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Bin verzweifelt...Mutter vor Geburtstag und Weihnachtszeit gestorben

Guten Abend zusammen,
Danke für eure Beiträge.Es ist sehr interessant zu lesen wie jeder auf seine eigene Art mit dem Thema Tod/Verlust umgeht und welche Lösungsvorschläge bzw Tipps ihr habt damit man aus diesem *Loch* nach und nach wieder herauskommt.
Was ich als sehr belastend finde ist diese *Funkstille* Man verliert einen geliebten Menschen und danach kommt einfach nix mehr!
Das war bei allen 4 Todesfällen jetzt so die ich erlebt habe.
Schock,Schlafstörungen,Trauer,Wut usw aber man bekommt keinen Kontakt zu dem Menschen den man verloren hat.
Ich gehöre zu denen die gerne eine Zwiegespräch mit Verstorbenen Menschen führen.
Auch schreibe ich gerne meine Gedanken in einem Trauertagebuch nieder.
Andere halten so etwas für Quatsch und machen gar nichts davon.
Man hofft ja immer da kommt noch was nach dem Tod.
Ich bin ein sehr sensibler Mensch und auch recht anfällig für den einen oder anderen Hokuspokus.
Das von Menschen mit denen man so lange zusammen war und die man so geliebt hat nichts mehr nach ihrem Tod kommt empfinde ich als sehr deprimierend.Jeder von uns wünscht sich zumindest noch einmal ein paar Worte mit dem Verstorbenen wechseln zu können.Sei es um einiges klarzustellen oder um sich nochmal von ihm zu verabschieden.
Es gibt aber anscheinend keine Verbindung zwischen der Welt der Lebenden und der Toten.Das ist wahrscheinlich auch der Punkt warum ich noch nie einen Suizidversuch unternommen habe.
Andere machen das ja um schnellstmöglich wieder bei ihrem geliebten Menschen sein zu können oder weil sie den Schmerz nicht ertragen allein zu sein.
Wenn da aber nun wirklich nichts mehr ist?
Ich möchte hier jetzt niemandem seinen Glauben an ein Paradies bzw Leben nach dem Tod nehmen,aber wie denkt ihr darüber? Ist diese Vorstellung von einem möglichen *nichts* danach für euch nicht auch extrem hinderlich zu einem guten Abschluss zu kommen?
Wenn man nicht weiß wie es dem geliebten Menschen dort geht kann man ja auch schlecht sagen *dort wo er jetzt ist geht es ihm besser* Die Vorstellung er hätte vielleicht
auch gerne noch etwas gesagt und konnte das aber nicht mehr empfinde ich als sehr belastend.
Vielleicht geht es zumindest einigen von denen die plötzlich verstorben sind ähnlich wie uns Trauerernden und sie finden keine Ruhe.
Das ist zugegebenermaßen eine schreckliche Vorstellung.
 
Andere machen das ja um schnellstmöglich wieder bei ihrem geliebten Menschen sein zu können oder weil sie den Schmerz nicht ertragen allein zu sein.
Wenn da aber nun wirklich nichts mehr ist?
Ich möchte hier jetzt niemandem seinen Glauben an ein Paradies bzw Leben nach dem Tod nehmen,aber wie denkt ihr darüber? Ist diese Vorstellung von einem möglichen *nichts* danach für euch nicht auch extrem hinderlich zu einem guten Abschluss zu kommen?
Das ist eine sehr interessante Frage.
Meine Mutter glaubt ,wir sehen uns alle nach dem Tod wieder.
Einerseits möchte ich das gerne glauben....jetzt zumindest.
Am Anfang war der Schmerz so groß,dass der Gedanke eine Gefahr für mich gewesen wäre.
Ich weiß es ehrlich nicht.
Ich glaube jedoch,dass es nach dem Tod kein Leid mehr gibt,also keine Unruhe,keinen Schmerz.
Vielleicht doch,dass die Seele des Menschen irgendwie erhalten bleibt,ohne Wiedergeburt,sondern irgendwie als Energieform.
Und vielleicht sind wir auf diese Art wieder vereint.
Es ist bei mir keine feste Überzeugung,sondern eine Vermutung,ein sachter Glaube.
Ich für mich,gebe zu ,dass es Sachen gibt,die ich nicht weiß und schließe nicht aus,dass es da was gibt,wovon ich keine Ahnung habe.
 
