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'Bitte', 'Danke' und Selbstverständlichkeit

Emptyness

Mitglied
Hallo liebe Community,
Ich bin momentan ein wenig dünnhäutig und wollte euch deshalb mal fragen, ob ich nur überreagiere oder ich doch recht habe.
Es geht um das Thema 'Bitte' und 'Danke' zu sagen und um Selbstverständlichkeiten. Für mich ist das eine Selbstverständlichkeit und ich bedanke mich auch so gut wie immer, wenn mein Papa mal meine Sachen mit in die Waschmaschine hat oder mal was kocht. Ich bedanke mich auch bei Kleinigkeiten, also wenn er daran denkt, mit z.B. auch eine Scheibe Brot runter zu schneiden, ...
Jetzt mache ich jeden Tag Abendessen, meistens Mittagessen und Frühstück, sofern er nicht alleine isst, putze das Haus, kümmere mich um das Geschirr, die Haustiere, gehe oft einkaufen und, da jetzt Ferien sind, helfe ich ihm auch anderweitig.
Heute zum Beispiel haben mein Freund und ich sein Büro ausgeräumt (eine Seite davon), in Kartons gepackt, neue Möbel rein geschleppt, diese aufgestellt und geputzt. Kein Dankeschön. Stattdessen noch Gemecker, wie sein Büro jetzt ausschaut. Tut mir echt herzlich leid, dass wir nicht mit allem wussten wo hin und deswegen noch was in SEINEM Büro geblieben ist. Dann meckert er mich nach dem Abendessen, das wieder mal ich hergerichtet habe, und fast allein abgeräumt habe, an, weil ich vergessen habe ihm zu sagen, was denn jetzt der Arzt am Montag gesagt hat, er mir alles aus der Nase raus ziehen muss und warum ich denn überhaupt zum Arzt gegangen bin. Ich habe ihm mindestens 2 Mal kurz bevor ich zum Arzt gegangen bin gesagt, warum ich hin Geh und als ich ihm sagen wollte, was der Arzt gesagt hat, war Kundschaft da. Ich wollte es ihm später sagen und habe es dann vergessen. Oh mein Gott wie schlimm, ich sehe schon den Weltuntergang auf mich zu kommen. Oder wenn ich mal am Abend vergessen habe, die Spülmaschine laufen zu lassen, weil mein Schatz so freundlich war mir beim Abräumen vom Essen zu helfen oder es mal ganz zu übernehmen: Da meint er wieder, er müsse doch aber auch alles in diesem Haushalt tun und regt sich über mich auf.
Irgendwie habe ich jetzt doch sehr viel mehr geschrieben, als ich wollte, aber es ist geradezu vor Wut aus mir rausgesprudelt.
Was sagt ihr dazu?
LG
 

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Kyfox

Mitglied
Hallo Emptyness,


ich kann deinen Ärger verstehen.


Allerdings sind solche Bewertungen ja immer mit Vorsicht zu genießen, wenn man nicht beide Seiten gehört hat. Zumal du inzwischen ja wahrscheinlich auch extrem genervt bist und das evtl. ihm gegenüber auch öfter mal durchblicken lässt? ;) So schaukeln sich derartige Situationen ja oftmals immer mehr hoch.


Was ich nicht ganz versthee ist eure Wohnsituation? Du, dein Vater und dein Freund lebt zusammen? Oder ist dein Freund nur manchmal zu Besuch? Und wie alt bist du?


Ich vermute mal, dass ihm sein Verhalten gar nicht bewusst ist. Vielleicht könntest du ja einfach mal das Gespräch mit deinem Dad suchen? Ihm erklären, wie sich das für dich anfühlt, dass dich sein Verhalten verletzt? Ihm konkrete Beispiele geben? Und ihm auch sagen, was du dir wünschen würdest, damit er einen "Leitfaden" hat und nicht nur mit dem Vorwurf konfrontiert und dann allein gelassen wird.


Alternativ, wenn du befürchtest, dass es bei einem solchen Gespräch zu einem Streit kommen könnte, schreib ihm einen Brief.


