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Beruflich gescheitert

Jens23523

Mitglied
Ich bin wahrlich niemand, der dem Beruf einen hohen Stellenwert beimisst. Während bei anderen im Leben die Karriere sogar oft an erster Stelle noch vor der Familie und Freunden kommt ist mir eine Karriere im Sinne der Befriedigung des Egos völlig egal. Also dem sich anderen gegenüber Beweisen und Darstellen. Mir selber gegenüber aber vermutlich nicht, denn mit mir selber bin ich nicht im Reinen.

Ich stehe jetzt vor der Situation, dass ich meine berufliche Existenz vollkommen falsch ausgerichtet habe. Mir war nie klar zur Zeit des Abiturs und auch danach, was ich "machen möchte". Wenn man schon Abitur hat, dann muss man doch studieren oder? So war der Tenor damals. Wenn man aber keine Orientierung hat, wählt man halt das erst Beste. Warum ich mir nicht schon früh Gedanken machte - das kann ich nicht beantworten. Ich beneide heute jeden - Karriere hin oder her - der früh wusste was man machen möchte. Ich beneide jeden der nicht bereut morgens zur Arbeit zu müssen, weil man sich einen Beruf ausgesucht hat der einen erfüllt.

Da ich in Jugendzeiten immer viel vorm PC hing habe ich halt Informatik studiert. Ein gewaltiger Fehler. Angefangen mit einer 40 Stundenwoche ging es über 36h, 34h, 24h inzwischen ankommend bei einer 16h Woche, weil ich diesen Beruf und dessen Ausübung einfach nicht länger ertragen kann. Und weil mir dieser Beruf so anwidert habe ich auch absolut keine Ambitionen auf Weiterbildung oder einfach nur praktischen Wissenserhalt. Ich merke, dass frische Uniabgänger mehr drauf haben als ich - das ist aber in Ordnung.

So ist jetzt endgültig der Entschluss gefasst, diesen Beruf endgültig an den Nagel zu hängen. Aber jetzt plagen mich Gedanken, dass ich zwar mit 34 durchaus noch nicht zu den Alten gehöre aber mir im Gegensatz zu dem Zeitpunkt wo ich mit dem Studium anfing vieles nicht mehr möglich sein wird.

Ich werde kein Arzt mehr werden, kein Anwalt, kein Pilot. Möglicherweise würde ich bei vielen Dingen erst ein Meister oder Profi sein, wenn ich in meinen 40ern bin. Andere in dem Alter hätten schon 20 Jahre Berufserfahrung. Sowas kann man doch nicht mehr aufholen.

Innerlich fühle ich mich schon alt wie ein Rentner, so sind es zwar noch 33 Jahre bis dahin, jedoch habe ich den Zenit meines Lebens überschritten. Welchen Sinn soll es machen, jetzt nochmal etwas neues anzufangen? Also in der Absicht wirklich etwas erfüllendes auszuüben und nicht nur einem Broterwerb nahzugehen?

Ich bereue es, mir nicht schon früher ernsthafte Gedanken gemacht zu haben. Selbst wenn ich einen Beruf ohne großes Bildungsniveau auswähle, sei es Tischler oder ein anderes Handwerk, so habe ich hier einen großen Teil meiner Lebenszeit verplempert und normalerweise müsste ich in meinem Alter schon Chef oder zumindest angehender Chef sein - sofern man solche Ambitionen hätte. Auf jeden Fall ein Profi.

Gerne würde ich etwas neues machen, befürchte aber bereits am Tag meines Abschlusses eigentlich schon zu alt oder zum alten Eisen zu gehören. Und das dämpt wieder meine Ambitionen.

Es ist natürlich leicht gesagt. "Mach es einfach, du hast nichts zu verlieren". Erschwerend kommt hinzu, dass ich das Risiko einer neuen Ausbildung oder Umschulung selber tragen muss. Als Informatiker hat man vermutlich selbst aufm Kuhdorf heute eine Möglichkeit irgendwas zu machen. Zusätzlich suchen die meisten - wenn es eine klassische Ausbildung sein soll - eher junge Menschen.
 
