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Bin ich so kompliziert?

Vina

Neues Mitglied
Hallo,

ich bin Mitte 50 - geschieden (nach 25 Jahren - davon 10 Jahre Wochenendbeziehung - auseinandergelebt, ohne Streit auseinandergegangen) - und seit 4 Jahren in einer neuen Beziehung.

Wenn man mich fragte, ob ich ein einfacher Mensch sei, antwortete ich klar mit NEIN. Ich denke, ich habe egozentrische Züge, bin kreativ - was bei mir dann zu einem übervollem Kopf führt und ich viele alltägliche Dinge einfach vergesse. Trotzdem knallt nichts gegen die Wand und ich lebe. Ordnung muss so sein, dass man nicht im Dreck umkommt - aber ich möchte mich davon nicht diktieren lassen. Daneben bin ich wohl nich sehr introvertiert = extremer Einzelgänger. Introvertiert bedeutet, irgendwann durch den Kontakt mit Menschen bei der Arbeit - ist mein Akku leer und ich brauche Ruhe um aufzuladen.

Daher - einfach ist es sicherlich nicht mit mir.

Mein Partner: Anfang 50, geschieden. War mit seiner Ex seit seinem 13. Lebensjahr zusammen. 1 Kind. Er ging, weil sie zu guter Letzt mehr Zeit bei der Mutter verbrachte als bei und mit ihm.

Dass er Probleme mit meiner Vergesslichkeit hat - verstehe ich. Ich hatte mal versucht ihm zu erklären, warum dies so ist. ich merke mir seine Stufen in einem Entscheidungsprozess nicht. Letztendlich ist das Endergebnis wichtig - und darüber kann man wenn Redebedarf ist - sprechen. Oder auch die Abzweigungen im Entscheidungsprozess wo man allein nicht weiterkommt. Aber gut, er ist sauer, wenn ich ständig was vergesse und verarsche ihn.

Man muss an einem Strang ziehen und arbeiten - sagt er. Das wäre mit seiner Ex nicht mehr der Fall gewesen. Gute Idee eigentlich - nur was ist der Strang an dem wir ziehen?

Arbeiten aufgeteilt nach im Haus und außen? Im Haus kann man - so er - was machen, wenn es a) dunkel ist, b) es regnet weil man dann eh nichts draußen machen kann. ABER, das frage ich mich, wann ist dann Feierabend - wenn ich nach a) gehe? Zumindest im Sommer? 22.00 Uhr? Und dann Hausarbeit? Oder wenn ich an einem regnerischen Tag, wo man nichts draußen machen kann, frage, dann hilf bei der Hausarbeit - als Antwort kommt: Nur weil Du jetzt willst, dass ich was mache, tue ich das nicht? Aber sauer ist, wenn ich draußen auch meine Projekte durchziehe? Was ist dann der Strang? Nur die Dinge die er will? Alles was ich als Projekt habe heißt: dann mach es doch. Dann mach es doch - heißt - so verstehe ich es - DU und nicht WIR. Versteht er nicht.

Seine Ex muss auch mal gemeint haben, er tut nur das, was ihm gefällt. Langsam glaube ich dies auch. Nachbarn erklären mir, ich hätte ja so einen fleißigen netten Mann. Renoviert das Haus - unter der Woche nach der Arbeit bis spät Abends und am Wochenende von früh bis spät. Ich könnte "k...." denn bald glaube ich, dass draußen arb. auch bedeutet: HEY seht mich, ich tue was. Und draußen kann der Rasen grün sein, kein Unkraut im Rasen - ABER im Haus alles dreckig. Sieht ja keiner. Versteht er nicht.

