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Bester Freund & die Drogen .. .

  • Starter*in Starter*in MissU
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M

MissU

Gast
Hey Leute..

Manchmal muss man sich bestimmte Sachen einfach von der Seele reden.

Mal ein kurzer Einblick für euch.

In meiner Schulzeit (die noch nicht so lange zurück liegt, da ich 22 bin *g*) lerne ich ihn durch meinen Bruder kennen. Wir verstanden uns von anfang an sehr gut. Damals waren wir so um die 11 Jahre.
Wir verbrachten nach einiger Zeit fast jeden Tag zusammen und wenn wir nicht zusammen waren hingen wir Stunden am Telefon und redeten uns alles was uns so den Tag über belastet hat von der Seele.

Als wir so um die 15 waren gingen wir dann auch in Discos und da begann alles. Wir kamen mit Drogen in Kontakt. Ich nur mit Gras.. Wir rauchten dann so ca 2 Jahre täglich. Ihm wurde es dann schon zu fad und er nahm jedes Wochenende Extasy, dann Speed, und als er so um die 19 war, das erste Mal Koks.

Ich machte mir keine Gedanken um ihn, weil er eine starke Persönlichkeit hatte, aber die Drogen veränderten ihn so stark, dass er immer labiler wurde und alles durchprobieren wollte.

Er nahm zwar was, aber er sagte immer zu mir, ich bin wie seine Familie.. alles was er braucht um zu leben, seine Seelenverwandte und sein Baby. Sollte mir jemand mal was anbieten.. müsse er ihn zurechtweisen. Er hat so sehr auf mich aufgepasst, dass ich nie mit anderen Dingen außer Gras in Verbindung kam. Ich schätze das so an ihm. Ich hatte nie so eine Person, die mir wirklich zeigte wieviel ich ihr bedeute.

Wir liebten uns auf eine Art die man nicht beschreiben konnte. Wir gingen nicht zusammen, weil uns die Freundschaft so wichtig war.
Wenn ich bei ihm geschlafen habe, lag ich auf seinem Bauch und er kraulte mich, oder umgekehrt. Wir hatten nie ein Verhältnis oder ähnliches.

Einmal küssten wir uns, aber da waren wir sehr betrunken. Wir haben uns am Tag danach ausgesprochen und es kam nie wieder vor.

Wir gingen also unseren Weg zusammen weiter und die Drogen machten ihn wie gesagt immer schwächer.

Als er eine Arbeit bekam, wo leider Gottes, von 5 Leuten 4 auf Heroin waren. Zeigte ihm ein Arbeitskollege wie man zu gutem Stoff kam. Er zog Heroin und wurde sofort süchtig. Sein Arbeitskollege war schon öfters in einer Entzugsklink, aber hatt den Weg weg nie geschafft.

Und so hat er sich mit ihm verbündet und ihm eines Tages auch gezeigt, wie man sich Heroin spritzt. Ich saß daneben und hatte Tränen in den Augen. Ich sah meinem besten Freund zu wie er sich Heroin spritzte.

Er war süchtig, doch er sagte immer zu mir. Ich werde dich nie verlassen.

Doch eines Tages. Als er schon 1 Jahr drauf war und den Weg zurück nicht mehr schaffte sagte er zu mir. "Baby, wenn ich den Entzug nicht schaffe muss ich mir den Goldenen geben, ich werde dich immer lieben"

Ich hielt es nicht aus und suchte in sämlichen Foren herum, wie man schnell von dem Zeug wegkommen kann. Ich wollte ihm eine private Klinik zahlen, doch das Geld war nicht da.

Seiner Mutter hatte er damals viel Geld gestohlen um an Drogen zu kommen, sie schlug ihn und er wollte sie nicht verlieren. Sie war - er sagte immer - nach mir - das einzige was er noch im Leben hatte. Sein Vater wollte nichts mit ihm zu tun haben, Freundin hat ihn verlassen,..

