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Bin ich ein wertloser schlechter Mensch?

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Hallo liebes Forum 🙂

Meine Frage ist ernst gemeint und vielleicht gibt es hier ja ein paar Leidensgenossen die ähnliche Erfahrungen machen 0🙂

Seit ich denken kann habe ich das Gefühl dass mir andere das Gefühl geben ich sei wertlos.
In der Schule war ich bei meinen Freunden immer das letzte Rad am Wagen, obwohl ich für meine Freunde alles tue, immer zuhöre, helfe, wenn man mich braucht da bin. (Habe letztes Jahr Abi gemacht).
Auch im Studium ist jetzt nichts anders, zu Beginn war ich in einer netten Mädelsclique, die mich ohne Grund vor Weihnachten einfach "ausschlossen", seitdem stehe ich wieder alleine da.
Klar in der Vorlesung unterhält man sich mal mit wem, aber das sind eben nur oberflächliche Kontakte.

Und so langsam habe ich das Gefühl das liegt alles daran dass ich nicht besonders bin und irgendwie schlecht. Ich sehe naja akzeptabel aus, bin eher introvertiert, mag nicht gerne feiern gehen, habe einen ausgefallenen Musikgeschmack und bin in allem was ich tue nur durchschnittlich egal ob Sport oder Schule. In der Uni gehöre ich zwar zu den besseren aber auch nichts erwähnenswertes 🙁

Danke schon mal fürs lesen :*
 
Da ich aus dem Eingangsbeitrag keine Informationen holen kann die etwas mit der Fragestellung zu tun haben lässt sich darauf auch keine Antwort geben.
Wenn du von Wertigkeit und gut/schlecht schreibst ist das ja eine moralische Frage. Das hat aber eher nichts damit zu tun ob Mitglied irgendeiner Clique bist.
Welcher Wert überhaupt, ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft, der Werte- oder der Solidargemeinschaft? 😉

Ansonsten klassische Einsamkeitssymptome, erst kommt das sich-wertlos-fühlen, dann Motivations- und Antriebslosigkeit und dann die Depressionen.
Wenn du dein Selbstwertgefühl davon abhängig machst ob du bei anderen "ankommst" hast du im Grunde schon verloren. Denn dann musst du ein angepasster Mitläufer werden, ständig schauen welches Verhalten gerade angesagt ist und im Grunde alles verraten was dich einzigartig macht sowie deine eigenen Überzeugungen und Interessen zurückstellen.

Glück hat, wer Menschen für Beziehungen findet wo das nicht nötig ist. Da lohnt es sich dann Kompromisse zu schließen, eine andere Meinung mal stehen zu lassen oder mal zurück zu stecken. Echte Freundschaften und Beziehungen erkennst du daran dass Kritik nicht nur stattfindet sondern auch bidirektional und auf Augenhöhe. Weil beide ein Interesse daran haben den Kontakt durch Ansprechen von Problemen zukunftsfähig zu halten.
Ist aber extrem selten, wird auch durch unsere Gesellschaft leider nicht vorgelebt. Klingt ja auch im ersten Moment unsinnig, wieso sollte ausgerechnet der der mich kritisiert der bessere Freund sein als jener, der mir ständig sagt wie toll er mich findet.

Wenn du bereit bist "alles" für andere und deren Freundschaft zu tun ist das der falsche Ansatz. Beziehungen die, in meinen Augen, einen Wert haben funktionieren nur auf Augenhöhe. Niemals wenn einer mehr als der andere investiert oder erwartet. Und wenn einer von beiden meint das Verhältnis sei nicht ausgeglichen, dann sollte man darüber reden (können).
Um Missverständnisse zu vermeiden: Ich rede nicht von materiellen Investitionen, sondern wenn z.B. jemand immer zurückstecken muss oder meint immer nur hilfsbereit zu sein, aber nie berücksichtigt zu werden, wenn er/sie mal selbst Hilfe braucht.
Zudem müssen Beziehungen sich entwickeln. Wenn du merkst die andere Person ist ebenfalls bereit etwas zu (mehr) investieren, erst dann den nächsten Schritt machen.

Falls es dich tröstet: Ich mag introvertierte Menschen lieber, kann mit Saufen, Feiern, Party absolut nichts anfangen und habe viel Zeit meines Lebens alleine verbracht bzw. bin es auch jetzt noch.
 
Seit ich denken kann habe ich das Gefühl dass mir andere das Gefühl geben ich sei wertlos.

