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Bin völlig am Ende

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Ich weiss eigentlich gar nicht, wo ich anfangen soll. Es geht in erster Linie um meine Tochter (gerade 16 geworden). Als sie 14 wurde, fing sie an, sich die Arme aufzuritzen, ging weiter bis zur Magersucht, Bulimie usw. Wir waren deswegen permanent in Behandlung. Sie lehnte jedoch eine entsprechende Kur immer ab, so dass die Gesprächstherapie beim Psychologen nichts halbes und nichts ganzes war. Zwischendurch gab es zwar auch immer wieder "ruhigere" Phasen, aber im Grunde ist und war sie immer mit sich und der Welt unzufrieden. Ich weiss ja selbst, wie man sich in der Pubertät fühlt. Aber von der ganzen Sache mal abgesehen: Vor einem Jahr fing sie dann an, sich mit irgendwelchen Typen abzugeben, die Schlägereien anzetteln und auch mit Drogenhandel zu tun haben. Ich weiss nicht wie oft ich in der letzten Zeit mit der Polizei zu tun hatte, weil meine Tochter immer dabei war, wenn Schlägereien stattfanden oder es um Drogen ging. In der letzten Zeit war sie dann auch unausstehlich. Ständige Stimmungsschwankungen, das Gewicht ging rapide runter und und und. Dazu kommt dann noch ihre Raucherei. Wir haben ihr eigentlich strikt verboten, in ihrem Zimmer zu rauchen und trotzdem finden wir immer wieder Kippen in irgendwelchen Schränken und Ecken ausgedrückt. Ihr Zimmer ist sowieso ein einziger Saustall. Jetzt gerade hatte sie am Wochenende ein paar Freunde zu Besuch, die auch Alkohol mitgebracht hatten. Mir fiel dann auf, dass uns aus unserem Bestand eine Flasche Weinbrand fehlte. Mein Mann sprach sie direkt auf die Flasche an, aber sie schwor, niemals auch nur eine Flasche von uns angefaßt zu haben. Um 1.00 Uhr mussten wir die Sitzung mit ihren Leuten dann beenden. Es war einfach zu laut und sie ließen sich überhaupt nicht beeindrucken, dass noch zwei kleinere Geschwister im Haus waren. Am nächsten Tag fand mein Mann die besagte Flasche Weinbrand und war natürlich zutiefst geschockt. Bei einem anschließenden Gespräch mit ihr, ließ sie sich irgendwelche Ausreden einfallen. Sie sagt sowieso überhaupt nicht mehr die Wahrheit. Unserer Tochter fällt es sogar mehr als leicht uns bei ihrer Lügerei gerade ins Gesicht zu sehen. Außerdem hat sie arge Probleme in der Schule. Ich habe sie schon mal die Schule wechseln lassen, als die Probleme in unserem Wohnort zu groß wurden und ich wollte, dass sie aus dieser Drogenclique herauskam. Aber sie wird auch an der neuen Schule keinen Schulabschluß schaffen, weil sie überhaupt nicht mitarbeitet. Alles ist wichtiger: ihr Aussehen, ihre Frisur, Party, Alkohol, Zigaretten etc......... Sie ist so naiv und meint, sie kann sich mit Kellnerjobs später über Wasser halten. Mein Mann und ich arbeiten beide. Ich verstehe diese Einstellung einfach nicht. Nun ist sie aber Gott sei Dank endlich soweit und will eine Therapie machen, weil mein Mann ihr klar und deutlich zu verstehen gegeben hat, dass er mit ihr so nicht mehr unter einem Dach leben kann, wegen ihrer Lügerei und dass sie sich an nichts mehr hält. Nun kam sie heute mit einer entsprechenden Überweisung von ihrerem Hausarzt zu mir. Mein Mann, den ich deswegen natürlich sofort angerufen habe (er arbeitet in der Woche auswärts) will sich aber jetzt aus allem raushalten. Er meint, sie bräuche keine "Psychokur" und er würde zu dem Thema überhaupt nichts mehr sagen. Ich fühle mich dadurch von ihm absolut alleingelassen. Sieht er denn nicht, dass seine Tochter förmlich nach Hilfe schreit? Ich sitze sowieso schon mit allem alleine da, weil er nur am wochenende kommt und jetzt will er sich auch da noch raushalten. Sie ist doch auch seine Tochter und ich finde so eine Entscheidung müssen wir doch gemeinsam treffen. Ich weiss im Moment einfach nicht mehr was richtig und was falsch ist. Soll ich alleine versuchen, unsere Grosse wieder auf den richtigen Weg zu bringen oder muss sie wirklich zur Kur?
 
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Re: Bin völlig am Ende
Hallo,

Du schreibst, dass Deine Tochter selbst diese Therapie machen will. Ich denke, diese Chance solltest Du ihr nicht auszureden versuchen. Dein Mann kann Dir aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit ja ohnehin nicht zu Seite stehen die meiste Zeit. Dir geht langsam aber sicher die Kraft aus. Deine Tochter bewegt sich in einem Umfeld, welches nicht wirklich wünschenswert ist für einen jungen Menschen.

Vielleicht täte Euch allen der räumliche Abstand für eine Weile einmal ganz gut? Deine Tochter bekommt die Gelegenheit, ihre Probleme zu bearbeiten und in den Griff zu kriegen und Du bekommst Entlastung.

Liebe Grüße
Sisandra
 
Danke für deine Antwort Sisandra. Ich denke ja auch, dass der Abstand das einzig richtige für uns alle ist. Nur hätte ich mir von meinem Mann ein bisschen mehr Bestätigung dafür erhofft.
 
Sisandra meinte:
Möglicherweise ist Deinem Mann gerade alles zuviel. Deshalb zieht er sich da raus.

