• Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Bester Freund (17) bei Autounfall gestorben

MILA-NA

Neues Mitglied
Ich weiss garnicht wie ich Anfangen soll. Vor 3 Monaten ist mein Bester Freund bei einem tragischen Autounfall ums Leben gekommen. Er war im Urlaub um dort seinen 18. Geburtstag zu feiern. Monate lang hat er nur so die tage runter gezählt und konnte es garnicht abwarten in sein Heimatland zu fahren. Wir hatten sooo oft über seinen 18.Geburtstag geredet und geplant und uns einfach so sehr darauf gefreut. Zwischen drin kam aber etwas dazwischen.. Ich bekam nach meinem Urlaub einen Job als Animateurin in Griechenland. Ich beschloss ihn anzunehmen und kurzerhand nach Kos zu fliegen für 5 Monate. Ich und mein Bester Freund standen uns sehr nah.. er war wie ein Bruder für mich. Wir sind 6 Jahre befreundet gewesen, schrieben JEDEN TAG bis spät in die Nacht, haben uns alles erzählt, uns stundenlang über FaceTime gehört, jedes Wochenende zusammen gefeiert, teilten ein gemeinsames Hobby usw. Wir schätzen uns sehr, grade weil es eine Freundschaft zwischen Mann und Frau war, die aber auch wirklich immer nur Freundschaft war. Wie Geschwister! Der Abend bevor ich nach Kos flog, verbrachten wir zusammen. Er war nie der Mensch der seine Gefühle zeigt in dem Sinne das er einen immer Umarmt und sagt wie sehr er einen liebt, er zeigte dies einfach dadurch ein guter freund zu sein. Er zeigte es einfach auf seine eigene art. Doch an diesem Tag als wir uns verabschiedeten umarmten wir uns stundenlang und er meinte sogar das Ich ihm wirklich fehlen würde. Ich war sehr traurig als ich ging weil wir vor allem in den letzten Monaten sehr sehr viele tolle Momente zusammen verbracht hatten und wir Tag für Tag immer mehr als Beste Freunde zusammen gewachsen sind. Als ich dann in Kos war hatte ich sehr sehr wenig Kontakt zu ihm , dadurch das der Job sehr anspruchsvoll ist und ich einfach nie dazu kam und gleichzeitig mich dort verliebte, war es sehr schwer den Kontakt zu Deutschland zu halten. 2 Monate war ich nun weg von daheim. Wir Facetimeten ab und zu und schrieben manchmal. Er schrieb mir oft das ich zurück kommen soll, es wäre so langweilig ohne mich....Es war ein Freitag als ich mir die Zeit nahm nach paar Wochen kaum Kontakt ihm per Skype anzurufen. Da ich sehr gestresst war durch einen streit mit einem aus dem Team, war ich sehr launisch als ich mit ihm redete.. ich war einfach nicht mit meinen Gedanken bei der Sache.. wir redetet ein wenig.. er war nie der Typ der sauer war oder dergleichen ..NIE.. deswegen hat es ihn auch nicht gestört das ich so launisch war.. er hatte die ganze zeit versucht mich zum lachen zu bringen.. nach 10 min skypen brach die Verbindung ab und ich war ja eh total genervt von allem also schrieb ich ihm Das die Verbindung die ganze zeit wegbricht und ich jetzt eh einfach schlafen geh.... Das war das letzte Telefonat das wir führten..5 Tage später , an einem Mittwoch Mittag erreichte mich die Nachricht von meiner besten Freundin. Dienstag Nacht kam mein Bester Freund und sein Cousin bei einem Autounfall ums Leben. Ein betrunkener Autofahrer verlor die Kontrolle und fuhr Frontall in das Auto meines Besten Freundes. Beide waren auf der Stelle Tod. Der betrunkene Fahrer kam natürlich mit einer gebrochenen Nase davon. Ich war wie im Schock als ich das hörte. Ich habe einfach lauthals losgeheult. Mein Freund fuhr mich zurück in unsere Apartments und stand mir bei. ich bekam 2 Tage frei, die ich dann auch komplett heulend verbrachte.. Ich konnte es nicht begreifen. Es war das erste mal das ich jemand verlor. Der Gedanke ihn nie wieder zusehen hatte mich fast umgebracht. Er starb genau 2 Wochen vor seinem langersehnten 18. Geburtstag. Mein Animationsteam stand mir in der zeit wirklich bei und half mir leichter damit zu leben. Doch eine Frage quälte mich - Beerdigung was mach ich jetzt?- Ich habe eine sehr große Phobie vor Friedhöfen, sobald ich mich einem Friedhof nur nähere habe ich das gefühl den Boden unter den fußen zu verlieren.. dazu kam das es Hoch Saison war .. August... die Flüge waren nahezu unbezahlbar ( so viel verdiente ich in diesem beruf erst garnicht )... Meine Mutter war auch dagegen das ich wieder zurück nach Deutschland fliege, weil sie wusste das ich das nicht verkraften werde und die Umstände auch einfach viel zu kompliziert sind. Nach langen überlegen, beschloss ich nicht zu gehen. Ich beschloss mich in Kos von ihm zu verabschieden. Ich fand einen schönen Ort wo ich an ihn dachte und trauerte. 2 weitere Monte sind vergangen.. Der Job muss ich sagen lenkte mich sehr ab von dem Geschehenen... es war so als hätte ich die ganze situation verdrängt.. ich dachte oft an ihn, sprach auch mit vielen Gästen über ihn... aber es machte mich nicht traurig. Also dachte ich, GUT ich habe die Trauer überstanden (so schnell??). Ende Oktober kam dann der Tag an den ich zurück nach Deutschland flog. Alles fühlte sich komisch an und ich war sehr traurig über meine Rückkehr. Denn es war nicht mehr das selbe. Gleich am nächsten Tag war für mich klar , ich muss ihn besuchen! Ich ging mit unseren zwei gemeinsamen freunden zu seinem Grab. Schon als ich den Friedhof sah, kam wieder diese Panik in mir. Meine Beine verkrampften sich, etwas schnürte meine Luft zum atmen ab, meine Hände zitterten und ich fing wieder an zu weinen. Als wir dann zum Grab liefen und ich das Grab sah, konnte ich es garnicht anschauen ich drehte mich weg und fing an hysterisch zu weinen. Eine halbe stunde schaute ich es an und konnte es nicht fassen. Das war erst der Moment als ich realisierte das mein liebster Mensch nicht mehr hier ist. Es sind jetzt 2 Wochen vergangen seid ich an seinem Grab war. Und seid dem verging nicht ein Tag an dem ich nicht weinte und zusammenbreche. Egal was ich sehe und höre.. alles erinnert mich an ihn. Ich finde es einfach so komisch da es jetzt 3 Monate her ist und ich erst jetzt so empfinde und daran zerbreche.


