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bist du bereit für ein kind

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Hallo,

ich fand den Beitrag auch sehr lustig, aber natürlich ein "wenig" übertrieben. Also aus persönlicher reichlicher Erfahrung mit Kids weiss ich dass Kids grundsätzlich Energie kosten, aber wenn man das gut organisiert und sich ein wenig auskennt mit der menschlichen d.h. auch kindlichen Natur...an sich auch recht leicht zu händeln sind...es gibt zwar immer mal wieder diese Trotzphasen..aber wenn man einigermaßen selbstbewusst, abgegrenzt und genügend egoistisch ist zeigt man den kleinen Raubtierchen schon wo es dabei langgeht, zumindest soweit, dass man dabei nervlich oder sonstwie nicht auf der Strecke bleibt. 😀 Man braucht halt ne einigermaßen klare und konsequente Linie..das reicht an sich.

Meine Nichte hat nen starken Willen, aber meine Schwester oder ich auch...zwar korrumpiert der recht wankelmütige Papi oft die gesamte Pädagogik aber grundsätzlich klappt es ganz gut..bei den Kids meiner Schwester gab es nie Probs...die Kurzen schliefen bereits nach dem 2. Monat mindestens 10 Stunden friedlich und glücklich durch, bei Auseinandersetzungen geht es zwar mal hoch her, aber das legt sich auch rasch wieder.

Erfahrungsgemäß gehen die Dinge oft schief, wenn die Kids nicht "artgerecht" behandelt werden...nicht genügend Schlaf oder Bewegung haben, keinen genügend starken Rückhalt und Liebe und Achtsamkeit seitens der Eltern, da wo keine klare Struktur gegeben ist (muss genug, darf aber auch nicht zu viel sein) dann lehnen sich die Kleinen auf..und dann kann das recht heftig werden. Kinder sind einfach wie sie sind..haben zunächst weder gute noch schlechte Eigenschaften (die werden oft der Einfachheit halber in sie hineininterpretiert) sie sind erfrischend direkt und offen...das was die Erwachsenen oft verloren haben...leider...Kinder werden oft total unterschätzt...oft auch intellektuell...irgendwo hat sich ja im letzten Jahrhundert so ein gewisser Kindheitsbegriff herauskristallisiert, der vorwiegend wirtschaftlich definiert ist...zuvor im Mittelalter haben Kinder kaum Beachtung gefunden...waren halt kleine Menschen und nix besonderes...aber heute wird oft schon ein ziemlicher Hype drum gemacht. Damals im MA mit dem zu wenig Beachtung war nicht gut, aber heute mit dem oft zu viel ist auch nicht immer vorteilhaft.

Wer Kinder haben will sollte anstatt der Fischstäbchentests sich einfach mal ein wenig fortbilden in Sachen Erziehung etc...es gibt ja genügend top-Literatur dazu...und sich an gewisse Ratgeber halten...meine Schwester ist nach dem Buch Kindersprechstunde vorgegangen...klingt jetzt irgendwo komisch..Kinder nach Gebrauchsanweisung groß zu ziehen..aber das hilft total und funktioniert erstaunlich gut....man geht ja auch nicht nur nach Gebrauchsanweisung vor, aber braucht manchmal ne Grundlinie an der man sich pi mal DAumen entlang bewegen kann, dann wird es auch recht einfach und Kinderhaben dann auch zu einer schönen und bereichernden Sache...d.h. die Nervereien halten sich im Rahmen.

Das mit dem Anziehen und dem Kraken fand ich gut....kenne ich dieses Phänomen...am schlimmsten sind da die 1-2-jährigen Kids...alle Kinder hassen anziehen...kann ich irgendwo verstehen...grad im Winter immer dieser Aufwand....ätz...ich mach da immer auf Ablenkung und Spiel draus...und zum glück haben Kids in der Realität keine acht krakenarme, sondern nur zwei Zappelärmchen, die man ganz gut unter Kontrolle kriegen kann. Meine Nichte hatte da vor einigen Jahren nen totalen Trotzanfall und war der Ansicht, dass Schuhe vollkommen überflüssig seien..und meine Schwester hat sie dann kurz barfuß raus in den Schnee gehen lassen..danach gab es Nie wieder Theater beim Anziehen. Dann gab es sone Phase mit totalem Theater beim Baden und Haarewaschen...aber mittlerweile hat sich das total geändert und meine Nichte steht total auf Baden, sie taucht mit Taucherbrille in der Wanne und liebt es sogar nach dem Baden kurz eiskalt zu duschen...das was ich nur mit totalem Widerwillen hinkriege macht diese Fünfjährige freiwillig!!? irgendwo schräg drauf dieses Kind....total witzig.

