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Berufliche Neuorientierung

  • Starter*in Starter*in Mori
  • Datum Start Datum Start
M

Mori

Gast
Hallo liebe Foris,

habe mich jetzt durch zig Seiten dieses Forums gewühlt, leider keinen einzigen Fred gefunden, der auf meine Situation eingeht, darum will ich euch diese schildern um evtl. ein paar Meinungen einzuholen.. oder vll. hat auch einer von euch damit schon die eine oder andere Erfahrung gemacht.

Also..
Ich bin 20 Jahre jung und habe letztes Jahr meinen Abschluss an der HTL für Grafik- und Kommunikationsdesign gemacht (Abitur/Matura) und arbeite jetzt seit November bei einer Wochenzeitung im Bereich Produktion/Blattplanung. Leider hat meine Kreativität während der Schuljahre sehr gelitten, im dritten Jahr wollte ich abbrechen, weil mir einfach die Freude am Gestalten verloren gegangen ist. Fakt ist.. ich habe tapfer durchgehalten (trotz massivem Mobbing diverser Professoren) und sitze jetzt wie gesagt tagtäglich im Büro.. und mache etwas, was mir keinen Spaß macht.

Damals war ich froh, überhaupt einen Job gefunden zu haben, mittlerweile hab ich erkannt, dass ich kein Büromensch bin.. wenn ich Inserate für Kunden gestalten muss, kann ich meine Vorstellungen nie umsetzen - nicht, dass es bei den Kunden nicht teilweise gewünscht wäre.. ich kanns einfach nicht. Ich habe in dem Bereich einfach eine Blockade. Erschwerend kommt noch hinzu, dass ich keinen Spaß daran habe.. es erfüllt mich nicht.

Zudem habe ich firmenintern keine Aufstiegsmöglichkeiten. Es gibt keine Weiterbildungen, keine weiteren Tätigkeitsbereiche.. vom finanziellen Aspekt rede ich jetzt mal gar nicht..

Ich bin momentan quasi orientierungslos, habe mich dann langsam mit der Materie auseinandergesetzt, andere Berufe angeschaut, Möglichkeiten der Umschulung in Betracht gezogen. Ich will nicht mein Leben lang im Büro sitzen. Ich möchte einen Job, der mich sowohl geistig als auch körperlich fordert. Ich will abends kaputt nach Hause kommen und zu mir sagen können: hey, heute hast du was geleistet, sei stolz auf dich!

Momentan fehlt dieses Gefühl. Ich sitze abends zuhause und frage mich, was ich den ganzen Tag gemacht habe..

Ich liebäugle mit dem Beruf beziehungsweise der Berufung des Zweiradmechanikers, Schwerpunkt Motorrad. Weiß vielleicht von euch jemand, welche Möglichkeiten ich hätte, um mir die Umschulung finanziell leisten zu können? Habe bereits meine eigene Wohnung, die ich ungern aufgeben würde..
Bin momentan dabei, mir Informationen von allen möglichen Institutionen zu holen bzgl. Stiftungen/Förderungen (Frauen in die Technik, etc.), außerdem versuche ich, Kontakt mit diversen Werkstätten aufzunehmen, um für 1,2 oder mehrere Tage in den Tagesablauf reinschnuppern zu können.

Lange Rede kurzer Sinn.. Hilfe? 🙁
 
Hallo Mori,
manchmal ist es nur die "Dosis an Zeit", die man in einer Tätigkeit verbringt, die einem dieselbe verleidet. Vielleicht könnte dein Ziel ja auch sein, dass du mal nur noch halbtags in der Gestaltung arbeitest (bei einer Motorradzeitschrift?) und den Rest des Geldes, das du brauchst woanders verdienst.

Ich würde nicht nur in der Kategorie Beruf/Ausbildung denken - dir könnte es auch bei 40 Stunden Motorradwerkstatt langweilig sein bzw. einseitig vorkommen. Für mich macht es die "Mischung", wenn man mehrere Interessen hat. Ich übe z.B. mindestens drei Berufe einigermaßen anständig aus, vielleicht sogar vier oder fünf. Jeder davon alleine wäre mir vermutlich langweilig mit der Zeit.

Gruß, Werner
 
Hallo Werner,

da könntest du Recht haben. Früher habe ich ständig gezeichnet und entworfen, mittlerweile ist es so, dass ich mich zwingen muss, etwas zu gestalten. Dass dabei nichts rauskommen kann, liegt auf der Hand.
Ich versuche zur Zeit, mir einen Nebenjob in der Fotografie an Land zu ziehen. Einfach, um andere Bereiche, die mit meiner Ausbildung zu tun hatten, kennenzulernen - und natürlich auch etwas mehr im Börserl zu haben.

