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Beste Freundin behauptet, ich sei eine schlechte Freundin

Clemony22

Mitglied
Hey zusammen,

kennt ihr Situationen, die man eigentlich objektiv beurteilen kann, die einen aber trotzdem verletzen? Situationen, von denen man weiß, wie man damit umgehen sollte, bei denen eine Entscheidung aber trotzdem sehr schwerfällt? Genau in so einer Situation stecke ich gerade.

Im letzten Jahr habe ich meinen gesamten alten Freundeskreis verloren, den ich seit ich 13 war hatte. Nicht unbedingt aus einem negativen Grund – wir haben uns einfach auseinandergelebt. Besonders schmerzlich war für mich die Trennung von meinem besten Freund. Nach 11 Jahren Freundschaft hat sich herausgestellt, dass er nie wirklich an der Freundschaft interessiert war, wie ich sie gesehen habe, sondern von Anfang an auf mich stand und eine Beziehung wollte. Als wir uns kennenlernten, war er 19 und ich erst 12 - das hat mich ziemlich verstört. Dieses Fundament sollte man kennen, wenn man die jetzige Situation beurteilen möchte.

Meine beste Freundin habe ich seit 10 Jahren. Wir haben uns bei einem gemeinsamen Ehrenamt kennengelernt, das wir jahrelang zusammen gemacht haben und das uns verbunden hat. Corona hat vor allem sie sehr mitgenommen: Sie musste ihr Pharmaziestudium abbrechen und verfiel in tiefe Depressionen. Das war besonders schlimm für sie, da sie davor nie mit mentalen Problemen zu kämpfen hatte. Gleichzeitig zerbrach die Freundschaft zwischen ihr und ihrer damaligen besten Freundin, was sie damals dazu brachte zu sagen, dass sie keine Lust mehr auf „beste Freundschaften“ habe.

Die Situation verschärfte sich vor zwei Jahren, als ich meinen Partner kennenlernte. Davor hatte ich viel Zeit, da ich in der Schulzeit sehr unbeliebt war und eigentlich nur sie als Freundin hatte. Außerdem waren viele meiner Hobbys wegen Corona eingeschränkt. Plötzlich musste sie mich teilen. Ich gehe ab und zu mit meinem Freund in Rockbars, was ich mit ihr nie machen konnte und was sie extrem verurteilt, weil es „unter ihrem Niveau“ sei. Ich verbringe Feiertage mit meinem Partner statt mit ihr, was ihr sehr missfällt. Ich versuche Kompromisse zu machen, zum Beispiel verbringe ich Halloween bei ihr und Silvester bei meinem Freund, aber auch das passt ihr nicht.

Dazu kommt, dass sie gerne teure Aktivitäten macht – in ihren Lieblingslokalen kostet ein Drink um die 15 Euro. Das konnte ich mir leisten, als ich mein FSJ machte und später im dualen Studium war. Jetzt, an der Uni und wo kämpfe, um einen Job zu bekommen, kann ich mir nicht mehr jede Woche solche Ausgaben leisten. Sie weiß das, versteht und kennt es aber nicht. Ich habe meine Ehrenämter wieder aufgenommen, mich aber aus unserem gemeinsamen Ehrenamt zurückgezogen, weil es Differenzen mit dem Vorstand gab – das hat sie nie verkraftet. Außerdem habe ich ein Studium in einer anderen Stadt begonnen, was ebenfalls viel Zeit beansprucht.

Vor etwa einem Jahr hatten wir das Thema, dass sie meint, ich würde alles andere wichtiger nehmen als sie und würde mir nie Zeit für sie nehmen. Ich habe ihr erklärt, dass Menschen sich verändern und ich mich in einer anderen Lebensphase befinde als damals, als sie mich kennenlernte. Ich empfinde es nicht als zu selten, wenn man sich zwei- bis dreimal im Monat sieht. Für mich bedeutet Freundschaft, füreinander da zu sein, wenn die andere Person es braucht – und das misst sich nicht daran, wie oft man sich persönlich trifft. Aber sie sieht das anders.

