Puh, ich weiß garnicht, wie ich anfangen soll. Danke erst mal an alle, die sich die Zeit nehmen, das hier zu lesen.
Ich bin nicht sicher wie weit ich ausholen soll, um mein Problem zu verdeutlichen bzw. welche Fakten ich einbringe, damit das ganze nachvollziehbar ist. Vielleicht fange ich wirklich bei null an.
Meine Kindheit war von Gewalt geprägt. Vater Alkoholiker und Choleriker, in betrunkenem Zustand äußerst aggressiv und gewaltbereit. Hat selbst unter der gleichen Art Vater gelitten, die er später werden sollte. Mir und meiner Schwester hat er, soweit ich mich erinnere, nie etwas getan. Aber wir mussten viel miterleben, was meine Mutter angeht. Aufenthalte im Frauenheim, nächtliche Fluchtaktionen im Auto, gebrochene Knochen, blutige Auseinandersetzungen und die Aufgabe, die Polizei zu rufen, wenn Mama dann doch irgenwann nicht mehr konnte... nach 12 Jahren Ehe hatte sie den Mut, einen Schlussstrich zu ziehen. Bis vor einigen Jahren litt ich immer noch unter Panikattacken, wenn ich meinen Vater gesehen habe (er wohnt immer noch im gleichen Ort), auch, weil die Zeit während der Scheidung sehr hart war (unter anderem gab es nachts oft Terror am Hauseingang des Mehrfamilienhauses, in dem wir wohnten, als mein Vater auszog und nachts auf die Idee kam, wieder aufzutauchen oder es gab Drohanrufe von irgendwelchen Schlägern, die mir am Telefon sagten (ich war 9), wir würden unsere Mama nie mehr sehen können, wenn sie die Scheidung durchzieht...). Die Flashbacks in Mamas Wohnung werden weniger, aber sie tauchen immer noch auf. Sie wohnt immer noch in der gleichen Wohnung wie damals...
Alleinerziehend mit zwei Töchtern wurde das Leben aber nicht einfacher. Sie war furchtbar überfordert mit sich, zwei Jobs und ihren zu Teenagern heranwachsenden Kindern. Hier war ich seelisch und körperlich dann der Prellbock. Ich war nicht auf den Kopf und den Mund gefallen, das wurde mir immer wieder als "aufmüpig" und "frech" vorgehalten. Bis ich mich irgendwann gewehrt habe und meine Mutter von mir wegstieß, als sie mich wieder verprügeln wollte. Meine Schwester schrie auf, ich würde ins Heim gehören und mit mir würde etwas nicht stimmen. Wie oft habe ich an diesen Tag zurückgedacht mit dem Gedanken, ob es mir im Heim nicht besser ergangen wäre... mit 13/14 gab es dann die ersten Selbstmordgedanken. Eine Situation in der Küche war besonders beängstigend. Ich war völlig am Ende mit meinen Nerven und stand vor dem Messerblock und dachte mir "eigentlich könntest du alles beenden. Dann müsstest du nicht mehr leiden". Ich bin froh, dass es nie zu dem Versuch kam.
Naja. Mit 16 kam ich dann mit meinem damals ersten Freund zusammen. Er war seit Jahren meine große Liebe und ich hatte nie Augen für jemand anderen. Sechs Jahre später heirateten wir und sind bis heute ein Paar. Für ihn war ich bereit, alles zu tun. Ich gab meine Freunde (von denen ich damals der Meinung war, dass ich eh keine hätte) und meine Hobbies auf, mein ganzes Leben drehte sich nur noch um uns. Meine Vergangenheit sollte mich aber in so vielen Bereichen wieder einholen, wie ich es nie für möglich gehalten hätte. Nach meinem Realschulabschluss machte ich eine Ausbildung im Handel und arbeitete bis 2016 bei 3 Arbeitgebern. Ich war tot unglücklich im Handel und wollte diese Ausbildung eigentlich nicht beenden, aber Schwiegereltern (bei denen ich mit 17 unterkam, weil es zu Hause nicht mehr ging) und damals noch Freund beredeten mich, es durchzuziehen "weil man das halt so macht". Einer dieser Arbeitgeber machte mir das Leben extrem schwer, Psychospielchen von wegen "du kannst froh sein hier zu arbeiten" und "du findest eh nix anderes" bei einem 45h+ Job für 980 € netto sind nur ein kleiner Auszug dessen. Diese Erfahrung brachte mich zum ersten Mal auf den Gedanken mir professionelle Hilfe zu holen. Mein Mann hatte große Bedenken und war der Meinung, wir würde das "schon so schaffen". Also: Neuer Arbeitsplatz. Aber: Die alten Probleme blieben. Es wurde so schlimm, dass meine Persönlichkeitsstörungen immer schlimmer wurden. Ich hatte jegliche Selbstachtung, Selbstwertgefühl und Freude fürs Leben verloren. Das war der zweite Moment, zu dem mein Mann meinte, "wir schaffen das alleine. Therapie bringt doch nix". Nach dem ich dann irgenwann heulend bei der Arbeit zusammengebrochen bin war für mich klar, dass ich eine Therapie anfangen werde. Ich konnte die Verantwortung, Gesund zu werden, nicht alleine meinem Mann überlassen. Ich selbst war nämlich überhaupt nicht in der Lage, irgendetwas für mich zu machen. Außer, einen Therapieplatz zu finden.
