Rhenus
Sehr aktives Mitglied
Rhenus, ich habe darüber nachgedacht. Natürlich hat jeder Mensch ein Recht auf Privatsphäre. Bestrafung auf keinen Fall, so würde ich das gar nicht sehen. Bestrafung ist etwas anderes, als jemanden mit einer Frage die man hat zu "konfrontieren". Und meine Devise in solchen Fällen ist dann eben: Frei heraus fragen, Gedanken lesen kann niemand.
Die TE ist nicht in seine Privatsphäre eingedrungen, sondern ihr fiel ein Bild in der gemeinsamen Wohnung runter. Das ist so wie wenn ich den Boden aufräume und dort eine Kiste entdecke, reinschaue und einen Fund mache. Man stellt doch niemandem nach, sondern hat zufällig etwas entdeckt. Sollte man sich dafür schämen? Das ist doch nicht vergleichbar mit Handy oder email checken, während der Partner ahnungslos schläft oder durch private Schubfächer zu stöbern.
Wie ich schon schrieb. Das Bild an sich ist in meinen Augen gar kein Problem. Die Tatsache, dass es versteckt war schon.
Man müsste nun herausfinden warum der Freund der TE es für notwendig erachtete, es nicht da abzulegen, wo "normale" Menschen Bilder lagern. War es vielleicht nur ein Zufall? Brauchte er einen Rahmen für sein Lieblingsbild und hat einfach recycled und keine Notwendigkeit gesehen, das alte Bild vorher zu entfernen? Hatte er Angst, dass die TE komisch reagieren würde, wenn sie davon gewußt hätte? Und wenn ja warum? Ich hätte bestimmt solche Fragen, die man in einer guten Partnerschaft durchaus stellen kann, ohne eine Spanische Inquisition draus zu machen.
Der TE zu raten es komplett zu ignorieren, finde ich nicht so gut. Sie hat nun mal Fragen, die sollte sie doch auch stellen dürfen ohne als paranoid hingestellt zu werden.
Dies ist natürlich alles nur Spekulation, da wir nicht wissen, wie die Beziehung sonst so läuft.
Hallo Kriss,
nun ist es aber so, dass wir in der Regel keinen in jeder Hinsicht unberührten Menschen zum Partner bekommen.
Wohlgemerkt, ich spreche nicht unbedingt von einer Sexualität.
Wenn man einen Menschen geliebt hat, verliebt war, oder nur sich geirrt hat, dann wird dieser Mensch auf die eine oder andere Weise im Gedächtnis bleiben.
Manchmal bringt uns diese Erinnerung sogar Kraft und uns auch durchaus unserem jetzigen Partner näher.
Weil wir dann beendete Beziehungen nicht idealisieren.
Ich finde es immer arm, wenn nicht wirklich etwas Schlimmes vorgefallen ist, zu meinen, man müsse nur mit Ablehnung, Wut und Zorn sich an Expartner erinnern.
Ich denke genau umgekehrt, weil wir sonst uns selbst, unsere Persönlichkeit, mit unseren damals aufrichtigen Gefühlen, infrage stellen.
Denn man muss zu sich stehen. Zu dem was falsch und richtig ist.
Ich bin anderer Meinung...
Ich würde auch nicht Bilder meiner Verflossenen offen herum liegen lassen, das könnte verletzen.
Und richtig, es war ein Zufallsfund.
Doch hat der jeweilige Partner ein Refugium, wo er/ sie nur alleine Zugriff hat?
Das halte ich für eine Beziehung unabdingbar.
Ich merke aber, nicht unbedingt von dir, dass hier so etwas wie Besitzstand am anderen Menschen zum Ausdruck gebracht wird, ein Recht auf Rechtfertigung und Konfrontation.
Das könnte ich nicht ertragen. Kein Mensch gehört dem anderen, nur sich selbst.
Es wird komisch klingen, ich bereue es meine Bilder der Liebschaften vernichtet zu haben, als ich dachte, ich brauche sie nicht mehr.
An keine dieser Menschen, die ein Teil meines Lebens, der schönen und weniger schönen Erfahrungen sind, denke ich schlecht.
Manchmal muss lediglich nur etwas da sein, übrig geblieben, vielleicht versteckt hinter einen anderen Bild...😉
Im konkreten Falle würde ich, wenn das nicht zu übersehen ist, der Rahmen ist zerbrochen, das Bild wortlos in einem Umschlag, zu seinen persönlichen Sachen legen.
Alles andere findet sich.