Ich habe ihr klargemacht, dass ich nicht ständig etwas unternehmen kann oder will. Sie ist immer beleidigt, wenn sie mich 4-5 Mal die Woche fragt ob wir etwas machen möchten und ich schon etwas vorhabe – sei es mit meinem Partner, Hobby oder Ehrenamt – und sagt, ich würde zu selten auf sie zugehen. Für mich ist aber schon Freundschaft, wenn ich auf sie zugehe, egal wie oft. Ich bin vier Tage die Woche an der Uni. Am Wochenende möchte ich auch mal Zeit mit meinem Freund verbringen, den ich wegen seines Jobs kaum sehe, oder einfach Zeit für mich haben.

Sie hat das letztlich akzeptiert, und ich habe sie dann öfter gefragt, ob sie etwas machen möchte. Damit war das Thema vorerst geklärt. Ich gebe zu: selten habe ich mal abgesagt, aber das lag meist daran, dass sie mich so unter Druck gesetzt hat, dass ich etwas mit ihr ausgemacht habe, obwohl ich eigentlich keine Zeit hatte. Die letzten Treffen haben gut funktioniert, und sie sagt immer, ich hätte mich gebessert. Dennoch meint sie, ich hätte nicht viel Zeit für sie, Freundschaften würden mir nicht so viel bedeuten, und ich sei eben so. Das hält sie mir oft vor. Dabei sieht sie nicht, dass ich ihre Hand gehalten habe bei Panikattacken, ständig für sie da bin, wenn sie mich braucht, und stundenlang mit ihr telefoniere, um ihren Kummer anzuhören, während ich selbst kaum über mich rede, um ihr gerecht zu werden.

Gestern ist die Lage seit der Auseinandersetzung letztes Jahr zum ersten Mal eskaliert.
Ich schreibe am Mittwoch eine wichtige Klausur. Gestern war ich mit einer Freundin für genau zwei Stunden draußen, um den Kopf frei zu bekommen. Danach haben meine Eltern spontan gesagt, dass wir Besuch bekommen. Da ich so nicht lernen konnte, bin ich zu meinem Freund gefahren. Ich feiere am Freitag meinen Geburtstag. Sie mag die gemeinsamen Freunde von mir und meinem Partner nicht und hat deshalb erst zugesagt und dann wieder abgesagt. Sie meinte, unsere gemeinsame Feier sei nicht so ihr Ding. Sie wollte mir ihr Geschenk gestern vorbeibringen, aber ich habe in meinem Lernstress vergessen, ihr Bescheid zu sagen, dass ich nicht nach Hause fahre. Daraufhin ist sie ausgerastet, was ich nachvollziehen kann, aber sie hat mir wieder unfaire Vorwürfe gemacht.

Sie behauptet, sie sei oft und gerne bereit, Kompromisse zu machen, wenn ich gestresst bin und lernen muss, und dass sie mir keinen Druck macht. Das stimmt aber nicht. Jedes Mal, wenn ich sage, dass ich lernen muss, sagt sie, ich würde viel zu viel und unnötig lernen. Dabei bestehe ich meine Klausuren meist gerade so oder mit durchschnittlichen Noten. Sie hat das Gefühl, dass jedes Mal, wenn wir etwas vorhaben, etwas dazwischenkommt. Das stimmt aber nicht, denn die letzten Treffen haben immer geklappt – ich kann nur nicht immer, wenn sie will. Sie erwartet, dass ich Kompromisse eingehe, während sie nicht das Gefühl hat, dass ich das mache. Dabei geht es in letzter Zeit fast nur noch um sie und ihre Bedürfnisse, selten um meine. „So oft ist anderes wichtiger“ und "So bist du halt, Das habe ich akzeptiert, aber ich bin inzwischen auch nicht mehr bereit, Kompromisse einzugehen, wenn ich etwas nicht will oder es mir zu viel wird" - das sind alles Aussagen, die mich halt immer verletzen weil ich nicht weiß, was ich noch machen soll und so rüberkommen, als wäre ich ein schlechter Mensch. Denn es ist nicht anderes wichtiger, aber eben auch wichtig und ich habe Angst eine schlechte Freundin zu sein, wenn sie nicht immer meine Priorität ist. Vielleicht wird mir das der ein oder andere hier auch vorwerfen und würde ihr raten sich eine Freundin zu suchen die mehr Zeit für sie hat und sie wertschätzt, aber ich versuche ja, ihr gerecht zu werden. Aber wenn sie meint dass sie bei meinen Freunden fehl am Platz ist, dann ist das ihre Sache und dann tut es mir leid, aber wenn sie Extrawünsche braucht kann ich die nicht immer im Kopf haben. Außerdem hält sie mir ständig vor dass ich sie noch nicht in ihrer neuen Wohnung besuchen gekommen bin seit Februar, während sie länger arbeitet, damit wir uns sehen können. Aber sie arbeitet in meiner Studienstadt. Ihre neue Wohnung ist 1h von mir weg und einfach nicht gut zu erreichen.

