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Natürlich nicht. Tröste Dich damit, daß ich auch nur wenige Gläubige ernstnehme - was den Glauben an Götter betrifft.
Ihr seid in einem schrecklichen Dilemma. Was wirst Du sagen, wenn es einem weltlichen Chemiker gelingt, Leben im Reagenzglas zu "erfinden"?
 
@ Jusehr: Ich habe Deinen Beitrag gelesen, danke! 🙂

Allgemein: Was die Erzeugung von Leben im Reagenzglas angeht, "ansatzweise" ist man - meines kargen wissenschaftlichen Wissens nach - schon darüber hinweg bzw. hinaus. Hat man denn nicht bereits in einem Experiment 1953 organische Materie bzw. Aminosäuren - als Basis für Leben - "erzeugt"?

https://de.wikipedia.org/wiki/Miller-Urey-Experiment

Und wenn das bereits in einem kurzzeitigen Experiment möglich ist, halte ich es durchaus für plausibel dass in ca. 3,8 Milliarden Jahre daraus auch komplexere Lebensformen entstehen, die sich der jeweiligen Lebensumstände durch natürliche und sexuelle Selektion anpassen.

Etwas außergewöhnliches (wobei man ja inzwischen auch berechtigterweise die Frage aufgeworfen hat ob es wirklich so außergewöhnlich ist wenn man heute sogar komplexe Lebensformen in Vulkanen, in der Tiefsee und in "chemisch" verseuchten Seen findet...) wie die Entstehung von Leben mit etwas noch viel Außergewöhnlicherem wie einem Schöpfergott zu erklären, verkompliziert das Problem nur anstatt es zu lösen. Zumal die simpelste Frage zu dieser Lösung wohl nach wie vor lauten muss wer oder was dann diesen Schöpfergott erschaffen hat und was genau dieser Gott überhaupt sein soll?
 
Natürlich nicht. Tröste Dich damit, daß ich auch nur wenige Gläubige ernstnehme - was den Glauben an Götter betrifft.
Ihr seid in einem schrecklichen Dilemma. Was wirst Du sagen, wenn es einem weltlichen Chemiker gelingt, Leben im Reagenzglas zu "erfinden"?

mikenull,

an dieser Stelle hält sich mein Dilemma in Grenzen. Das Dilemma eines Menschen aber, der das Ergebnis einer Reagenzglas-Schöpfung von Anbeginn wäre, mag ich mir nicht vorstellen. Da würde wohl das komplette Repertoire psychologischer, therapeutischer und auch theologischer Hilfestellung nicht genügen, um das Bewusstsein eines solchen Menschen im Gleichgewicht zu halten.
Da kommen wir in der Tat an eine Grenze, die Grenze, dass ein Mensch nicht alles tun darf, selbst, wenn er könnte.

Burbacher
 
Das verstehst Du falsch. Die Wissenschaftler sind lediglich auf dem Weg nachzuweisen, wie das Leben auf der Erde enstanden ist.
Und selbstverständlich muß das der Mensch tun.
Die Frage ist doch am Ende nur, wie diejenigen damit umgehen, die bislang an eine göttliche Schöpfung geglaubt haben.
Ich vermute stark, daß die Wahrheit sehr vielen Gläubigen den Boden unter den Füßen wegziehen würde. Auf der anderen Seite sieht man aber auch, daß viele wahrscheinlich weiter einfach an Götter glauben würden - egal was Gegenteilliges bewiesen wird.
Der Verlust des Glaubens wird dann eben einige Generationen dauern.
 
Hi Mikenull,



wie gehst Du damit um wenn die Wissenschaft eine Intelligenz beweist und weltweit anerkennt?



Grüße,
Peaceberg
 
Die Frage nach dem "Schöpfergott" etc. interessiert mich eigentlich wenig. Mich interessiert, was ist und was sich in Abhängigkeit von meinem Tun in der Zukunft ereignen kann.

Dennoch scheint mir die Frage nach den Anfängen nicht ganz unsinnig zu sein. Eigentlich ist sie hochphilosophisch. Es ist meines Erachtens sehr bemerkenswert, dass wir Menschen mit unserem Erkenntnisorgan Probleme mit dem Anfang haben: vor jedem gedachten Anfang können wir uns einen neuen Anfang denken - unendlich. Gilt nicht nur für die Zeit sondern auch für den Raum.

Wir stoßen in Bezug auf Unendlichkeit an Denkgrenzen, oder?

Ich weiß aber, dass etwas ist und nicht nicht ist. Es ist Sein und nicht das Nichts. Das ist für mich eine positive Setzung. Ich kann nicht glauben, dass das hier alles auf der Grundlage einer absurden Sinnlosigkeit existieren sollte.

Und auch, wenn ich mir keinen "richtigen, logischen" Anfang des Universums vorstellen kann, so habe ich das Gefühl, dass dahinter ein Sinn steckt. Ansonsten wäre eher nichts. Und diesen umfassenden (nicht stückartigen) Sinn darf man wohl als "Gott" bezeichnen.

Zusatz:
Ich glaube, dass die menschliche Form der Zeiterfahrung oder Zeiterkenntnis nur einen Teilaspekt der Wirklichkeit widergibt. Einfacher: unsere Erkenntnis ist begrenzt. Aber unsere begrenzte Erkenntnis bedeutet nicht, dass es nicht noch mehr zu erkennen gibt.