Jeden Tag weine ich mich in den schlaf.. Ich versuche stark zu sein aber der Gedanke an ihn bringt mich um. Komisch ist es gibt Momente da kann ich über ihn und an Erinnerungen mit ihm reden ganz normal ohne zu weinen und paar Minuten später überkommt mich plötzlich wieder etwas und ich fange wieder an zu weinen. Ich kann einfach nicht akzeptieren was geschah.. lang hatte ich auch extreme schuld Gefühle und schlechtes Gewissen das ich nicht für ihn da war in der zeit wo ich in Kos war. Ich weiss das er nie sauer auf mich war aber dennoch habe ich das Gefühl ihn enttäuscht zu haben grade auch das ich nicht bei seiner Beerdigung war. Ich wünschte ich hätte ihm nur öfters gesagt wie sehr ich ihn liebe und schätze... denn ich habe es ihm nie gesagt.. ich wünschte ich hätte einfach noch mehr Zeit mit ihm verbracht usw. Ich weiss nicht wie ich aus diesem Loch wieder rauskomme. Jetzt möchte ich wieder ins Ausland flüchten und nochmal 6 Monate Animation machen, nur um dort vllt wieder mein glück zu finden weil ich angst habe in eine depression zu fallen. Ich leide wirklich sehr stark, da ich ihn einfach so schrecklich vermisse.. Ich sehe ihn jetzt auch mit anderen Augen... Ich sehe auch erst jetzt was für ein toller Mensch er war.. ich wusste es natürlich immer aber nie so sehr wie jetzt. Ich fühle mich so leer ohne ihn, ich habe das Gefühl das leben auf dieser erde grade ist einfach nicht mehr das selbe. Es fehlt ein ganz großer Teil.. Ich merke erst jetzt wie sehr er meinen Tag bereichert hat. Es ist echt nicht in Worte zu fassen... ich möchte auch eigt keiner meiner anderen freunde sehen.. nicht einmal meine Eltern.. Ich war eigt ein mensch der immer sehr viel redet aber seid ich zurück bin rede ich kaum noch... ich bin total in mich selber verschlossen... Natürlich treffe ich mich ab und zu mit meinen freunden... Aber das geht genau paar stunden gut und dann überkommt es mich von einer Sekunde auf die andere und ich fange an zu weinen. Ich möchte einfach wieder glücklich sein, habe aber Angst die kurve nicht zu bekommen. Ich vermisse ihn so sehr und die Frage nach dem WARUM ER lässt mich verzweifeln. Es ist so schwer einfach weil ich mich nicht verabschieden konnte... der abschied war 2 Monate vor seinem Tod und hätte ich nur gewusst das dieser Abschied für immer sein würde, hätte ich ihn nie losgelassen. Der Gedanke so wenig Kontakt mit ihm gehabt zu haben bevor er starb.. und das unser letztes Gespräch 4 Tage vor seinem Tod war und vor allem wie das letzt Gespräch verlief.. ich war so abgelenkt das ich mich nicht mal mehr daran erinnere was seine letzten Worte waren... Ich möchte die Zeit zurück drehen doch ich kann es nicht... wie finde ich nur da raus? ich weiss er würde wollen das ich glücklich bin aber ich schaffe es nicht ... was soll ich tun :wein:


Du warst ein Mensch mit einem Riesen Herzen. Ein ganz besonderer Mensch. Dein lächeln, deine unbekümmerte Art einfach alles an dir hat Uns bereichert. Ich kann mich wirklich glücklich schätzen dich kennengelernt zu haben und mich deine Beste Freundin nennen zu dürfen. Ich werde dich immer lieben und ich hoffe dich eines Tages wieder zu sehen um dir dann endlich alles erzählen zu können was ich so erlebt habe und erleben werde. Vor allem dein lächeln wieder zu sehen.. dafür würde ich alles geben! Ruhe in Frieden mein kleiner Engel!
 