Natürlich überdenke ich auch manchmal, ob es gut ist, "so wenig" Zeit für Freunde zu haben. Aber ich bin sehr zufrieden mit meinem Leben, meinem Studium und meiner Partnerschaft. Sollte ich wirklich Dinge weglassen, nur um andere glücklich zu machen, wenn ich Freunde habe, die mit meinem Lebensstil gut klarkommen?
Ich sehe nicht ein, dass ich eine schlechte Freundin bin. Es ist ja nicht so, dass ich keine Zeit für sie hätte, was sie immer behauptet. Wir haben halt unterschiedliche Ansprüche, die ich respektiere – aber ich weiß nicht, ob ich ihnen gerecht werden kann. Mich verletzt vor allem, dass ich immer versuche, ihr gerecht zu werden, während sie mich als den Bösewicht darstellt, dem alles wichtiger ist als sie und der eben „so ist“, dass Freundschaften ihm nicht viel bedeuten.

Gerade habe ich ein ähnliches Thema mit meinem besten Freund. Ich wollte ihn im September für ein Wochenende besuchen, bin mir aber unsicher, ob mir das nicht zu viel wird. Wir haben darüber gesprochen, und er meinte, er könne mich verstehen. Ich solle mir das in Ruhe überlegen und dann so entscheiden, wie es für mich gut ist. Sie wäre an die Decke gegangen, wenn ich ihr das so gesagt hätte.

Und nun zurück zur Anfangsfrage: Ich weiß, dass es wahrscheinlich keine andere Lösung gibt, als Kompromisse einzugehen, mit denen ich mich nicht identifizieren kann – oder die Freundschaft zu beenden, wenn sie nicht mehr zu meinem aktuellen Lebensstil passt. Aber ich kann mich auch verstehen dass ich nach diesem Jahr voller Verluste nicht noch eine langjährige Freundschaft verlieren will.

Das musste jetzt einfach mal raus. Danke an alle, die sich das bis hierher durchgelesen haben.
 
Hallo,

es klingt so, als sei Deine Freundin sehr auf Dich fixiert. Hat sie ihre Depressionen behandeln lassen, geht es ihr da besser? Hat sie sonst keine Freunde außer Dir?

Es ist nie gut, sich zu sehr auf einen Menschen zu stützen und sein Wohlbefinden von ihm abhängig zu machen. Das tut Deine Freundin offensichtlich und schreibt Dir vor, wie oft sie Dich sehen will und macht Dir ein schlechtes Gewissen.

Es gibt soviele unterschiedliche Arten von Freundschaften und nicht immer passen die Bedürfnisse zusammen. Manche Menschen kleben aneinander, müssen sich ständig sehen, tauschen fast tägliche Nachrichten aus oder telefonieren. Anderen genügt es, die Freundin oder Freunde 1-2 Mal im Monat zu sehen oder vielleicht nur ein paar Mal im jahr. Da sollte jeder für sich gucken, was für ihn das Beste ist und was man selbst möchte. Kompromisse sind gut, aber man sollte nicht so weit gehen, dem anderen zuliebe etwas zu tun, was einem widerstrebt.

Ihr habt Euch unterschiedlich entwickelt. Du hast einen Freund, Ihr habt andere Ansprüche: sie geht gerne teuer aus, Du nicht so. Es ist klar und normal, dass Du natürlich auch einiges mit Deinem Freund machst und wenn Du dann noch Klausuren schreibst, ist es verständlich, wenn Du Zeit für Dich brauchst.

