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Beziehung ziemlich schwierig

zicke24

Mitglied
Hi Leute ich habe da ein Problem und weiss nicht so recht wie ich damit klar kommen soll und so.

Erstmal zu mir ich bin 24 und habe borderline bin zur Zeit in der tagesklinik habe morgen meinen letzten Tag. Mein freund ist 19 und ich bin seine erste feste Freundin.

Ich bin gefestigt soweit. Ich habe in der Therapie meinen jetzigen freund kennengelernt seit November sind wir zusammen, gestern hat er seine diagnose bekommen er hat eine soziale angststörung und er hat mega verlustangst. Ich will ihm helfen damit er von seinen schlechten Gedanken weg kommt weiss aber nicht wie. Er denkt er ist nicht gut genug für mich er macht mich kaputt und solche Sachen. Er hat einfach mega Angst mich zu verlieren. Habt ihr einen tipp für mich wie ich ihm diese Angst nehmen kann und vorallen wie ich ihm helfen kann??
 

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Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
Liebe Zicke,

auch wenn es sich für Dich komisch anhört, aber solche Probleme gehören in den Bereich "religiöse Probleme".

Dein Freund vermutet "ich bin nicht wertvoll für Dich" oder "ich mache Dich nur kaputt" oder "....."

Korrekt würde sich Dein Freund ausdrücken, wenn er sagt "ich glaube, ich bin nicht wertvoll genug" oder "ich glaube, ich mache Dich nur kaputt...."

Möglicherweise geht es bei Deinem Freund nicht nur um eine Angststörung - sondern um ein Wahrnehmungsproblem bzw. um ein Problem der Verarbeitung von Informationen. Seine Sinne (Augen, Nase, Ohren, Tastsinn) vermitteln ihm die Außenwelt. Im Gehirn erfolgt die Übergabe der Signale an die Innenwelt, wo sie interpretiert werden und zu Entscheidungen "wie gehe ich mit dieser Information um?" führen.

Beispiel: Die Augen sehen, dass die Sonne scheint. Dieses Signal erreicht die Augen, wird aber in der Innenwelt als unwahr behandelt. Die Innenwelt sagt "es regnet" und dann besorgt sich dieser Mensch einen Regenschirm, bevor er nach draußen geht. Die Innenwelt ist naturgemäß völlig inkompetent zu erfassen, was in der Außenwelt tatsächlich passiert. Aber die Innenwelt ist nicht bereit, den eigenen Wahrnehmungen (z.B. durch die Augen) zu glauben.

Wir brauchen unsere 5 Sinne, um die Außenwelt zu erfassen. Und wir brauchen unsere Innenwelt, um zu entscheiden, wie wir mit den Signalen aus der Außenwelt umgehen wollen.

Stell Dir Deinen Freund als einen blinden Menschen vor. Da er nichts sehen kann, nimmt er an, dass die Welt hässlich ist. Jetzt kommst Du und sagst ihm, dass die Blumen so schön sind und das Wohnzimmer hat so schöne Möbel und das Bild an der Wand ist so schön .... Und dann steht er vor der Frage:

Glaube ich, was meine Freundin mir sagt oder behalte ich meine bisherige Religion aufrecht und glaube unbeeindruckt weiterhin, dass die Welt hässlich ist?


Das - liebe Zicke - ist die Kernfrage!
Es wäre gut, wenn Dein Freund das Kernproblem erkennt, welches auch Eure Beziehung zerstören kann.
Solange er nicht erkennt, dass er Dir gut tut, sollte er Deinen Aussagen vertrauen. Ich würde es ihm regelrecht verbieten, meine Aussagen zu bezweifeln!

Beispiel:
"Wenn Du sagst, dass ich mich nicht bei Dir wohl fühle - und ich Dir sage, ich fühle mich aber wohl, dann hast Du meine Aussage als Realität anzuerkennen und nicht zu bezweifeln."

Dein Freund vertraut Dir - oder er vertraut weiterhin seinen glaubensmässigen Annahmen seiner Innenwelt.
Im zweiten Fall hast Du keine Chance und eure Beziehung ebenso nicht.

Ich wünsche Dir und ihm, dass er sich von Dir beeindrucken lässt und Dir vertraut. So würde er sich auch auf den Weg der Gesundung begeben.