Es hat lange genug gedauert, bis ich eine Therapeutin fand. Zum Glück hatte ich gleich Vertrauen in sie. Meine ersten Worte an sie waren "Ich bin mir selbst egal, es ist mir egal wie es mir geht, Hauptsache den Menschen um mich herum geht es gut. Ich mag mich selbst nicht, kann mich nicht leiden." 2 1/2 Jahre Therapie halfen mir zu verstehen, dass ich schwer depressiv war, meine Selbstwahrnehmung völlig gestört war und ich Zwangsstörungen wie nächtliches Knirschen (deshalb musste ich sogar zwei Schneidezähne ersetzen lassen...), Panikattaken und Angststörungen hatte.
Soweit so gut. 2016 habe ich mein Leben komplett umgekrempelt: Neue Ausbildung (Erzieherin), neue Freunde, alte Hobbies wieder aufleben lassen. Für meine Ausbildung musste ich einen hohen Kredit aufnehmen, immerhin musste der Baukredit, den wir aufgenommen hatten, weiter finanziert werden. Obwohl von unserem Baukredit noch eine erhebliche Summe übrig war, war mein Mann nicht bereit mich finanziell zu unterstützen (der Betrag war auf seinem Konto, wir haben trotz Heirat getrennte Konten). Auch er hat seine Vergangenheit und daher einige "Spinnereien" (Putzzwang, kein Vertrauen was finanzielle Geschichten angeht), mit denen ich hier und da gelernt habe, zu leben. Da mir dieser Neuanfang unglaublich wichtig war, war ich bereit dazu, diesen überteuerten Kredit aufzunehmen, meiner Bankberaterin bin ich trotzdem bis heute unglaublich dankbar für ihre Hilfe und Geduld. Ich nehme bis heute Antidepressiva, bin aber auf einem guten Weg, die Depression in den Griff zu bekommen. Ich würde meinen allgemeinen Zustand als glücklich bezeichnen, ich mag mich selbst wieder.
Vor kurzem habe ich meine Ausbildung erfolgreich mit Bestnoten abgeschlossen, auch wenn es mit meinen Ausbildungsbetrieben einige Probleme gab. Ich bin überglücklich, dass ich mich getraut habe, diesen Schritt zu gehen. Nun wartet eine Festanstellung auf mich in einem Team bzw. einer Einrichtung, die ich bereits kennenlernen durfte und freue mich sehr auf das, was vor mir steht. Leider werden gleichzeitig die Probleme mit meinem Partner immer größer. In letzter Zeit streiten wir uns sehr viel. Wie bei vielen Beziehungen beginnt es mit Kleinigkeiten, hat aber einen viel tiefer sitzenden Kern: Ich weiß, dass er mich als labil einschätzt, nicht fähig ein eigenes Leben zu führen, hyperempfindlich und nicht im Stande dazu, einen Job länger als 2-3 Jahre durchzuziehen. Hinzu kam in den letzten Wochen seine eigene Unzufriedenheit, die er auch schon in der Vergangenheit verbal öfter an mir ausließ, es häuft sich jedoch sehr. Wenn ich ihn darauf anspreche, antwortet er, ich würde mir das alles einbilden und er würde so nicht mit mir umgehen (Kleiner Auszug: Wenn ich im Bad das Licht nutze, frägt er mich ob das wirklich sein muss. Wenn ich irgendwo hin gehe frägt er, wie lange ich weg sein werde bzw. wann ich wieder zu Hause bin. Die Antwort "Das weiß ich noch nicht" zählt nicht. Wenn ich ein Fenster öffne beschwert er sich, die Hitze kommt rein. Wenn ich das Fenster geschlossen halte beschwert er sich, dass keine frische Luft reinkommt. Ich könnte ewig weitermachen... Früher hat er sogar die Dauer meines Duschintervalls kontrolliert und die Wassermenge, die ich verbraucht habe. Er verlangte von mir Hausschuhe zu tragen, da meine "Schweißfüße" überall Abdrücke hinterlassen. Zum Glück ist es, seit ich die Therapie gemacht habe, besser geworden, da ich mir das nicht mehr gefallen lasse).