An ein "zweigeteiltes" Einkommen habe ich auch schon gedacht, bisher war ich vergeblich auf der Suche nach so einer Möglichkeit - ich wüsste auch nicht, womit ich die andere Hälfte des Geldes verdienen sollte. Außerdem möchte ich eigl schon -einen- fixen Beruf haben, da ich so die Möglichkeit habe, mich voll und ganz darauf einzulassen. Ich denke, in dieser Hinsicht brauche ich auf einfach die Sicherheit. Für mich persönlich ist es aber einfach wichtig, dass ich in meinem Beruf auch Perspektiven habe - zur Zeit ist das nicht der Fall, vorallem, da es eine mir mittlerweile (leider) verhasste Tätigkeit ist..
 
Kaum ein Berufszweig bietet so viele Ausweichmöglichkeiten wie der grafische. Ich selbst habe ursprünglich mal Werbetechniker gelernt und von dort aus die verschiedensten Bereiche "erobert", mich immer wieder weitergebildet (eigene Kosten), dazu gelernt, neue Stellen angenommen, die mich herausgefordert haben. Von allein passiert das natürlich nicht und einen Teil des eigenen Sicherheitsbedürfnisses sollte man hier opfern, wenn man voran kommen will. Während meiner längsten Zusatzausbildung habe ich zwei Jahre lang halbtags gearbeitet, dafür alle meine Kosten reduziert und kleinere Jobs angenommen. Es hat sich gelohnt, weil ich heute wesentlich mehr pro Stunde verdiene und wie schon gesagt, viel mehr Zufriedenheit und Erfolg habe, bei dem, was ich mache.
Ich würde dir raten, deine vorhandene Motivation (was dich reizt, was du gerne tust, was dich deine Sicherheiten etwass aufgeben lässt) als Leitschnur für deine Ziele zu nehmen und weniger deine Unzufriedenheit. Das mit der Fotografie könnte so ein Anfang sein. Vielleicht mal aus eigenem Antrieb Motorräder in der Werkstatt fotografieren und die Bilder einer Zeitschrift anbieten? Und den nächsten Job, den du suchst, gleich so auswählen, dass du einen Tag in der Woche für dich frei hast 😉
Gruß, Werner
 
Das mag ja sein, dass man im grafischen Bereich viele Möglichkeiten hat, aber mir macht es einfach keinen Spaß mehr.. irgendwie habe ich das Gefühl, wir reden hier aneinander vorbei.

Ich bin nämlich durchaus bereit, einen gewissen Teil meines Sicherheitsbedürfnisses zu opfern: ich will etwas komplett neues lernen, von Null anfangen.. und das in einem sehr männerdominierten Bereich OHNE Unterstützung meiner Eltern. Denn die sind der Meinung, ich solle gefälligst auf meine Ausbildung aufbauen, studieren.. was weiß ich. Dass ich momentan einfach nur unglücklich bin, können oder wollen sie nicht verstehen..

Wieso soll ich bei meinem nächsten Job darauf achten, dass ich einen Tag in der Woche frei habe? Da kann ich dir nicht wirklich folgen.. ich WILL ja arbeiten! Ich will etwas leisten, solange mir das möglich ist. Momentan ist es so, dass ich mich freiwillig für Feiertagsdienst und Überstunden melde, weil ich zuhause auch einfach nichts mit mir anzufangen weiß. Putzen, fernsehen, Wäsche waschen, mit meinen Frettchen rausgehen, etc.. alles schön und gut, aber das kann ich am Wochenende auch machen, dafür brauch ich nicht unter der Woche noch zusätzlich frei.

Aber um zurück zum Thema zu kommen..
Was ich eigentlich wissen wollte war, welche Möglichkeiten man als Frau hat, den Sprung in den technischen Bereich zu schaffen. Eine Lehre kann ich mir finanziell nicht leisten, darum ja auch meine Frage, ob jemand über Förderungen, etc. Bescheid weiß.
 
irgendwie habe ich das Gefühl, wir reden hier aneinander vorbei.

Das könnte schon sein 🙂 wobei ja gerade durch ein "vorbeireden" manchmal klarer wird, was man nicht will.

Die Frage, die du am Schluss gestellt hast, wird dir vermutlich jemand auf dem Arbeitsamt aktuell und bindend beantworten können. Die Förderprogramme ändern sich ja ständig. Nur scheint mir, wenn du einen Job hast, wirst du da sehr weit hinten anstehen müssen.

Deshalb ja meine Idee oder Anregung, dass du dich über zwei Zwischenstufen aus dem grafischen in den technischen Bereich bewegst - und den freien Tag dazu nutzen könntest, woanders Fuß zu fassen.

Aber vielleicht fällt ja jemand anderem hier noch ein anderer Weg ein?
 

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