threads gelesen hast.
(Strich habe ich allerdings nichts gelesen, hast Du Dich da verlesen?)
Weißt Du, für alle, die in einer liebevollen Familie aufwuchsen, ist das vielleicht schwer nachzuvollziehen, warum ein Mensch sich nicht so wehrt, wie man es selbst tun würde. Aber stell Dir mal vor, ein Kind hat als erstes Bild von der Welt seine Familie und wächst mit dem Gedanken auf, so schreckliche Dinge seien nun leider mal unabänderlich. Der Mensch ist darauf genetisch gepolt, Dinge und Geschehnisse in der Familie zu beobachten und als Maßstab zu nehmen. Und genau daran reift der Mensch kognitiv. Klar hat ein Kind mega Angst, wenn der Peiniger kommt und zittert, aber es denkt nur etwa: "Oh nein, nicht schon wieder! Das will ich nicht! So ein Sch...tag schon wieder! Warum muss das sein?" Aber es denkt auch nicht daran, dass das nicht normal sein könnte und dass es ein anderes Leben geben könnte. Kinder können auch nicht über ihre Gefühle sprechen, sagen etwas, womit kein Erwachsener was anfangen kann.
So sagt so ein Kind vielleicht " Schnidel sind blöd!" oder mag keine Menschen, die die Augenfarbe des Peinigers haben, weil der sie immer so "komisch und unheimlich anguckt". Die Erwachsenen verstehen nicht, was das Kind wirklich meint.
Außerdem äußert das Kind seine Gedanken zuallererst in der näheren Umgebung und das Pech von "letzter Funken" war, dass die ganze Familie anormal ist. Also nur anormale Reaktionen auf versteckte Hilfeschreie. Sie sagte doch, die Mutter habe sie beschuldigt. Ein Kind, dass ein Bonbon geklaut hat und was auf die Finger kriegt, ist sauer, dass es gehauen wurde, denkt aber, es sei ja selbst "Schuld". Ein Kind, dass im Haushalt helfen soll und seine "Aufgabe" nicht nach Wunsch der Erwachsenen erfüllt hat, wird aus Kindersicht "zur Strafe" vergewaltigt.
WIE kann ein Kind den Unterschied wissen, wenn es nicht weiß, was ein Menschenrecht ist?
Mit der Zeit lernt das Kind auch durch die Gesellschaft, dass ihm Unrecht widerfahren ist. Dann erst kann sich der junge Erwachsene wehren. Und das tut sie jetzt.
Ich denke, sie hat auch professionelle Hilfe und Du hast Recht, das braucht sie auch.
Zusätzlich braucht sie aber FREUNDE, denn die Professionellen können nicht die Menschenliebe und Wärme von Freunden ersetzen.
LG,
Annalina