Also zwang ich ihn doch in eine normale Klinik zu gehen.
Diese war ihm zu streng. Er durfte mich 3 Monate nicht sehen und auch keinen anderen. Das hielt er nicht aus und brach die Klinik ab.
Einerseits war ich froh ihn endlich wiederzusehen, doch ich hatte panische Angst um ihn...

Er wurde rückfällig.

Leider hat er in der Therapie auch jemanden kennengelernt, der auch Heroinsüchtig war und mit ihm verbrachte er dann auch viel Zeit.

Der Typ war zwar nett, aber ihr wisst doch wie es ist... Wenn man so jemanden kennenlernt - steigern sich beide wieder zuviel hinein.
Sie nahmen zusammen Heroin und spritzen sichs wieder.

Er hatte kein Geld mehr. Somit musste ich ihm die Miete zahlen.
Ich hab ihm gesagt, wenn er nochmal eine Therapie macht würde ich, wenn er fertig ist, von mir aus 3 Monate mit ihm auf meine Kosten in Urlaub fahren, damit er auf andere Gedanken kommt. Er stimmte zu - aber nur wenn wir zusammen wegfahren.


Doch dann..

Ich war gerade bei meinem Vater, es war der 16 Juli 2008..
Wir standen auf und tranken Kaffee.. mein Vater mähte gerade den Rasen, als mein Handy läutete.

"Stefan ist tod, er gab sich eine Überdosis und starb"

Ich legte auf.. und dachte mir,
Nein - unmöglich.
Ich sah zu meinem Vater und fing furchtbar zu weinen an..
Ich rief seinen Freund nochmal an und fragte ihn, ob ich gerade geträumt hab oder ob es wahr ist.. es war wahr.. ich fragte, ob er im Koma liege.. Nein, alles zu spät.

Er ist also gestorben.

Mir kommen die Tränen, allein wenn ich sein Bild anschaue, oder wenn mir jemand begegnet. Ich suche ständig nach ihm.. ich habe seine Nummer noch immer nicht gelöscht.

Er war 22..

Ich sah im beim sterben zu und konnte nichts machen...

Ich liebe ihn und ich hoffe er kann noch auf mich aufpassen so wie er es auch noch gemacht hat, als er mein bester Freund war.

So einen Menschen wie ihn habe ich noch nie kennengelernt. Wir mussten uns nur anschauen und wussten was der andere denkt.

Wir hatten die gleichen Interessen, den gleichen Geschmack, die gleichen Vorlieben,.. Ich dachte immer, dass er mein Bruder ist. Kennt ihr das?

Ich wollte euch nicht belästigen, aber ich muss es einfach los werden.

Er hat in ein paar Tagen Geburtstag und ich habe Angst vor dem Tag.

RIP Darling.. In Love..
:wein::wein::wein::wein::wein::wein::wein::wein::wein:
 
Ich drück dich in Gedanken ganz fest...
So einen Menschen zu haben- das ist etwas sehr besonderes. Auch wenn er nicht mehr da ist- irgendwie ist er es trotzdem, einfach, weil du ihn so sehr kennst und genau weißt, was er in dem Moment tun würde... vermutlich kennst du das Gefühl auch, dass er direkt hinter dir steht- und dann, wenn man sich umdreht- nur Leere...
Aber es ist wichtig, dass du an ihn denkst. Nur solltest du dir trotzdem ein Leben zu gestehen.