Liebe Gast-Schreiberin,

ist es evt. für Dich hilfreich, wenn Du mal weniger auf Deine Gefühle achtest, sondern auf Fakten?
Dein grundsätzlich eher negatives Gefühl kommt vermutlich von dem Alleinesein.... und daß Gefühl der Wertlosigkeit daher, dass Dich niemand für dies oder das gelobt hat oder Dich toll fand, also mangelnde Anerkennung.

Als ich studierte und mich etwas einsam fühlte, schloß ich mich der kath. Studentengemeinde an, obwohl ich überhaupt nicht katholisch bin. Ich muß sagen, ich erlebte sehr viele schöne Stunden und lernte sehr nette Kommilitonen und Kommilitoninnen kennen. Niemand ist überall beliebt oder willkommen. Sei initiativ und begieb Dich auf die Suche. Und wenn Du einen netten Kreis gefunden hast, dann sei auch dort nicht nur passiv dabei, sondern mache mit und bringe Dich mit Deinen Gaben ein.

Könnte das nicht ein guter Weg sein, um das dauernde Alleinesein sowie den Mangel an Anerkennung zu beheben?
Es muß ja nicht die kath. Studentengemeinde sein. Geh einfach zu verschiedenen Gruppen und probiere aus, wo Du Dich wohl fühlst.

LG, Nordrheiner
 
Seit ich denken kann habe ich das Gefühl dass mir andere das Gefühl geben ich sei wertlos.

Also ich kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausschließen, dass andere wirklich denken, du seist "wertlos". Das wäre ja ein extrem hartes Urteil, das man über einen Menschen fällen würde. Nicht mal der übelste Schwerkriminelle ist wertlos.

Kann es sein, dass du dir den einen oder anderen negativen Glaubenssatz angeeignet hast ("Alle denken, ich sei wertlos", "Ich kann nichts wirklich gut" usw.) und jetzt tendenziell immer, wenn etwas schiefläuft, nach Bestätigung dafür suchst? Falls ja, würde es helfen, diese Glaubenssätze zu hinterfragen bzw. dir klar zu machen, dass sie unsinnig sind, und den Fokus deiner Aufmerksamkeit gezielt auf Dinge zu lenken, die du gut kannst. Und diese Dinge gibt es zweifellos, sonst würdest du an der Uni nicht zu den Besseren gehören.
 
Ich kann mir vorstellen, dass Du für andere vielleicht einfach nicht "greifbar" bist. Du schreibst, Du bist ein introvertierter Mensch. Bin ich auch. Ich mag nicht gern im Mittelpunkt stehen, ich kann mich auch gut amüsieren, wenn ich nur die Rolle des Zuschauers habe. Aber für andere kommt dabei zu wenig von meiner Persönlichkeit rüber.

Auch wenn man introvertiert ist, hat man ja durchaus etwas zu sagen. Man ist sogar meist ein sehr reflektierter Mensch, der sehr interessante Ansichten hat.

Anne Heintze hat mit "Auf die leise Weise" ein ganz wunderbares Buch über introvertierte Menschen geschrieben. Sehr warmherzig! Ich kann jedem, der sich mit dem Thema auseinandersetzen möchte, nur nahelegen, es zu lesen. 🙂
 
Was du schreibst, kommt mir sehr bekannt vor, daher weiss ich, dass es nicht einfach ist dauerhaft mit so einem Gefühl zu leben. Aber: es gibt Hoffnung. Du bist nämlich nicht wirklich wertlos - du fühlst dich nur so. Und das ist ein grosser Unterschied.
Ich bin mir sicher, dass es etwas gibt, das du gut kannst, das dich interessiert und dir gut tut. Finde heraus was es ist und konzentriere dich darauf!
Aus so einem Teufelskreis auszubrechen ist oft schwer - wenn man dauerhaft überlegt, was man alles falsch macht merken das auch andere und man kommt aus Unsicherheit ganz anders rüber als man wirklich ist. Deshalb ist es dann oft auch schwer, Leute zu finden, die dich akzeptieren und dir ein gutes Gefühl geben oder ein Hobby zu finden, dass dir Spass macht, ohne den Anspruch gut zu sein.
Mein Tip: stell dich deinen Ängsten! Geh raus, triff neue Leute, sei offen und akzeptiere andere mit ihren Macken - dann akzeptieren sie auch dich. Mach Dinge einfach aus dem Grund heraus, dass sie dir Spass machen, ohne irgendwelche Ansprüche an dich selbst. Probiere verschiedenes aus, geh zB in einen Sportverein, fang an zu zeichnen, mach einfach Dinge, die du schon immer ausprobieren wolltest, dich aber bisher nicht getraut hast. Und wenn es nicht passt, hörst du eben wieder auf und probierst etwas anderes.
Glaub mir,Angst verschwindet ganz oft, wenn man sich ihr stellt.
Und wenn das Gefühl dauerhaft anhält und dich in deinem Leben beeinträchtigt such dir einen für dich passenden Therapeuten, das ist kein Grund, sich zu schämen. In solchen Fällen kann vor allem Verhaltenstherapie so viel bewirken!
Lass dich nicht unterkriegen, du bist nicht wertlos! Es gibt vieles, was dich ausmacht, was dir Spass macht, was du gut kannst - du hast es vielleicht nir noch nicht gefunden oder weisst es noch nicht.
 