Das ist eine sehr interessante Frage.
Meine Mutter glaubt ,wir sehen uns alle nach dem Tod wieder.
Einerseits möchte ich das gerne glauben....jetzt zumindest.
Am Anfang war der Schmerz so groß,dass der Gedanke eine Gefahr für mich gewesen wäre.
Ich glaube bzw. hoffe das auch - aber vielleicht nicht, wenn man dies mutwillig durch Suizid herbeiführen will. Dazu besteht auch kein Anlass.

Wir haben alle vorher gewusst, dass wir und unsere Lieben sterblich sind. Und wenn unsere liebste Bezugsperson stirbt, ist es unsere Aufgabe, damit fertigzuwerden. Das sind wir auch dem verstorbenen Menschen schuldig. Wir würden ja auch nicht wollen, dass unser liebster Mensch Suizid begangen hätte, wenn wir vor ihm verstorben wären.

Die Entscheidung, wer wann stirbt, sollten wir schon Gott überlassen.
 
Jeder von uns wünscht sich zumindest noch einmal ein paar Worte mit dem Verstorbenen wechseln zu können. Sei es um einiges klarzustellen oder um sich nochmal von ihm zu verabschieden.
Es gibt aber anscheinend keine Verbindung zwischen der Welt der Lebenden und der Toten.
Ja, das hätte ich mir auch gewünscht. Noch fünf Minuten, um Dinge klarzustellen, sich zu verabschieden und dann zu akzeptieren, dass derjenige zu meinen Lebzeiten nicht wiederkommt.

Ich habe aber manchmal den Eindruck, dass man Zeichen bekommt.
Z.B. hatte mein Partner vor einigen Jahren in meinem Beisein auf der Goldhochzeit seines Onkels nach der Melodie von "Tränen lügen nicht" einen selbst verfassten anderen Text gesungen, der zum Anlass passte. Er hatte sich dazu selbst auf der Gitarre begleitet. Als ich vor 14 Tagen an Heiligabend in einem Gottesdienst war, der im Freien auf einer Klosterwiese stattfand, spielte der Organist zur Kommunionsausteilung auch diese Melodie, wiederum mit einem anderen Text. Ich hatte bis dahin noch nie gehört, dass diese Melodie überhaupt in einem Gottesdienst gespielt wurde. Zufall?

Wenig später schickte mir eine kanadische Verwandte, deren Partner vor über zwei Jahren auch verstorben ist, den Song "The Promise" von Tracy Chapman. Dieser Song gehörte zu den Lieblingssongs meines Partners; ich hatte ihn durch ihn erst kennengelernt. Die kanadische Verwandte konnte das nicht wissen, ich hatte es ihr oder auch anderen Verwandten gegenüber nie erwähnt. Und die Mail der Verwandten mit dem Song kam genau in der Phase, als ich nach Weihnachten wegen der taktlosen Sensationsnachricht meiner deutschen Cousine von ihrem Heiratsantrag so traurig war. Die kanadische Verwandte wusste nichts von alledem, sie ist mit meiner deutschen Cousine auch nicht verwandt. Zufall?
 
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Ja, das hätte ich mir auch gewünscht. Noch fünf Minuten, um Dinge klarzustellen, sich zu verabschieden und dann zu akzeptieren, dass derjenige zu meinen Lebzeiten nicht wiederkommt.

Ich habe aber manchmal den Eindruck, dass man Zeichen bekommt.
Z.B. hatte mein Partner vor einigen Jahren in meinem Beisein auf der Goldhochzeit seines Onkels nach der Melodie von "Tränen lügen nicht" einen selbst verfassten anderen Text gesungen, der zum Anlass passte. Er hatte sich dazu selbst auf der Gitarre begleitet. Als ich vor 14 Tagen an Heiligabend in einem Gottesdienst war, der im Freien auf einer Klosterwiese stattfand, spielte der Organist zur Kommunionsausteilung auch diese Melodie, wiederum mit einem anderen Text. Ich hatte bis dahin noch nie gehört, dass diese Melodie überhaupt in einem Gottesdienst gespielt wurde. Zufall?