Ich wünsche dir Kraft und viele schöne Erinnerungen in schwierigen Zeiten (oh man ich fang gleich an zu weinen🙁)
 
Ich versteh dich total. Es ist wahnsinnig schwer eine wichtige Bezugsperson zu verlieren! Leider muss fast jeder Mensch das irgendwann mal durchmachen... 🙁 Mir hat immer der Gedanke geholfen - "er (= mein Vater) ist noch da, auch wenn ich ihn nicht sehe". Manchmal, wenn ich nicht weiter weiss oder nicht weiss wie ich mich entscheiden soll, kommen bei mir plötzlich Gedanken auf, wie "mein Vater würde das so und so machen oder mir das und das raten".. Manchmal wenn's mir schlecht geht oder auch wenn ich Dinge tue die ich früher mit ihm zusammen gemacht habe oder an Orten bin, die ich mit ihm verbinde, fühle ich mich ihm unglaublich nah - wie wenn er im gleichen Raum wäre. Für mich ist er nicht tot - er ist zwar körperlich nicht mehr da, aber er lebt in mir drin weiter.

Ja, denk ganz viel an ihn! Sprich mit ihm! Schreibe ihm Briefe! Sprich mit anderen Vertrauenspersonen darüber! Es ist wichtig, dass du Trauerarbeit leistest - bald wird's dir wieder besser gehen! Lass dich drücken! *drück*
 
Hey ihr 2.

Vielen Dank für die aufbauenenden Worte.

Ihr habt Recht.

Ich gestehe mir ein Leben. Ich lebe weiter. Manchmal denk ich, dass ich auch für ihn leben muss. Manchmal kommts mir so vor, als wäre er in mir, weil ich so viele Sachen seit dem Tag genau so mache wie er bzw. ists mir vorher noch nie aufgefallen.

Es ist einfach schade um ihn. Doch ich denk mir immer, alles im Leben muss irgendwo einen Grund haben und egal wann ich ihn erfahre, ich weiß, dass es ihn irgendwo geben muss.

Danke fürs drücken! Ich drück euch auch!

Man hat nur so Angst, dass man den Geruch, das Verhalten, seine Stimme und sein Gesicht irgendwann mal vergisst.

Hast du das auch bei deinem Vater, du arme?

Und nicht weinen Angel, und wenn dann nur mit mir zusammen *g*

Ich dank euch für eure lieben Worte!

Lg
 
Hey ihr 2.

Ich dank euch erstmals für eure lieben Antworten.

Wisst ihr, man hat nur so Angst, seine Gedanken, sein Verhalten, seine Stimme, sein Aussehen, sein Lachen zu vergessen. Hast du das auch bei deinem Vater? (Tut mir Leid für dich, ich will mir gar nicht vorstellen, wie es ist, keinen Vater mehr zu haben 🙁 )

Ich gestehe mir ein Leben zu.
Weisst du, manchmal denke ich, dass er noch da ist, weil ich mach einfach so viel, genau wie er es damals gemacht hat bzw. jetzt machen würde. Ich hab die gleichen Gedankenzüge und manchmal kann ich einen ganzen Tag nur lachen und bin fröhlich, als würde er noch bei mir sein.

Doch wie du sagst, kaum dreht man sich um.. Blickt man ins Leere.

Vielen Dank fürs drücken.. und lass nicht zu, dass dir die Tränen kommen, wenn dann nur mit mir zusammen. Im Gemeinschaftsweinen bin ich auch recht gut *g*

Mit ihm sprechen mache ich auch sehr oft.
Ich erzähl es ihm, wenn es mir schlecht geht, wenn ich seinen Rat brauch.

Manchmal tu es gut.

Ich musse es mir nur mal von der Seele reden.. Das hat es sehr erleichtert!

Dank euch 2n nochmal !!
 
Wenn du Angst davor hast, etwas zu vergessen, dann schreib alles auf. Oder male, irgendetwas in der Art. Hab ich damals auch gemacht- es ist verrückt, wenn ich mir das heute durchles, weiß ich immer noch alles, jedes Gefühl selbst der Geruch...

Aber ich bin froh, dass du so gu damit umgehst. Nur so ist es gesund für dich und somit auch indirekt für ihn. Pass auf dich auf- denn nur durch dich bleibt der Welt etwas von ihm erhalten...
 
Hallo

Und, wie gehts dir heute so?