Hallo,

du kommst dir wertlos vor? Kein Wunder, denn euer Verhältnis/Beziehung ist einseitig. Du schreibst "...obwohl ich für meine Freunde alles tue, immer zuhöre, helfe, wenn man mich braucht da bin". Passiert das auch umgekehrt? Nein, also einseitig. Mit anderen Worten du reißt dir den A.. auf und investierst ohne Ende und was kommt zurück? Genau, jetzt weiß du warum du dich so fühlst.

Du kannst die Situation nur ändern in dem du dich änderst. Steh zu dir und deinen Bedürfnissen. Wenn du mal jemand zum reden bzw. zum zuhören brauchst und bekommst das nicht, dann fordere das ein. Wenn das nicht funktioniert, sind es wohl Leute die nicht zu dir und deinen Werten passen. Denke daran, kein Beziehung kann auf Dauer eine Schräglage verkraften. Achte also darauf, dass du nicht immer die einzige bist, die gibt.

LG
 
Der Forumseintrag ist zwar schon veraltet - aber ich denke er ist auch irgendwie zeitlos und deshalb immer aktuell.
Ich bin inzwischen 61 Jahre alt und kenne dieses Gefühl seit meiner Jugend.
So bis Mitte 30 habe ich immer darüber nachgedacht, ob das was ich tue oder wie ich bin bei meinen Mitmenschen als wertvoll angesehen wird. Irgendwann begann ich, diese Denkweise abzulegen. Ich versuche nach dem Motto zu leben, "jeder nach seiner Fasson". Ich toleriere die Art und Weise meiner Mitmenschen und tue das, was ich für richtig halte. Die einzigen Menschen, denen ich mich noch verpflichtet fühle, sind meine Frau und meine Tochter. (Meine Eltern sind schon seit einigen Jahren verstorben.).

Alle anderen behandle ich höflich und fair - fühle mich aber niemanden weiter verpflichtet und stelle auch keine "Ansprüche" gegen sie.

Ja - ich bin auch nur ein Durchschnittsmensch und bin mir bewusst, das mich meine Mitmenschen deshalb nicht als "wertvoll" erachten und nehme das so hin. Ab und zu habe ich auch noch Phasen, wo mich diese trüben Gedanken wieder mal übermannen. Aber so ca. 60 - 70 Prozent eines Jahres kann ich die Niedergeschlagenheit einigermaßen unterdrücken.

Der Versuch, ärztliche Hilfe zu finden scheitert übrigens schon im Ansatz - da es schwierig ist, sein Problem zu schildern. Immer wenn ich versucht habe, mit jemanden darüber zu sprechen hatte ich hinterher das Gefühl, dass ich noch mehr verachtet werde - schließlich wusste mein Gegenüber ja dann von meiner Schwäche und hatte dann erst recht das erhabene Gefühl, mit Verachtung auf mich herabschauen zu dürfen.

Ich kann Dir nur den Rat geben, höre nicht nur immer darauf was andere sagen. Es ist dein Leben und du hast das Recht es so zu gestalten, wie es dir gefällt. Und übrigens: meistens sind die Menschen verachtenswert, die es zu Ruhm und Reichtum geschafft haben. Durch ehrliche Arbeit wird man nicht reich - nur durch Ausbeutung und "übers Ohr hauen" anderer. Und die ganzen Fußball- und Fernsehstars haben schlichtweg Glück, dass so ein Hype um sie veranstaltet wird. Für mich ist es eine sinnlose Tätigkeit, einen Ball über eine Grünfläche zu spielen oder auf einer Bühne zu stehen und ein Lied zu singen. Das ist, meiner subjektiven Meinung nach, zumindest keine Leistung, die ein Jahreseinkommen in Millionenhöhe wert ist.

Alles Gute für die Zukunft an alle Menschen, die vielleicht auch denken, dass sie nicht wertvoll wären. Aber es sind wirklich alle Menschen gleich viel wert - egal welche Abstammung und Bildung sie haben.
 

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