Liebe MILA-NA,

Erst einmal mein Beileid. Einen Menschen zu verlieren der einem sehr nahe stand ist sehr schmerzvoll.

Das du dir nun selbst Vorwürfe machst ist verständlich aber es wird dir nicht weiterhelfen. Hättest du bei deiner Abreise gewusst das es ein Abschied für immer ist hättest du ihn nie wieder losgelassen war deine Aussage. Nun, wenn ein Mensch nicht gerade so krank ist das man weiss er wird bald sterben dann weiss man nicht was einem am nächsten Tag oder in der nächsten Zeit erwartet. Ich habe vor ein paar Monaten meinen Vater verloren. Obwohl ich wusste das er bald sterben wird starb er doch schneller als erwartet. Auch ich habe das Gefühl ich hätte ihm noch so viel sagen wollen/müssen. Doch weisst du was? Selbst wenn mir noch mehr Zeit mit meinem Vater geblieben wäre so hätte diese dennoch nicht ausgereicht um ihm all das zu sagen was mir nun immer und immer wieder einfällt.
Du bist traurig. Das ist verständlich. Doch schau dich um. Um dich herum gibt es Menschen die dich lieben. Deine Eltern, deine beste Freundin, ja wahrscheinlich auch deine anderen Freunde. Sie sind für dich da. Du musst zulassen das sie für dich da sein dürfen. Natürlich kannst du jetzt wieder ins Ausland gehen und "flüchten". Doch was ist wenn du dann wieder kommst? Ich denke das du auch mit Hilfe deiner Familie und Freunde dazu in der Lage bist die Trauer zu überwinden. Es hört sich so an als wärst du noch recht jung. Hast du eventuell ein paar Ziele die du nachdem aus Kos zurück bist verfolgen wolltest? Falls ja, mache dir doch mal darum Gedanken.
 
Liebe Mila-na !

Ich verstehe Deine Trauer gut! Es ist einfach unbegreiflich wenn ein so junger Mensch so sinnlos aus dem Leben gerissen wurde. Das ist fast unmöglich zu akzeptieren und anzunehmen.

Es ist nun erst drei Monate her. Du musst nicht von Dir verlangen, dass Du nicht mehr traurig und verzweifelt sein darfst. Zumal Du ja erst vor kurzem wirklich angefangen hast zu trauern. Depressionen und Lustlosigkeit und sich zurückziehen sind dabei nicht ungewöhnlich. Aber bitte mach Dir keine Vorwürfe, dass Du ihn zu wenig geschätzt hättest, oder Dich nicht genug um ihn gekümmert hast während dem Leben. Ihr hattet eine tolle Freundschaft! Und Du hättest nichts ändern können, durch anderes Verhalten. Es war leider sein Schicksal, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein.

Er wird Dir immer fehlen, aber in Deinem Herzen lebt er weiter!

Vielleicht hilft es Dir ins Leben zurück zu finden, wenn Du daran denkst, dass da draussen noch andere Freunde und Familienmitglieder sind, die Dich lieben und die Deine Liebe brauchen. Und Du hast jetzt erlebt, wie schnell alles vorbei sein kann. Also vernachlässige die nicht.

Wenn Du aber denkst, dass es Dir hilft Abstand zu nehmen, mit einem Job im Ausland, kannst Du auch das tun.

Ich wünsche Dir alles Gute!
 
Liebe Mila-na,

schön 🙂.

Du solltest zudem nicht an seine letzten Worte denken, sondern an die vielen davor, die ihr gemeinsam hattet. Sicher ist er nicht mehr da, aber das, was ihr gemeinsam hattet, das kann euch niemand mehr wegnehmen, egal, wo er jetzt ist.

Ich habe vor 5 Jahren meine beste Freundin an den Krebs verloren (und ich war an ihrem Todestag im Urlaub am letzten Tag, wo mich der Anruf erreicht hat! Wir waren für einen Tag später verabredet), daran zu denken, hört nie auf, aber es festigt sich irgendwann. Und dann kommen Stück für Stück all die schönen Dinge in den Sinn, die man zusammen hatte.

Wenn ich heute an sie denke, dann lächel ich trotz gelegentlicher Tränen, einfach, weil sie so ein lustiger und fröhlicher Mensch war.

In ihre Todesanzeige habe ich damals geschrieben "Das Leben ist wie ein Theaterstück. Es kommt nicht darauf an, wie lang, sondern wie schön es war". Da ist immer noch was dran, finde ich.
 

Anzeige (6)

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.
      Oben