Nun hat er es geschafft, dass er durch seine Arbeit draußen, extreme Rückenschmerzen hat. Da ich selbst dank Skoliose ständig Rückenschmerzen habe, verstehe ich das. Und ich selbst möchte daher auch auf mich achten, da ich arbeitsfähig bleiben muss, denn die Arbeit finanziert das Leben. Und wenn ich es wie vor 3 Monaten nochmals schaffe, dass ich keinen Schritt mehr tun kann, weil die Schmerzen von der Hüfte ins Bein schießen und ich in der Wohnung strande, weil es an dieser Stelle keine Möbel gibt, an denen ich mich entlang ziehen kann? Muss ich nicht mehr haben. Auch die Krankschreibung nicht. Also er hat Schmerzen. Versteht meine Bemerkung aber nicht, dass er mal Rücksicht auf sich nehmen sollte. Vorwurf: ich bin faul.

Ich soll ihn massieren - kann ich gerade wegen der Athrose in meinen Fingern an manchen Tagen nicht - gestern ging es. Also bot ich eine Massage an - Antwort: vor ein paar Tagen wollest Du ja nicht - jetzt will ich nicht. Habe keine Lust zu betteln.

Gestern war ein Ausflug zum Steine sammeln geplant. Da es nach Regen aussah, schmiss er den Plan morgens um und fuhr dann alleine los. Als ich ihn dann später frug, wo er war kam die Antwort: wenn es Dich interessiert hätte, wärest Du mitgefahren.

und ab dieser Stelle begann der Streit der bis heute anhält

Er hat Kaffee gemacht, leider das danebengefallene Kaffeepulver mal wieder nicht weg geputzt. Wenn mir das passiert wäre, wäre folgender Komentar gekommen: was hat Dir das Kaffeepulver angetan, dass Du es nicht wegputzt? Ich hatte ihn für mich nur gebeten, das das nächste Mal wegzuputzen. Auch bitte beim nächsten Mal die Zahnpasta aus dem Waschbecken und noch irgendwetwas. Ergebnis? Weltuntergang.

Kritik äußern heisst:
a) für 1 Kritik bekomme ich mind. 3 zurück. Ich komme mir vor wie bei der Werbung damals bei der Sparkasse: Mein Haus, mein Pferd, mein Auto. Meine Kritik - Du hast gemacht - seine Kritik: du hast das, dies und jenes
b) immer persönlich, angreifend, gegen ihn gerichtet.
c) daraus resultierend - er schmollt

Kritik ist nicht einfach. Ich selbst bin nicht gerade kritikfähig. Versuche aber es zu sein. Wenn man mir sagte, denke bitte daran, z. B. das Kaffeepulver neben der Maschine wegzuputzen - gut, sachlich korrekt, ich habe das nicht getan. Sagte man mir das aber: was hat Dir das Kaffepulver angetan, dass Du das nicht wegputzt? Ab da geht der Ärger mit mir los, weil ich die Tonart nicht in Ordnung finde.
Ich vers. draußen unter Bäumen das Gras umzugraben, komme aber dank der Wurzeln nicht weit. Also Frust auf meiner Seite. Er: denk mal nach. Als ich immer noch keine Lösung habe: Wenn Du zu faul bist, das zu tun ......................

Er: hol mir die Säge aus dem Schuppen. Ich hole die Säge, die da liegt. Er: versuche nun mal zu sägen. Ich versuche es und es klappt nicht. Dann schwant mir, dies geht mit dieser Säge nicht und ich werde gerade vorgeführt oder verarscht - kein gutes Gefühl. Er: Du verarscht mich ja auch, weil Du diese Säge bringst, ich brauche die aus dem Schuppen. Ende vom Lied: es war die falsche Säge, aber die einzige, die dort lag. Es gab keine Entschuldigung. Ich empfand das als verletzend und herablassend.

Und das passiert so oft, dass ich schon so verunsichert bin, ob ich was machen soll, weil ich es kann, oder ob ich wieder wegen eines Fehlers vorgeführt werde. Versteht er nicht.

Ich schreie - gut, Kritik ist berechtigt. Aber, das frage ich ihn - bin ich an den Streits zu 100 % Schuld? Bist Du der Meinung, dass Du Kritik sachl. äußerst? Dass Du im Streit nicht beleidigend und verletzend wirst? Nein, er ist in der Kritik sachl. und ist nie beleidigend oder verletzend.