Zum Thema Lego: ich liebe Lego, bzw wie heißen diese größeren Dinger? Na auf jeden Fall baue ich mit meiner Nichte immer wie ein Weltmeister damit..zuletzt tolle Wohnmobile...als Zubehör zu diesem Playmobil-Märchenschloss, dass meine Nichte zu Weihnachten bekommen hat...trotz Anthro/Waldorf-Kindergarten ist halt immer Plastik voll angesagt...an sich habe ich festgestellt, dass wir ihr dieses Dings wohl gekauft haben, weil wir Erwachsenen so gerne damit spielen?? Irgendwo holt man da glaube ich für sich auch immer ein Stück Kindheit nach oder holt es sich wieder...Wie auch immer....klarerweise werden diese Sachen nach dem Spielen hptsl. vom Kind wieder weggeräumt...man muss halt gewisse Regeln aufstellen...kann das spielerisch tun...Kids folgen ja an sich total gerne...(und zwar Menschen von denen sie huntertpro wissen, dass sie sich auf sie verlassen können und die auch 1🤐 umsetzen was die sagen..Glaubwürdigkeit ist das A + 0, daher immer vorher überlegen was man sagt, verspricht, ankündigt etc.) wenn man nen entsprechenden Deal parat hat...Geschichte vorlesen gegen Legos wegräumen z.b....wirkt immer! Motivierenderweise hilft man dem Kind natürlich immer beim Aufräumen..hebt von 200 auf dem Boden liegenden Gegenständen zwei bis drei auf, trällert ein Liedchen dabei und kommandiert das Kind herum, dass fröhlich hoppsend und voller beneidenswerter Energie (schonmal beobachtet, dass die sich den ganzen Tag hoppsend fortbewegen können und wenn ich das probiere bereits nach ner Viertelstunde total oppe bin) den Rest erledigt..in der Regel..Ausnahmen bestätigen diese Regel.

Gruß
Tyra

P.S. Es gibt auch ne praktische Institution, die die Waldörfler "freies Spiel" nennen..d.h. die Kids spielen auch alleine...meine NIchte hat das gut drauf...mittlerweile kann sie sich den ganzen Tag gut selber beschäftigen mit ihren Spielangeboten...das ist gut und oft auch überlebensnotwendig, wenn Kind Nr. 2 kommt. In Pflegefamilien habe ich oft "Kletten-Kids" erlebt, die absolut nix alleine machen können....weil die Eltern sie oft darin wenig trainiert haben, oder die Ursprungsbindung zu schwach ist, sodaß die Kids zu wenig Selbstsicherheit haben den elterlichen Rockzipfel loszulassen...sowas wird dann natürlich total stressig..ist nicht gut für die Eltern und auch die Kids...
 
Zuletzt bearbeitet:
hau du nicht auch noch genau auf diese wunde Stelle.
Bin gerade dabei, diese Grundsatzdiskussion zu meinem Gunsten zu entscheiden, aber P. ist nicht blöde und argumentiert natürlich zu Recht, dass ich das auch hätte ein bisschen früher sagen können. Ein paar Jahre früher.
Naja, mein schlechtes Gewissen hält sich in Grenzen.

Zudem - MUSS man unbedingt Kinder haben? Ich meine, ich mag Kinder, aber nicht unbedingt dauerhaft und ständig. Ich finde, Familie ist eine ... Fußfessel.
Darkside, wenn ich Dir das sage, hat es nichts mit dem zu tun, was zwischen Dir und P. bezüglich Kindern abläuft.

Einmal ist das zwischen Dir und P. keine Grundsatzdiskussion. Da gibt es überhaupt keine grundsätzliche Entscheidung. Wenn P. sich Kinder wünscht und Du nicht, dann findet ihr entweder einen Kompromiss, oder ihr müßt Euch trennen.

P. kann Dir schlecht vorwerfen, dass Du heute keine Kinder bekommen willst. Wenn man sich kennenlernt, spricht man in der Regel noch nicht über gemeinsame Kinder. Wenn Ihr das in der Zwischenzeit nicht gemacht habt, dann war es entweder kein Thema, oder Ihr habt es versäumt, das zu klären.

Es sei denn, sie hat schon länger über Kinder gesprochen, und Du hast Dich aus Bequemlichkeit um eine klare Aussage gedrückt. Dann solltest Du ein schlechtes Gewissen haben, weil Du sie hingehalten hast.

