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Berufliche Neuorientierung mit 35?

  • Starter*in Starter*in WilliKuckuck
  • Datum Start Datum Start
W

WilliKuckuck

Gast
Hallo zusammen,

ich (m/35) stecke in einer beruflichen Sackgasse und denke über einen radikalen Umbruch nach.

2001 habe ich mein Studium der Wirtschaftsinformatik abgeschlossen und im Anschluss aufgrund der damaligen Krise keine Anstellung in diesem Bereich gefunden. Stattdessen wurde ich "kaufmännischer Angestellter" in einem kleinen Unternehmen, wo der Weg bis vor 2 Jahren immer nach oben führte, bis ich auf meiner jetzigen leitenden Stelle gelandet bin.

Seit ca. Anfang diesen Jahres wird mir von Tag zu Tag immer mehr klar, dass ich nicht bis zum Ende meiner beruflichen Tage einen kaufmännischen Job "erledigen" will und kann (auch nicht im Bereich der Wirtschaftsinformatik!).
Mir fehlt vorallem der Umgang mit Menschen, die Abwechslung im Job und so denke ich über einen Wechsel in den sozialen Bereich wie Pflege o. ä. nach.

Meine Fragen wären, ob jemand in meinem Alter (oder älter?) einen solchen Schritt gemacht hat und wenn ja, ob er ihn bereut oder es der richtige Weg war.
Welche anderen Möglichkeiten gäbe es (Arbeitsplatzwechsel, Ortswechsel?)?

Danke für eure Meinungen!
 
Hallo

Ich an deiner Stelle würde den Schritt wagen. Ich bin auch 28 und möchte mich umorientieren. Ich kann dir die Seite Krankenschwester Forum empfehlen. Einfach die beiden Wörter so bei google eingeben, dann kommst du auf die richtige Seite. Dort sind viele über 30 und wollen in die Pflege umschulen, falls du dich da auch hinorientieren möchtest.

Alles gute
 
Hallo,

berufliche Neuorientierung würde ich immer unterstützen, wenn es in dem alten Beruf einfach keine Erfüllung gibt. Ich freue mich für Dich, dass du diesen mutigen Schritt überhaupt in Erwägung gezogen hast. Und, 35 ist doch noch kein Alter!

ABER: Der Pflegebereich ist körperlich soooo anstrengend und außerdem nicht gut bezahlt. Deshalb würde ich von diesem abraten.

Es gibt doch bestimmt noch andere Jobs, in denen man viel Umgang mit Mensche hat.

Gruß
Kalo
 
Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Ich bin ja schon 45 und stecke auch in einem Informatikerjob fest, den ich keinesfalls bis an mein Lebensende durchhalten kann. Ehrlich gesagt finde ich den Beruf oft einfach nur furchtbar und nervtötend. Außerdem fehlt mir der Umgang mit Menschen. Stattdessen sitze ich hier ziemlich allein in einem Büro und starre täglich viele Stunden lang einen Bildschirm an. Wie ich das inzwischen hasse!

Mein persönlicher Lösungsansatz sieht derzeit so aus, dass ich mich vor kurzem an der Fernuni Hagen für Psychologie eingeschrieben habe (ein Fach, welches mich schon immer sehr interessiert hat). Keine Ahnung, ob ich da noch jemals irgendwo beruflich erfolgreich sein werde, aber zumindest gibt mir dieses Studium die Befriedigung, die ich im Beruf vergeblich suche.
 
Die Aussage finde ich ein bisschen unglücklich.
Vielleicht ist Willi körperlich ganz fit.
Evtl. ist es seine Erfüllung und viele Bedürftige würden seine Leistung achten und danken, ohne, dass er sich dabei jetzt kaputt macht.

Wenn man Alle von ihrem Gefühl und Vorhaben abbringen würde,
anderen Menschen (in Pflegeberufen) zu helfen,
wer soll "uns"😉 dann noch pflegen?

Spoony, ich gebe Dir recht. Diese Gedanken hatte ich auch, als ich das geschrieben habe. Aber in Wahrheit ist es doch so.

Und auch wenn Willi jetzt noch körperlich fit ist. Irgendwann kommen die Gebrechen. Und dann ist man halt in diesem Bereich aufgeschmissen. Ich sehe es doch gerade an meiner Mutter.

An dieser Stelle vielleicht auch ein Dank an alle, die sich in diesem Bereich "engagieren". Ich könnte es nicht. Aber gerade deshalb finde ich es auch so doof, das die Entlohnung für diesen anspruchsollen Job-Bereich meist einfach nicht passt.

