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Beziehung zu Arbeitskollegen - Umgang nach Trennung komplizierter als erwartet

Leopoldy

Neues Mitglied
Hallo,
ich hatte letztes Jahr November bis etwa Februar eine kurze Beziehung mit einem Kollegen. Wir hatten anfangs beide darüber gesprochen, wenn es nicht funktioniert, werden wir wieder normal zusammen arbeiten. Wir arbeiten in unterschiedlichen Abteilungen, haben aber zwei Mal die Woche so eine Art Schnittstellen Meeting.

Die Beziehung war an sich schön, aber auch stark von Unterschieden geprägt, ich war zwischenzeitlich auch nicht so ganz ehrlich und zwei Mal abends aus Spaß eher auf einer Single Party, nicht um jemanden kennenzulernen, sondern weil ich einfach Spaß am Tanzen hatte und mit einer Freundin hin bin und dummerweise hat mich ein Kollege meines damaligen Freundes gesehen, beiläufig meinte er, ob die Party gut war, da war es raus.

Daraufhin gabs heftigen Streit, der so laut wurde, dass es echt an sich schon ein Trennungsgrund gewesen ist. Er hat sich hinterher mit einem lieben Geschenk entschuldigt, was ich affig fand, da die Beziehung ja von ihm schon beendet wurde, also das Geschenk hätte er sich sparen können.

Jedenfalls sind wir uns im Büro vorher selten bis nie begegnet. Seit der Trennung im Februar begegnen wir uns permanent. Ich finde ihn nach wie vor attraktiv und fühle mich angezogen.

Aber da ich auf sein Geschenk und die letzten Whatsapp im Februar nicht reagiert habe, ist er offenbar gekränkt und spricht außer den absolut erforderlichen Dingen wie Guten Morgen, Schönen Feierabend oder fachliches garnichts mehr mit mir.

Ich fragte ihn per Mail einmal, ob er mit mir vor der Tür mal spazieren gehen mag, er kam dann auch, meinte aber, er sieht sich hier nicht als mein Arbeitsplatzberater, entweder wir treffen uns privat oder lassen jedes private Gespräch bleiben. Ich fand das schon wieder so typisch "er".

Erst war er Feuer und Flamme, war super gern draußen spazieren mit mir. Mein Chef fragte neulich ob alles ok sei, ich sagte ja, dass alles in Ordnung ist.

Irgendwie entwickelt sich bei mir eine ziemliche Unmut auf ihn, kann das garnicht so direkt erklären, aber im Nachinein sehe ich mich ungerecht behandelt und er war überhaupt nicht bemüht, das ganze aufrecht zu erhalten.

Hat jemand ähnliche Situationen im Job? Ich weiß, never.....the Company, aber es ist halt jetzt passiert.
 
Hallo Leopoldy,
sobald sich geschäftlich und privat mischen, wird es potentiell kompliziert – und noch mehr, wenn Emotionen ins Spiel kommen wie bei dir/euch. Und sind die erstmal mit im Spiel, ist es normal, dass es nicht nur die schönen Gefühle sind, sondern auch die eher unangenehmen (Unmut, Ärger, Wut etc.).

Leider oder zum Glück kann man Emotionen nicht so einfach abschalten. Zwar kannst du (wie du es hier in deinem Text versuchst) die ganze Situation vom Verstand her analysieren – aber die Emotionen sind trotzdem da und beschäftigen dein "Kind-Ich" (so hat es Eric Berne genannt).

Mein Rat wäre, dass du dich deinen Emotionen stellst und sie als okay akzeptierst. Sowohl die schönen als Erinnerung wie auch die nervigen als Tatsache. Das braucht etwas Mut, aber den unterstelle ich dir mal. Ob du das, was du an Emotionen in dir spürst mit jemand (oder gar mit deinem Kollegen) teilen willst, steht dir völlig frei.

Für mich klingt es aber so, als ob dich diese Beziehung (wegen der Unterschiedlichkeit in eurem Wesen?) immer noch interessiert und reizt. Falls das so ist, wäre z. B. ein ganz klassischer Brief eine Option. Möglichst handgeschrieben natürlich. Das hilft dir selbst auf jeden Fall, weil du dir über deine Gefühle klarer wirst. Und vielleicht hilft es auch deinem Kollegen, dich besser zu verstehen.

Ziel könnte aus meiner Sicht sein (jetzt mal aus der Perspektive eines Unternehmens-Coaches), dass eure Beziehung "geklärt" wird. Also dass ihr beide wisst, was ihr wollt, euch eure Fehler und Missgeschicke vergebt und dann wieder harmonisch zusammenarbeiten könnt. Die Beziehung sollte wieder so gut sein, dass sie eure Arbeit nicht stört – unabhängig davon, wie sie sich auf der emotionalen, privaten Ebene entwickelt.

Alles Gute!
Werner
 
Für mich liest sich das nach verletztem Stolz bei dir.
Du hast den Mist gebaut, dann gab es Streit, dann die Trennung, dann war ihm das offenbar zu abrupt bzw zu laut/ unsachlich und er hat sich mit dem Geschenk bei dir entschuldigt. Die Entschuldigung hast du zurückgewiesen. Damit war die Sache für ihn erledigt. Das ist doch konsequent. Eine "Ungerechtigkeit" seinerseits sehe ich da nicht.

Und du schreibst selbst, dass die Beziehung wegen eurer Unterschiede keine gute Idee war.
Also sei souverän und hak es ab. Wenn du ihm zufällig begegnest, sei normal freundlich, aber mehr nicht.
 
Ich find's schräg.
Statt ehrlich zu sein hast du ihn belogen.
Er hat sich auch noch mit Geschenk entschuldigt, worauf du kindisch schmollend keine Reaktion zeigtest.
Und er soll den schwarzen Peter zugeschoben bekommen?

Er zieht sich zurück auf die freundlich-sachliche Ebene, bleibt professionell, wahrt aber Distanz.
Er macht das ganz richtig so.

Du könntest mal versuchen mehr bei dir hinzusehen, was dich wirklich stört.
Worum es dir wirklich geht.
Und warum das so ist.
 

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