Du solltest Dir wirklich mal überlegen, was genau Dir diese Freundschaft gibt. Was tut sie für Dich, fühlst Du Dich wohl mit ihr, verstanden? Wertgeschätzt? Geht sie auf Deine Bedürfnisse ein, fragt nach, wie es Dir geht, hört sie zu?

Wenn Du sie nicht öfter als 3-4 Mal im Monat sehen willst oder weniger, so ist das Dein gutes Recht. Das ist Dein Bedürfnis und das muss sie akzeptieren, ohne Dir Vorwürfe zu machen. Es ist ihr Problem, wenn sie mit Deinen Freunden nicht klar kommt und es ist auch ihre sache, sich um neue Freunde zu bemühen. Vielleicht lässt Du dir des lieben Friedens willen etwas zu viel gefallen?
 
Ich habe jetzt nur den Anfang gelesen, das ist mir zu lang.
Es ist dein gutes Recht, dir nicht alles durchlesen zu wollen.
Ich hätte das an deiner Stelle wahrscheinlich nicht so geschrieben, da es etwas abwertend klingt.
Hier gibt es seehr viele lange und auch durchaus längere Beiträge im Forum und jeder darf sich hier das von der Seele schreiben was er möchte und was gut tut, auch wenn es viel ist.
"Ich hatte eigentlich nie eine enge Freundin in meinem Leben."
Ähnlich ging es mir damals, als sie meinte, sie würde keine beste Freundin mehr haben wollen, aber im Gegensatz zu deiner Situation gab es ja wenigstens einen guten Grund.
Darüber habe ich lange nachgedacht und ich erkannte: ICH war ihr eine gute Freundin, war immer für sie da, habe mich für sie eingesetzt, usw. Aber sie war MIR keine gute Freundin, hat mich nie unterstützt oder verteidigt, nichts. Ich habe das damals nur nicht bemerkt, weil ich selbstständig genug war und nicht nach Unterstützung suchte.

Sie war mir tatsächlich keine gute Freundin. Trotzdem denke ich gerne an die Zeit zurück, denn was wir gemeinsam unternommen haben war toll und hat mir damals auch vollkommen ausgereicht.
Danke für deinen Erfahrungsbericht!
Bei mir geht es glaub ich eher weniger um das Thema, ob ich eine gute Freundin bin.
Das kommt nämlich darauf an, wem man diese Frage stellt. Ich persönlich sage ich bin keine schlechte Freundin, wenn ich "nur" 3-4 Treffen im Monat fest einplane, weil ich nicht mehr Kapazitäten habe. Andere würden sagen, ich muss mir die Kapazitäten nehmen und immer da sein.
Deswegen würde es für mich keinen Sinn machen, diese Frage hier zu stellen.
Es geht mir eher darum, dass ich gerade damit kämpfe, ihre Gefühle nicht verletzen zu wollen und ihr gerecht zu werden, aber mir die Frage stelle ob es noch Sinn macht eine Freundschaft weiterzuführen, in der es offensichtlich so große Diskrepanzen zwischen den Erwartungen daran und den Definitionen davon gibt, was und wie eine Freundschaft zu sein hat. Elementar ist hierbei der Punkt, dass ich Angst habe, eine weitere Freundschaft zu verlieren. Denn es ist nicht so, als würde sie sich nicht für mich einsetzen oder mich nicht unterstützen. Auch wenn es in letzter Zeit sehr oft um sie geht, sie hat schon auch sehr viele gute Aktionen für mich gemacht.
Aber ich weiß einfach nicht, ob es Sinn macht, das alles weiterzuführen oder ob man noch irgendwas reißen kann.
Das steht im letzten Absatz auch nochmal deutlich im Text...
 