Vor zwei Wochen war dann die erste sau dumme Situation: Er war auf 180, weil ihm das, was ich anhatte, als ich ihn auf der Arbeit besuchte, nicht gepasst hat. Ich hätte darin extrem unvorteilhaft ausgesehen (ich habe einiges an Gewicht zugelegt, seitdem wir zusammen sind, er auch) und es wäre ihm peinlich gewesen, dass ich so rumgelaufen bin. Meine Mutter (wir haben trotz unserer Vergangenheit ein gutes Verhältnis, vorallem seit der Therapie) war dabei und sie bestätigte mir, dass es definitiv nicht so schlimm war, wie er sagte. Ich wusste echt nicht, was das sollte. Aber es war kein Hinweis a la "Du ich wollte dir das sagen, weil du mir wichtig bist". Nein, er ist wirklich ausgerastet deshalb. Dabei sind wir beide keine Menschen, die oberflächlich auf Äußerlichkeiten achten.
Heute dann der große Knall: Unser Gefrierschrank ist verreckt und er ließ mich alles alleine sauber machen. Ich war stinksauer. Nach dem ich fast fertig war und gerade auf dem Weg war, aus der Küche zu gehen, stellte er sich wie ein Presser (das sagt man bei uns so ^^') in den Türrahmen. Er hat genau gesehen, dass ich gerade dabei war rauszugehen. Also lief ich weiter auf die Tür zu und drückte mich an ihm vorbei. Plötzlich packte er mich und schuckte mich in Richtung Wand. Es ist nichts passiert. Aber er weiß, wie ich zu diesem Thema stehe, das habe ich ihm vom ersten Tag an gesagt: Eine Handgreiflichkeit und ich bin weg! Ich bin verbal völlig ausgerastet und habe ihm gesagt, dass er mich nicht anzupacken hat. Er dreht jetzt alles so hin, dass ich ihn vorher geschubst hätte und es eine Kurzschlussreaktion wäre. Er machte mir Vorwürfe, ich würde mir das alles zusammenspinnen und irre werden.
Man, wenn ich mir das durchlese, empfinde ich das schon als ziemlich lächerlich... aber im ernst Leute. Bei meiner Vergangenheit und den Selbstzweifeln, die ich oft hatte, frag ich mich jetzt allenernstes, ob ich geisteskrank bin. Nehme ich Dinge tatsächlich anders war, als sie sind? Verstehe ich Dinge so, wie mein Kopf sie gerne hätte? Ich habe ihm vorgeschlagen, eine Paarberatung zu machen mit dem vorgeschobenen Grund, dass ja vielleicht wirklich was mit mir nicht stimmt. Er verneinte, er ist immernoch der Meinung Therapie würde nichts bringen und hätte auch bei mir nichts gebracht...
Was mache ich nun? Ich war schon zwei Mal ernsthaft bei dem Gedanken, mich einweisen zu lassen. Aber am 1.9. beginne ich an meinem neuen Arbeitsplatz, das will ich unbedingt angehen. Gehe ich wieder zur Therapie? Die Krankenkasse übernimmt erst in einem halben Jahr wieder eine längere Therapie... schmeiße ich alles hin und verlasse meinen Mann? Ich liebe ihn über alles und bin bereit an mir und uns zu arbeiten. Aber ganz ehrlich, ich habe nicht das Gefühl, dass er an sich arbeiten möchte. Seine Aussage hierzu lautete "Dann ist mir in Zukunft eben alles egal, das ist der einfachste Weg"... 12 Jahre Beziehung / 6 Jahre Ehe schmeißt man halt nicht einfach so aus dem Fenster.
Sorry für den weiten Ausschwung, aber ich bin nur noch am heulen, habe Angst wieder in eine depressive Phase zu rutschen und habe gefühlt niemand Neutralen in meinem Umfeld, dem ich zutraue, mir ein objektives Meinungsbild zu geben...