Wenig später schickte mir eine kanadische Verwandte, deren Partner vor über zwei Jahren auch verstorben ist, den Song "The Promise" von Tracy Chapman. Dieser Song gehörte zu den Lieblingssongs meines Partners; ich hatte ihn durch ihn erst kennengelernt. Die kanadische Verwandte konnte das nicht wissen, ich hatte es ihr oder auch anderen Verwandten gegenüber nie erwähnt. Und die Mail der Verwandten mit dem Song kam genau in der Phase, als ich nach Weihnachten wegen der taktlosen Sensationsnachricht meiner deutschen Cousine von ihrem Heiratsantrag so traurig war. Die kanadische Verwandte wusste nichts von alledem, sie ist mit meiner deutschen Cousine auch nicht verwandt. Zufall?

Hallo zusammen,
Ja so etwas habe ich schon öfters gehört.Ob Lieder,flackernde Lampen oder einfach nur das man von dem Verstorbenen träumt bzw er sich nochmal im Traum bei einem meldet.
Man wünscht sich halt etwas mehr,aber das bleibt halt nur ein Wunsch...

Gestern habe ich noch den Entlassungsbrief aus dem Krankenhaus wo meine Mutter war bekommen.
Ich wollte unbedingt wissen,an was sie nun letztendlich genau gestorben ist.
So wie es aussieht waren es am Ende wohl sehr viele verschiedene Erkrankungen und ihr Körper war damit einfach überfordert.Wenn ich mir vorstelle,wie das noch hätte enden können,bin ich sogar ein bisschen dankbar das nicht lange leiden musste.Sie hat wohl von allem nicht mehr viel mitbekommen was um sie herum passiert.Im Vergleich dazu musste ihr Bruder wohl sehr leiden und wollte auch noch nicht gehen.
Meine Mutter ist da laut Ärzten sehr friedlich auf die andere Seite hinübergegangen.
Das macht es natürlich für mich nicht leichter,da ich mich gerne noch von ihr verabschiedet,ihr für alles gedankt und ihre Hand gehalten hätte,
Als der Notarzt sie am Abend mitgenommen hat konnte ich ihr zumindest noch ein paar Bussis auf die Wange geben und sie streicheln...Ich hab dann noch gesagt wir sehen uns ja bald wieder im Krankenhaus...

Nachdem ich den ganzen Brief vom Krankenhaus durchgelesen habe hat sich meine Verfassung über Nacht schlagartig geändert.Am Abend war ich noch etwas erleichtert,da ich mir nicht sicher war ob man vielleicht doch noch etwas hätte tun können.
Zu wissen das man keine Schuld hat ist ja schon eine gewisse Entlastung.
Was ich halt nicht weiß ist,ob sie mich schonen wollte und wir dadurch wertvolle Zeit verloren haben.
Sie war leider immer jemand der andere nicht belasten wollte worüber ich ihr im Nachhinein natürlich etwas böse bin.
Ob und wieviel Zeit wir vielleicht gewonnen hätten weiß keiner.
Wie gesagt,heute morgen als ich aufgestanden bin ging's mir wirklich ganz schlecht.
Panik/Angst und eine unglaubliche Unruhe! Hatte schon das Telefon in der Hand um Hilfe zu rufen.
Um 13 Uhr wurde es mit der Unruhe so schlimm,dass ich mich angezogen habe und spazieren gegangen bin.Jetzt sitze ich hier und mir geht's zumindest etwas besser.
Vor der Nacht habe ich allerdings eine riesen Angst ohne Notfallmedikamente.
Früher hatte ich Tavor da ging das ganz gut.
Ich weiß nicht warum sich mein Zustand jetzt so schnell von depressiv auf genau das Gegenteil verändert hat.Diese Unruhe hätte ich 2013 schon einmal und da wäre ich fast verrückt geworden.
Zu der ganzen Trauer um meine Mutter jetzt auch noch diese Nervosität und der Bewegungsdrang...das ist kaum auszuhalten.
 