Liebe Grüße
Sisandra

Das war auch meine Idee. Ihr habt euch ja jahrelang an diesem Problem aufgerieben. Vielleicht setzt bei deinem Mann jetzt ein Schutzmechanismus ein, denn er muss ja auch für seinen Job leistungsfähig bleiben.
 
hallo,

du schreibst ja selbst,dass deine tochter eine therapie machen möchte - das sind ideale voraussetzungen u damit auch erfolgversprechend!durch deine schilderungen,erkennt man,dass sich schon sehr viele probleme(ritzen,essstörungen,drogen u autoritätsprobleme)entwickelt haben.zögert also bitte nicht länger,eine therapie/kur zu machen!von alleine lösen sich die probleme nicht in luft auf - das weiß sicher auch dein mann,vielleicht kannst du ja nochmal mit ihn sprechen,je mehr an einen strang ziehn umso besser...

ich wünsche eurer ganzen familie von herzen alles gute u dir auch weiterhin viel kraft:gemeinsam schafft ihr das bestimmt!
du kannst dich hier ja auch immer an uns wenden,wir werden dir immer zuhören u versuchen,dir kraft zu spenden!

es grüsst dich,Amely
 
hallo,
als ich gerade deine geschichte über deine tochter gelesen hab, dachte ich du erzählst meine Geschichte. Ich hab mit meiner Tochter genau das gleiche mitgemacht.
Ihr braucht dringend Hilfe. Deine Tochter muss eine Therapie machen.
Du kannst das nicht alleine schaffen. Die Lügen, die Drogen, der Alkohol,die Partys,die Gewichtsabnahme; es wird schlimmer werden.
Deine Tochter muss dringend in eine Klinik.
Unternimm bald etwas,bevor sie sich schlimmeres antut.
Du kannst das niemals alleine schaffen, sie auf den rechten Weg zu bringen.
Ich wünsche dir viel,viel Kraft.
Katrina
 
Danke für eure lieben Antworten. Es ist ein bisschen beruhigend, dass auch andere diese Geschichten mitgemacht haben. Ich werde mich noch heute konkret um den Therapieplatz kümmern und euch auf dem laufenden halten, was daraus geworden ist. Ich denke auch, dass das unsere einzige Chance ist, unsere Probleme in den Griff zu bekommen, sonst geht noch die ganze Familie daran kaputt! Liebe Grüsse an euch!
 
Hallo.

Ich möchte nur ganz kurz noch etwas zu dem Ritzen anfügen.
Wie ich an anderer Stelle schon mal schrieb:
(Und mal davon abgesehen, daß alle genannten Probleme ja auch auf ihre Art Hilferufe sind)
es hat meist mehrere Aspekte
es ist Ablenkung/Betäubung, etwas herauslassen/-operieren wollen und Bestrafung für den Betroffenen und auch u.U. Bestrafung für das direkte Umfeld zugleich. Es ist sehr komplex.
Und somit muß es eine sehr tiefgreifende Ursache haben. Die es zu finden gilt.
Ich möchte hier keine Szenarien aufzeigen - zumal jeder Fall eine individuelle Problematik hat. Auch wenn sich vieles gleicht.
Ich möchte auch nicht unterstellen, daß Dein Mann ebenfalls - durch seine Abesenheit - ein Faktor ist, bzw. daß es ein Anzeichen von Hilflosigkeit ist.
Aber er ist ein Bezugspunkt für Deine Tochter, der fehlt.
Er kann und darf sich jetzt nicht einfach "da raushalten".
Wenn Deine Tochter freiwillig eine Therapie macht (sorry - aber: wenn sie es nciht vorschiebt. oder euch wieder anlügt) - dann hilf ihr dabei.
Es wird dann sicher schon etwas entdeckt werden. Und wenn Du selber "nachbohrst" verschließt sie sich sicher noch mehr.
Grüße
 
Ich habe heute noch einmal mit unserem Psychologen, bei dem auch unsere Grosse in Behandlung ist, gesprochen. Leider kann eine stationäre Aufnahme in der dortigen Kinder- und Jugendpsychiatrie kurzfristig nicht erfolgen, weil die Station voll belegt ist. Jetzt bin ich wieder da, wo ich am Anfang war. Der Psychologe meinte, wir sollten es weiterhin mit Gesprächen versuchen und sollte es gar nicht mehr gehen, auf eine Pflegefamilie zurückgreifen, bis ein Platz frei wird. Janina, unsere Tochter, wird wohl nur dann sofort in die Klinik aufgenommen, wenn ihr körperlicher Zustand lebensbedrohlich wird. Das ist ja Gott sei Dank noch nicht soweit. Aber was soll ich denn jetzt machen? Mein Mann will sich an den Gesprächen nicht mehr beteiligen, weil sie ihm seiner Meinung nach nichts bringen. Also geht alles so weiter wie bisher. Janina wäre ja bereit, in eine Pflegefamilie zu gehen, aber ich halte das für übereilt. Denn sie wird doch hier zu Hause versorgt und wir führen doch eigentlich ein relativ "normales" Familienleben. Mein Mann ist mittlerweile der Meinung, sie wäre in einer betreuten Wohngemeinschaft am besten aufgehoben. Aber was ist dort mit der psychologischen Betreuung? Gibt es nicht noch andere Stellen, an die ich mich wenden kann? Unser Psychologe meinte, Janina solle wenn dann schon in der Nähe unseres Wohnortes therapiert werden, weil die psychiatrischen Abteilungen in der Regel eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern wünschen und das wäre bei einer zu großen räumlichen Entfernung auf Dauer für uns alle zu belastend. Ich wäre wirklich dankbar, wenn mir jemand noch ein paar Tipps geben könnte.
 
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