Ich bin nicht sicher wie weit ich ausholen soll, um mein Problem zu verdeutlichen bzw. welche Fakten ich einbringe, damit das ganze nachvollziehbar ist. Vielleicht fange ich wirklich bei null an.
Meine Kindheit war von Gewalt geprägt. Vater Alkoholiker und Choleriker, in betrunkenem Zustand äußerst aggressiv und gewaltbereit. Hat selbst unter der gleichen Art Vater gelitten, die er später werden sollte. Mir und meiner Schwester hat er, soweit ich mich erinnere, nie etwas getan. Aber wir mussten viel miterleben, was meine Mutter angeht. Aufenthalte im Frauenheim, nächtliche Fluchtaktionen im Auto, gebrochene Knochen, blutige Auseinandersetzungen und die Aufgabe, die Polizei zu rufen, wenn Mama dann doch irgenwann nicht mehr konnte... nach 12 Jahren Ehe hatte sie den Mut, einen Schlussstrich zu ziehen. Bis vor einigen Jahren litt ich immer noch unter Panikattacken, wenn ich meinen Vater gesehen habe (er wohnt immer noch im gleichen Ort), auch, weil die Zeit während der Scheidung sehr hart war (unter anderem gab es nachts oft Terror am Hauseingang des Mehrfamilienhauses, in dem wir wohnten, als mein Vater auszog und nachts auf die Idee kam, wieder aufzutauchen oder es gab Drohanrufe von irgendwelchen Schlägern, die mir am Telefon sagten (ich war 9), wir würden unsere Mama nie mehr sehen können, wenn sie die Scheidung durchzieht...). Die Flashbacks in Mamas Wohnung werden weniger, aber sie tauchen immer noch auf. Sie wohnt immer noch in der gleichen Wohnung wie damals...
Alleinerziehend mit zwei Töchtern wurde das Leben aber nicht einfacher. Sie war furchtbar überfordert mit sich, zwei Jobs und ihren zu Teenagern heranwachsenden Kindern. Hier war ich seelisch und körperlich dann der Prellbock. Ich war nicht auf den Kopf und den Mund gefallen, das wurde mir immer wieder als "aufmüpig" und "frech" vorgehalten. Bis ich mich irgendwann gewehrt habe und meine Mutter von mir wegstieß, als sie mich wieder verprügeln wollte. Meine Schwester schrie auf, ich würde ins Heim gehören und mit mir würde etwas nicht stimmen. Wie oft habe ich an diesen Tag zurückgedacht mit dem Gedanken, ob es mir im Heim nicht besser ergangen wäre... mit 13/14 gab es dann die ersten Selbstmordgedanken. Eine Situation in der Küche war besonders beängstigend. Ich war völlig am Ende mit meinen Nerven und stand vor dem Messerblock und dachte mir "eigentlich könntest du alles beenden. Dann müsstest du nicht mehr leiden". Ich bin froh, dass es nie zu dem Versuch kam.
Naja. Mit 16 kam ich dann mit meinem damals ersten Freund zusammen. Er war seit Jahren meine große Liebe und ich hatte nie Augen für jemand anderen. Sechs Jahre später heirateten wir und sind bis heute ein Paar. Für ihn war ich bereit, alles zu tun. Ich gab meine Freunde (von denen ich damals der Meinung war, dass ich eh keine hätte) und meine Hobbies auf, mein ganzes Leben drehte sich nur noch um uns. Meine Vergangenheit sollte mich aber in so vielen Bereichen wieder einholen, wie ich es nie für möglich gehalten hätte. Nach meinem Realschulabschluss machte ich eine Ausbildung im Handel und arbeitete bis 2016 bei 3 Arbeitgebern. Ich war tot unglücklich im Handel und wollte diese Ausbildung eigentlich nicht beenden, aber Schwiegereltern (bei denen ich mit 17 unterkam, weil es zu Hause nicht mehr ging) und damals noch Freund beredeten mich, es durchzuziehen "weil man das halt so macht". Einer dieser Arbeitgeber machte mir das Leben extrem schwer, Psychospielchen von wegen "du kannst froh sein hier zu arbeiten" und "du findest eh nix anderes" bei einem 45h+ Job für 980 € netto sind nur ein kleiner Auszug dessen. Diese Erfahrung brachte mich zum ersten Mal auf den Gedanken mir professionelle Hilfe zu holen. Mein Mann hatte große Bedenken und war der Meinung, wir würde das "schon so schaffen". Also: Neuer Arbeitsplatz. Aber: Die alten Probleme blieben. Es wurde so schlimm, dass meine Persönlichkeitsstörungen immer schlimmer wurden. Ich hatte jegliche Selbstachtung, Selbstwertgefühl und Freude fürs Leben verloren. Das war der zweite Moment, zu dem mein Mann meinte, "wir schaffen das alleine. Therapie bringt doch nix". Nach dem ich dann irgenwann heulend bei der Arbeit zusammengebrochen bin war für mich klar, dass ich eine Therapie anfangen werde. Ich konnte die Verantwortung, Gesund zu werden, nicht alleine meinem Mann überlassen. Ich selbst war nämlich überhaupt nicht in der Lage, irgendetwas für mich zu machen. Außer, einen Therapieplatz zu finden.