Liebe Clemony,
du stehst voll im Leben (wie das in den 20-ern so ist oder idealerweise sein sollte). Du studierst, hast einen Freund, Freunde, Familie, Ehrenamt, bist gut ausgelastet.
Da ist eine Freundin, die dich oft treffen will (was allein dadurch schwierig ist, weil dein Tag auch nur 24 Stunden hat). Deine Freunde liegen ihr nicht; eure Locations sind ihr zu schäbig. Du wohnst zu weit weg, um mal eben bei ihr vorbei zu schauen. Du warst bereits oft für sie da, und hast ihr zugehört und dich selber zurück gestellt.
Ja, für sie bist du eine "schlechte Freundin". Sie kann nicht akzeptieren, dass du mittlerweile ein eigenes, sehr ausgefülltes Leben hast, und deinen guten Willen und dein Entgegenkommen sieht sie nicht oder erkennt es nicht an, es ist ihr zu wenig.
Sie hat offenbar durch Corona ziemlich Federn gelassen - was schlimm ist. Aber von dir zu verlangen, ständig für sie da zu sein und Zeit zu haben (wie es vielleicht in einer früheren Lebensphase mal war, als ihr noch nicht die Verpflichtungen hattet und zudem das gemeinsame Ehrenamt), das geht einfach nicht, einfach, weil du ein eigenes Leben hast (mit dem sie ja nichts zu tun haben will, siehe Freundesclique und Rockbars). Sie will dich - so sieht es für mich aus - so zurück haben, wie es mal war, zu Schulzeiten, als du noch unbeliebter warst und mehr Zeit hattest.
Ganz ehrlich - auch wenn es hart klingt: wenn mich jemand fünfmal die Woche auf ein Treffen festnageln will, obwohl ich keine Zeit habe - auf so eine Nervensäge könnte ich gut verzichten.
Genauso, wenn jemand mein Lernen für die Uni torpediert.
Will nicht auf deinen Geburtstag kommen, weil ihr deine Freunde nicht zusagen? Ihr Pech ... es sind jetzt deine Freunde, vielleicht wäre es angesagt, dass sie sich mal zurückstellt und über ihren Schatten springt.
Sie kann nicht verlangen, dass künftig alle Bekanntschaften sich exklusiv nach ihr und ihren Befindlichkeiten richten.
 
Zuletzt bearbeitet:
es klingt so, als sei Deine Freundin sehr auf Dich fixiert. Hat sie ihre Depressionen behandeln lassen, geht es ihr da besser? Hat sie sonst keine Freunde außer Dir?
Danke für deine Antwort!
Sie ist tatsächlich gar nicht so sehr auf mich fixiert, das ist irgendwie ein generelles Ding bei ihr.
Außer mir hat sie noch 4 andere enge Freundinnen und sie ist schon immer seeehr sauer wenn da jemand mal was absagen und schieben muss.
An ihrem Geburtstag z.B konnten nur 2 von uns und da hat sie sich auch bei der Feier uns gegenüber nicht zurückgehalten wie enttäuscht sie darüber ist.
Einmal hat eine andere Freundin sie ausversehen versetzt und sie hat sich bei mir darüber ausgekotzt - also sie kann schon sehr schlecht mit verlegten und verschobenen Terminen umgehen.
Versetzt werden ist natürlich für niemanden schön, aber ich wage Mal zu behaupten dass manche Menschen das persönlicher und schwerer aufnehmen, als andere.

Sie hat die Depressionen nicht behandeln lassen (ja, ich habe ihr das ans Herz gelegt), es geht ihr aber bedingt "besser" weil sie immer sagt, sie hätte sich an die Umstände gewöhnt.

Du sprichst unfassbar viele sinnvolle Punkte an.
Wenn Du sie nicht öfter als 3-4 Mal im Monat sehen willst oder weniger, so ist das Dein gutes Recht. Das ist Dein Bedürfnis und das muss sie akzeptieren, ohne Dir Vorwürfe zu machen.
Vor allem der Satz hat mich erleichtert, da ich schon damit gerechnet habe dass sich einige Beiträge finden in denen gesagt wird, dass ich mir mehr Zeit für sie schaffen muss und dass es doch einige Leute gibt, die meinen Standpunkt verstehen und unterstützen, freut mich sehr.

Ihr habt Euch unterschiedlich entwickelt. Du hast einen Freund, Ihr habt andere Ansprüche: sie geht gerne teuer aus, Du nicht so. Es ist klar und normal, dass Du natürlich auch einiges mit Deinem Freund machst und wenn Du dann noch Klausuren schreibst, ist es verständlich, wenn Du Zeit für Dich brauchst.

