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Betrogen worden?

Nein.
Wenn sein Gesicht auf dem Video zu sehen ist und der Polizei gehäuft Anzeigen gegen unbekannt mit dieser Strategie vorliegen, wird er wegen Betrug angeklagt und mit Foto gesucht. Ich lese regelmäßig die Fahndungsseiten meinesBundeslandes, da werden Betrüger aller Art mit Bild zur Fahndung ausgeschrieben. Ladendiebe, Kartenklauer, Antänzer etc.
Aber egal.
Man muss auch gönnen können.
 
Und da ihm nichts passiert, kann er sich weiterhin seine Einkäufe von netten Frauen finanzieren lassen.
Läuft bei ihm!
Was glaubst du denn, wie oft es vorkommt, dass jemand gleich freiwillig den Einkauf von ihm bezahlt?
Er hat ja auch null Einfluss darauf, wer sich hinter ihm anstellt, kann also nichtmal Ausschau nach potentiellen Bezahlopfern halten.
Nein, ich bin bei der These "Gelegenheit macht Diebe". Als Masche dürfte das wenig erfolgversprechend sein.
 
Doch. Wenn er gut aussieht und ansprechend performt, fallen junge Frauen mit Bindungswunsch reihenweise auf ihn rein.
Romantische Fantasie eines Kennenlernens an der Supermarktkasse. "Ja Kinders, so sind wir ein Paar geworden!"
Er wird die Nummer sicher nicht bei einem selbstsicher auftretendem Mann oder einer energischen Mitfünfzigerin abziehen.
(Normalerweise kenn man die Stammkunden seines Supermarktes vom Sehen. Ich wette, der Typ hüpft von Markt zu Markt, wird nie wiedererkannt, da er immer wechselt und lacht sich ins Fäustchen.)
 
Er wird die Nummer sicher nicht bei einem selbstsicher auftretendem Mann oder einer energischen Mitfünfzigerin abziehen.
Ella hat auch nirgends geschrieben, dass er sie hartnäckig und nachdrücklich um Kostenübernahme gebeten hat. Hätte auch seltsam gewirkt, so in Gegenwart der Kassiererin und der Warteschlange, wenn er da lange gebettelt und schöne Augen gemacht hätte.
Nur dass sie dann seinen Einkauf mit ihrer EC-Karte mitbezahlt hat, hat Ella geschrieben . Also mehr oder weniger ziemlich freiwillig, oder?!
 
Es war ein klarer Betrug.
Liebe Ella, magst du hier überhaupt noch lesen? Es wird ja langsam recht redundant.
Nein, war es nicht.
Der junge Mann stand vor Ella an der Kasse, seine Karte funktionierte nicht. Zufällig stand Ella hinter ihm. Es hätte auch ein Schulkind sein können, irgendein anderer Erwachsener, der wartet, dass er bezahlen kann.
Nun stand Ella hinter ihm und bot ihm von sich aus aus Nettigkeit an, den Einkauf zu bezahlen. Ella hat es von sich aus angeboten, er hat sie ja gar nicht danach gefragt, ob sie ihm aushelfen könnte.
Und er wollte den Betrag zurückgeben ... Widerleg doch erstmal, dass er das nicht wollte.
Es war blanker Zufall und eigentlich auch eher eine Unwahrscheinlichkeit, dass jemand einfach so 100 Euro für jemand Fremdes ausgibt. Wie oft will er sowas denn ausprobieren und auf gut Glück hoffen, dass zufällig derjenige, der hinter ihm abkassiert werden wird, für ihn den Samariter spielt.
Welche Gedanken nach der Bezahlung dem jungen Mann in den Sinn kamen, wissen wir hier alle nicht, außer dass das Geld vermutlich bisher immer noch nicht zurückkam, das kannst nur Du aufklären, Ella.
 
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