Und wenn ich die Wohnsituation richtig verstanden habe, noch ein Tipp aus eigener Erfahrung: halt deinen Freund aus der Sache raus. Hatte mal ein ernstes GEspräch mit meinem Bruder über familiäre Dinge und seine Freundin meinte sich dauernd einmischen zu müssen. Das fand ich nicht sehr prickelnd. ;)


Denk bitte dran, dass du deinem Vater gegenüber einen Wunsch äußerst. Denn auch, wenn du der Meinung bist, dass es sich bei bitte und danke um Selbstverständlichkeiten handelt, sieht dein Vater das evtl. anders. Du hast aber offensichtlich das Bedrüfnis, dass er deine Leistungen mehr anerkennt. Dieses Bedürfnis darfst du äußern aber er ist nun mal nicht "von Gesetztes wegen" dazu verpflichtet, auf dein Bedürfnis einzugehen. (auch wenn es sich für dich so anfühlt weil du es, auch in deinem Verhalten, ganz selbstverständlich lebst.) Du hast aber das Recht, abhängig von seiner Reaktion, Konsequenzen zu ziehen. (Da spielt natürlich auch noch dein Alter eine gewisse Rolle) // den sauren Drops hat mir gestern meine Therapeutin auch zu lutschen gegeben, auch wenn es da um die Beziehung zu meinem Mann geht. Wir (du und ich) müssen unsere Erwartungshaltung ganz drastisch runter schrauben... leider. ;)


Wenn du sagst: "DU sagst NIE danke und ICH sage das IMMER" ist das ein Vorwurf und er wird das Bedürfnis haben, sich zu verteidigen und ggf. einen "Gegenangriff" starten.


Wenn du sagst: "Du, Papa, ich bin traurig. Ich habe das Gefühl es dir nicht recht machen zu können und dass, egal was ich mache, du nie zufrieden mit mir bist. Ich bemühe mich wirklich sehr dich zu unterstützen, ich mache Frühstück und Abendbrot und gehe ein kaufen und helfe dir wo ich kann. Ich würde mir wünschen, dass du das, was ich mache auch anerkennst und ich mal dafür bedankst anstatt mit mir zu schimpfen, wenn ich dann mal vergessen habe, die Spülmaschine anzuschalten. Wie siehst du das? Meinst du, dass wir dafür irgendwie gemeinsam eine Lösung finden können?" hast du vermutlich bessere Chancen auf ein sinnvolles Gespräch mit ihm.


War es übrigens schon immer so, oder kann es sein, dass dein Vater momentan in einer sehr stressigen Situation oder wegen irgendetwas sehr angespannt ist?


Es ist wirklich nicht schön, wenn man das Gefühl hat, dass der Gegenüber deine Bemühungen nicht zu schätzen weiß... oftmals drücken Männer ihre Wertschätzung aber tatsächlich weniger in Worten als in Taten aus. ;)


Ich wünsch dir viel Erfolg und dass ihr in einen Dialog kommt, der die Situation für euch beide angenehmer macht.


(ach ja und wenn er dann mal "Danke" sagt, nimm es nicht als Selbstverständlich hin, sondern lobe ihn auch mal dafür. Damit er auch einen Ansporn hat, das öfter zu machen. Ich glaube, dass sich nicht nur Partner sondern auch Väter darüber freuen. ;) )
 
Hallo Emptyness,

es ist wichtig, danke sagen zu können oder andere um etwas bitten zu können.
Aber dein Verhältnis zu diesen beiden Worten klingt für mich sehr anstrengend, verkrampft.
In einer Beziehung wenn man miteinander lebt ist so etwas nicht nötig. All diese Kleinigkeiten des Alltags, die Partner füreinander tun oder einander abnhemen geschehen ja aus Zuneigung, das muss man sich nicht ständig bedanken.
Sehe ich ganz genau so. Musste mir auch schon mal was anhören, weil jemand vergeblich auf ein "Danke" von mir gewartet hat.
Wenn ich mit jemanden zusammenlebe und den Alltag mit ihm teile, dann ist es für mich eine Selbstverständlichkeit, dass man dem anderen die Butter rüber reicht, wenn man sich davon genommen hat oder das Brot, was auch immer...
Ist für mich echt schon eine Selbstverständlichkeit, die ich irgendwie auch erwarte und keine gnädige Tat oder irgendwas... Fände es eher befremdlich, wenn man erwartet, da muss man sich jetzt gefälligst bedanken.

Bei Menschen zu denen man keinen engeren Bezug hat ist das was anderes... Aber Beziehung, zusammenleben, gemeinsames Leben... Nein. Dann müsste mich strenggenommen auch bei meinem Partner bedanken, weil er mich befriedigt hat oder was auch immer... Ähm...:D

Ne, finde das wirkt echt irgendwie verkrampft und wenig vertraut.
 