Vielleicht noch ein kleines Zitat von Kant zu diesem schwierigen Thema:
"Die Zeit ist also lediglich eine subjektive Bedingung unserer (menschlichen) Anschauung (welche jederzeit sinnlich ist, d. i. sofern wir von Gegenständen affiziert werden), und an sich, außer dem Subjekte, nichts."
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Jusehr,


warum sollte unsere Erkenntnisfähigkeit begrenzt sein? Wo und wie? Ich sehe keine Begrenzung.




Grüße,
Peaceberg
 
Hi Jusehr,


warum sollte unsere Erkenntnisfähigkeit begrenzt sein? Wo und wie? Ich sehe keine Begrenzung.

Also ich habe ständig das Gefühl, dass ich nur einen sehr sehr kleinen Ausschnitt der Wirklichkeit wahrnehme. In der Qualität und in der Quantität.

Bedenke zB, dass unser Gehirn nur ganz wenig von der äußeren Umgebung wahrnimmt. Roundabout 99% des "Endergebnisses" ist Interpretations-Arbeit unseres Gehirns. Das Gehirn verarbeitet Sinneserfahrungen. Und was wir am Ende wahrnehmen, hat wahrscheinlich mit der Wirklichkeit nicht mehr viel zu tun.

Fängt doch schon damit an, was ein Insekt sieht und was ein Mensch sieht, wenn sie dieselbe Sache betrachten. Philosophisch verarbeitet wird dieser Gedanke zB im radikalen Konstruktiven, dessen prominentester Vertreter vielleicht Watzlawick ist.

Was wir wahrnehmen, hängt meines Erachtens von der Anatomie unsers Gehirns ab. Ergo ist unsere Wahrnehmung relativ. Zwischen uns und der Wirklichkeit ist das Gehirn dazwischengeschaltet.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Jusehr,



interessant - hatte mir gerade Gedanken gemacht was da nun kommen würde. Jetzt muss ich versuchen Deine Aussage zu erfassen "Unsere Wahrnehmung ist begrenzt.". Das ist nat. richtig, nur ich erkenne darin kein Problem - eher im Gegenteil - dadurch haben wir die Möglichkeit separativ (unabhängig) zu betrachten, dafür dienen sicher auch die Gedankenkonstruktionen von den Denkern was Du geschrieben hast. Ich schreibe gerade von theoretischen Konstruktionen, Erklärungsmodellen.

Beziehst Du nun unsere begrenzte Wahrnehmung auf eine mögliche begrenzte Erkenntnisfähigkeit? Das sieht danach aus. Dazu ein Beispiel: Du gibst einem Computer 900.000 Rechenaufgaben, der Chip kann jedoch nur (angenommen) höchstens eine Aufgabe gleichzeitig verarbeiten - seine Verarbeitungsfähigkeit ist also begrenzt. Nach und nach verarbeitet er alle. Nun hat der Chip am Ende trotz seiner Begrenzung alles verarbeitet. Was bedeutet das in der Erkenntnis? Das Du unbegrenzt (nat. in äußer Abhängigkeit, alles steht in Abhängigkeit) Aufgaben verarbeiten kannst - nur eben nach und nach.

Diesen Vergleich habe ich zur Antwort auf Deine Frage konstruiert. Ist Dir damit geholfen?


Grüße,
Peace
 
Hallo Jusehr,
interessant - hatte mir gerade Gedanken gemacht was da nun kommen würde. Jetzt muss ich versuchen Deine Aussage zu erfassen "Unsere Wahrnehmung ist begrenzt.". Das ist nat. richtig, nur ich erkenne darin kein Problem - eher im Gegenteil - dadurch haben wir die Möglichkeit separativ (unabhängig) zu betrachten, dafür dienen sicher auch die Gedankenkonstruktionen von den Denkern was Du geschrieben hast. Ich schreibe gerade von theoretischen Konstruktionen, Erklärungsmodellen.

Beziehst Du nun unsere begrenzte Wahrnehmung auf eine mögliche begrenzte Erkenntnisfähigkeit? Das sieht danach aus. Dazu ein Beispiel: Du gibst einem Computer 900.000 Rechenaufgaben, der Chip kann jedoch nur (angenommen) höchstens eine Aufgabe gleichzeitig verarbeiten - seine Verarbeitungsfähigkeit ist also begrenzt. Nach und nach verarbeitet er alle. Nun hat der Chip am Ende trotz seiner Begrenzung alles verarbeitet. Was bedeutet das in der Erkenntnis? Das Du unbegrenzt (nat. in äußer Abhängigkeit, alles steht in Abhängigkeit) Aufgaben verarbeiten kannst - nur eben nach und nach.

Diesen Vergleich habe ich zur Antwort auf Deine Frage konstruiert. Ist Dir damit geholfen?
Ich weiß nicht genau, was Du von mir hören willst 😉. Habe da einige Verständnisprobleme bei dem von Dir Geschriebenen.

Zum Rechnervergleich:
Ich rechne nicht damit, dass wir Menschen es irgendwann mal zur höchsten Erkenntnis schaffen. Wir bleiben immer relativ "im Dunklen". Es kommt darauf an, sich angemessen in einem Universum zu bewegen, dass wir nicht 100%ig begreifen.
 
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