Du solltest Dir wirklich mal überlegen, was genau Dir diese Freundschaft gibt. Was tut sie für Dich, fühlst Du Dich wohl mit ihr, verstanden? Wertgeschätzt? Geht sie auf Deine Bedürfnisse ein, fragt nach, wie es Dir geht, hört sie zu?
Ohne gemein klingen zu wollen: ich denke manchmal dass ihr das mit dem Freund so nah geht, weil sie selbst noch nie einen hatte, aber 2 Jahre älter ist als ich.
Wir, also ihre Freundinnen, sind alle vergeben, teilweise verheiratet und ich spüre schon dass es ihr verständlicherweise nah geht, dass sie der einzige Single in der Gruppe ist.
Auch das mit den Klausuren kann ich ihr nicht übel nehmen und mit dem teuer Ausgehen. Sie hat ihr Studium abgebrochen, auf die Prüfungen in der Ausbildung musste sie nie viel lernen. Sie hat auch kein ADHS und weiß nicht wie es ist, sich die 6h Lernzeit am Tag nehmen zu MÜSSEN, weil man sonst nicht zurecht kommt. Sie hatte nie Geldsorgen. Und es ist nicht so, dass ich nicht gerne teuer ausgehen würde - ich kann es mir schlichtweg nicht mehr leisten. Sie hat von Geldsorgen noch nie in ihrem Leben was gehört.

Ich muss aber dennoch ehrlich sagen: sobald wir dann mal Zeit verbringen, ist echt alles super. Deswegen würde ich auch nicht wollen, dass die Freundschaft in die Brüche geht.
Denn ja, gerade sind wir in einer Phase, wo es viel um sie geht und ich mich freiwillig zurücknehme, was aber nicht heißt, dass sie nicht für mich da wäre, wenn ich es bräuchte.
Als ich neulich einen Übergriff erlebt habe, stand sie dennoch 2h später mit Lieblingsfilm, Chips und Limo vor der Tür. Zuhören und für mich da sein kann sie, wenn wir uns sehen.
Es ist nicht so, dass sie eine schlechte Freundin ist. Ich fühle mich immer wohl, wertgeschätzt und verstanden.
Das Einzige wo ich das Gefühl habe, dass sie nicht auf meine Bedürfnisse eingeht ist, wenn es um das Thema treffen geht und generell und as Thema Freundschaftsdefinition und Kapazität.
Ich weiß einfach nicht mehr, ob ich unsere Bedürfnisse unter einen Hut bringen kann und ob dieser Punkt der Freundschaft einfach zu viel ist, auch wenn sonst alles stimmt.

Vielleicht lässt Du dir des lieben Friedens willen etwas zu viel gefallen?
+ Das kann schon sein, aber ist irgendwie auch verständlich angesichts der Tatsache, dass ich nicht noch mehr alte Freunde verlieren will - und vor allem sie nicht. Denn vielleicht gibt es den Freund irgendwann nicht mehr und ich stehe dann alleine da.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich persönlich sage ich bin keine schlechte Freundin, wenn ich "nur" 3-4 Treffen im Monat fest einplane, weil ich nicht mehr Kapazitäten habe.
Nein bist du nicht. Absolut nicht. Es hocken nun eben nicht mehr alle als Schüler zu Hause rum, sondern haben auch ein Erwachsenenleben, das Zeit und Verpflichtungen mit sich bringt.
3-4 wirklich zeitintensive Treffen, das ist in meinen Augen eine gute Freundschaft.
 
Was du schreibst, klingt dann auch wieder sehr nett - die Aktion mit Chips und Limo!
Naja, wir alle müssen akzeptieren, dass Freundschaften und Beziehungen Veränderungen unterliegen.
Die Kunst ist, trotzdem befreundet zu bleiben, auch wenn die Umstände sich ändern.
Sie scheint ja doch ziemlich fordernd zu sein, und von der verwöhnten Sorte? Wenn du schreibst, dass ihr alles eher zuflog und auch Geld keine Rolle spielt. So Leute haben es oft schwer, wenn sie älter werden und die Anforderungen sich ändern.
 