Es hat lange genug gedauert, bis ich eine Therapeutin fand. Zum Glück hatte ich gleich Vertrauen in sie. Meine ersten Worte an sie waren "Ich bin mir selbst egal, es ist mir egal wie es mir geht, Hauptsache den Menschen um mich herum geht es gut. Ich mag mich selbst nicht, kann mich nicht leiden." 2 1/2 Jahre Therapie halfen mir zu verstehen, dass ich schwer depressiv war, meine Selbstwahrnehmung völlig gestört war und ich Zwangsstörungen wie nächtliches Knirschen (deshalb musste ich sogar zwei Schneidezähne ersetzen lassen...), Panikattaken und Angststörungen hatte.
Soweit so gut. 2016 habe ich mein Leben komplett umgekrempelt: Neue Ausbildung (Erzieherin), neue Freunde, alte Hobbies wieder aufleben lassen. Für meine Ausbildung musste ich einen hohen Kredit aufnehmen, immerhin musste der Baukredit, den wir aufgenommen hatten, weiter finanziert werden. Obwohl von unserem Baukredit noch eine erhebliche Summe übrig war, war mein Mann nicht bereit mich finanziell zu unterstützen (der Betrag war auf seinem Konto, wir haben trotz Heirat getrennte Konten). Auch er hat seine Vergangenheit und daher einige "Spinnereien" (Putzzwang, kein Vertrauen was finanzielle Geschichten angeht), mit denen ich hier und da gelernt habe, zu leben. Da mir dieser Neuanfang unglaublich wichtig war, war ich bereit dazu, diesen überteuerten Kredit aufzunehmen, meiner Bankberaterin bin ich trotzdem bis heute unglaublich dankbar für ihre Hilfe und Geduld. Ich nehme bis heute Antidepressiva, bin aber auf einem guten Weg, die Depression in den Griff zu bekommen. Ich würde meinen allgemeinen Zustand als glücklich bezeichnen, ich mag mich selbst wieder.
Vor kurzem habe ich meine Ausbildung erfolgreich mit Bestnoten abgeschlossen, auch wenn es mit meinen Ausbildungsbetrieben einige Probleme gab. Ich bin überglücklich, dass ich mich getraut habe, diesen Schritt zu gehen. Nun wartet eine Festanstellung auf mich in einem Team bzw. einer Einrichtung, die ich bereits kennenlernen durfte und freue mich sehr auf das, was vor mir steht. Leider werden gleichzeitig die Probleme mit meinem Partner immer größer. In letzter Zeit streiten wir uns sehr viel. Wie bei vielen Beziehungen beginnt es mit Kleinigkeiten, hat aber einen viel tiefer sitzenden Kern: Ich weiß, dass er mich als labil einschätzt, nicht fähig ein eigenes Leben zu führen, hyperempfindlich und nicht im Stande dazu, einen Job länger als 2-3 Jahre durchzuziehen. Hinzu kam in den letzten Wochen seine eigene Unzufriedenheit, die er auch schon in der Vergangenheit verbal öfter an mir ausließ, es häuft sich jedoch sehr. Wenn ich ihn darauf anspreche, antwortet er, ich würde mir das alles einbilden und er würde so nicht mit mir umgehen (Kleiner Auszug: Wenn ich im Bad das Licht nutze, frägt er mich ob das wirklich sein muss. Wenn ich irgendwo hin gehe frägt er, wie lange ich weg sein werde bzw. wann ich wieder zu Hause bin. Die Antwort "Das weiß ich noch nicht" zählt nicht. Wenn ich ein Fenster öffne beschwert er sich, die Hitze kommt rein. Wenn ich das Fenster geschlossen halte beschwert er sich, dass keine frische Luft reinkommt. Ich könnte ewig weitermachen... Früher hat er sogar die Dauer meines Duschintervalls kontrolliert und die Wassermenge, die ich verbraucht habe. Er verlangte von mir Hausschuhe zu tragen, da meine "Schweißfüße" überall Abdrücke hinterlassen. Zum Glück ist es, seit ich die Therapie gemacht habe, besser geworden, da ich mir das nicht mehr gefallen lasse).