Ist halt `ne schwierige Anlegenheit.😕

Gruß
Kalo
 
Hey, mit 35 fängt das Leben doch erst an!

Ich habe eine Freundin, die ist 53. Macht gerade ihre Ausbildung als Therapeutin. Bereut sie kein bisschen.

Ich selbst habe mein Leben schon so oft umgekrempelt und ganz neue Dinge gemacht. Mich fragen immer alle, ob ich schon 50 bin, weil ich irgendwie alles irgendwann gemacht habe.

Ich kann mir ernsthaft nicht vorstellen, nicht in irgendeiner Ausbildung zu sein. Das ist für mich Sinn des Lebens, lernen.

Mach doch zwei Wochen Urlaub und ein Praktikum in deinem Traumbereich oder arbeite mal eine Weile ehrenamtlich. Dann wirst du schon sehen, ob der Wechsel was für dich ist.


Tuesday
 
Meine Fragen wären, ob jemand in meinem Alter (oder älter?) einen solchen Schritt gemacht hat und wenn ja, ob er ihn bereut oder es der richtige Weg war.
Welche anderen Möglichkeiten gäbe es (Arbeitsplatzwechsel, Ortswechsel?)?!

Also, aus Personalersicht:

- Pflegebereich : großer Bedarf, Alter egal, aber Gehalt absolut gering

- mit 35 Jahren keine Ausbildung etc anfangen...das wird eine Sackgasse...Lieber nebenberuflich qualifizieren (Uni, Fernstudium etc) ...es gibt auch kfm Jobs mit Kundenkontakt: Vertrieb (auch Innendienst) oder als Personalreferent etc.

- poste dein Anliegen lieber mal auf Xing.de : dort findest du "professionelle" Hilfe
 
35 ist kein Alter, umorientieren kann man sich immer! Von daher sehe ich gar kein Problem.

Nach 13 Jahren im Rettungsdienst - mit tiefen Einblicken in diverse Krankenhäuser und Altenheime, dort fährt man oft Notfalleinsätze und Krankentransporte und auch den Erfahrungen mit Ärzten (meine Schwester ist Anästhesistin) kann ich dir vom sozialen Bereich aber nur dringend abraten.

Dort startet jeder erstmal mit dem Wunsch "Gutes zu tun" und man meint, es würde einem gedankt. Das Gegenteil ist der Fall. PAtienten sind nur Nummern, Wirtschaftsfaktoren, das Menschliche bleibt voll auf der Strecke. Die Bezahlung ist absolut schlecht, die Dienste körperlich und mental an der Leistungsgrenze selbst für zupackende Persönlichkeiten.

Wenn du pro Waschung eines Patienten im Altenheim 3 Minuten hast kannst du den Job nicht ordentlich machen und da nutzt das größte Engagement nichts. Man verwaltet nur den Mangel und zahlt mit eigenen körperlichen und mentalen Beschwerden für die Fehler im System.

Daneben gibt es andauernd haftungsrechtliche Probleme weil du permanent Dinge tust, die du eigentlich nicht dürftest weil du kein Arzt bist, du kannst aber unmöglich immer einen Arzt rufen. Verantworten musst du es aber natürlich wenn etwas schief geht. Meist gibt es Riesenärger und am Ende wird es doch vertuscht.

Obendrein ist der Umgang miteinander und von der Führung zum Personal nirgends so saumäßig wie ausgerechnet im sozialen Bereich. Der Burn out ist ausgerechnet in diesem Sektor größer als überall sonst.

Und ein weiterer Aspekt: wenn du in Job 1 und 2 (Wirtschaftsinformatik und kaufmännischer Sektor) schon nicht glücklich wurdest, erscheint das so als seist du generell ein ratsloser, ruheloser Typ ist, der nie findet was er sucht. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass es in Job 3 nun plötzlich besser werden soll.

Und ein weiteres: aus Sicht eines Arbeitgebers würde ich dich überqualifiziert finden. Wenn du als studierter Wirtschaftsinformatiker und leitender Angestellter plötzlich auf der Ebene einfacher Krankenpflege-Schüler rangierst würde mir das nicht gefallen. Du bist den anderen Kollegen geistig weit voraus und sehr wahrscheinlich nur bedingt formbar. Insofern für mich als Arbeitgeber kein idealer Kandidat.

Daher würde ich dir dringend zu einem anderen Weg raten: Wechsel in ein anderes Unternehmen, eine andere Umgebung, neue Herausforderungen. Aber bleib' in dem Metier, in dem du schon Fähigkeiten und Kompetenzen hast und wo du dich auf einer adäquater Ebene verändern kannst.
 

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