-sofia-

Sehr aktives Mitglied
Es muss sich zwar im Alltag nicht für jede Kleinigkeit bedankt werden. Aber auch nicht alles als selbstverständlich hingenommen werden. Ein gelegentliches "Bitte" und "Danke" halte ich für eine nette Geste. Für Sex natürlich ausgeschlossen. Der ist selbstverständlich.:)
 
Und gegenseitige Hingabe, Aufmerksamkeit und ja, dieses "füreinander da sein" erzeugt auch eine so wohligwarme innere Dankbarkeit, die man ausstrahlt. Und dann in so vielen kleinen Gesten spiegelt. Ohne Worte. Das hat so einen Wert. Aber vielleicht muss die Beziehung einfach auch noch eine Weile dauern, sich entwickeln. An den kleinen Bruchstellen wird man stärker.
Die Dankbarkeit für Vertrauen und Verlässlichkeit steht sozusagen immer im Raum. Das gibt Halt. TE, einfach mehr fühlen, sich einlassen, verlassen. Nicht soviel nachdenken.
Eben.
Worte sind Worte... Viele Menschen sagen etwas ohne es zu meinen, Worte ohne Bedeutung... Das was man zeigt und vermittelt, eben diese Ausstrahlung und Gesten, etc. haben wirklich einen Wert.
Ich bin auch kein Freund davon sich gegenseitig, wiederholt/immer wieder "Ich liebe Dich" zu sagen, etc. Gefühle kann man nicht mit Worten vermitteln, sagen kann man einfach viel, wenn der Tag lang ist. Ich wurde schon oft genug enttäuscht, weil Worte gesagt wurden, hinter denen nicht das entsprechende Gefühl steckt.
Verstehe echt nicht wieso man sich so sehr auf Worte versteift und meint, wer nicht "Danke" sagt ist undankbar, wer nicht "Ich liebe Dich" sagt, liebt nicht...
Klar, bringt z.B. seinem Kind "bitte" und "danke" bei. In einem Umfeld ohne diese Vertrautheit und Verbindung ist das wie gesagt ja auch was anderes, da drücke ich mich auch anders aus.

Auch die Sache mit Tisch abräumen, Wäsche machen, usw... Ist auch wieder etwas, das für mich selbstverständlich ist. Wenn man zusammenlebt, dann geht man sich gegenseitig auch zur Hand. Ich falle nicht auf die Knie (symbolisch gesehen), wenn mein Freund mir beim Abwasch hilft oder dergleichen. Würde ich mich dafür immer bedanken, dann komme ich mir vor, als würde ich damit ausdrücken "Schön, dass Du dich erbarmst mir zu helfen, eigentlich ist der Abwasch ja allein meine Aufgabe" - ne, ist es eben nicht. Er isst hier ebenfalls und macht "Dreck" (schmutziges Geschirr, ...). Ergo = Selbstverständlichkeit, dass er auch mal was wieder sauber macht. ^^
 

Emptyness

Mitglied
Hallo, ich melde mich auch mal wieder.
Zu den Fragen ...
Ich bin 15, mein Freund des Öfteren mal zu Besuch und mein Vater steht eigentlich permanent unter Stress. Aber was das angeht bin ich auch ziemlich nachsichtig, weil auch der normale Umgang je nach Laune recht kühl ausfällt. Auch wenn es mich teilweise verletzt hat, ich kann es ihm nicht übel nehmen, jetzt wo er quasi seine Sohn 'verloren' hat (er musste in ein anderes Land ziehen und er darf ihn nicht mehr sehen von unserer Mutter aus, absolut gar kein Kontakt). Aber es ist genauso auch mein Bruder und dazu noch mein halbbruder, der für mich aber auch als Familienmitglied zählt.
Es ist auch nicht so, dass ich es da so gezwungen sehe, auch wenn es so rüber kommt, aber wenn er dann doch mal an eine kleine Aufmerksamkeit denkt, bedanke ich mich durchaus, oder auch sonst wenn er etwas für mich macht, was jetzt nicht selbstverständlich ist, wie z.B. mal die Butter reichen.
Nur stört es mich sehr, dass nicht mal ein danke kommt - weder an meinen Freund, noch an mich - wenn wir ihm in deinem Laden oder Büro helfen, denn das ist was, das meiner Meinung nach echt nicht selbstverständlich ist.
Naja, mal schauen wie er reagiert, wen ich ihn - mal wieder - darauf anspreche...
LG
 

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