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Re: Beruflich gescheitert
Die Stundenreduzierung habe ich stets mir selber verordnet. Bzw. beim letzten mal bin ich umgezogen und habe dann direkt einen Job mit 16h ergattern können (in der Entwicklung sonst nahezu unmöglich). Zwischendurch war ich da auch wieder auf 24h, aber das war mir dann wieder zuviel nach kurzer Zeit. Also mache ich jetzt seit 1,5 Jahren nur 16h.

Um es zu betonen, ich würde zwar auch nicht mehr 40h Stunden arbeiten wollen (weil ich nach dieser langen Zeit in Teilzeit gelernt habe, dass das absolut nicht nötig ist und man kaum Zeit für andere Dinge hat), aber dass ich nur 16h mache liegt nicht daran, dass ich generell mit Arbeit ein Problem habe. 28h bis 30h kann ich ruhig machen - solange ich etwas mache, was mich wirklich erfüllt.
 
Wenn Du aktuell mit 16 Wochenstunden hin kommst, hast Du wohl den Rest frei.
Abi hast Du auch, schulpflichtig bist Du nicht mehr.
Warum geht dann kein Studium an einer Fernuni?
Die Kosten einer Zweitausbildung könntest Du vermutlich in den nächsten Jahren auch absetzen.
 
Wenn Du aktuell mit 16 Wochenstunden hin kommst, hast Du wohl den Rest frei.
Abi hast Du auch, schulpflichtig bist Du nicht mehr.
Warum geht dann kein Studium an einer Fernuni?
Die Kosten einer Zweitausbildung könntest Du vermutlich in den nächsten Jahren auch absetzen.
ja das hab ich auch in deimem Alter gemacht - allerdings hatte ich eine Vollzeitjob. War eine harte Zeit, aber jetzt würde ich diesem Schritt nicht mehr miesen wollen.
 
Mir geht es ähnlich. Nach dem Abi habe ich auch nicht gewusst, was ich machen soll, und dann aus Gefühl heraus Elektrotechnik (Schwerpunkt Automatisierungstechnik) studiert. Das hauptsächlich aus dem Grund, weil ich wusste, dass Elektrofachkräfte überall gebraucht und gesucht werden und ich mir so großartige, berufliche Zukunftsaussichten versprochen habe, obwohl das Studiumfach zu einem der härtesten gehören sollte.

Das Studium selbst war wirklich extrem schwer und ich habe oft damit gerechnet, es nicht schaffen zu werden. Im Endeffekt habe ich diese Zeit aber überstanden und meinen Abschluss gemacht.
Seitdem habe ich fast 10 Jahre lang für 3 verschiedenen Firmen gearbeitet, nur um einzusehen, dass Elektrotechnik wirklich absolut nichts für mich ist. Jetzt mit Mitte 30 noch mal eine 180°-Drehung zu machen und 4-5 Jahre die Doppelbelastung einer Umschulung/Fernstudium neben dem Job auf mich zu nehmen, traue ich mir aber nicht mehr zu. (weil ich 38 Stunden die Woche arbeite und häufig auf Geschäftsreisen bin) Ich habe nämlich bereits eine Familie, die auf mich zählt und verdiene nicht schlecht.

Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich mich jeden Tag zur Arbeit quäle und die Stunden nur runterzähle. Ich weiß bereits, dass ich nie in meinem Leben irgendetwas großartiges in diesem Beruf vollbringen und nur Routineaufgaben abarbeiten werde. Auf dem Papier bin ich zwar eine Fachkraft, aber fern von jeder Leidenschaft oder Neugier für diesen Beruf.

Deswegen mein Rat. Wenn du die nötige Zeit und die Mittel hast, dann versuche es noch mal mit etwas anderem. Mit Mitte 30 weiß ich jetzt sehr viel besser, was ich nach dem Abi hätte studieren sollen, das mich erfüllen würde. Mir wäre dabei auch gänzlich egal, wenn ich nicht so viel wie jetzt verdienen würde. Zumindest würde ich einen großen Teil meines Lebens nicht damit verschwenden, einer Tätigkeit nachzugehen, für die ich absolut keine Leidenschaft empfinde.
 

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