Leider konnte ich mich von meinem Vater auch nicht verabschieden. Das letzte Mal als ich ihn bei Bewusstsein erlebt habe war als der Notarzt da war und da war es viel zu hektisch. Ich dachte zu der Zeit auch im Traum noch nicht, dass es wirklich um alles geht. Als mich dann abends der Oberarzt von der Intensivstation angerufen hat und sagte, dass mein Vater die Nacht nicht überlebt, wenn er nicht beatmet wird war ein totaler Schock. Ich habe nur immer die schreckliche Vorstellung, dass er in seinen letzten wachen Minuten verzweifelt und inmitten fremder Menschen war und wahrscheinlich nicht verstand, was mit ihm geschah.
Ich konnte wegen der Besuchsregeln auch erst am nächsten Tag zu Besuch kommen, da war er schon im Koma.
Ich persönlich glaube nicht an "eine Welt der Toten", dass man sich wiedersieht oder ähnliches. Ich war und bin auch nicht ein bisschen religiös. Ich beneide Leute, die an sowas glauben können, denn vielleicht haben sie dadurch einen Trost.

Ich habe lediglich oft wirre Träume in denen mein Vater vorkommt. Wenn ich nach vielen Stunden der Schlaflosigkeit (also so wie heute) irgendwie wegdämmere. Wenn ich dann aufwache denke ich oft im ersten Moment, er ist noch da, bis mir die Realität wieder klar wird. Da fängt der Tag schon entsprechend an.
 
Ich persönlich glaube nicht an "eine Welt der Toten", dass man sich wiedersieht oder ähnliches. Ich war und bin auch nicht ein bisschen religiös. Ich beneide Leute, die an sowas glauben können, denn vielleicht haben sie dadurch einen Trost.
Für mich ist das auch keine "Welt der Toten", sondern eine Welt der Lebenden. Ich halte es für möglich, dass es nicht nur das irdische Leben, sondern ein Leben danach gibt.

Ich habe lediglich oft wirre Träume in denen mein Vater vorkommt. Wenn ich nach vielen Stunden der Schlaflosigkeit (also so wie heute) irgendwie wegdämmere. Wenn ich dann aufwache denke ich oft im ersten Moment, er ist noch da, bis mir die Realität wieder klar wird. Da fängt der Tag schon entsprechend an.
Ja, so etwas wird anfangs durch den Schock ausgelöst. In der ersten Wochen nach dem Tode meines Partners war mein erster Gedanke beim Aufwachen auch immer, dass er tot ist. Jetzt denke ich manchmal beim Aufwachen auch als erstes wieder an andere Dinge, z.B. meine beruflichen Aufgaben an dem Tag oder in der Woche.

Das Leben wird nie wieder so sein wie vorher, und es wird auch immer Trauer bleiben. Ich hoffe nur, dass der Schmerz mit der Zeit nachlässt und nicht durch Erzählungen vom privaten Glück anderer Leute wieder aufgewühlt wird. Im Moment möchte ich privat eigentlich nur Kontakte zu Leuten haben, die ebenfalls ihr Päckchen zu tragen haben, wenn auch vielleicht ein anderes. Oder die neutrale Themen haben. Mit Leuten, die das Gegenteil von mir erleben, kann ich im Moment nichts anfangen. Diese Leute leben in einer völlig anderen Welt. Dann kommt mir meine eigene Situation nur umso trostloser vor.

Ich bin auch der Meinung, wem es zu viel ist, sich ab und zu mal bei einer trauernden Person aus der Verwandtschaft oder dem Freundeskreis zu melden, sich nach ihrem Befinden zu erkundigen, sie zu ermutigen und auf sie einzugehen, der braucht sich auch nicht zu melden, nur um sie in erster Linie wissen zu lassen, dass er ein viel glücklicheres Privatleben hat, das geradezu im krassen Gegensatz zu dem der trauernden Person steht. Die eine verliert ihren Partner viel zu früh, hat keinen Familienanschluss und muss einen emotionalen Kraftakt vollbringen, um das erste Weihnachtsfest ohne ihren Partner ganz allein einigermaßen zu überstehen. Die andere ruft sie in dem Wissen um diese Rahmenbedingungen am Ende dieses Weihnachtsfests an, um ihr mitzuteilen, dass der Lebensgefährte nach 26 Jahren Beziehung vor ihr auf die Knie gegangen ist und ihr einen Heiratsantrag gemacht hat. Wer diese Taktlosigkeit nicht als solche erkennen kann, dem ist nicht zu helfen.

Ich hoffe, dass dir vergleichbare Erfahrungen erspart bleiben.