LG; Nordrheiner
 

Arragorn

Aktives Mitglied
Es freut mich, dass Deine Therapie erfolgreich war.
Was Deinen Freund mit seiner Verlustangst angeht: es wäre für ihn sehr wichtig, sich hier Hilfe zu holen, um diese Angst oder Ängste zu überwinden oder mit ihnen klarzukommen.
Du selbst wirst hier nichts tun können. Du bist keine Therapeutin. Du wirst ihm seine Angst nicht nehmen können – wie soll das gehen? In dem Du 24h/7 Tage die Woche bei ihm bist, um zu beweisen, dass Du nur ihn liebst? Das geht doch nicht. Man hat selbst auch noch ein Leben, auch wenn man einen Freund oder Ehemann hat. So hat man doch auch andere Menschen mit denen man mal was allein machen möchte. Das wird für Deinen Freund nicht einfach sein – aber ER muss lernen damit klar zu kommen. Nicht Du.
Du kannst ihn unterstützen, in dem Du ihn unterstützt, DASS er eine Therapie macht und diese durchzieht. Dass er sich seinen Ängsten stellt und sich nicht noch mehr verkriecht.
Pass aber für Dich selbst auf, dass Du Dich nicht selbst dabei verlierst. Bei Verlustangst spielt oft Eifersucht eine große Rolle und man wird als Partner sehr oft dazu gedrängt sich zu rechtfertigen, warum wieso man etwas getan oder nicht getan hat. So etwas ist nicht gut für eine Beziehung und führt dann auch oft zu einer Trennung – damit bestätigt sich für den anderen wieder seine Verlustangst, merkt aber nicht, dass (meist) allein sein Verhalten dazu geführt hat, dass der andere nicht mehr kann.
Viel Glück.

 

Burbacher

Aktives Mitglied
Hallo Zicke,

dass Eure Beziehung schwierig ist, vor allem auf dem Hintergrund, dass Ihr beide mit psychischen Problemen zu kämpfen habt, kann ich gut nachvollziehen.
Einerseits habt Ihr sicher Verständnis für das jeweilige Leid des Partners. Aber da kommt andererseits ein Leid zum anderen Leid. Minus und Minus ergeben aber nicht Plus.
Ist einer von Euch mal halbwegs im Lot, und der Andere kämpft mit sich, reißt es Euch beide runter. Ich weiß, wovon ich rede. "Was ist denn jetzt schon wieder los?", hörte ich die Frau, mit der ich lange verheiratet war, sagen, wenn mich wieder eine Depression im Griff hatte. Genauso ging es mir dann, wenn ich halbwegs klar kam und sie dann in den Seilen hing.
Leid und Lasten lassen sich eventuell teilen, und dann ist geteiltes Leid tatsächlich halbes Leid. Kommt aber und das immer wieder Leid zu Leid, ist die gemeinsame Last nicht mehr zu schultern.
Vielleicht könnt Ihr in gegenseitigem Verständnis Freunde bleiben. Aber eine Freundschaft, eine Beziehung auf Dauer, die wohlmöglich in eine Ehe mündet, liefe Gefahr, dass ihr gemeinsam in den Abgrund rast.
Vor allem, und das empfand ich am Ende bitter: Von Verständnis und Liebe bleibt dann kaum etwas übrig, sondern eher Überdruss und Schuldzuweisungen.
Deshalb würde ich die Notbremse ziehen, bevor es noch nicht zu spät ist.

Burbacher
 
G

Gast

Gast
wenn du zur zeit psychisch gefestigt bist, dann solltest du alles tun, um dir diesen zustand zu erhalten.

mit einem partner, der verlustängste und sonstige angststörungen hat, wird dein stabiler zustand schnell ins wanken kommen.

daher solltest du nicht all deine kraft aufwenden, ihm zu helfen. dafür gibt es therapeuten.

was dein thema mit religion zu tun hat, verstehe ich nicht.
 
G

Gast M

Gast
Gast #5: Besser könnte ich's nicht ausdrücken. Sehe es genauso incl. deinem letzten Satz.

TE, so gut deine Hilfe auch gemeint ist, schütze dich, indem du Grenzen ziehst. Er muss das ohne deine Hilfe mit Fachleuten aufarbeiten. Lass dich da nicht mit reinziehen, es würde dich aufreiben und nichts bringen.
 

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