Was will ich eigentlich?

Kritik sollte möglich sein, denn wenn dies nicht der Fall wäre, müsste z. B. ich so sein wie er, denken wie er, arbeiten wie er, damit mich nichts stört, und daher nie Kritik aufkommt. Wenn Kritik aus Angst vor Folgen wie Streit, langem Schmollen, Liebesentzug usw. nicht möglich ist - was dann? Vergisst man sich selbst, verleugnet man sich selbst, wenn man nicht mehr sagen kann und darf, was einen stört.

Kritik sollte aber von beiden Seiten aus in einem normalen Tonfall geäußert werden. Beide sollten die Möglichkeit haben, zu sagen: gut, ich höre die Kritik, aber z. B. ich stimme nicht damit überein. (tue ich das, diskutiere ich nur). Denn wenn man nicht ganz mit der Kritik übereinstimmt, hat jeder das Recht dies zu sagen.

Kritik sollte nie beleidigend, herablassend oder vorführend sein.

Und sollte man aus Versehen, oder auch aus Unwissenheit mal den falschen Ton getroffen haben, oder falsche Kritik geäußert haben, dann sollte man den A**** in der Hose haben und sich entschuldigen können.

Er soll mir die Möglichkeit geben, wenn ich Aufgaben habe, über einen Lösungsweg nachzudenken und wenn ich einen Weg habe, nach diesem zu arbeiten. Und nicht, nur weil es ihm zu lange dauert, mir z. B. die Schippe aus der Hand reissen und es selbst machen, bzw. meinen Arbeitsweg zu kritisieren. Ich schäle auch schneller Kartoffeln als er - lasse ihn aber, in seinem Tempo in seiner Art arbeiten.

Fehler sollten eine Verjährung unterliegen und nicht nach 3 Jahren wieder hervorgezaubert werden. Wie woll ich mich da verteidigen?

ich will nicht jede Kritik mit einer Gegenkritik beantworten. Ich will nicht jedes meiner Worte überdenken, ob diese Worte zielführend sind. Z. B. eine Frage: Kannst Du mir die Butter geben? Ja. (Aber die Butter bleibt stehen). Ich habe diese Medizin mal zurück gegeben in der Form: Kannst Du das in den Müll werfen? Ja. Die Medizin schmeckte nicht = schmollender Mensch.

Ich habe keine Kristallkugel die mir sagt, was ich gerade tun oder zu lassen haben soll. Obacht, wenn ich mithelfe was zu tragen, bitte mal kurz sagen, anders halten, es tut mir weh? Nein, es wird am Teil herumgerissen, dass es mir aus der Hand fliegt und ich mir weh tue weil ich ihn verarscht habe, indem ich etwas falsch gehalten habe.

Und er ist der Meinung, dass er sich nicht so von mir behandeln lassen muss? Kein Anschreien? Keine Türen knallen? Da hat er wohl recht.Aber er macht alles richtig. Nichts falsch.

Die Frage, ob es auch gute Zeiten gibt, ist berechtigt. Ja, die gibt es. Es macht auch Spaß. Aber nur so lange, bis sich meine Bedürfnisse äußern, ich meinen Strang ins Spiel bringe und letztendlich allein dran ziehe.

Heute verstehe ich seine Ex. Es ist einfacher, dass er macht, was er will und ich was ich will. Dann soll er aber auch nicht erwarten und faseln, dass es ihm wichtig ist, an einem Strang zu ziehen. Und wenn er das will, ohne Kritik, ohne andere Bedürfnisse, ohne andere Arbeitswege, nur so in der Art und Weise, wie er es will, dann muss seine Ex mit der er so lange zusammen war, richtig klasse zu ihm gepasst haben, oder er soll sich einen Klon ziehen.
 

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Addi

Mitglied
Warum tut man sich so eine Beziehung mit Mitte 50 überhaupt noch an? Ich war schon anhand des Textes völlig bedient, geschweige denn, dass ich so einen Umgang im Alltag wollte. Lieber wäre ich allein.

