Die 20er sind ein wichtiges Alter. Man lernt in diesen Jahren so viel. Über sich selbst. Darüber wie man leben möchte. Wo man leben möchte. Und manchmal lernt man, dass man sich mit den Menschen auseinanderlebt, die einem vorher sehr wichtig waren. Man entwickelt sich in unterschiedliche Richtungen - das ist völlig normal. Aber ja, es ist schmerzhaft.
Deine Freundin hat festgestellt, dass ihr euch in unterschiedliche Richtungen entwickelt. Dass ihr unterschiedliche Vorstellungen vom Leben habt. Und sie hat, meiner Meinung nach, eine richtige und verantwortungsvolle Entscheidung getroffen, als sie dir es mitteilte und sagte, dass es einfach nicht mehr passt.
Niemand will hören, man sei langweilig. Freilich... aber für sie ist das Leben, dass du anstrebst, halt langweilig. (Das Gegenteil von langweilig ist übrigens nicht "verantwortungslos".)
Eine Lehre, die du daraus ziehen solltest für dich, ist zum einen: Dir eine Frau suchen mit ähnlichen Zukunftsplänen. Das ist ab den späten 20ern und frühen 30ern sehr viel leichter möglich, weil man dann eher weiß, welche Art Leben man sich wünscht und kann gezielter suchen.
Aber die zweite Lehre: Such dir Freunde. Es gibt ein Leben außerhalb von Beziehungen. Stürz dich nicht gleich in die nächste "Wir gegen den Rest der Welt"-Beziehung. Nutze die Zeit, um Kontakte aufzubauen. Um ein soziales Netz zu schaffen, dass dich auffangen kann, wenn irgendetwas ist. Eine Beziehung ersetzt langfristig keine Freundschaften. So wie Freundschaften langfristig keine Beziehung ersetzen.
Nein, sie hat nur andere Lebensvorstellungen. Es gibt mehr als die gutbürgerlichen Lebensentwürfe vom Eigenheim und der Familie. Deine Vorstellungen sind unglaublich klischeehaft. Ich kann dir aus Erfahrung sagen, dass es keineswegs so läuft, nur weil man gerne an unterschiedlichen Orten arbeitn und leben möchte. Ich tue dies seit 1,5 Jahrzehnten - immer mit Verträgen im öffentlichen Dienst.
Ist das Eigenheim und die Familie dann "Freudlosigkeit und Härte" statt "Spaß und Leichtigkeit"? Klingt ja furchtbar...
Und übrigens: offenbar steht der TE auch mit seinem gutbürgerlichen Lebensziel gerade alleine da... das kann dir immer und überall passieren.
Es gibt keinen Grund, einen Lebensentwurf abzuwerten. Beide sind valide - sie sind nur nicht vereinbar.