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Bin ich eigentlich nicht normal, oder....

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.... wird die Welt immer verrückter und ich bin nicht die Einzige, die ein Problem damit hat?

Ich lese jeden Tag unsere hiesige Tageszeitung, jeden Tag Online-Ausgaben von Zeitungen (Welt online), gucke jedoch selten Fern. Auf jeden Fall fasse ich mir jeden Tag mehrfach an den Kopf und frage mich, was eigentlich los ist in der Welt.

Gestern lese ich, dass zwei Frauen von Jugendlichen verprügelt wurden (in Mönchengladbach), weil sie die Jugendlichen aufgefordert haben, mit ihrer sinnlosen Vandaliererei im Bahnhof aufzuhören.

Dann ist wieder mal ein Kind gestorben (Vernachlässigung) oder zu Tode mißhandelt worden. Oder missbraucht, oder durch Mobbing in den Selbstmord getrieben worden.

Da laufen (meine Kids erzählen es mir immer brühwarm) Sendungen im TV wie "Frauentausch" oder "Mitten im Leben" und ich fage mich: Ist das normal? Leben die Menschen um mich herum so oder sind das Einzelfälle? Stehe ich noch im Leben oder lebe ich hinterm Mond?

Im Weltgeschehen ist es auch nicht besser: In Syrien lässt Assad sein Volk abknallen wie Karnickel, der Iran bastelt fröhlich an einer Atombombe, Nordkorea lässt sich die eigenen Raketen auf die Birne fallen.

Hungersnöte, Katastrophen, Massenmorde. Über allem: Ignoranz, Arroganz, Dummheit, Größenwahn.

Ich habe Angst vor der Zukunft. Bin vor ein paar Monaten Großmutter geworden und frage mich: Was erwartet dieses und alle anderen Kinder?

Ich habe so eine Angst, dass ich hin und wieder darüber nachdenke, mein Leben zu beenden, um die Zukunft nicht miterleben zu müssen.

Bin ich nicht normal? Oder ist die Welt nicht mehr normal? Und wo endet das noch alles?

Was denkt Ihr?
 
Die Welt war schon immer verrückt😉

Nein, im Ernst...es gab weltweit betrachtet schon viel brenzligere Situationen (Kalter Krieg) als heute.
Was die Statistiken zu misshandelten Kindern angeht - ich hab neulich gelesen, dass heute deshalb mehr Fälle drin stehen, weil die Menschen sensibilisierter sind und Verdachtsmomente eher melden bzw. auch innerfamiliär eine höhere Bereitschaft da ist, Täter anzuzeigen. Dass Kinder bzw. Menschen generell durch Gewalt umkommen, ist immer schlimm. Wird leider immer Menschen geben, die Gewalt für ein probates Mittel halten, Frust abzubauen. In anderen Teilen der Welt noch stärker als hier.

Zu Sendungen a la Frauentausch muss man nicht viel sagen. Das ist TV, scripted reality, Unterhaltung, nix Wichtiges und nix Ernstes.

Ich will damit nicht sagen, deine Sorgen seien unbegründet. Aber man sollte definitiv nicht drüber nachdenken, aus solchen Gründen sein Leben (man hat nur eins) beenden zu wollen. Versuch nicht, das Leid der Welt auf deine Schultern zu hieven. Das schafft keiner und sollte auch keiner probieren.
 
Genau das selbe habe ich mich auch gefragt als ich gestern das erste mal seit langem wieder die Zeitung gelesen habe und fast nur von Mord und Totschlag die Rede war. Komische Menschen.
Weniger und gezielter informieren wird schon sinnvoll sein, denke ich.
 
Die Welt ist genauso verrückt wie sie immer schon war, nur erstens sehen wir die Probleme in unserer Gegenwart natürlich als bedrohlicher an als die in grauer Vergangenheit und zweitens sorgen die internationalen (Des-)Informationsmedien dafür, dass du viel mehr mitbekommst als es vor 200 Jahren noch der Fall war.

Mord und Totschlag hat es immer schon gegeben, nur teilweise ist das schon so lange her dass wir die Täter von damals schon als Helden der Geschichte feiern, ohne zu beachten dass auch sie tausende mal eben dahingeschlachtet haben.

Wobei das heutige Fernsehprogramm schon ziemlich übel ist, aber wer sich damit verblöden möchte, kann das auch ohne uns tun, oder? 🙂
 
Ich denke mal, dass die halbe Weltbevölkerung das so sieht, mindestens, die meisten leben ja in Armut. Die anderen verweigern hinzusehen, weil sie sonst in ihrer Komfortzone gestört werden.
Man bekommt auch ein sehr eingeschränktes Weltbild vermittelt, sodass für die meisten alles in Ordnung scheint, oder was ist schon ein Blick in die Zeitung in der steht '30.000 Hungertote täglich', wenn man nie wirklich gehungert hat. das ist außerhalb seiner realen Wahrnehmung und somit steht man in keiner Beziehung dazu, man kann sich darunter nichts vorstellen.
Aber was man tun kann ist, die systematischen Ursachen wie z.b. Profit zu hinterfragen. Womit die Gier ausbeutet und Menschen gezwungen sind sich zu unterwerfen, was sie sonst nicht täten. Das sind diese enormen Auswirkungen. Man sollte nicht einfach etwas hinnehmen, nur weil es immer schon so war. Wir werden bald Alternativen zu wählen haben.

warum solltest du nicht normal sein. Ein Sympthom ist nur ein Zeichen, dass etwas nicht stimmt, eine natürliche nützliche Funktion die eine Triebkraft erzeugt. Die Anpassung an die Krankheit zeigt kein Symptom und das ist etwas wirklich schlimmes. Wenn man so angepasst und konvertiert ist, dass man keine eigenen Wünsche mehr hegt.

lg
 
@Te
Sauge die Medien nicht zu sehr auf.
Vielleicht solltest du deinen Fernseherkonsum einfach etwas nach unten schrauben
und dein eigenes Leben auskosten.
 
