Hallo Smallmum,
verzichte auf diese erniedrigenden Hinterherrennerei hinter einem Vater, der nicht mal zu seinem eigenen Kind steht!
Was ich dir raten kann: werde oder verhalte dich erwachsen, löse dich ausreichend von den Eltern, schaff die Alternativen, suche dir Freunde, unternimm was mit denen. Geh in nen Verein, Sport, Häkeln, Bridge spielen, oder was weiss ich. Geh in VHS-Kurse. Verreise, lebe dein Leben anstatt in der Vergangenheit rumzuhängen. Die Eltern sind eh ab nem gewissen Alter kaum mehr ideale Gesprächspartner für einen...zumindest sollten es auf keinen Fall die einzigen Bezugspartner oder Sozialkontakte sein.
Irgendwann wird es Zeit sich aus alten Abhängigkeiten zu lösen (v.a. innerlich meine ich) und v.a. von Menschen, die einen anscheinend nicht verstehen oder verstehen wollen. Grad Väter sind ja nach solchen Dingen wie SCheidung ne ganz spezielle Nummer...die haben oft ein sehr patriarchales Denkschema drauf und strafen Frauen, die sich mit eigenem Willen aus dem männlichen Machtbereich einer Ehe herausgelöst haben und somit nicht traditionsgemäß* handeln immer sehr gerne ab....so ist das nun mal! Sein Argument, dass er es ja auch mit deiner Ma ausgehalten hat ist echt die Härte....nach dem Motto: wenn ich schon nicht glücklich bin, soll meine Tochter es auch net werden und auch schön mit suboptimalen Bedingungen zufrieden sein...Hör da nicht drauf! Du bist erwachsen und allein verantwortlich und entscheidungsberechtigt für deine Angelegenheiten. Eltern die ihre Kinder tatsächlich lieben respektieren das...andernfalls sehen sie dich eher als ihr Hampelmännchen...(ähh -frauchen meine ich natürlich) an, dass keinen eigenen Willen haben soll und gemäß der elterlichen Vorgaben und d.h. oft nach väterlichem Willen zu entscheiden und zu leben haben. Grenze dich genügend ggü anderen und v.a. der elterlichen Meinung ab, vertrete ganz ohne schlechtes Gewissen und selbstbewusst deinen Standpunkt und sieh erst mal zu, dass du dein Leben lebst, dass nicht darin bestehen sollte hinter Papi herzurennen...der wird eines Tages ganz von allein dir hinterherrennen, wenn er sieht: boah die kommt in ihrem Leben klar und steht auch allein ihre Frau...Unabhängigkeit signalisieren hat immer Charisma und überzeugt und nur so wird man auch als der/die akzeptiert der/die man ist...inklusive der Entscheidungen, die man für sein eigenes Leben trifft.
Du bist nicht hilflos, sondern kannst ne Menge machen...red dir das mit Hilflosigkeit ja nicht ein!! --->wegen self-fulfilling prophecy!!! Damit haust du dich nämlich selbst ins Aus! Also nur Mut und schau nach vorn...so ein Neuanfang nach ner Scheidung hat ja echte Vorteile...geniesse deine Freiheit und meide ruhig mal ne Zeitlang solche Spassbremsen wie deinen Vater. Du hast doch Alternativen...und wenn nicht: dann schaff sie dir!
Gruss
Tyra
* der französische Soziologe/Philosoph Pierre Bourdieu hat mal ein gutes Buch geschrieben darüber wie weit die Macht der Traditionen reicht...und wie Eltern sogar posthum noch Macht auf ihre Kids ausüben, damit die auf gleiche WEise leben wie sie selber...das Buch hat den bezeichnenden Titel: "Der Tote packt den Lebenden"...ein wenig gruselig was? Evolutionsbiologisch ist dieses Verhalten die Kinder dazu zu bringen traditionsgemäß zu leben ja auch net schlecht...mit dem Modell lebenslangen Zusammenbleibens wird die gesellschaftl Funktion mit Kinder zeugen und aufziehen und Arbeitsteilung innerh. der FAmilie ja auch erfüllt, hat sich also bewährt...aber das Individuum bleibt dabei natürlich oft auf der Strecke, wenn es in einer Ehe unglücklich ist...und ich meine: Funktion ist nicht alles...deshalb sollte man nicht unbedingt immer der gesellschaftlichen und elterlichen Erwartungshaltung blind folgen, sondern selber denken, schauen, entscheiden was für einen selber das Beste ist. Zumal wir hier in einer relativ ruhigen und luxuriösen und einigermaßen gleichberechtigten Zone und Zeit leben, in der man auch als Frau die Freiheit hat sich sein Leben selber zurechtzubasteln.....wenn man halt selbstbewusst ist und nicht mehr zu sehr unter Papis oder sonstwems Fuchtel steht, d.h. sich nicht andere Weltanschauungen einfach aufdrücken lässt und man auch schon emotional die Reife besitzt Papi mal etwas kritisch unter die Lupe zu nehmen und ihn nicht nur als seinen Vater, sondern auch Kind einer ganz eigenen Zeit und Denkweise zu sehen...er ist ein Mensch mit eigenen Ansichten und du hast andere Ansichten und an sich sollte man einen Weg finden sich gegenseitig zu achten und auch die Entscheidungen des anderen zu achten...der eine lebt halt ein Leben lang in einer Ehe, weil er das für richtig hält...aber er hat natürlich nicht das REcht dieses Modell zum allgemeinen Lebensprinzip für alle zu postulieren...was aber Patriarchen leider tun....und wenn schon: du bist du und es ist dein Leben also kannst du auch entscheiden: neee...ich mache ne Scheidung und fang nochmal von vorne an!....Ich denke aber das GAnze wird sich von allein nach ner Zeit wieder ergeben, dass auch dein Vater sich besinnt und zu dir hält....allerdings wenn er versucht eine Wiedervereinigung mit deinem Ex zu deixeln würd ich ihm da schon in die Parade fahren und eindeutige Grenzen setzen...der hat deine Entscheidung zu akzeptieren, ansonsten sollte es echt Contra geben!