Ich hatte letzte Nacht ein schönes Erlebnis. Mir gehts gerade psychisch nicht so gut, weswegen ich massive Schlafstörungen habe. Mein Vater hat mir, als ich ein kleines Kind war, eine Aufzieh-Musikdose in Form eines Karussels geschenkt und sie immer aufgezogen, wenn ich nicht schlafen konnte (und es hat auch immer geholfen!). Die Dose ist das einzige Kinderspielzeug, das ich mit in meine neue Wohnung genommen habe als ich von zuhause auszog. Sie steht nun auf meinem Fensterbrett. Nun, letzte Nacht konnte ich mal wieder nicht schlafen. Das Fenster war gekippt und draussen hat's gewindet. Wahrscheinlich hat ein Windstoss das Karussel angetrieben, jedenfalls lag ich wach und unglücklich im Bett und plötzlich begann die Musikdose zu spielen. Nur ein paar Töne, dann wars wieder still, aber ich habe sofort meinen Papa gespürt... Jaaa, die vernünftig denkenden Kritiker werden jetzt sagen, das war eben nur ein Windstoss, purer Zufall... aber für mich wars eben mein Papa. Mir geht's seitdem gleich wieder besser! Ich weiss einfach, dass mein Papa da ist, wenn's mir nicht gut geht, das ist ein schönes Gefühl...

Ums Vergessen musst du dir keine Sorgen machen. Du wirst dich immer an bestimmte Situationen erinnern - Situationen oder Orte mit deinem besten Freund, die dir besonders viel bedeutet haben. Oder an Eigenheiten deines besten Freundes - z.B. an seinen Lieblingspulli oder was auch immer. Jedenfalls wirst du sofort ein Bild deines besten Freundes vor dir haben, wann immer du in Situationen oder an Orte kommst, die du mit ihm verbindest bzw. Gegenstände siehst die du mit ihm verbindest. Du wirst dich auch noch an Gerüche und an seine Stimme erinnern... Mein Vater ist seit 8 Jahren tot und ich erinnere mich noch ganz genau an seine Stimme!
 
Hey ihr 2

Das ist echt schön gesagt. Ich werd auf mich aufpassen. Ich denk mir immer.. Ich muss jetzt auf uns beide aufpassen. Wenn nicht auf mich, dann auf ihn 🙂

Ich geh deswegen halbwegs gut damit um, weil ich davon überzeugt bin, dass es nicht alles gewesen sein kann. Er hatte ein schei.. Leben und er muss eine 2. Chance bekommen.

Fang schon an mir einiges über ihn aufzuschreiben.

Das mit dem Musikkarussell kenn ich, und ich denke auch, dass es dein Vater war. Das spührt man einfach. Darf ich fragen, wann das bei dir begonnen hat?

8 Jahre ist eine lange Zeit... Aber wenn man den Glauben hat, dass es weitergeht, dann kann man sich wenigstens ein bisschen trösten. Weisst du, es is immer schön, wenn man weiß.. dass diese Person/en noch da sind. Dein Papa wird bestimmt gut auf dich aufpassen und schauen, dass bei es dir gut geht.

Ich zünd am Abend manchmal eine Kerze an.. Und setz mich hin, höre Musik und sprich mit ihm. Manche würden denken, dass ich verrückt bin 🙄

Wegen dem lieblings Pulli.
Er hatte so einen roten Adidas Pulli und den hat er mir immer mitgenommen, wenn wir weggegangen sind, fals mir kalt wird, dass er ihn mir geben kann. Das hat er immer gemacht. Egal wo wir hingegangen sind.

Kurz bevor er starb, hat er zu einem Freund gesagt, sollte ich den Entzug nicht schaffen. Gib ihr bitte den roten Pulli von mir.
Jetzt hab ich ihn und der liegt immer in meinem Bett und ich kuschel mit ihm 😱

So wie du das Karussell aufdrehst. Ihn doch etwas zu spüren ist einfach wunderschön gell?

Lg
 

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