Hallo alle,

kurz vorab zu Topinamur: Ich gucke ja kein TV (außer alle hundert Jahre mal einen "Tatort" aus Münster oder Ludwigshafen und hin und wieder die Lindenstraße). Aber meine Kids gucken TV und die erzählen mir dann, was lief oder ich kriege es mit, wenn ich am TV vorbeirenne. Und wenn dann sowas wie "Frauentausch" läuft, kann ich noch viel schneller rennen...

Erstmal möchte ich Euch DANKE sagen für die lebhafte Diskussion. Es freut mich, dass auch andere Menschen die Geschehnisse in der Welt und auch die Art der Information kritisch sehen. Und vielleicht ist es genau das: Wir haben heute 500 Fernsehsender, uns gucken im Geschäft zig Zeitungen an mit fetten Schlagzeilen, Radio und TV gibts rund um die Uhr. (Ich komme aus der Generation, die noch die letzten Jahre des Testbildes kennen und mit drei TV-Sendern aufgewachsen sind. Meine Helden der Kindheit waren Pinnoccio und Pipi Langstumpf oder Michel aus Lönneberga).

Es gab sicher immer schon mißhandelte und mißbrauchte Kinder - aber wir haben es nicht mitbekommen. Und wenn ich mal so überlege: In meiner Kindheit war es normal, bei Verfehlungen eine geknalllt zu kriegen oder so richtig Dresche zu bekommen. Heute haben Kinder gottseidank das verbriefte Recht auf eine gewaltfreie Erziehung, leider haben das zuviele Eltern noch nicht mitbekommen.

Aber - damals waren Erwachsene für Kinder auch noch Respektpersonen. Hätte ich mir in der Schule ein krummes Ding erlaubt, hätte ich gar nicht erst nach Hause kommen brauchen.

Ich denke, es gehen mehr und mehr Werte und Ideale den Bach runter. Klar tönen die Kids von heute: "Ey Alte, logo gibts Ideale - Dieter Bohlen, Heidi Klum, Bushido...". Aber was nützen die, wenn die keine Werte vermitteln????

Sokrates war es glaube ich, der meinte: "Der Jugend von heute ist nicht mehr zu helfen. Alles geht den Bach runter." Ok, er hatte eine etwas andere Wortwahl - aber der Kern war's schon.

Und sicher habt Ihr recht - weniger Zeitungen lesen, weniger nachdenken - einfach leben. Und meinen Kindern und Enkeln vermitteln, auf was es im Leben ankommt. Aber oft denke ich, reichlich naiv bin ich schon. Ich wünsche mir Toleranz, Respekt voreinander, Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit, Zivilcourage, Humor... Zählt das alles so nicht mehr? Oder lebe ich doch hinterm Mond?

Allen hier eine gute N8 - bis morgen, mit neuen Schlagzeilen und Themen, die die Welt bewegen.


Michaela
 
Lieber Gast,

es wäre zynisch zu sagen, dass sich auf der Welt schon wesentlich brutalere, perversere und abartigere Dinge zugetragen haben, aber leider ist es der Fall. Man denke nur an den Dreißigjärigen Krieg, die 2 Welrkriege, den Holocaust, das stalinregime, die Folter im Mittelalter, die Ausrottung der Indianer usw...

Ich denke, dass da etwas gewalttätiges, dunkles in der menschlichen Natur versteckt sein muss, das solche furchtbaren Missetaten zuläst und das zu ALLEN Zeiten.

Ich habe aber das Gefühl, dass sich er Mensch weiter entwickelt und bessert. Die heutige Folter und Gewalt ist zwar um einiges subtiler, aber auch verminderter vorzufinden.

Nicht zu vergessen: Jeder von uns kann die Welt ein Stücken besser machen und um mindestens ein Lächeln bereichern!
 
gast, ich würde dir vorschlagen, auf printmedien zu wechseln und den nachrichtenkonsum einzuschränken, weil er dir anscheinend nicht gut tut. wenn du die ersten "s"-gedanken hast, ist das ein wink mit dem zaunpfahl, dass dir etwas nicht gut tut.

online-medien sind sehr schnelllebig - oft sind die dinge auch nachlässiger recherchiert und daher wird viel auf emotionen gesetzt (u.a. durch videos etc.).

ich muss aber auch sagen, dass ich deine sicht der dinge sehr einseitig finde, sorry. ob der iran an der a-bombe baut, ist höchst umstritten; und was syrien betrifft, so glaube ich kaum, dass es sich bei den rebellen um samariter handelt. schon letztes jahr hat sich europa in bezug auf lybien ordentlich in die nesseln gesetzt 🙄

ich würde dir vorschlagen, bücher zu lesen. spontan fallen mir reiseberichte ein. ich lese so etwas selbst eher wenig, aber ich habe das gefühl, dir könnte derartige lektüre zurzeit sehr gut tun.
 
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