Hallo alle zusammen,
ich bin vor 2 monaten ungefähr von meinem freund mit seiner ex betrogen worden. wir sind erst seit 5 monaten zusammen und da war ( ist?) wohl einiges nicht bearbeitet gewesen. er hat gesagt, es sei wahrscheinlich aus gewohnheit passiert und weil in ihrer zwei jahre langen und oft schwierigen beziehung immer er derjenige war, der den sex wollte. angeblich ging es als es passierte "zum zweiten mal von ihr aus". nachdem sie sich von ihm getrennt hatte, vielleicht auch eine späte genugtuung für ihn. wie auch immer es war, es verletzt mich so tief. ich habe es selbst herausgefunden als ich eine email von ihr gelesen habe, nachdem mein bauch sagte, dass etwas nicht stimmt. ich fühlte mich in dem moment so schmutzig. vor allem auch körperlich. dieses gefühl wird schwächer, kommt aber immer zwischendurch wieder hoch.
er hatte es mir nicht gesagt, weil er, wie er sagte, mich schützen wollte, da mir ein großes berufliches ereignis bevorstand. anschließend hätte er es mir sagen wollen. so habe ich ihn konfrontiert und er hat es dann zugegeben. an dem tag als es rauskam hat er auch zum ersten mal sagen können, dass er mich liebt und dass er nicht geglaubt hätte, dass man mit einem menschen so harmonisch zusammenleben könnte, so wie mit mir.
es ist ihm anscheinend in dem augenblick klar geworden, dass ich jetzt jedes recht hätte ihn kommentarlos zu verlassen und was ihm dann fehlen würde.
erst dann hat er eingesehen, dass es eventuell nötig wäre den kontakt zu seiner ex ganz abzubrechen. das ist einer der punkte, die ich nicht verstehen kann. auch in einem anderen beitrag wurde das schon beschrieben. wie kann man, wenn man seinem partner so wehgetan hat, in dem man die partnerschaftliche intimität zerstört hat und durch lügen vertrauen quasi unmöglich gemacht hat, noch erwarten, dass der betrogene verständnis für den kontakt zu demjenigen hat, mit dem man betrogen wurde. ist das nicht total absurd?!
müsste man nicht alles daran setzen mit dem partner zu reden und sich auf die suche danach begeben, wie es soweit kommen konnte? und müsste man nicht versuchen, die schmerzen, die man einem geliebten menschen angetan hat, nicht noch weiter zu verschlimmern? dann frage ich mich immer ob meine moralischen vorstellungen so übertrieben sind.
ich glaube, diese situation nicht provoziert zu haben und fühle mich unschuldig. dennoch kommt mir manchmal der gedanke, ob es nicht leichter wäre zu verzeihen, wenn man selbst auch gravierendes falsch gemacht hätte, also auch betrogen hätte. dass kann wohl nicht der weg sein. aber wenn mich diese bilder davon quälen und dieser vertrauensverlust sich zeigt, z.b. durch die gedanken, wenn er nicht da ist, wünsche ich mir, diese schmerzen irgendwie lindern zu können.
es erschreckt mich auch wirklich, wie leichtfertig mit dem thema betrug im fernsehen, in filmen oder auch auf internetseiten umgegangen wird. es scheint fast "in" zu sein, seitensprünge zu haben. macht sich irgendwer darüber gedanken- außer den betroffenen- was es bei dem betrogenen im herzen, im kopf und in der seele auslöst? was das für qualen bedeutet?