Jeder trauert natürlich anders. Aber wenn man solche Erzählungen nicht erträgt und sie einen tagelang runterziehen und in der Trauerbewältigung zurückwerfen, ist es besser, Abstand zu solchen Menschen zu halten. Aus meiner Sicht ist es hilfreicher, den Trauernden auf andere Gedanken zu bringen, wie er z.B. seine Freizeit ohne den Partner gestalten kann. Oder zuzuhören und Interesse zu zeigen, wenn der Trauernde von sich aus über den verstorbenen Partner reden will. Oder ihm vielleicht, wenn man in der Nähe wohnt, einen gemeinsamen Spaziergang oder eine andere kleine Unternehmung vorzuschlagen. Entweder lenkt man den anderen dann durch neutrale Themen von seiner Trauer ab, oder man geht auf ihn ein, wenn man merkt, dass er darüber reden möchte. Du hättest vielleicht auch das Bedürfnis, mit einem anderen Menschen darüber zu reden, was dein Vater dir bedeutet hat und welche Schwierigkeiten jetzt mit seinem Tode für dich verbunden sind.

Wem das alles zu viel ist, der sollte einen Trauernden am besten ganz in Ruhe lassen. Welcher Trauernde möchte schon gern das Gefühl haben, anderen lästig zu fallen? Da nimmt man sich lieber einen Psychotherapeuten, der für seinen Beistand bezahlt wird.
 
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Ich habe lediglich oft wirre Träume in denen mein Vater vorkommt. Wenn ich nach vielen Stunden der Schlaflosigkeit (also so wie heute) irgendwie wegdämmere. Wenn ich dann aufwache denke ich oft im ersten Moment, er ist noch da, bis mir die Realität wieder klar wird.
Ich kenne auch solche Träume.
Träume,wo mein Mann lebt und meine Erleichterung ist unglaublich und ein Glücksgefühl macht sich breit.
Dann das Erwachen und die Erkenntnis,dass es nur ein Traum war.Ein schlimmes Erwachen und die Realität schlägt mich nieder.Dann braucht es wieder viel Kraft weiter zu machen.
 
Ich habe heute Nacht auch von meinem Partner geträumt. Da lebte er zwar wieder, es ging ihm aber schlecht, er vermutete auch, einen Herzinfarkt erlitten zu haben, war aber bereit, im Nachhinein zu einem Arzt zu gehen. Ich war froh darüber, denn ich hoffte, dass man ihn retten würde, vielleicht durch eine Bypass-OP oder was auch immer. Komischerweise war die Arztpraxis in einem Kaufhaus. Ich begleitete ihn bis zum Aufzug, und dann war er weg. Ich wollte mit einem anderen Aufzug hinterher fahren, aber sah ihn dann nicht mehr, und dann wurde ich auch wach.

Schon interessant, wie man so was im Schlaf verarbeitet. Niedergeschlagener als sonst bin ich wegen dieses Traums jetzt aber nicht.
 
Dieses Gericht der österreichischen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (1926-1973) aus dem Jahr 1956 haben wir vor vielen Jahrzehnten im Religionsunterricht durchgenommen:


"Reklame

Wohin aber gehen wir
ohne sorge sei ohne sorge
wenn es dunkel und wenn es kalt wird
sei ohne sorge
aber
mit musik
was sollen wir tun
heiter und mit musik
und denken
heiter
angesichts eines Endes
mit musik
und wohin tragen wir
am besten
unsre Fragen und den Schauer aller Jahre
in die Traumwäscherei ohne sorge sei ohne sorge
was aber geschieht
am besten
wenn Totenstille

eintritt"

Leider stellen sich viele Menschen diese Fragen erst, wenn die besagte Totenstille eingetreten ist.
Vorher lassen sie das alles "nicht so nah an sich heran", denken "immer positiv", verdrängen den Tod, solange er ihr persönliches Umfeld nicht betrifft. Damit nur ja ihre Lebensfreude, ihr Genuss und ihre "Thinking positive"-Ideologie nicht beeinträchtigt werden, rücken sie von Menschen ab, die sich nach Schicksalsschlägen zwangsläufig mit diesen Fragen auseinandersetzen müssen und andere Gedanken im Kopf haben als Hausbauten, Hochzeiten, Fernreisen und Skiurlaube.

Ingeborg Bachmann ist nur 47 Jahre alt geworden. Sie starb an Entzugserscheinungen nach dem Entzug von starken Barbituraten.
 
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