Eure Kommunikation passt überhaupt nicht zueinander, pauschale Kritik wie "immer machst du ..." du sagst weiß, er versteht schwarz. Wo ist dein Mehrwert, mit diesem Menschen zusammenzubleiben?
 

Bodenschatz

Aktives Mitglied
O je.
Ihr habt beide Eure Entwicklung hinter Euch, habt Routine im Leben entwickelt und viele Dinge immer schon so gemacht.
Die Routine hat dazu geführt, dass beim Pflügen immer um dieselben Bäume herum gefahren werden musste, und heute ist die Furche so ausgefahren, dass man den Traktor nicht mehr gerade aus bringt.
Wenn doch hat man Angst umzukippen.
Die verschiedenen Beziehungen haben darin Gesetze und Verordnungen und Urteile im Einzelfall hervor gerufen - bei jedem auf ihn zugeschnitten. Aber die Begriffe decken sich nicht mal, daher ist es sinnfrei, kleinste Ordnungswidrigkeiten dem einen oder dem anderen Rechtsbereich zuordnen zu wollen um sie zu sanktionieren. Einer straft ab, was dem anderen gleichgültig ist - und umgekehrt.

Eure Währungen passen nicht zusammen. Er rechnet gesundheitlich in Euro, Du in Italienischen Liren, danach vergleicht ihr die Summen und er kommt zu dem Ergebnis, dass er kranker ist, weil er "weniger" hat.

Das einzige was da wirklich hilft ist, sich "zurück zu entwickeln". Du kannst Dir tatsächlich ein Beispiel an der Politik nehmen!
Schau Dir mal die italienischen Notstandsverordnungen angesichts COVID im letzten Jahr an und was da alles pauschal ausser Kraft gesetzt und verschoben wurde. Würde man diesen Zustand einfrieren oder auch behutsam wieder auftauen, so ergäbe sich unendlich viel Potential, Entwicklungen der Situation anzupassen. Genau das tut man, da man weiss, dass man nicht einfach von 100 auf Null und wieder zurück switchen kann.
 

Geißblatt67

Aktives Mitglied
Oh Gott. Ich bin in deinem Alter und habe ebenfalls seit gut 2 Jahren einen neuen Partner nach 20jähriger Ehe.

Es ist natürlich auch nicht immer alles easy. Wir wohnen nicht zusammen, sonst gäbe es reichlich Konflikte, aber so kann jeder über vieles hinwegsehen.

Was du schilderst, ist definitiv kein normaler Umgang miteinander, geschweige denn schön.

Z. B. eine Frage: Kannst Du mir die Butter geben? Ja. (Aber die Butter bleibt stehen).
Solche Spielchen wären mir mit über 50 definitiv viel, viel, viel zu blöd.

Warum tust du dir das an? Antwortest du auf solchen Quatsch entsprechend?

Wer ist eigentlich zu wem gezogen?
 

weidebirke

Sehr aktives Mitglied
Hilfe....

Eine der ersten Vereinbarungen (oder besser Kriterien, die als einer der sehr frühen Punkte abgeklopft wurden - beidseits) in meiner neuen inzwischen 2-jährigen Beziehung (ähnliches Alter) war das gegenseitige Versichern und Einfordern: keine Spielchen!

Heißt, klare Kommunikation. Versuchen zu verstehen, was der andere sagen will. Ihn in seinen Anliegen und Wünschen ernst nehmen.

Wenn ich so lese, was Du schreibst, bekomme ich Fluchtreflexe. In dem Moment, in dem mir jemand wiederholt unterstellt, ich wolle ihn verarschen und zwar nicht aus Versehen sondern mit Methode, wäre ich weg. Oder der jenes mit mir anstellt.

Ich habe keinen Tipp für Dich. Wenn es sich wirklich so verhält, dass keinerlei Gespräch möglich ist, dann gibt es auch keine Lösung.
 

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