Und nein, Kinder zu bekommen ist keine Verpflichtung, es ist eine Entscheidung - oft jedenfalls. Dafür brauchst Du kein schlechtes Gewissen zu haben.

Günter
 
ich stimme Günter zu...es bleibt jedem selber überlassen dich dazu entscheiden Kinder zu haben oder nicht. Ich persönlich habe keine eigenen Kindern, bin aber aus vollem Herzen Tante der Kids meiner Schwester, habe professionell Kinder betreut etc..und Kids gehören halt auch immer zu meinem Leben..wenn auch nur in Form von "Henkelkindern" also weiterreichbar....
Ich persönlich hätte glaube ich nie Bock drauf gehabt unter Schmerzen zu gebären und auch so viel von meinen persönlichen Freiheiten aufzugeben für Kinder..das sage ich ganz offen. Zudem hat sich nie der richtige Partner gefunden mit dem ich gerne Kinder gehabt hätte, bzw. als ich ihn gefunden hatte war es zu spät, da ich durch Hysterektomie vor einigen Jahren keine Kinder mehr hätte austragen können.

Also man entscheidet sich für Kinder oder nicht..entscheidet man sich dafür bedeutet dass eine Verpflichtung sich um sie zu kümmern, sie eine Weile zu begleiten und ihnen in dieser Zeit genügend mitzugeben, damit sie eines Tages als selbstbewusste starke Menschen ihr Leben selber meistern können. Kinder sollten niemals Identitätsmerkmal sein oder als persönlicher Besitz betrachtet werden...was aber oft getan wird und ich so unter der Hand als Mißbrauch der anderen Art bezeichnen würde. Kinder bedeuten große Verantwortung und ein stückweit Aufgabe der eigenen Freiheiten..jedenfalls für eine gewissen zeitlang.

Gruß
Tyra
 
eigentlich wollten wir immer Kinder, aber ein "irgendwann" ist etwas anderes als ein "dieses Jahr".
Hinhalten, hinhalten, ich würde das nicht hinhalten nennen. Eher "langfristig positive Prognose mit aktuell negativem Einschlag", oder so. 😎
Dann werde Dir klar darüber, ob es nicht vielleicht eine langfristig positive Prognose mit lebenslangem negativem Einschlag ist. Das wäre bequem für Dich und würde sie weiter hinhalten.

Naja, wir sind ja noch jung, da bleibt noch genügend Entscheidungszeit.
Wenn sie das nicht so sieht, könnt ihr versuchen, einen Kopromiss zu finden. Du könntest sie um ein Jahr Bedenkzeit bitten. Du machst eine Therapie, in einem Jahr kann da schon etwas geschehen. Danach urteilst Du vielleicht wieder anders. Du kannst sogar darauf hinarbeiten, in dieser Frage eine Entscheidung für Dich zu finden.

Aber beschwichtigen, oder eine Grundsatzdiskussion zu führen, wo sie nicht hingehört, halte ich für unsinnig. Das ist Augenwischerei. Entweder Du willst auch, oder Du willst nicht.

Günter
 
Ähm, ich habe jetzt P. einfach einmal als "sie" angenommen. Es macht mir so den Eindruck. 😉

Günter
 
das ist eine gute Idee.
Jetzt benutze das nicht zum Hinhalten. Das Jahr geht vorbei. Wenn Du Dich der Frage nicht stellst, wird es schneller vorbei gehen, als es Dir Recht ist.

Versuche aufrichtig, eine Entscheidung für Dich zu fällen. Alles andere wäre unfair. Entweder Du wirst in zwei Jahren Familienvater, oder Du wirst es nicht.

Günter
 
Darkside, das solltest du tatsächlich schnellstens tun.
Angenommen, P. ist w. (reimt sich, juhu), dann ist ein Kinderwunsch etwas, was du nicht nachvollziehen kannst, weil du auf Kinder eben gut verzichten könntest.
Mein Freund hat das gleiche Spiel versucht, aber jetzt hab ich ihn etwas "festgenagelt". Innerhalb der nächsten 3 Jahre (ein eeeeeeeeewig langer Zeitraum 🙁 ) werde ich - hoffentlich - schwanger.

So ein Kind braucht ja erst auch mal 10 Monate, bis es da ist. In der Zeit darf man sich dann ganz viel freuen 😀
 
Hallo Darkside,

erinnerst Du Dich an meinen "Aufruf" im anti agro - und nun lese ich das - kommt mir ja fast wie eine Vorahnung vor😱😀

MagicSun
 
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