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Bester Freund hebt beruflich und materiell ab, ist die Freundschaft gefährdet?

  • Starter*in Starter*in Fortune82
  • Datum Start Datum Start
... warum stellst Du Dich eigentlich als sein Freund von selber unter den Scheffel ... nicht mal Dein Freund tut das. Man muss doch nicht daneben stehen und ein Schippchen machen, von wegen, ooch Mann, meinem Freund gehts jetzt so gut ... der hat .. oder der kann ... Na und, soll er doch, er hat es sich in vielen Jahren erworben, soll er nun sich verstecken ... Du hast doch auch in der Zeit etwas geleistet, nur waren eben Deine Wege halt andere ... oder Du wolltest nichts anderes als das. Es muss nicht jeder studieren und ich kann ein zufriedenes Leben führen, wenn ich mich wohl fühle an der Stelle, wo ich stehe.
Und es kommt auch immer auf die Denke der Menschen an ... ich denke jetzt nicht an Aschenputtel und Prinzessin Wunderreich, aber es ist nun mal so, dass es Menschen gibt, die unterschiedlich finanziell aufgestellt sind.
Ich kenne so etwas auch aus eigener Erfahrung ... Meine Freundin und ich ... ihre Eltern waren selbständig und hatten Geld wie Heu ... sie bekam zum 18. Geburtstag Führerschein und ein Auto geschenkt. Ich hatte nur das, was ich selber verdiente ... wir waren beide Büro-Angestellte. Wenn wir weggegangen sind, dann habe ich meine Pfennige zusammengekratzt, sie hatte immer mindestens nen Fünfziger zum Ausgeben dabei. Komischerweise hat uns dieser Unterschied nicht gestört ... Sie hat auch öfter mal für mich einen ausgegeben, dafür habe ich für sie andere Sachen gemacht ... Ich war immer für sie da, wenn sie nachts schwarzverschmiert von Schminke und Heulen bei mir klingelte und sich ausheulen wollte über irgendwelche Typen ... Es hat sie auch nicht gestört, dass meine Wohnung einfach ausgestattet war ... Ihre Urlaube waren anders als meine, aber ich weiß nicht, ob ihre besser waren ... Ich war zufrieden mit mir und meinem Leben. Und unsere Freundschaft hat ganz viele Höhen und Tiefen überstanden ...
Das Beispiel von Phalle ist irgendwie dann die Fortsetzung von dem, wie es zwischen Dir und Deinem Freund sich anbahnt ... es ist nunmal so, dass die Familien verschiedene Finanzgrundlagen haben. Man muss nicht anders sein, nur weil man mehr Geld hat. Es muss keine Kluft geben, wenn man es nicht will. Ich kann auch als Mensch mit viel Geld in der Tasche zum Italiener um die Ecke gehen, es muss nicht unbedingt das hochfeinste Restaurant mit nem "Fliegenschiss" auf dem Teller, wo ich mich hungrig esse, sein. Und ehrlich gesagt, wäre mir das schnurzpiepegal, wenn mir die Menschen wichtig sind und mir ihre Nähe und Freundschaft wichtig sind, dann würde ich immer wieder ganz offen sagen, ich kann dies und jenes nicht, weil es meine Möglichkeiten übersteigt. Der eine kann nichts dafür, dass er weniger Geld hat und der andere auch nicht, dass der andere mehr hat. Sollten es nur die Höhenflüge sein, die mich stören würden, dann würde ich meinem Freund das direkt sagen. Ansonsten würde ich mich freuen, dass er seinen Weg gegangen ist ... Nicht immer verdirbt Geld den Charakter ... wenn auch oft ...
 
Habe da noch ein Beispiel:

ein guter Freund von mir Ist Stuckateur. Er hatte noch nie besonders viel Geld, er kann sich zwar einen günstigen Urlaub und Auto leisten, aber er muss schon haushalten damit er sich ein kleines Polster überhaupt aufbauen kann. Ansonsten ist er eine liebenswürdige und hilfsbereite, absolut zuverlässige und ehrliche Person.

Er hatte ein verwöhntes Mädel aus "gutem Hause" kennengelernt. Ich will jetzt nicht zu weit ausholen aber die Beziehung ist an genau diesem Thema gescheitert. Die Eltern hatten ihn nie richtig akzeptiert weil er nicht standesgemäß war. Töchterlein war natürlich in sofern versaut, da sie es nicht anders kannte außer im Luxus zu leben. Dass sie auf jeden Fall studieren muss war auch klar. Man fühlte sich eben immer als was Besseres, konnte man sich doch auch wesentlich mehr leisten.
Beispiel: Eltern schlagen Urlaub im 5 Sterne Hotel vor, da sie es nicht anders kennen. Konfilkt: er kann es sich nie leisten und hat daher auch gar nicht den Anspruch von allem immer das Beste zu haben.

Die Differenzen sind also irgendwo vorprogrammiert. Das ging letztlich so weit dass er meinte denen sowieso nicht gerecht werden zu können während sie keine Lust mehr auf das "Problem" hatte dass es bei ihm eben finanziell ganz anders aussieht. Heute hat sie ein Kind mit einem Akademiker und lebt recht ausschweifend. Es heißt doch auch Gleiches gesellt sich gern zu Gleichem. Welche Gesprächsbasis hat man wenn der eine vom Golfen, den Malediven oder diversen Sternerestaurant-Vergleichen spricht, was der andere mangels Möglichkeit gar nicht kennt?

Ich denke die Interessen verändern sich, und ich kann mir auch im Fall des TE vorstellen dass der Kontakt irgendwann weniger werden wird, ganz allein schon weil sein Freund mit ihm vieles gar nicht machen kann, außer er lädt ihn ein.
 
Er selbst empfindet sich als weniger und hat Angst nicht mehr mithalten zu können.

Das ist dann aber das Problem des TE. Der Freund hat wohl keins damit.

Ich kenne genug Beispiele, wo Einkommensunterschiede keine Rolle spielen, weder unter Freunden noch unter Partnerschaften.
 

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