Ohne gemein klingen zu wollen: ich denke manchmal dass ihr das mit dem Freund so nah geht, weil sie selbst noch nie einen hatte, aber 2 Jahre älter ist als ich.
Wir, also ihre Freundinnen, sind alle vergeben, teilweise verheiratet und ich spüre schon dass es ihr verständlicherweise nah geht, dass sie der einzige Single in der Gruppe ist.
Auch das mit den Klausuren kann ich ihr nicht übel nehmen und mit dem teuer Ausgehen. Sie hat ihr Studium abgebrochen, auf die Prüfungen in der Ausbildung musste sie nie viel lernen. Sie hat auch kein ADHS und weiß nicht wie es ist, sich die 6h Lernzeit am Tag nehmen zu MÜSSEN, weil man sonst nicht zurecht kommt. Sie hatte nie Geldsorgen. Und es ist nicht so, dass ich nicht gerne teuer ausgehen würde - ich kann es mir schlichtweg nicht mehr leisten. Sie hat von Geldsorgen noch nie in ihrem Leben was gehört.

Ich muss aber dennoch ehrlich sagen: sobald wir dann mal Zeit verbringen, ist echt alles super. Deswegen würde ich auch nicht wollen, dass die Freundschaft in die Brüche geht.
Denn ja, gerade sind wir in einer Phase, wo es viel um sie geht und ich mich freiwillig zurücknehme, was aber nicht heißt.
Als ich neulich einen Übergriff erlebt habe, stand sie dennoch 2h später mit Lieblingsfilm, Chips und Limo vor der Tür. Zuhören und für mich da sein kann sie, wenn wir uns sehen.
Es ist nicht so, dass sie eine schlechte Freundin ist. Ich fühle mich immer wohl, wertgeschätzt und verstanden.

Also auf der einen Seite fühlst Du Dich wohl, wertgeschätzt, Ihr habt schöne Erlebnisse, sie steht Dir bei, Du möchtest nicht auf sie verzichten.

Auf der anderen Seite überlegst Du, ob die Freundschaft noch Sinn macht, Euer Bedürfnis nach Nähe bzw. Treffen ist sehr unterschiedlich. Sie kommt mit Absagen nicht gut klar.

Du wirkst sehr hin- und hergerissen. Ich sehe das so: gute Freundschaften (und Eure Freundschaft ist trotz aller Differenzen in meinen Augen eine ganz gute Freundschaft - so klingt es jedenfalls) sind nicht allzu häufig. Man findet nicht immer leicht, Leute, wo es passt und was man sich in Jahren aufgebaut hat an Nähe, Tiefe, an gemeinsamen Erlebnissen, Erinnerungen, geteilten Tränen und Lachen, das sollte man nicht zu leicht aufgeben.

Wie ist Eure Kommunikation? Könntest Du ihr ganz ruhig, liebevoll, freundlich Deinen Standpunkt klarmachen? Ihr freundlich sagen, was Dich etwas stört und ihr auch sagen, wie sehr Du Eure Freundschaft schätzt? Aber auch, dass Deine Lebensphase anders ist und Du nicht so oft kannst und auch zeit für Dich und Deinen Freund brauchst? Würde sie das verstehen, denkst Du?

Klar kann die Tatsache, dass Ihr alle Beziehungen habt und sie noch nie, dazu beitragen, dass ihr Grundgefühl nicht sehr positiv oder glücklich ist. Sich an eine Depression zu gewöhnen ist kein sehr glücklicher Weg, mit ihr umzugehen. Vielleicht scheut sie den Blick in die Tiefe etwas?

Wenn Du Dir vorstellst, sie nie wiederzusehen, was löst das für Gefühle in Dir aus, ganz spontan?


Du sprichst unfassbar viele sinnvolle Punkte an.
Danke schön.
 