Vor zwei Wochen war dann die erste sau dumme Situation: Er war auf 180, weil ihm das, was ich anhatte, als ich ihn auf der Arbeit besuchte, nicht gepasst hat. Ich hätte darin extrem unvorteilhaft ausgesehen (ich habe einiges an Gewicht zugelegt, seitdem wir zusammen sind, er auch) und es wäre ihm peinlich gewesen, dass ich so rumgelaufen bin. Meine Mutter (wir haben trotz unserer Vergangenheit ein gutes Verhältnis, vorallem seit der Therapie) war dabei und sie bestätigte mir, dass es definitiv nicht so schlimm war, wie er sagte. Ich wusste echt nicht, was das sollte. Aber es war kein Hinweis a la "Du ich wollte dir das sagen, weil du mir wichtig bist". Nein, er ist wirklich ausgerastet deshalb. Dabei sind wir beide keine Menschen, die oberflächlich auf Äußerlichkeiten achten.
Heute dann der große Knall: Unser Gefrierschrank ist verreckt und er ließ mich alles alleine sauber machen. Ich war stinksauer. Nach dem ich fast fertig war und gerade auf dem Weg war, aus der Küche zu gehen, stellte er sich wie ein Presser (das sagt man bei uns so ^^') in den Türrahmen. Er hat genau gesehen, dass ich gerade dabei war rauszugehen. Also lief ich weiter auf die Tür zu und drückte mich an ihm vorbei. Plötzlich packte er mich und schuckte mich in Richtung Wand. Es ist nichts passiert. Aber er weiß, wie ich zu diesem Thema stehe, das habe ich ihm vom ersten Tag an gesagt: Eine Handgreiflichkeit und ich bin weg! Ich bin verbal völlig ausgerastet und habe ihm gesagt, dass er mich nicht anzupacken hat. Er dreht jetzt alles so hin, dass ich ihn vorher geschubst hätte und es eine Kurzschlussreaktion wäre. Er machte mir Vorwürfe, ich würde mir das alles zusammenspinnen und irre werden.
Man, wenn ich mir das durchlese, empfinde ich das schon als ziemlich lächerlich... aber im ernst Leute. Bei meiner Vergangenheit und den Selbstzweifeln, die ich oft hatte, frag ich mich jetzt allenernstes, ob ich geisteskrank bin. Nehme ich Dinge tatsächlich anders war, als sie sind? Verstehe ich Dinge so, wie mein Kopf sie gerne hätte? Ich habe ihm vorgeschlagen, eine Paarberatung zu machen mit dem vorgeschobenen Grund, dass ja vielleicht wirklich was mit mir nicht stimmt. Er verneinte, er ist immernoch der Meinung Therapie würde nichts bringen und hätte auch bei mir nichts gebracht...
Was mache ich nun? Ich war schon zwei Mal ernsthaft bei dem Gedanken, mich einweisen zu lassen. Aber am 1.9. beginne ich an meinem neuen Arbeitsplatz, das will ich unbedingt angehen. Gehe ich wieder zur Therapie? Die Krankenkasse übernimmt erst in einem halben Jahr wieder eine längere Therapie... schmeiße ich alles hin und verlasse meinen Mann? Ich liebe ihn über alles und bin bereit an mir und uns zu arbeiten. Aber ganz ehrlich, ich habe nicht das Gefühl, dass er an sich arbeiten möchte. Seine Aussage hierzu lautete "Dann ist mir in Zukunft eben alles egal, das ist der einfachste Weg"... 12 Jahre Beziehung / 6 Jahre Ehe schmeißt man halt nicht einfach so aus dem Fenster.
Sorry für den weiten Ausschwung, aber ich bin nur noch am heulen, habe Angst wieder in eine depressive Phase zu rutschen und habe gefühlt niemand Neutralen in meinem Umfeld, dem ich zutraue, mir ein objektives Meinungsbild zu geben...