Du warst bereits oft für sie da, und hast ihr zugehört und dich selber zurück gestellt.
Danke für die tolle Antwort. Sorry dass ich dir nicht früher geantwortet habe, du warst etwas schnell unterwegs 😀
Der oben stehende Satz stimmt, aber ich merke schon, dass ich zu wenig darüber geredet habe, wie unsere Freundschaft sonst aussieht. Denn nur weil ich oft für sie da war und ihr zugehört habe (und mich dabei zurückgestellt habe) heißt das ja nicht, dass sie das nie tut. Nur in letzter Zeit eben nicht. Und ich weiß nicht, ob die Tatsache dass wir unterschiedliche Erwartungen an die Freundschaft haben schwerer wiegt, als die guten Momente.
Sie will dich - so sieht es für mich aus - so zurück haben, wie es mal war, zu Schulzeiten, als du noch unbeliebter warst und mehr Zeit hattest.
Das Gefühl habe ich auch.
Du studierst, hast einen Freund, Freunde, Familie, Ehrenamt, bist gut ausgelastet.
Vielleicht zu viel ausgelastet um Freunde zu haben- aber ich bin nunmal echt happy damit.
Will nicht auf deinen Geburtstag kommen, weil ihr deine Freunde nicht zusagen? Ihr Pech ... es sind jetzt deine Freunde, vielleicht wäre es angesagt, dass sie sich mal zurückstellt und über ihren Schatten springt.
Sie kann nicht verlangen, dass künftig alle Bekanntschaften sich exklusiv nach ihr und ihren Befindlichkeiten richten.
Eben.
Natürlich war es ungünstig dass ich im Stress vergessen habe, ihr spontan abzusagen - aber sie hätte sich auch über die Absage aufgeregt. Genau so sehr wie darüber, dass ich vergessen habe abzusagen, denn es kommt ja aufs selbe hinaus: Sie bekommt den Sonderwunsch, dass sie mir das Geschenk extra gibt, weil sie nicht zur Feier kommen will nicht.
Wie gesagt, es ist ihr gutes Recht, nicht zu meiner Feier kommen zu wollen. Aber dann kann sie nicht erwarten dass ich 3 Tage vor meiner Klausur gucken will, dass ich mein Geschenk bekomme.
Und ich habe mir mit der Freundesgruppe und den Rockbars auch nichts vorzuwerfen denn das sind Dinge, die mir durch Corona und meine harte Schulzeit verwehrt wurden und kaum war ich aus beiden Sachen raus habe ich das Gefühl, dass mein Leben richtig losging und das ist gut so.
Ich bin ja immer noch die selbe Person, auch wenn ich Seiten auslebe, die ich davor aufgrund äußerer Umstände nicht zeigen konnte.
Naja, wir alle müssen akzeptieren, dass Freundschaften und Beziehungen Veränderungen unterliegen.
Ja und genau das kann sie nicht und deswegen weiß ich eben nicht ob weiter befreundet bleiben Sinn macht, oder ob man sich zu sehr voneinander weg verändert hat.
Sie scheint ja doch ziemlich fordernd zu sein, und von der verwöhnten Sorte?
Definitiv, ja.
Verwöhnt ist immer schwierig zu sagen, ich würde sagen sie ist sogar recht bodenständig für jemand der viel Geld hat, bzw. dessen Familie viel Geld hat, aber ich würde schon sagen dass sie im Gegensatz zu mir eher gewohnt ist dass Dinge ihr zufallen und auf Dinge die sie nicht kennt, mit einigen Fragezeichen reagiert.
 
Wenn Du sie nicht öfter als 3-4 Mal im Monat sehen willst oder weniger, so ist das Dein gutes Recht. Das ist Dein Bedürfnis und das muss sie akzeptieren, ohne Dir Vorwürfe zu machen. Es ist ihr Problem, wenn sie mit Deinen Freunden nicht klar kommt und es ist auch ihre sache, sich um neue Freunde zu bemühen. Vielleicht lässt Du dir des lieben Friedens willen etwas zu viel gefallen?

Das trifft es wirklich auf den Punkt.
Lass dir kein schlechtes Gewissen machen, du hast ein Leben auch außerhalb eurer Freundschaft und sie muss es akzeptieren dass du nicht ständig Zeit für sie haben kannst.
Rede mal ganz in Ruhe mit ihr und erkläre ihr, dass du eben derzeit zeitmäßig ausgelastet bist und häufigere Treffen nicht (mehr) möglich sind.
 

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